Rapid Hammer

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RAPIDHAMMER: June 2007

Saturday, 30 June 2007

Blowing ONLY BUBBLES: Rauchverbot im Stadion

Großbritanniens Raucher haben es ab Sonntag schwer, noch ein Plätzchen zu finden, an dem sie in aller Ruhe qualmen können: Wie DIE ZEIT und Der Standard berichten, gilt an öffentlichen Orten und am Arbeitsplatz ab dem 1. Juli absolutes Rauchverbot, eingeschlossen sind auch Fußballstadien wie West Hams Boleyn Ground, Bahnsteige und natürlich Gaststätten. Rauchern bleiben nur noch ein paar Rückzugsorte im Freien - wie Gärten oder Hinterhöfe von Restaurants. Die ursprünglich geplanten Ausnahmen für Pubs, die keine Speisen servieren, wurden nicht in das Gesetz aufgenommen.
Verstöße gegen den "Smoking Ban" werden mit Strafen bis zu 200 Pfund sanktioniert, Unternehmen, die das Verbot nicht durchsetzen, müssen bis zu 2500 Pfund zahlen.
Doch es sind nicht nur die angedrohten Strafen, die im United Kingdom mittlerweile zu einem spürbaren Sinneswandel geführt haben. Selbst die Wirte lehnen das Verbot nicht mehr völlig ab: "Es wird uns eher nützen", sagt Mark Hastings, der Sprecher des Britischen Bier- und Beisel-Verbands BBPA. Dadurch würden die traditionellen Pubs wieder für Menschen attraktiv, die die verrauchte Luft nicht vertrügen: "Wir können die bis zu 75 Prozent der Bevölkerung erreichen, die nicht rauchen", sagt Hastings.
Als "nicht militanter Nichtraucher", der ich bin, hatte ich gegen das Rauchen im Stadion persönlich nicht viel einzuwenden, aber vor allem meine Kinder störten die Rauchschwaden von vorne und hinten sehr. Darum ist es mir durchaus recht, dass am Boleyn Ground von West Ham künftig nur noch Seifenblasen ("Bubbles") gepustet, nicht aber Zigarettenrauch in die Luft geblasen werden darf.
Im Wiener Hanappi-Stadion sind wir aber noch nicht soweit. Nach dem österreichischen Tabakgesetz gilt ein Rauchverbot grundsätzlich nur in "Räumen öffentlicher Orte", nicht also im Freien.

Wednesday, 27 June 2007

Freispruch: Valdés rettet Didulica

Barcelona-Keeper Victor Valdés, aber auch Rapid-Verteidiger Hannes Eder sind indirekt mitverantwortlich für den Freispruch des früheren Austria-Tormannes Joey Didulica im Berufungsverfahren wegen Körperverletzung vor dem Oberlandesgericht Wien.

Es passierte im Mai 2005, als der SK Rapid beim Derby im ausverkauften Wiener Ernst Happel-Stadion seinen 31. Meistertitel feiern wollte: Der violette Keeper traf den Rapid-Angreifer Axel Lawaree (33) bei einer Aktion außerhalb des Strafraumes mit dem Bein im Gesicht und verletzte den Rapidler (nunmehr beim FC Augsburg) schwer (Trümmerbruch des Nasenbeines, Schädeltrauma und Augapfelquetschung). Dafür wurde Joey Didulica nicht nur vom Strafsenat der Bundesliga wegen"rohem Spiel" für 8 Spiele gesperrt, sondern auch vom Landesgericht Wien im April 2006 wegen fahrlässiger Körperverletzung zu einer Geldstrafe von 60.000 Euro (120 Tagessätze à 500 Euro) verurteilt.

In der heutigen Berufungsverhandlung vor dem Oberlandesgericht Wien forderte die Staatsanwaltschaft eine strengere Verurteilung (wegen vorsätzlicher Körperverletzung), während die Verteidigung (Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Brandstetter, links, und Dr. Oliver Scherbaum, rechts von Didulica) argumentierte, dass es sich nicht um eine untypische, außerhalb des Spielflusses gelegene vorsätzliche Attacke gehandelt habe. Da "typische Regelverstöße" in "Kampfsportarten" nicht strafbar seien, plädierte die Verteidigung auf Freispruch. Dass es sich beim Hochspringen des Austria-Tormannes mit angezogenem Knie, um den Ball außerhalb des Strafraumes mit dem Fuß wegzuschlagen - was ihm allerdings nicht gelang (das Bein landete auf Lawarees Nase!) - um eine "spieltypische Situation" gehandelt habe, sei auch durch eine ähnliche Aktion von Barcelona-Keeper Victor Valdés in einem Spiel gegen Sevilla sowie die unschöne Kung Fu-Attacke von Rapid-Verteidiger Hannes Eder in einem Bundesligaspiel gegen Altach zu beweisen.
Der in Australien geborene Keeper Joey Didulica (29), der seit dem Vorjahr bei AZ Alkmaar in Holland spielt, sagte selbst vor dem Berufungssenat, es sei immer sein Ziel gewesen, den Ball zu spielen, "unfortunately" sei ihm dies aber bei der Aktion im Derby nicht gelungen. "Sorry for the whole situation", fügte der 1,91 m große Tormann mit australischer und kroatischer Staatsbürgerschaft noch hinzu, bevor sich der Senat zur Beratung zurückzog.

Urteil: Freispruch für Didulica
Das nach der 3/4-stündigen Verhandlung gefällte Urteil mag für den Rapidanhänger unerfreulich sein, geht man aber vom festgestellten Sachverhalt aus (Didulica habe vorgehabt den Ball zu spielen!) muss man es als Jurist wohl begrüßen:
Das OLG Wien unter Vorsitz von Ernest Maurer argumentierte damit, dass es in einer "Kampfsportart" wie Fußball zu Verletzungen kommen könne, was von den Spielern "mitbedacht und in Kauf genommen" werde. Nur dort, wo eine Sorgfaltswidrigkeit vorliege, die über das "übliche Risiko" dieser Sportart hinausgehe, liege kein toleriertes, sondern ein "rechtlich missbilligtes Risiko" vor. Die Verursachung von Verletzungen in "Kampfsportarten" sei nur dann strafrechtlich relevant, wenn sich aus den Umständen ergebe, dass "losgelöst von den Regeln und Bedingungen des Spiels" aggressive Handlungen gesetzt würden, die nicht mehr durch den Kampf um sportlichen Erfolg motiviert seien, sondern bei denen der Sport nur mehr als "Vorwand" diene, wie etwa bei Tätlichkeiten, die unabhängig vom "Kampf um den Ball" stattfänden.

Kein Verletzungsvorsatz - Didulica wollte "den Ball spielen"
Dass es sich bei Didulicas Aktion, die zur Verletzung Lawarees führte, um eine solche Gewaltanwendung gehandelt habe, hatte schon das Erstgericht nicht angenommen, weil es den Austria-Keeper nur wegen fahrlässiger, nicht aber wegen vorsätzlicher Körperverletzung verurteilt hatte.
Der Berufungssenat meinte, dass sich Didulica zwar im gegebenen Fall für eine riskante Aktion entschieden habe, er habe aber eine "reelle Chance den Ball zu spielen gehabt und hatte dies auch vor". Aufgrund der kurzen Zeitspanne, die ihm für seine Entscheidung im Spiel zur Verfügung gestanden sei, sei ihm wohl "keine intellektuelle Auseinandersetzung mit den Folgen seiner Handlung" möglich gewesen. (Vorsatz würde nach § 5 StGB voraussetzen, dass der Täter die Verletzungsfolge "ernstlich für möglich hält und sich mit ihr abfindet".) Da Didulica sich "in Bruchteilen von Sekunden" habe entscheiden müssen, wie er auf die Spielsituation reagiere und es seine Absicht gewesen sei, den Ball mit dem Fuß wegzuschlagen, sei die von ihm begangene Regelwidrigkeit "noch spieltypisch", sie liege "in der Natur des Fußballsports" und sei daher "sozialadäquat", also innerhalb des tolerierten Risikos dieser Sportart. Die Aktion von Barcelona-Keeper Valdés (siehe oben) wurde vom Berufungssenat - als Beispiel dafür, dass Didulica nicht untypisch agiert habe - erwähnt. Der Senat wies auch darauf hin, dass der Strafsenat der Bundesliga den Spieler nicht wegen einer "Tätlichkeit", sondern (nur) wegen "rohen Spiels" gesperrt habe. Die von Didulica nicht vorsätzlich zugefügte Körperverletzung sei daher nicht rechtswidrig und daher nicht strafbar.
Ergo: Freispruch - die fahrlässige Körperverletzung beim "Kampfsport" Fußball bleibt straffrei. Lawaree wurde mit seinen Ansprüchen auf den Zivilrechtsweg verwiesen.

Ein Missverständnis: Fußball ist kein "Kampfsport" !
Dem Liebhaber des Fußballspieles tut es weh, wenn der Berufungssenat dieses mehrfach als "Kampfsportart" bezeichnet - in diese Kategorie fallen z.B. Fechten, Karate und Boxen (siehe hier!), aber Fußball? Nie und nimmer. Ob der Senat da nicht doch etwas missverstanden hat?
Ich hatte als Augenzeuge der damaligen Aktion auch meine Zweifel, ob hier wirklich nur um den Ball gekämpft wurde, aber wenn schon die erste Instanz nach ausführlichem Beweisverfahren nur Fahrlässigkeit annahm, war ein Freispruch eigentlich logisch. Ausgehend vom festgestellten Sachverhalt (Didulica habe vorgehabt den Ball zu spielen!) wäre eine Verurteilung wegen fahrlässiger Körperverletzung nicht zu begrüßen gewesen.
Eine Differenzierung innerhalb der Fahrlässigkeit ("normale" grobe Fahrlässigkeit ist nicht strafbar, "krasse grobe" Fahrlässigkeit aber schon) wäre im Strafrecht, das klare Grenzen der Strafbarkeit braucht, nicht sinnvoll. Und da Lawarees Vermutung, Didulica habe ihn "bewusst" verletzen wollen, nicht bewiesen werden konnte, lag es nahe, den Angeklagten freizusprechen.
Diesen Angriff des Staatsanwaltes konnte der Tormann also - mit Hilfe einer gut aufgestellten Verteidigung - parieren: 2:1 für Didulica! Trotzdem bleibt angesichts der schlimmen Verletzung und des Grinsers von Didulica bei seinem damaligen Ausschluss ein bitterer Nachgeschmack!

Tuesday, 26 June 2007

Millionen für verletzten Owen. Und für die anderen?

"Newcastle United feiert einen 10 Millionen-Sieg", titelte gestern der Daily Express den Bericht über die Einigung im Streit um Kompensationszahlungen für die Knieverletzung von Michael Owen, die er vor etwa einem Jahr beim WM-Spiel England - Schweden (2:2) erlitten hatte. Der Stürmer von Newcastle United fiel dadurch beinahe die gesamte Saison 2006/07 aus. Zunächst hatte die Football Association (FA) durch ihre Versicherung für 10 Monate einen Teil von Owens Gehalt übernommen (£ 50.000 von Owens "£110,000-a-week wages") . Dem Verein war das aber zuwenig. Man argumentierte nicht nur mit Owens höherem Gehalt, sondern führte auch die Notwendigkeit des Transfers von Obafemi Martin von Inter Mailand, der Newcastle £ 10 Mio. gekostet habe, wie auch die hohen medizinischen Behandlungskosten ins Treffen.
Nun soll sich auch der Weltfußballverband (FIFA) bereit erklärt haben, aus einem anlässlich der WM 2006 dotierten Fonds für schwere Verletzungen bei WM-Spielen einen Beitrag zu leisten. Die FIFA hatte sich zunächst dagegen gewehrt, einem Klub aus der reichsten Liga der Welt Gelder aus diesem Fonds zukommen zu lassen, dann eine Million £ geboten und besteht auch jetzt darauf, dass die von Newcastle-Chairman Freddy Shepherd genannte Summe von £ 10 Mio. zu hoch gegriffen sei: es handle sich nur um £ 6 - 7 Mio., weil die Hälfte von Owens Gehalt durch Newcastles eigene Versicherung übernommen werde.
Bei Newcastle - die Michael Owen nur in drei Premier League-Spielen einsetzen konnten und die Saison auf dem 13. Platz beendeten - sieht man die erzielte Einigung, um die monatelang gekämpft wurde, als Akt der Gerechtigkeit.
Gerecht wäre es aber nur, wenn auch andere Klubs eine entsprechende Entschädigung für Langzeitverletzte erhielten, die sich ihre Blessuren "on international duty" zuzogen, wie z.B. West Hams Dean Ashton. West Hams "record signing" hatte sich im Training für Englands Freundschaftsspiel gegen Griechenland im August 2006 am Knöchel verletzt und konnte in der abgelaufenen Saison kein einziges Mal eingesetzt werden.
Ohne entsprechende Absicherung für die Vereine werden diese nämlich zunehmend weniger Lust haben, ihre teuer bezahlten Spieler für Länderspiele abzustellen, von denen sie vielleicht verletzt zurück zum Klub kommen und diesem längere Zeit nicht zur Verfügung stehen. Die Ehre einer Nationalteamberufung sollte kein Drahtseilakt ohne Netz sein.

Monday, 25 June 2007

Harry Potter, West Ham & das Kinderzimmer

Der Kurier berichtet heute, dass das "streng geheime" Ende des 7. Harry Potter-Bandes von einem Hacker ins Netz gestellt worden sein soll.
Am 21. Juli wird dieser letzte Band mit dem Titel "Harry Potter and the Deathly Hallows" auf Englisch erscheinen, die deutsche Ausgabe (deren Titel noch nicht feststeht) ist für den 27. Oktober 2007 angekündigt.
Übrigens: West Ham ist der einzige Fußballklub, der in einem Harry Potter-Roman vorkommt.
Eine der ältesten Freundinnen der Autorin Joanne K. Rowling soll eine überzeugte West Ham-Anhängerin sein. Harry Potter selbst interessiert sich zwar mehr für das Quidditch-Spiel, aber sein Mitschüler und Quidditch-Kollege Dean Thomas scheint auch ein echter Fußballexperte zu sein: Jedes Schuljahr hängt er ein neues West Ham-Mannschaftsposter über seinem Bett auf. ("Harry Potter und der Stein der Weisen", Kapitel 9; siehe Harry Potter-Lexikon.)
Was musste ich hingegen vor kurzem über dem Bett des Patenkindes meiner Frau sehen?
"Fat Frank" Lampard jr. !! (Den mögen wir bei West Ham seit seinem Abgang zum FC Chelsea 2001 gar nicht mehr so gerne.) Da wird unser "Präsi" Eggert Magnusson noch ein bisschen zaubern müssen, damit einmal ein aktueller West Ham-Spieler in einem österreichischen Kinderzimmer an die Wand gepinnt wird.

Wenig los ?

"It's all gone a bit quiet", meinte West Ham-Blogger Iain McDale gestern. Und er hat recht: Keine neuen Transfers bei West Ham, noch keine Spieltermine für West Hams weitere "friendlies" in Österreich (das einzige fixierte Spiel ist jenes gegen Sigma Olmütz) und auch die Carlos Tévez-Saga hat bisher weder eine definitive Fortsetzung noch einen Abschluss gefunden (Tévez zu Real Madrid ist ein Gerücht, Thierry Henry zu Barcelona hingegen eine Tatsache).

Immerhin gibt es von einem aktuellen West Ham-Internationalen was zu berichten: USA mit Jonathan Spector (bis zur 72.) besiegte Mexiko im Gold Cup-Finale mit 2:1 (0:1): "Feilhaber's 73rd Minute Strike Propels U.S. To Fourth Gold Cup Championship" (Bild links). Spector verletzte sich bei einem Kopfballduell und musste ausgetauscht werden. Meinungen aus dem KUMB-Forum: "Spector just got hurt in a mid air head to head collision he was definitely knocked out. However he did walk off the pitch with help and down the tunnel. Had a very solid match, had several good tough balls and some great crosses." - "Spector did pretty well before he got knocked out. They came after him the first half and then finally gave up and tried to attack the left side." - "I don't think the result should fool anyone. Mexico was the better team."

Und da es von aktuellen "Hammers" wenig zu berichten gibt: Ein Ex-Hammer kam in dieser Saison ausgiebig zu Lorbeeren. Der von 2000 - 2003 für West Ham tätige Frédéric Kanouté (84 Spiele - 29 Tore für West Ham; Bild rechts) gewann mit dem FC Sevilla das spanische Cup-Finale gegen Getafe mit 1:0. Er erzielte den entscheidenden Treffer schon in der 11. Minute, wurde kurz vor Schluss aber wegen einer Tätlichkeit ausgeschlossen. Für Sevilla war es der dritte Titel in dieser Saison: außer dem spanischen Pokal gewannen sie den UEFA-Supercup 2006 (3:0 gegen FC Barcelona in Monaco) und den UEFA-Cup (im Elferschießen in Glasgow gegen Espanyol nach einem 2:2 n.V.) . In allen drei Finali schoss Fredi Kanouté (29) ein Tor.

Friday, 22 June 2007

Vor 30 Jahren: 11:1 für Rapid, 7 x Krankl!

Johann Krankls legendäre 7 Tore gegen den GAK

Heute, 22.6., vor genau 30 Jahren (1977) hat der SK Rapid Wien den Grazer AK im kurz davor neu eröffneten Weststadion (heute Gerhard Hanappi-Stadion) mit 11:1 geschlagen! Dieses 11:1 ist noch immer der höchste Sieg eines Vereins in der seit 1974 bestehenden österreichischen Bundesliga.

Hans Krankl, Rapids legendäre "Nummer 9", erzielte 7 Tore gegen den armen GAK-Tormann Brod, darunter einen Hattrick innerhalb von nur vier Minuten.

Mit meinem Freund Hermann war ich damals - als einer von nur ein paar tausend Zuschauern - auf der Nordtribüne dabei. Am nächsten Tag in der Schule haben wir allen, die zu diesem Match in der letzten Meinsterschaftsrunde nicht mitgefahren waren, stolz erzählt, dass sie ein historisches Ereignis versäumt hatten. Und das war es tatsächlich: ein Rekord-Sieg, der bis heute hält.

Hans Krankl (Original-Bild vom damaligen GAK-Spiel!) war in diesem Jahr überhaupt in Schusslaune: Bei Österreichs 9:0 gegen Malta in Salzburg (Quali für die WM 1978 in Argentinien) schoss er 5 Tore. Krankl wurde in diesem und im nächsten Jahr österreichischer Schützenkönig und holte sich 1978 auch den Goldenen Schuh für Europas besten Torschützen.

Nach seinen beiden Toren beim legendären 3:2 gegen Deutschland bei der WM in Argentinien (21.6.1978; hier der Kommentar von Edi Finger) wechselte Krankl zum FC Barcelona, wo der dort zum "Goleador" avancierte "Hansi" 1979 den Europapokal der Pokalsieger gewann. Im Endspiel in Basel steuerte er beim Sieg gegen Fortuna Düsseldorf ein Tor zum 4:3 Sieg der Spanier bei. Auch mit Rapid Wien erreichte er 1985 das Finale des Europapokals der Pokalsieger, in dem die Wiener trotz eines Tores von Hans Krankl mit 1:3 gegen den FC Everton unterlagen.

In einem Gespräch mit meinem Sohn Johannes und mir legte Hans Krankl übrigens Wert auf folgende Feststellung: "I haß net Hans, i haß Johann!"

West Ham in Bad Radkersburg

Vom 15. bis 22. Juli wird sich West Ham in Bad Radkersburg (Steiermark) auf die neue Saison vorbereiten. Ein Freundschaftsspiel wurde bereits fixiert: am 17.07.2007, 18:30, wird West Ham in Bad Radkersburg auf Sigma Olmütz (14. der tschechischen Meisterschaft) treffen.
In der Steiermark befindet sich West Ham in bester Gesellschaft: in den steirischen Fußballcamps in Bad Radkersburg, Bad Waltersdorf, Kapfenberg und anderen Orten tummeln sich in diesem Sommer insgesamt 25 Fußballteams. Deren "friendlies" während der Sommercamps werden auf der Homepage der steirischen Fußballcamps angekündigt, wobei für West Ham mit heutigem Stand bisher nur das oben genannte Match gegen SK Sigma Olomouc a.s. (Vereinswappen oben) bestätigt ist.

Besonders aufdrängen würde sich wohl ein Freundschaftsspiel gegen Lazio Rom, das bis 28. Juli in Kapfenberg stationiert ist. Bei Lazio spielte nämlich bis 2006 der italienische Stürmer Paolo di Canio, der von 1999 bis 2003 bei West Ham wegen seiner spektakulären Spielweise Kult-Status genoss. Ihm war es zu verdanken, dass im Upton Park regelmäßig die Melodie von "La donna e mobile" aus Verdis "Rigoletto" erklang, wenn die West Ham-Faithful diese Arie mit dem Text "Pa-o-lo di Ca-ni-o" anstimmten. Der umstrittene - mit seinen politischen Ansichten im Abseits stehende, später für den Ausspruch "Ich bin Faschist, na und?" bekannt gewordene - Stürmer spielte 118 Matches für West Ham und scorte 47 Mal, bevor er zu Charlton und anschließend zu Lazio wechselte.

2001 erhielt Paolo di Canio - dessen abzulehnende politische Einstellung damals wohl noch gar nicht so bekannt war - den FIFA Fair Play Award. Grund dafür war eine Aktion während des Spiels zwischen West Ham United und dem FC Everton. Di Canio hatte die Chance, auf das leere Tor von Everton zu schießen, doch als er bemerkte, dass der Torhüter von Everton verletzt am Boden lag, nahm er den Ball in die Hände und unterbrach so das Spiel, damit sein Gegenspieler behandelt werden konnte. Die FIFA bezeichnete sein Verhalten, als einen "besonders guten Akt sportmännischen Verhaltens". Allerdings sagte di Canio auch, dass er in einem Derby gegen den AS Roma sich eher die Hand abschneiden würde, als den Ball aufzuheben, was seine faire Geste relativiert. Zudem reckte sich dieselbe Hand schon des öfteren zu einem Gruß, den niemand mehr - weder auf dem Fußballplatz noch sonst irgendwo - sehen möchte!

Käme ein Vorbereitungsspiel gegen Lazio zustande, so würde West Ham in diesem Sommer "friendlies" gegen beide großen Römer Vereine austragen, denn am 4. August wird AS Roma im Upton Park zu Gast sein.

On to the Final

US-Team macht es besser. Und Guadeloupe?

Es wird hoffentlich nicht daran gelegen haben, dass West Ham-Verteidiger Jonathan Spector auf der Bank blieb und im Seminfinale gegen Kanada nicht zum Einsatz kam. Jedenfalls haben die USA im Seminfinale des CONCACAF Gold Cups Kanada mit 2:1 (2:0) geschlagen. Die USA spielen nun im Finale am Sonntag gegen den Sieger aus Mexiko gegen Guadeloupe. Im Finale sollte Spector wieder dabei sein, denn sein Konkurrent als Außenverteidiger, Frankie Hejduk, kassierte eine gelbe Karte und wird im Finale voraussichtlich gesperrt sein.

Der Halbfinalist Guadeloupe, ein französisches Übersee-Département in der Karibik (Bild), ist übrigens eine von der FIFA nicht anerkannte Nationalmannschaft, weil es sich dabei um eine Region Frankreichs handelt. Bei ihrer erstmaligen Teilnahme am CONCACAF Gold Cup avancierten die in rot-grün spielenden Inselkicker zum Überraschungsteam und besiegten im Viertelfinale Honduras 2:1, wobei Honduras zuvor in einem Gruppenspiel Mexiko geschlagen hatte.

Star von Goudeloupe ist Jocelyn Angloma (41), der ehemalige französiche Nationalteamspieler, der auch beim 2:1 gegen Honduras ein Tor erzielte. Sein Mitwirken ist eben dadurch möglich, dass die 400.000 Einwohner zählende Inselgruppe nicht Mitglied der FIFA ist. 1993 gewann Angloma mit Rudi Völler und Olympique Marseille die Champions League, 2000 und 2001 gehörte er dem CL-Team des FC Valencia an, das sich gegen Real Madrid und dann gegen Bayern München geschlagen geben musste. 37 Länderspiele hat er für Frankreich bestritten, 1992 und 1996 war er mit der Equipe Tricolore bei der EM.

Thursday, 21 June 2007

Fortune's Always Hiding ...

Früh übt sich, was ein echtes englisches Nationalteam werden will
Bekanntlich scheidet Englands Nationalmannschaft mit schöner Regelmäßigkeit nach unglücklich verlorenem Elferschießen aus internationalen Bewerben aus, zuletzt bei der WM in Deutschland gegen Portugal (0:0, 1:3 i.E.).
Nun hat auch das englische U21-Team diese schwarze Serie bei Großereignissen fortgesetzt: Die Engländer führten gestern bei der U21-EM in Holland gegen den Gastgeber durch ein Tor von Reading-Stürmer Leroy Lita (39.) bis zur 89. Minute mit 1:0. In der vorletzten Minute mussten sie aber noch den Ausgleich hinnehmen (Maceo Rigters mit einem Fallrückzieher aus kurzer Distanz, 89.). Was dann folgte, war zuerst eine Verlängerung, in der für England nur mehr 9 Spieler auf dem Platz standen, die noch fit waren (Taylor und Onuoha waren verletzt, das Austauschkontigent bereits ausgeschöpft). Dennoch hielten die tapferen Engländer das 1:1, nur um dann in einem Elferschießen von wahrhaft epischen Dimensionen wieder zu unterliegen:
Die Entscheidung fiel erst nach dem 32. Schuss. Mehrere Schützen mussten doppelt antreten, Schiedsrichter Knut Kircher (D) beorderte entsprechend dem Reglement auch Englands verletzten Abwehrspieler Steven Taylor, der humpelnd verwandelte, zum Punkt. West Ham-Mittelfeld-Rookie Mark Noble konnte zweimal verwerten, U21-Teamkapitän Nigel Reo-Cokers Elfer wurde hingegen gehalten.
Der letzte Schütze für England war schließlich West Ham-Back Anton Ferdinand, der jüngere Bruder von ManU-Verteidiger Rio. Er konnte gestern seinen ersten Elfer verwerten, hat aber im Vorjahr für West Ham beim FA Cupfinale gegen Liverpool (3:3, 1:3 i.E.) den letzten Elfer verschossen. Und es kam wie es kommen musste: Ferdinand traf für England nur die Latte, und Gianni Zuiverloon konnte mit dem 32. Elfer die Entscheidung in diesem shoot-out für die Hausherren herbeiführen.
Stuart Pearce, der Trainer von England U21 ist übrigens als Spieler mit der englischen Nationalmannschaft bereits zweimal in einem Semifinale im Elferschießen gescheitert: bei der WM 1990 (gegen Deutschland) und bei der EURO 1996 (ebenfalls gegen Deutschland).
Das waren aber beileibe nicht die einzigen "unlucky shoot-outs" für die englischen "spot kick heroes": weitere Niederlagen im gefürchteten Elferschießen erlitt England bei der EURO 2004 (Halbfinale gegen Portugal) und bei den WM-Endrunden 1998 (Achtelfinale gegen Argentinien) und 2006 (Viertelfinale gegen Portugal).
England und das Elferschießen: eine Tragödie in Fortsetzungen!

Holland U21 - England U21 1:1 (0:0); 13:12 n.E.
Holland: 1 Boy Waterman, 2 Gianni Zuiverloon, 3 Ron Vlaar (c) (4 Arnold Kruiswijk, 66), 5 Erik Pieters (20 Tim Janssen 76), 6 Hedwiges Maduro, 8 Royston Drenthe, 9 Ryan Babel, 11 Daniël de Ridder, 13 Maceo Rigters, 18 Ryan Donk, 22 Otman Bakkal (14 Roy Beerens, 58)Subs not used 22 Otman Bakkal 16 Kenneth Vermeer, 23 Tim Krul, 19 Calvin Jong-A-Pin, 21 Frank van der Struijk, 12 Luigi Bruins, 17 Haris Medunjanin, 7 Julian Jenner, 15 Robbert Schilder.
Coach Foppe de Haan
England: 1 Scott Carson, 2 Justin Hoyte, 3 Leighton Baines (14 Liam Rosenior, 46), 4 Steven Taylor, 7 Nigel Reo-Coker (c), 10 David Nugent (19 Matthew Derbyshire, 78), 11 Ashley Young, 15 James Milner, 16 Leroy Lita (5 Anton Ferdinand, 87), 18 Mark Noble, 20 Nedum OnuohaSubs not used 6 Gary Cahill, 9 Kieran Richardson, 12 Wayne Routledge, 13 Joe Hart, 21 James Vaughan, 22 Ben Alnwick, 23 Peter Whittingham.
Coach Stuart Pearce
Tore: Leroy Lita 39, Maceo Rigters 89
Referee: Knut Kircher (Rottenburg).

Alle Elfer hier (BBC-Sport).

Und das sagte England U21-Coach Stuart Pearce:
"We battled against injury, emotion, yellow cards and a late equaliser. I've never seen a braver display by an England side. I’ve told them it’s the proudest night of my career. Representing my country brings out a lot of emotion in me as a person, but that aside this was unbelievable.
"I’ve lost near enough both centre halfs and Taylor’s attitude to carrying on was unbelievable.
"Onuoha couldn’t finish the game and we had one or two players who got booked and knew they were going to miss the Final but still slogged away."
"The 22-man squad was absolutely outstanding.
"I’m distraught for them to be honest with you. They put so much effort and emotion into this tournament.
"We practiced penalties and that took us into a double-figures penalty shoot-out. It’s unbelievable.
"We felt as though we have done everything right. I can only be proud of the players, they were sensational. And my report to the full England manager will reflect their attitude towards playing for their country."

Tuesday, 19 June 2007

Official Club Statement on Sheffield Arbitration

19/06/2007 19:15
The following is an official Club statement in relation to the Premier League arbitration hearing in London this week:

"West Ham United are and remain a Barclays Premier League Football Club. There is no scope for this to be changed by the Premier League's arbitration panel and West Ham United's status can not be called into question in relation to next season.
West Ham United were not and are not a party to the arbitration and our standing as a Premier League Club is not in doubt as a result of the panel's hearing.
The Club are well advanced in preparing for the new season and are taking further steps to strengthen the playing squad over the summer. We will not be deflected in our goal of achieving success in the Premier League next season."

Wie ich immer sagte: West Ham United ist nicht Partei des Verfahrens von Sheffield gegen die Premier League! Und es kann bei diesem Verfahren nichts herauskommen, was das Ergebnis des ersten Verfahrens - und damit West Hams Premiership-Status - ernsthaft in Frage stellen könnte. That's it!
Thank you very much for this statement.

GAK am Ende, Sheffield-Kampf noch offen

Während der GAK nun endgültig keine Lizenz für die Erste Liga erhält - auch das Ständige Neutrale Schiedsgericht der Bundesliga hat heute, im zweiten Anlauf, das Rechtsmittel des GAK abgelehnt -, ist der Kampf von Sheffield United um den Verbleib in der Premier League noch nicht zu Ende:
Heute Mittag gab ein Sprecher des Schiedsgerichtes bekannt, dass die Entscheidungsfindung noch länger benötigen könnte. Ein Urteil werde voraussichtlich erst Ende Juni ergehen.
Ein verdrießlich dreinschauender Sheffield United - Chairman Kevin McCabe sagte der Presse am Ende des zweiten Verhandlungstages: "I’d like to thank the tribunal. It’s been a very complicated case and the panel are going away to review the evidence and submissions. We have been told to expect a decision by the end of the month, hopefully sooner. It would be inappropriate to comment further until a decision has been made."

Ein Finne aus Great Britain für Rapid

Von Luton Town nach Wien-Hütteldorf kommt der finnische Nationalspieler Markus Heikkinen. Er soll die defensive Mittelfeldposition beim SK Rapid einnehmen, die nach den Abgängen von Peter Hlinka, Radek Bejbl und Petr Vorisek vakant gewesen war.
Der 28-Jährige kommt ablösefrei von Luton Town (heuer Absteiger aus der Championship in die League One) und war zuvor u.a. für Portsmouth (2003) und Aberdeen (2003-05) engagiert. Bei Portsmouth spielte er unter dem früheren West Ham-Spieler und Manager Harry Redknapp, der Durchbruch gelang ihm aber erst bei seinem nächsten Engagement in der schottischen Liga bei Aberdeen, wo er mit seiner Spielweise zu einem "Kult-Hero" der Fans wurde. Bei Luton Town, jenem Klub nahe London, für den zuletzt leihweise auch der österreichische U21-Teamspieler Besian Idrizaj (FC Liverpool) spielte, wurde er in seiner ersten Saison zum "Player of the Year" gewählt und absolvierte auch im abgelaufenen Spieljahr 37 von 46 Partien in der Championship. Heikkinen erhält in Wien-Hütteldorf einen Zweijahresvertrag und freute sich in einer ersten Stellungnahme sehr über den Transfer: "Ich habe mit Rapid große Ziele, die ich unbedingt erreichen möchte."
Toll, dass Rapid nun auch eine "connection" zum britischen Fußball hat!!

Monday, 18 June 2007

Nochmals spannend: Sheffield vs. Premier League

Für Montag und Dienstag ist die Verhandlung in dem von Sheffield United gegen die FA Premier League (FAPL) angestrengten Schiedsgerichtsverfahren anberaumt worden. Wie auch in diesem Blog schon berichtet, geht es dem Absteiger Sheffield darum, dass West Ham in einem früheren Disziplinarverfahren in der "Carlos Tévez-affair" durch eine unabhängige Kommission der FAPL keine Punkte abgezogen, sondern nur eine Geldstrafe von 5,5 Mio. Pfund verhängt wurde. Im Falle eines Punkteabzuges wäre Sheffield - trotz Heimniederlage am letzten Spieltag gegen Wigan - oben geblieben.
Zumindest möchte Sheffield wohl eine finanzielle Kompensation für den seiner Meinung nach ungerechtfertigten Abstieg erreichen, doch wurde jüngst darauf hingewiesen, dass auch Sheffield sich während der vergangenen Saison im Zusammenhang mit dem vertraglichen Verbot des Einsatzes des an Watford abgegebenen Spielers Steve Kabba im Match gegen Sheffield nicht regelkonform verhalten hätte (siehe Artikel in der Times): In diesem Fall durfte Watford einen von Sheffield erworbenen Spieler nicht gegen Sheffield einsetzen, was auch tatsächlich nicht geschah. Hier war es also sogar Sheffield, das auf die "team's performance" eines anderen Teams direkten Einfluss genommen hat (Verstoß gegen Regel U18).

Sunday, 17 June 2007

Semifinal-Hammers

Sowohl das englische U21-Nationalteam als auch die USA haben das Semifinale zweier internationaler Bewerbe erreicht:
Die Hammers Mark Noble (Bild) und Nigel Reo-Coker waren beim 2:0 (1:0) gegen Serbien im Einsatz, Anton Ferdinand saß auf der Ersatzbank. Im Semifinale spielt England U21 nun am Mittwoch gegen Gastgeber Holland.
Im CONCACAF Gold Cup, an dem sich die Fußballnationalmannschaften aus Nordamerika, Mittelamerika und der Karibik beteiligen, lösten die USA ebenfalls das Semifinalticket mit einem 2:1 (0:0) gegen Panama. West Ham-Außendecker Jonathan Spector, der in zwei Gruppenspielen des Gold Cups (2:0 gegen Trinidad & Tobago und 4:0 gegen El Salvador) dabei gewesen war, fehlte allerdings diesmal. Die USA werden am Donnerstag in Chicago gegen Kanada um den Einzug ins Endspiel kämpfen.

Saturday, 16 June 2007

New Kit Has Arrived

West Ham supporters are very happy with the new Umbro-shirt which is on sale from 16 June and has already been delivered to fans who had pre-ordered the kit:

The fans fancy the colours which seem to be the same as last season (very happy it's not something like "new claret"), the proper sown badges and logos and a few nice touches, like the crossed hammers down the side panel. Everybody seems to be very impressed with the quality of it.

Most of all the fans feel happy about the stitched badge on it (the Reebok-shirt had a plastic one!).

Thus UMBRO has been a quality signing!
Hope there's going to be a good deal of quality signings brought into the squad, too.

Transfer Troubles

Ich wollte in diesem Blog eigentlich nicht allzu viel über Transfer-Gerüchte schreiben (gossip & rumours, wie die Engländer sagen). Dass ich es einmal doch getan habe - als ich die Vertragsverlängerung von Yossi Benayoun meldete - zwingt mich jetzt zu einer Aktualisierung: Der technisch versierte Mittelfeldspieler hat den neuen Vertrag offenbar, entgegen früheren Meldungen, noch nicht unterschrieben und ist nun Ziel eines Abwerbeversuches von Liverpool. Ein erstes Angebot für den Israel-Captain (der noch einen Zwei-Jahres-Vertrag bei den Hammers hat) wurde von West Ham abgelehnt, Yossi scheint aber einem Wechsel zum Champions League-Finalisten nicht ganz abgeneigt zu sein (siehe Artikel im Guardian).
Benayoun ist einer der talentiertesten Spieler der Hammers. Er spielt ideenreich, ist gut am Ball, kann auch wichtige Tore schießen, und er war - nach einer nicht immer optimalen Saison - am Ende einer der besten im Team. Sauer soll Trainer Alan Curbishley allerdings in der letzten Saison aufgestoßen sein, dass der ohnehin verletzte Spieler dennoch für das israelische Team spielte und daraufhin prompt für längere Zeit ausfiel.
Sollte Yossi Benayoun der "roten Versuchung" tatsächlich erliegen, wird es nicht leicht sein, ihn durch einen gleichwertigen Kreativspieler zu ersetzen.

Eine zweite Unerfreulichkeit auf dem Transfermarkt ist die Absage von Darren Bent, der von Charlton zu West Ham kommen sollte. Obwohl sich die beiden Vereine über den Transfer des Stürmers schon geeinigt hatten und Prasident Eggert Magnusson auf der West Ham-Homepage schon geheimnisvoll ein "exciting announcement" angekündigt hatte, konnte sich der Verein mit dem 23-Jährigen nicht einigen. Nun musste West Ham frustriert das Platzen des Transfers mitteilen.
In einem Statement versicherte uns der West Ham-Präsident übrigens kürzlich, dass die kolportierten Gehaltssummen der Spieler unrichtig seien ("simply factually wrong"). Offenbar hatte Mr. Bent die Zeitungsberichte allzu ernst genommen ...

Friday, 15 June 2007

Bemerkenswerte Meistertitel

Was Salzburg, Manchester und Gerasdorf gemeinsam haben

"Gegen den modernen Fußball" und "Stoppt den Kommerz" sind Schlagworte, mit denen in Österreich und auch international immer mehr Fans konfrontiert werden. In Salzburg gab es durch die Übernahme von Austria Salzburg durch Red Bull eine ganz besondere Situation, die enttäuschte Anhänger zur Neugründung des SV Austria Salzburg veranlasste. Mit dem Meistertitel in der untersten Liga (2. Klasse Nord A) startete der violett-weiße Nachfolgeklub des Traditionsvereins nun einen Weg, der in ganz Europa viele Sympathien hervorruft (siehe Bericht im ORF).

In Manchester war es der Protest gegen die Übernahme des Vereins durch den amerikanischen Milliardär Malcolm Glazer, die Proteste von ManU-Fans hervorrief und schließlich zur Gründung des FC United of Manchester durch enttäuschte ManU-Supporters führte. Der Klub erfreut sich wie die neue Salzburger Austria überproportional großen Interesses. Es gibt sogar eine monatliche Fernsehsendung über den Verein im lokalen TV-Sender Channel M. Statt ManU-Star Ryan Giggs spielt dessen Bruder Rhodri Giggs in der Mannschaft. Auch der FC United wurde heuer Meister, und zwar in der North West Counties Football League, Division 1.

Ein ähnlicher Fall wie die Übersiedlung des FC Superfund Pasching von Oberösterreich nach Kärnten ereignete sich 2002 in Wimbledon - dies führte zur Neugründung des traditionellen FC Wimbledon durch Fans (heuer dritter Platz in der Ryman League, Premier Division; siehe Bericht im ORF).

Aber schon 1998 ereignete sich ähnliches in Gerasdorf, nördlich von Wien:
Als im Sommer 1998 der Obmann des SV Gerasdorf bei einer Mitgliederversammlung auf dem Sportplatzgelände die Standortverlegung des damaligen Erstdivisionärs (der auch schon einmal, 1997/98, von Rapid-Legende Hans Krankl trainiert worden war!) von Gerasdorf nach St. Pölten bekannt gab, konnte die Zukunft des Fußballs in Gerasdorf (mit zahlreichen Jugendmannschaften) nur durch eine Zusammenarbeit mit dem benachbarten FC Stammersdorf gesichert werden. Der Verein spielt seither als SV Gerasdorf / Stammersdorf im Wiener Fußballverband und schaffte heuer den Meistertitel in der Oberliga-B.
Am Samstag, 16. Juni, 16:00 Uhr, findet das letzte Meisterschaftsspiel auf dem Gerasdorfer Sportplatz gegen den SC Süssenbrunn mit anschließender Meisterschaftsfeier (mit Spanferkel, Sekt-& Weinbar, Bier & Musik) statt.

Thursday, 14 June 2007

Premier League Fixtures Announced!

Start gegen Manchester City
Mit einem Match gegen den zweiten Verein jener Stadt, in der die letzte Saison so triumphal geendet hat (Bild: Torjubel nach Carlos Tévez' 1:0 gegen ManU), beginnt für West Ham die neue Spielzeit.
Aufgrund der heute bekannt gegebenen Premier League-Auslosung startet die West Ham-Saison - wie schon in den vergangenen Jahren mit einem Heimspiel - gegen Manchester City (11. August, 15:00 Uhr, Upton Park). In der 2. Runde (15. August) sollte ein Auswärtsspiel gegen Liverpool auf dem Programm stehen, das aber wegen der Champions League Qualifikation verschoben werden muss.
Das erste Auswärtsspiel ist daher gegen Aufsteiger Birmingham City am Samstag, 18. August, bevor die Hammers eine Woche später ihr zweites Heimspiel gegen Paul Scharners Wigan Athletic bestreiten werden.
Und schon das nächste Heimspiel am 15. September - nach einer Länderspielpause Anfang September - wird West Ham und Emanuel Pogatetz, den zweiten Premier League-Österreicher in den Diensten von Middlesbrough, zusammenführen.
Als erster der "big four" kommt zwei Wochen später Arsenal in den Upton Park.
Am 24. November geht es zu Hause gegen T*ttenham.
Und der Jahreswechsel verspricht besonders turbulent zu werden: am 29. 12. zu Hause gegen Meister ManU und am 1. Jänner auswärts gegen Arsenal.
Enden wird die Saison mit einem Heimspiel: am 11. Mai 2008 gegen Aston Villa (claret and blue vs. claret & blue).
Please note that all fixtures are still subject to change.

Wednesday, 13 June 2007

West Ham gegen AS Roma

In ihrem letzten Saison-Vorbereitungsspiel am 4. August 2007 (15 Uhr, Upton Park) werden die Hammers auf AS Roma treffen. Die Giallorossi mit dem derzeit besten Torschützen Europas, Francesco Totti, waren in der abgelaufenen Saison 2006/07 Zweiter der italienischen Serie A, Gewinner der Coppa Italia und Champions League-Viertelfinalist (ausgeschieden gegen Manchester United).
Die übrigen West Ham-Vorbereitungsspiele findet man hier.
Vom 15. bis 22. Juli 2007 wird sich West Ham United - ebenso wie davor Rapid Wien - im Trainingscenter Bad Radkersburg in der Steiermark auf die Premier League Saison 2007/08 vorbereiten.

The New Shirt


By the way: XL isn't the size, it's the new sponsor!

Tuesday, 12 June 2007

Trapatthäus ist nicht mehr!

Knalleffekt bei Red Bull Salzburg am ersten Trainingstag!
Mit sofortiger Wirkung haben sich die "Dosen" von Co-Trainer Lothar Matthäus getrennt. Als Grund gab der Verein "unterschiedliche Auffassungen" an, die eine positive Zusammenarbeit in "Ruhe und Geschlossenheit" unmöglich machen würden. Vor allem das Verhältnis zu Giovanni Trapattoni ("Ich habe fertig") soll nicht mehr das beste gewesen sein.
Es bleibt also bei einem österreichischen Meistertitel für "Loddar". Bei Rapid hat er 2001/02 die schlechteste Meisterschaftsplazierung der Klubgeschichte (8.) "geschafft". Und bei Red Bull werden sie wohl in der kommenden Saison noch defensiver spielen. Mit anderen Worten: Da werden die Dosen noch mehr Flaschen hinten rein stellen...

Season Review Part I: August 2006

Gestern lag endlich die Season Review-DVD "The Greatest Escape" in meinem Briefkasten. Und da es noch ziemlich genau 9 Wochen sind, bis die neue Premier League-Saison beginnt, wird es auf RAPIDHAMMER nun jede Woche einen Rückblick auf eines von 9 Monaten der Saison 2006/07 geben.

AUGUST 2006

Zu Beginn der Saison ist noch Alan Pardew als Manager im Bild, der Erfolgstrainer der beiden vergangenen Jahre: Aufstieg in die Premiership und FA Cup-Finale gegen Liverpool im Mai 2006 (3:3, erst im Elferschießen verloren). Er blieb nur bis zum 11. Dezember 2006. Nicht dabei war hingegen schon zu Saisonbeginn Dean Ashton: eine Knöchelverletzung, erlitten in seinem ersten Nationalteam-Trainingslager, war verantwortlich dafür, dass er in dieser Saison kein einziges Mal zum Einsatz kam.

19.8.2006: CHARLTON (H) 3:1 (0:1) - Ein gelungenes Debut für den neuen Mittelfeldspieler Lee Bowyer, der mit intelligenten und entscheidenden Passes auf sich aufmerksam macht (Assists zu allen 3 Toren!). Für Danny Gabiddon (Hammer of the Year '06) zeichnet sich dagegen schon im ersten Spiel eine "Seuchen-Saison" ab: er verschuldet mit einem unmotivierten Handspiel einen Elfer, den Charlton in der 13. Minute zur Führung nützt. Nach einem Ausschluss in der 25. Minute muss Charlton 70 Minuten mit zehn Mann spielen. In der 2. Hälfte schießt Bobby Zamora das 1:1 und das 2:1 (Letzteres kein Schuss, sondern ein von ihm nicht richtig getroffener Ball, der an die Stange geht und von dort die Linie entlang kullert, der Tormann schaut blöd, ein heran sprintender Verteidiger haut noch über den Ball und dann ist er endlich drin!). Für Zamora kommt als Einwechselspieler Teddy Sheringham (geb. 2.4.1966), der in seinem 41. Lebensjahr als ältester Feldspieler aller Zeiten in der Premier League eingesetzt wird.
Zum Abschluss dann noch das 3:1 durch Neuerwerbung Carlton Cole, erste Ballberührung - erstes Tor. Der vom FC Chelsea gekommene Stürmer nennt sich in einem Interview nach dem Spiel "the Martini striker, anytime, any place, anywhere".
Und auch von Bobby Zamora (Bild links) gibt es ein legendäres Zitat: Nach seinem ersten Tor küsst er das Club-Badge auf seinem Leiberl und schreit, "This is my team, this is my fuckin' team!" Alles in allem: Schließlich doch noch ein klarer Sieg, aber bei West Ham lief keineswegs alles rund.

22.8.2006 WATFORD (A) 1:1 (0:0) - Ein unterhaltsames Spiel, wieder geht der Gegner in Führung (62.), aber schon zwei Minuten später gleicht Zamora aus. Dass es gegen den Aufsteiger - und späteren Wiederabsteiger - nur zu einem 1:1 reicht, muss noch nicht zu denken geben. Schließlich ist die Saison noch jung und es war ein Auswärtsspiel gegen eine sehr motivierte Mannschaft.

26.8.2006 LIVERPOOL (A) 1:2 (1:2) - Diesmal geht West Ham (in den neuen marineblauen Auswärtsdressen) in Führung. Torschütze natürlich Zamora - zu diesem Zeitpunkt mit vier (zum Teil kuriosen) Toren der Führende in der Torschützenliste! Liverpool-Keeper Reina schlägt sich seine "abgerissene" Flanke selbst ins Netz. Aber zwei Tore in 4 Minuten zum Ende der ersten Hälfte durch Daniel Agger (ein Weitschuss, West Ham-Keeper Carroll steht zu weit vor dem Tor und macht nicht einmal den Versuch einer Reaktion) und Peter Crouch verhindern die Revanche für die FA Cup-Niederlage vom vergangenen Mai. In der 2. Hälfte vergibt Lee Bowyer noch eine Riesen-Ausgleichschance, und so bleibt es dabei: West Ham ist nun 43 Jahre sieglos an der Anfield Road ...

Ende August liegen die Hammers in der Tabelle an 4. Stelle. Dass diesem durchaus akzeptablen Beginn (1 Sieg - 1 Unentschieden - 1 Niederlage, am 22. August standen die Hammers sogar für einen Tag auf Platz 1 der Premiership!) eine schlimme Serie von Niederlagen folgen sollte, ahnte wohl noch niemand.

Nobles und Unerfreuliches

Zwei Hinweise für West Ham- und Rechts-Spezialisten:

1. Nochmals setzt sich ein Blogger mit dem Urteil des Schiedsgerichtes in der "Carlos Tévez-Affair" auseinander. Ahmed Bilal meint, West Ham habe die Regel, wonach einer dritten Partei kein Einfluss auf die "performance" des Teams eingeräumt werden dürfe (rule U 18), vielleicht doch nicht gebrochen; jedenfalls sei kein erheblicher Unterschied zwischen dem Vertrag zwischen West Ham und "Tévez-Eigentümer" Kia Joorabchian (Bild) einerseits und den üblichen "Leiheverträgen" zwischen zwei Klubs andererseits festzustellen.
Ich glaube auch, dass jedenfalls nichts in den Vereinbarungen enthalten war, was einen Punkteabzug gerechtfertigt hätte. Und die Strafe für West Ham ist ohnehin brutal hoch ausgefallen (siehe hier!).
Dass dennoch nicht so schnell Gras über die Sache wachsen wird, dafür sorgen schon Sheffield United mit dem anhängigen Schiedsgerichtsverfahren und Fulham-Eigentümer Mohamed Al Fayed (der Vater von Dodi Fayed, der im August vor 10 Jahren mit Princess Diana tödlich verunglückte). Auch Al Fayed hat wieder erklärt, den - ziemlich aussichtslosen! - Kampf um einen West Ham-Punkteabzug fortführen zu wollen. Dabei möchte man gerade Fulham, die von ihren letzten 12 Meisterschaftsspielen gerade eines (gegen eine mit unzähligen Ersatzspielern angetretene Liverpool-Elf) gewonnen und nur deshalb den Abstieg vermieden haben, ein herzhaftes "shut up!" zurufen!


2. Etwas Erfreuliches ist dagegen das noble Interview von Mark Noble (Bild), dem 20-jährigen shooting star des West Ham-Miracles, das er Sky Sports News gegeben hat (siehe unten!).

Noble hat meines Erachtens auch das Tor des Jahres geschossen: einen Wahnsinns-Volley zum 3:0 gegen Bolton nach Flanke von "There's only one!"-Carlos Tévez.


Mark Noble-Interview:
Playing like Real Madrid

"The sky’s the limit for West Ham.
We’ve got a great chairman, a good manager
and some fantastic players. I hope we keep the likes of Tev (Carlos Tevez),
obviously Yossi (Benayoun) has signed a new deal and it’s looking
forward for the club. I can’t wait for next season, and I’ll be going into
the gaffer and telling him I want to play and finish off from last season,
and I’m sure he’ll be happy with me doing that. It was amazing times when I
was there - it seemed like we were playing like Real Madrid. We were passing
it, we had Tevez scoring, Bobby (Zamora) was scoring and obviously we were
on fire - it seemed like we can beat anyone, and it just showed because we
beat Man U away and Arsenal away. We rode our luck a bit at times, but you
need that when you’re in the bottom three. We just deserved to stay up at
the end of it."

Dontcha just love him?

EM-Kipferl bei der UEFA EURO 2008™ ?

Recht und rundes Leder III
Sie erinnern sich sicher noch an die 18. Fußball-Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland: Vor einem Jahr (12. Juni 2006) feierte Australien mit Lucas Neill (dem künftigen West Ham-Kapitän!) seinen ersten Sieg bei einer WM: 3:1 (0:1) gegen Japan.
Komischerweise wurde diese WM offiziell immer als 2006 FIFA World Cup Germany™, auf Deutsch FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Deutschland 2006™, bezeichnet. Warum wohl?
Weil "TM" trademark = Marke bedeutet und man das Wort "Fußballweltmeisterschaft 2006" für sich allein als Marke nicht schützen kann (Entscheidung des deutschen Bundesgerichtshofes)!
Und wie wird die EURO 2008 heißen? Genau, UEFA EURO 2008™ heißt sie auf der UEFA-Homepage. Weil es sich eben auch bei "EM", EURO oder Fußball-Europameisterschaft nicht um schutzfähige Marken handelt.
Dennoch haben die geschäftstüchtigen Herren von der UEFA zur Absicherung der Rechte an dem Fußball-Event die Zeichen "EURO 2008", "EM 2008" oder "OESTERREICH/SCHWEIZ 2008" durchaus als Marken registrieren lassen.
Dass diese Bezeichnungen wohl nicht schutzfähig sind und der Bäcker, der ein paar "EM-Kipferl" verkaufen möchte, nicht wirklich fürchten muss, mit der UEFA Probleme zu bekommen, erläutert im heutigen Rechtspanorama der Presse Michael Horak, Rechtsanwalt bei Schönherr in Wien.

Monday, 11 June 2007

Napoli: " Finalmente Serie A ! "

Mit diesem Ausruf feiert der SSC Neapel die Rückkehr in die Erstklassigkeit.

György Garics, der Ex-Rapidler, hat mit dem SSC Napoli den Aufstieg in die Serie A geschafft. Zehntausende "Tifosi" bejubelten am Sonntag in der süditalienischen Metropole die Vizemeisterschaft des ehemaligen Klubs von Diego Maradona, der nach sechs Jahren Abstinenz wieder in die oberste Spielklasse zurückkehrt. Der Ex-Rapidler war bis zur 47. Minute im Einsatz. Dem Kultklub Napoli (79 Punkte) reichte am letzten Spieltag der Serie B ein 0:0 beim Mitaufsteiger FC Genoa (78).
Meister Juventus Turin (85), der sich am Sonntag mit einer 2:3-Heimniederlage gegen La Spezia verabschiedete, stand bereits seit Wochen als Aufsteiger fest. Bis zur letzten Sekunde zittern musste dagegen der FC Genoa. Die Norditaliener zogen nur direkt in die Serie A ein, weil der Tabellenvierte Piacenza (68) zu Hause gegen Triestina nur zu einem 1:1 kam. Mit einem Sieg hätte Piacenza noch eine Play-off-Runde um den Aufstieg gegen den Tabellendritten erzwingen können. Das sieht das italienische Reglement vor, wenn der Tabellendritte die Saison mit weniger als zehn Punkten Vorsprung vor dem Tabellenvierten beendet.

Premier League Auslosung vs. Schiedsgericht

Recht und rundes Leder II
Diese Woche am Donnerstag, 11.00 Uhr, wird auf http://www.premierleague.com/ die Auslosung für die am 11. August 2007 beginnende Premier League Saison 2007/08 bekannt gegeben.
Erst am darauf folgenden Montag, 18. Juni, wird das in der "Carlos Tévez-affair" von Sheffield United beantragte Schiedsgericht tagen. Die "Blades" [= "Klingen" wegen zweier gekreuzter Säbel im Vereinswappen] sind durch eine 1:2-Niederlage gegen Wigan am letzen Spieltag 2006/07 abgestiegen, versuchen aber durch dieses Verfahren eine Revision jenes Diziplinarerkenntnisses einer unabhängigen Kommission der Premier League zu erreichen, mit dem West Ham United im Zusammenhang mit dem Tévez/Mascherano-Transfer zwar eine Rekordstrafe von 5,5 Millionen Pfund auferlegt, aber kein Punkteabzug verfügt wurde.
Das Schiedsgericht kann allerdings den ursprünglichen Disziplinarspruch nicht aufheben, sodass unklar ist, was die "Blades" mit diesem Verfahren erreichen wollen.
Was Sheffield United anstrebt, formulierte ihr Rechtsanwalt von Denton Wilde Sapte LLP jüngst so: "A declaration that the original decision and subsequent failure to act were unlawful and that the decision should therefore be set aside... the setting-up of a new disciplinary hearing against West Ham with the hearing to consider the issue of the club's continued fielding of Tevez... an assessment of the club's potential claim for damages... and a hold on preparations for next season which wrongly assume that West Ham remains a Premiership club and Sheffield United is relegated to the Championship."
Da die Entscheidung eines Schiedsgerichtes (auch die Diziplinarkommission ist ein Vereinsschiedsgericht!) nur im Falle von dessen unrichtiger Zusammensetzung oder massiver Rechtsverletzungen aufgehoben werden kann, nicht aber wegen allfälliger Unrichtigkeit - noch dazu durch Anfechtung seitens eines Dritten, der am Verfahren gar nicht beteiligt war -, haben die "Blades" wohl keine Chance, eine Revision des West Ham-Disziplinarspruches zu erreichen. Gegner des Verfahrens ist nur die Premier League, nicht aber West Ham - schon das schließt eine Änderung oder Aufhebung des ursprünglichen Urteils aus.
Das Maximum für Sheffield wäre eine Premier League mit 21 Vereinen - also kein Abstieg - oder zumindest eine finanzielle Entschädigung. Beides klingt unwahrscheinlich, obwohl die "Blades" mittlerweile auch 50 Abgeordnete für ihre Kampagne gewonnen haben wollen.
Wenn am Donnerstag die Auslosung der Saison 2007/08 bekannt gegeben wird, werden "fixtures" mit Sheffield United darin jedenfalls nicht aufscheinen...

PS: Am Samstag, 9. Juni, wurde bekanntgegeben, dass dem GAK vom Bundesliga-Protestkomitee auch im zweiten Rechtsgang keine Lizenz erteilt wurde. Den Vorsitz führte diesmal ein ausgewiesener Rechts- und Fußballexperte (on and off the pitch!) Univ.-Prof. Dr. Martin Karollus.

Sunday, 10 June 2007

Heimspiel

Über das Wiener Kaffeehaus. Von BEATRICE FEROLLI (Kurier)

Bei der interessantesten und ambi­tioniertesten Arbeit kann es
pas­sieren, dass der Kopf leer läuft. Wenn mir mein PC jeden Gedanken,
den ich ihm einfüttere, als unverdaulich entgegenspuckt, brauche ich einen
Ortswechsel. Das ist in jeder Stadt, in jedem Winkel der Welt das
Kaffeehaus.
Der gedämpfte anonyme Lärm ist wie Meeresrauschen und regt die
grau­en Zellen an. Der Platz neben dem Burgtheater ist inspirierend, die
Atmo­sphäre trotz der Größe des Etablisse­ments heimelig und
angenehm zeitlos. Die Herren Ober sind meine Freunde.
Herr Toni sagt, wenn ich telefonisch einen Tisch bestellen will,
kommens nur her, gnä' Frau, wir bringen Ihnen schon unter",
Herr Dragan bringt mir ungefragt heiße Milch statt der kalten Sahne zum Kaffee
und Herr Rudolf sagt, wenn ich, ungünstig positioniert,
einen begehrlichen Blick nach dem freiwerdenden Nebentisch werfe,
„gehn S' ruhig rüber, gnä Frau, wir finden Ihnen schon".
Ein zweiter Arbeitsplatz für Bespre­chungen und Gedankenaustausch, auch
Buchpräsentationen und Lesun­gen haben hier schon stattgefunden.
Anschließend verstehe ich mich auch wieder besser mit meinem PC.
Beim jeweiligen Ortswechsel habe ich das Gefühl, von zu Hause heim,
von daheim nach Hause zu kommen.
Und bekanntlich ist es zu Hause doch am schönsten, oder?



"Mein" Ober heißt übrigens Herr Kurt und meine Heimspiele finden mitten im "Achten" statt.

Spielen ist Arbeiten

West Ham-Manager Alan Curbishley macht deutlich, was er von seinen Spielern erwartet:
"It is not about playing for West Ham - you have to change that around a little bit. You work for West Ham. And that means on and off the pitch".
Spieler mit Charakter - das wünschen wir uns auch!

Apropos Charakter! Das sagte Nigel Reo-Coker einmal (im Vorwort zu Brian Belton's Westham United Miscellany): "I always wanted to play for West Ham for lots of reasons, chiefly because of the club's commitment to attractive, entertainig and attacking football (all the same thing really) but also because West Ham have a character like no other football team."



PS: Reo-Coker is "ready to put a nightmare season at Upton Park behind him". (Er wird mit Aston Villa in Verbindung gebracht.) Sehr beliebt hat er sich durch seine Aussagen in diesem Artikel und anderen Artikeln wohl nicht gemacht - da hat mir sein Vorwort schon besser gefallen ...

Friday, 8 June 2007

Dean Ashton: "Strongest I've Ever Been"

BBC bringt heute ein Interview mit West Hams "record signing" (verpflichtet im Jänner 2006), Dean Ashton (23).
Sein Fehlen während der gesamten Saison 2006/07 - nach einem in seinem ersten Teamtrainingslager erlittenen komplizierten Knöchelbruch - war sicher einer der Gründe für West Hams troubles.

Und wie klingt das: "I can definitely say by the start of the season I'll be the strongest and fittest I've ever been."

Im Interview spricht er auch davon, dass er zwar noch nicht im vollen Training stehe, aber noch genug Zeit bis zum Saisonbeginn bleibe. Das Beispiel von Michael Owen (Newcastle United) mache ihm Hoffnung: Owen hat bei seiner Rückkehr ins englische Team (gegen Estland) nach fast einem Jahr Verletzungspause sogar ein Tor erzielt.

Auch die Frage nach einem Zusammenspiel mit Carlos Tévez durfte natürlich nicht fehlen. "He's a player I'd like to play with", meinte Dean.

Wäre toll, wenn wir uns ab August davon überzeugen könnten, wie die beiden harmonieren.
Präsident Eggert Magnusson scheint von unserer Möglichkeit, sich diesbezüglich zu überzeugen, jedenfalls ziemlich überzeugt zu sein: Gegenüber der BBC gab er sich "extremely confident" hinsichtlich Carlitos Bleiben und erklärte außerdem, er wolle im Sommer noch drei Spieler mit "real quality" zu den Hammers bringen.

Video: One-nil to the Cockney Boys

A must-see: "Last day" by Toffee-Iron.
A West Ham supporter at home, watching the ManU vs. West Ham-game on the last day of the saison.
A nerve-wracking clip, HAPPY ENDING guaranteed!
Hammered#links

Paul Scharner: Hohes Tempo - hohe Ziele

Der KURIER (Printausgabe) bringt heute ein Interview mit Paul Scharner (Wigan Athletic), einem der beiden österreichischen Beiträge zur Premier League.

Auf die Frage nach dem größten Unterschied zwischen Premier League und österreichischer Bundesliga sagt er: "Das Tempo. Es ist so unterschiedlich, wie bei zwei verschiedenen Sportarten. Darum haben österreichische Teams Probleme im internationalen Geschäft." Den Grund dafür sieht er in der mangelnden Fitness. In Österreich passe auch die Einstellung nicht: "Unsere Mentalität ist halt eine gemütliche, da passt das Schinden nicht dazu."

Ebenso wie West Ham schaffte auch Wigan den Klassenerhalt erst am letzten Spieltag - mit einem 2:1-Auswärtssieg bei Sheffield United. Paul Scharner schoss in diesem Spiel das 1:0: Schon in einem Interview nach diesem Erfolg sah sich der eigenwillige Mittelfeldspieler (mit eigener Homepage), der nicht im österreichischen Team spielt, "bereit für höhere Aufgaben". Nun sollen Liverpool und Everton Interesse an Paul Scharner haben.

Im aktuellen Interview nennt Scharner noch eine weitere Vision: einen Vertrag beim FC Barcelona. "Wenn ich glaube, dass Visionen innerhalb von vier Jahren erreichbar sind, arbeite ich konkret darauf hin", sagt er. Seine Persönlichkeit habe sich seit dem Sprung von Norwegen nach England erheblich weiter entwickelt. Die Persönlichkeit sei das, was am Ende für die Karriere entscheidend sei.
Nicht nur im Fußball.

Thursday, 7 June 2007

West Ham Pressekonferenz

West Ham gab heute eine Pressekonferenz mit Dean Ashton, Scott Parker, Alan Curbishley, Eggert Magnusson und einem Vertreter des neuen Sponsors XL Leisure.
Hier ein Bericht von Hammered Blog:
Scott Parker was pressed about his relationship with Alan Curbishley. Parker and Curbishley both stressed that their problems were water under the bridge. Ashton was asked about his fitness and replied, "My rehab's going well. I'm more than hopeful that I'll start pre-season with all the other players." A reporter asked Curbishley if it felt like having a new £10 million signing to have Dean Ashton back. Eggert Magnusson interrupted and said,"He is worth more than £10 million ... much more. "Magnusson also spoke confidently today about keeping hold of Carlos Tevez, "Tevez has a contract with West Ham for three more years and I am confident he will be here next season. He's a great player, a great lad, everyone loves him around the club - and I think he'll be playing here next season." The West Ham chairman also announced that the club is looking to bring in three more quality players before the start of next season and "for quality players you have to pay a price."
Watch the press conference here.

International Hammers: all results

5 June 2007
England U21 - Slovakia U21 5:0 (1:0) * Nigel Reo-Coker (first goal for England U21!), Mark Noble (sub - in 46.) and Anton Ferdinand (sub -not used)
Argentina - Algeria 4:3 (1:2) in Barcelona, Nou Camp * Carlos Tévez (goal, 2./penalty)
6 June 2007
Andorra - Israel 0:2 (0:1) * Yossi Benayoun (doubts about his new contract!)
Faroer - Scotland 0:2 (0:2) * Christian Dailly did not play in Scotland's EURO-qualifier
USA with Jonathan Spector will play Guatemala later on June 6 (CONCACAF Gold Cup opening match, Carson, California).
PS: Jonathan Spector did not play in the 1:0 (1:0)-win, he was on the bench as a sub (not used).

1 Jahr bis zur EURO, 13 Monate Kredit

Am 7. Juni 2008, in genau einem Jahr, wird die Europameisterschaft im St. Jakob Park in Basel eröffnet (EURO-Fahrplan siehe hier und hier). Noch ganz schön lange bis dahin ... Und wer gegen wen spielt, wissen wir erst am 2. Dezember 2007 (Gruppenauslosung).
Nur eines ist schon jetzt sicher:
Die geschäftstüchtigen Herren von der UEFA haben am 7. Mai, genau 13 Monate vor dem Eröffnungsspiel, 232 Euro für meine Matchkarten von meinem Konto abgebucht.

Gewonnen habe ich bei der Auslosung der Tickets - wobei man angesichts dieses Preises für 2 Karten der mittleren Kategorie nicht wirklich von "Gewinn" sprechen kann - ein Wiener Viertelfinale. (Wer gegen wen? Weiß man natürlich noch nicht.)

Gewonnen hat da vor allem die UEFA, der ich nun 13 Monate Kredit gewähre!

1 Becks = 3/4 von England

Im englischen Nationalteam, das in Estland mit 3:0 (1:0) erfolgreich war, war West Ham-Keeper Robert Green diesmal nicht als Ersatzmann (wie gegen Brasilien) dabei. Die Engländer hielten ihre EURO-Chance durch Tore von Joe Cole (37.), Peter Crouch (54.) und Michael Owen (62.) am Leben. Zwei der Assists zu den drei Toren kamen von Team-Rückkehrer David Beckham.

Mit dem 1:0, das Becks gegen Brasilien auflegte, ist er damit für 3/4 der englischen Tore seit seinem Comeback verantwortlich. Der noch bei Real Madrid unter Vertrag stehende "Galaktische" wird im Juli in die USA, zu den Galaktischen von Los Angeles wechseln. Für den Major League Soccer-Verein Los Angeles Galaxy spielte auch schon Österreichs Rekord-Internationaler Andi Herzog.

Schon geht in England die Diskussion los, ob ein Spieler aus der "Hollywood-Liga" MLS dem Team auch in Zukunft wird helfen können. Der Weg über den großen Teich ist weit und immerhin macht die US-Liga eine lange Winterpause ... - Letzteres ist zwar weniger im Hinblick auf das letzte, wohl entscheidenden EURO-Qualifikationsspiel England - Kroatien am 21. November 2007 von Bedeutung, könnte aber für die EURO-Vorbereitung (falls sich England qualifiziert) hinderlich sein.

Deshalb wird auch überlegt, ob Becks im Winter leihweise bei einem englischen Klub spielen könnte. Ob das seiner Victoria gefallen wird, wo Familie Beckham doch gerade erst ihr Traumhaus in Beverley Hills gefunden haben? 
Eher nein, wie Becks schon selbst sagte: “Will I be coming back somewhere on loan? No, that is never going to happen”, meinte er kürzlich.



Während für Englands Manager Steve McClaren die Frage nach Beckhams Teamzukunft keine war, die er am gestrigen Abend beantworten wollte, ist Becks himself sich schon sicher: “I will definitely be at the European Championships,” sagte er. “I believe I can carry on playing for a long time. The Galaxy will do everything possible to keep me playing for my country. Things can change, but I’m proud of playing for my country. I just love playing football.”

Wednesday, 6 June 2007

West Ham's First Signing

Heute Nachmittag wurde offiziell die erste Neuverpflichtung von West Ham United bekannt gegeben. Scott Parker kommt von Newcastle United, wo er während der vergangenen Saison Mannschaftskapitän war, und unterzeichnete einen 5-Jahres-Vertrag. Die Transfersumme soll
7 Millionen Pfund betragen.

Der am 13. Oktober 1980 geborene Mittelfeldspieler aus London begann seine Karriere 1997 bei Charlton Athletic. Er blieb, abgesehen von einem leihweisen Abstecher zu Norwich City (2000/01), bis 2004 bei den "Addicks" unter dem damaligen Charlton- und nunmehrigen West Ham-Trainer Alan Curbishley. 2004 wechselte Parker zum FC Chelsea und vor Beginn der Spielzeit 2005/06 zu Newcastle United.
Scott Parker wurde bisher dreimal in das englische Nationalteam berufen. Im November 2003 (gegen Dänemark) und im März 2004 (gegen Schweden) kam er als Ersatzspieler zum Einsatz, von Beginn an war er am 11. Oktober 2006 im EURO-Qualifikationsspiel gegen Kroatien (0:2) dabei.

Schon als 13-Jähriger machte Scott Parker, der auch in allen englischen Nachwuchsteams ab der U15 spielte, in einem McDonalds-Werbespot mit seinen perfekten "keepie-uppie skills" (Gaberl-Kunststücken) auf sich aufmerksam. Am Ende der Saison 2003/04 wurde Parker zum PFA Young Player of the Year gewählt.
Während seiner Verpflichtung beim FC Chelsea warfen ihn dann aber Verletzungen zurück, und er hatte auch in seiner ersten Saison bei Newcastle United mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen. Die vergangene Spielzeit gestaltete der dynamische Mittelfeldspieler aber für ihn persönlich erfolgreich. In 25 Bewerbspielen (Meisterschaft, Cupbewerbe und UEFA-Cup) erzielte er zwei Tore, erfreute sich aber in der letzten Zeit keiner besonderen Beliebtheit bei den Toon Fans, die mit dem Verlauf der Saison unter dem mittlerweile nicht mehr im Amt befindlichen Manager Glenn Roeder alles andere als zufrieden sein konnten
(13. Platz in der Premiership).

Alan Curbishley: "I'm delighted Scott has agreed to sign for us. Our relationship goes back some time to when he first joined Charlton as a schoolboy. He's coming to the Club knowing full well that we're trying to push forward and he wants to be part of that. Firstly he wants to improve our team; then he wants to improve his chances of forcing his way back into the England scene. He has been captain of Newcastle and he is exactly the type of player that I wanted to bring to the Club. He's very experienced but still young and I'm sure he's going to be a big asset to West Ham."

Ob der Abgang des bisherigen West Ham-Kapitäns Nigel Reo-Coker - er wird mit Aston Villa in Verbindung gebracht - mit diesem "signing" kompensiert ist, wird sich weisen. Von Scott Parker wird gesagt, er sei "a little like Lee Bowyer in style but has pace and knows how to score goals". Es könnte also sein, dass Bowyer abgegeben wird, und im Zuge der "Magnusson and Curbishley revolution" noch ein oder zwei weitere Mittelfeldspieler verpflichtet werden.
Herzlich willkommen bei West Ham, Mr. Parker!

Recht und rundes Leder I: GAK vs. Bundesliga


Weder in der 2. Division der österreichischen Bundesliga (Red Zac Erste Liga) noch in der englischen Premier League - Stichwort: Sheffield United und die "Carlos Tévez-Affair" - steht fest, mit welchen Vereinen die kommende Saison beginnen wird.

Was die österreichische Bundesliga mit einer nüchternen Pressemitteilung meldet, nennt der Kurier - allerdings nur in der Printausgabe - "Lizenz-Groteske" und "Kasperltheater", ORF und Zeitung Österreich sprechen von einer "bürokratischen Farce" rund um die Lizenz für den Grazer AK (GAK):

Das Ständige Neutrale Schiedsgericht unter Vorsitz von Univ.-Prof. Dr.Walter Schrammel sowie den Beisitzern RA Dr. Kurt Klein (seitens des GAK) und Wirtschaftsprüfer Dr. Bernhard Vanas (seitens der Bundesliga) hat in seiner gestrigen Sitzung den vom Protestkomitee der Bundesliga im Rahmen des Lizenzierungsverfahrens gegen den GAK gefassten Beschluss wegen eines sogenannten "Formalfehlers" für nichtig erklärt, weil das Protestkomitee bei seiner Entscheidung, mit der dem GAK die Lizenz für die Red Zac Liga verweigert wurde, nicht ordnungsgemäß zusammengesetzt war.
Nach § 14 der Statuten der Bundesliga müssen der Vorsitzende und stv. Vorsitzende des Protestkomitees, das über Rechtsmittel gegen Entscheidungen des für die Lizenzierung zuständigen Senates 5 entscheidet, "akademisch graduierte Juristen" sein. Diese Bestimmung wurde bei der Entscheidung über den GAK nicht eingehalten.
Dass das Schiedsgericht die Entscheidung des Protestkomitees aufgehoben hat, ist daher kein "Kasperltheater", sondern eine rechtliche Notwendigkeit: Mängel in der Zusammensetzung eines Spruchkörpers verletzen das Grundrecht auf ein Verfahren vor dem gesetzlichen Richter. Dem Schiedsgericht blieb also gar nichts übrig, als die Entscheidung des Protestkomitees aufzuheben.
Nun muss das Protestkomitee neuerlich entscheiden, wobei schon über die nächste Rechtsfrage gestritten wird: Darf bzw. durfte der GAK noch Unterlagen nachreichen?

Laut dem Lizenzierungshandbuch der Bundesliga sind "neue Beweismittel und neues Vorbringen ... nur bis zum Ablauf der Protestfrist" (10. Mai) zulässig (Seite 32, Punkt E). GAK-Präsident Stephan Sticher, der meint, der GAK könne nun "neue Unterlagen einfließen lassen", liegt also wohl falsch. Das Protestkomitee wird aufgrund der ursprünglich vorgelegten Unterlagen entscheiden müssen, könnte diese aber natürlich anders bewerten als im ersten Protestverfahren.

Tuesday, 5 June 2007

Scousers die Schlimmsten?

Die Liverpool-Fans (Reds; in England auch Scousers genannt) sind angeblich in puncto Benehmen die Schlimmsten Europas. Das soll, wie ORF und Kurier melden, aus einem Bericht des Europäischen Fußballverbands (UEFA) hervorgehen, der am Dienstag in Brüssel bei einem Treffen zwischen UEFA-Präsident Michel Platini und dem britischen Sportminister Richard Caborn übergeben wird.
Hintergrund der UEFA-Anschuldigungen sind vor allem Probleme rund um Fans, die ohne Karten zum Champions League-Finale nach Athen angereist waren. Insgesamt sollen aber 25 Vorfälle seit 2003, in die Liverpool Fans bei Auswärtsspielen involviert waren, in den Bericht Eingang gefunden haben.
Der FC Liverpool gibt die Kritik aber an die UEFA zurück: Laut BBC werden von Seiten Liverpools die laxen Sicherheitsvorkehrungen und die Organisation des Einlasses ins Stadion kritisiert. Es seien auch Fans mit gültigen Tickets am Betreten des Stadions gehindert worden.
Bemerkenswert ist, dass laut BBC-Bericht von 63.000 Finalkarten nur jeweils 17.000 an Liverpool und Milan gingen, nur 11.000 davon erreichten den normalsterblichen Liverpool-Fan.
Der Liverpooler Bürgermeister Paul Clark meinte, die UEFA wolle mit ihrer Kritik an Liverpool nur von eigenen Versäumnissen bei der Organisation des Finales ablenken.
Allerdings habe es, so UEFA-Sprecher William Gaillard, mit den Milan-Fans keine vergleichbaren Probleme gegeben: "You must ask yourself why at the same match, with the same conditions, there was no trouble with the Milan fans - only the Liverpool fans."
Der britische Sportminister Richard Caborn möchte vor seinem heutigen Treffen mit UEFA-Präsident Platini jedenfalls nicht den Stab über Liverpools Fans brechen, die noch am Vorabend des CL-Finales für ihr vorbildliches Benehmen beim CL-Finale 2005 gelobt worden waren. Er meinte: "It's time to stop playing the blame game and see how we can stop these things happening again."
Liverpool-Fans waren übrigens auch hauptverantwortlich für die Tragödie beim Meistercup-Finale 1985 im Heysel-Stadion von Brüssel, wo infolge einer Massenpanik 39 vorwiegend italienische Fans ums Leben kamen. Liverpool-Fans hatten mit ihrem damaligen "Hauptvergnügen", dem Erstürmen des gegnerischen Sektors, die Katastrophe ausgelöst. Englische Klubs waren daraufhin für fünf Jahre vom Europacup ausgeschlossen worden, der FC Liverpool sogar für sieben Jahre.
Nur vierzehn Tage vorher, am 15. Mai 1985 spielte im Finale des Europacups der Cupsieger in Rotterdam Rapid Wien gegen die zweite Mannschaft aus Liverpool, den FC Everton (1:3). Ich war dabei und muss sagen, dass es damals keinerlei Probleme mit den englischen Fans gab. Aber vielleicht haben sie uns Österreicher auch einfach nicht ernstgenommen ...
Die tragischen Ereignisse im Heysel-Stadion und jene von Hillsborough (Sheffield) im April 1989 mit 96 Toten beim FA Cup-Semifinale Nottingham Forest gegen Liverpool (schon wieder!) führten jedenfalls zu tiefgreifenden Änderungen in den Fußballstadien und zu mehr Sicherheit für die Fans im Stadion.