Rapid Hammer

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RAPIDHAMMER

Thursday, 30 October 2008

Gehasste Geliebte - 0:2 gegen ManU

"Du solltest doch wohl schon wissen, daß sich meine Liebe zu dir nicht darin ausdrückt, daß ich für irgendein Kunstwerk plötzlich das Interesse verliere."
Arthur Schnitzler an die Schauspielerin Adele Sandrock, 22.5.1894

Mit anderen Worten: Auch wenn West Ham United oder der SK Rapid ein wichtiges Spiel bestreiten, kann es durchaus vorkommen, dass ich ins Theater gehe - sofern meine Terminplanung es mir nicht ermöglicht, beide Interessen unter einen Hut zu bringen.
Zudem passte der Titel des Stückes, das wir am Mittwoch im Burgtheater gesehen haben, sogar auf das Verhältnis des von einer neuerlichen Niederlage genervten Anhängers zu seinem Klub: "Gehasste Geliebte" mit Elisabeth Orth und Peter Simonischek (Bild).
West Ham United verlor Mittwoch Abend das vierte Mal in Folge (auswärts 0:2 gegen Manchester United). Und schön langsam wird's unlustig: Nur 4 Punkte trennen die auf dem 11. Tabellenrang liegenden Hammers von der "Relegationszone", in der derzeit Wigan, Bolton und natürlich noch immer Tottenham (trotz 4:4 gegen Arsenal) herumkrebsen.
Dass es gegen ManU vor über 70.000 in Old Trafford nichts zu erben geben würde, war den Hammers wohl schon vor dem Spiel klar gewesen, aber zusätzlich zur Niederlage verletzte sich Valon Behrami, der nun bis zu einem Monat ausfallen wird. Nachdem schon in der ersten Hälfte der "Spieler des Jahres" Cristiano Ronaldo zweimal für ManU eingenetzt hatte, dürften sich die "Irons" in der zweiten Hälfte immerhin noch ganz wacker geschlagen haben.
Aber echte Sorgen muss einem die Torausbeute des Klubs des ehemaligen Top-Stürmers Gianfranco Zola machen: West Ham erzielte in den letzten vier Spielen nur ein Tor - gegen Bolton (Carlton Cole, derzeit gesperrt)!
"Ich verstehe dich nicht, du verstehst mich nicht, wir verstehen uns nicht - die alte Liebesconjugation", schrieb Arthur Schnitzler 1894 an seine 'Dilly', wie er die Schauspielerin Adele Sandrock zärtlich nannte. Und auch mir sind die Aufstellung und die taktische Ausrichtung der West Ham United-Elf, seit sie von Zola/Clarke trainiert wird, nicht ganz verständlich.
Man spielt offenbar meist 4-3-3, aber man schießt keine Tore. Und ist das die richtige Taktik für Spiele gegen stärkere Teams oder für Auswärtsspiele?
Aber man muss Zola Zeit geben. Die Hammers spielen unter dem neuen Coach wieder "schöner", offensiver, vielleicht auch mit mehr Herz als in der letzten Saison. Gianfranco verdient Kredit, meine ich.
Wenn's nur endlich wieder einen zählbaren Erfolg gäbe! - Vielleicht am Samstag gegen Middlesbrough!?
Ich fürchte, das wird aber auswärts im Riverside Stadium gegen Boro, ein Team, das nach einem 2:0-Sieg gegen Manchester City derzeit in der "Aufwärtsbewegung" ist, ganz schwer.

West Ham Manager Gianfranco Zola zur Niederlage gegen Manchester United:
"They are the champions of Europe so it's difficult but at least they gave everything in the second half.
"My players deserved a goal in the second half but Sears and Collison came on and did very well. "I have a great belief in my players, I trust them very much, and I am sure this bad spell will be over soon."

Man Utd: Kuszczak, Rafael Da Silva (Neville 81), Ferdinand, Vidic, Evra, Ronaldo, Fletcher (Carrick 69), Anderson, Nani (Rooney 70), Tevez, Berbatov.
Subs Not Used: Foster, Giggs, Park, O'Shea.
Booked: Evra.
Goals: Ronaldo 14, 30.
West Ham: Green, Faubert, Collins, Upson, Ilunga, Behrami (Boa Morte 44), Bowyer (Sears 69), Mullins, Etherington (Collison 46), Di Michele, Bellamy.
Subs Not Used: Lastuvka, Lopez, Davenport, Reid.
Booked: Collison, Collins.
Att: 75,397
Ref: Peter Walton (Northamptonshire).

Wednesday, 29 October 2008

Curbishley vs West Ham United

Ein neuer Rechtsstreit steht den Hammers ins Haus. Diesmal wird aber im Juristenteam kein Sportrechts- oder Schadenersatz-Spezialist gebraucht, sondern ein Arbeitsrechtler.
Alan Curbishley, der im September seinen Rücktritt als Manager von West Ham United bekannt gab, weil der Klub George McCartney gegen seinen Willen an Sunderland abgegeben hatte, verlangt laut BBC eine Kundigungsentschädigung. Curbishley macht geltend, der Klub habe seinen Arbeitsvertrag, der ihm ein Mitspracherecht bei allen Transfers garantiert habe, gebrochen und ihn damit zum Rücktritt genötigt.
Der "Express" beziffert die Streitsumme mit £1 Mio (€ 1,25 Mio). Im Falle eines berechtigten vorzeitigen Austrittes stünden dem Trainer die Ansprüche in dem Ausmaß zu, wie sie bei einer Vertragsauflösung oder Beurlaubung durch den Klub gebührt hätten.
West Ham macht dagegen geltend, dass Curbishley mit seinem Rücktritt selbst vertragsbrüchig geworden sei und daher keinerlei Ansprüche habe.

Bei aller Sympathie für Mr. Curbishley: Ob der Transfer von McCartney tatsächlich eine so grobe Verletzung des Managervertrages war, dass er einen vorzeitigen Austritt des Trainers rechtfertigte, ist meines Erachtens sehr zweifelhaft!

Siehe auch: -> Telegraph Artikel

Tuesday, 28 October 2008

Not For Sale And Fighting

In einem Interview mit dem Radiosender Five Live am Dienstag erklärte das nicht geschäftsführende Vorstandsmitglied von West Ham United Mike Lee (Bild), der Klub stehe nicht zum Verkauf.
Entgegen den Gerüchten, wonach der aktuelle Eigentümer Björgulfur Gudmundsson im Gefolge des Zusammenbruches seiner isländischen Landsbanki, die vom Staat übernommen wurde, zur baldigen Abgabe seiner 100% Anteile am Londoner Klub gezwungen sei, stehe Gudmundsson zu seinem Engagement bei den Hammers.

Lee bestätigte auch, dass West Ham alle Rechtsmittel ausschöpfen werde, um den Schiedsspruch zugunsten von Sheffield United in der "Carlos Tévez-Affäre" zu bekämpfen.
Bei dieser Entscheidung, die einen Schadenersatzanspruch von Absteiger Sheffield auf Grundlage fiktiver Spielergebnisse dem Grunde nach bejaht hatte, handle es sich um einen Spruch, "den wir nicht akzeptieren können und den auch der Fußball nicht akzeptieren kann".

Am Mittwoch hat West Ham Gelegenheit, ein anderes Unglück zu bekämpfen, das nach den anfänglich recht guten Ergebnissen in dieser Meisterschaft über den Klub hereingebrochen ist: zuletzt gab es nämlich eine Serie von drei Niederlagen in der Liga - unter anderem gegen Bolton und Aufsteiger Hull. Mittwoch Abend geht's in Old Trafford gegen Manchester United (mit drei Ex-Hammers: Rio Ferdinand, besagtem Carlos Tevez und möglicherweise auch wieder mit dem zuletzt verletzten Michael Carrick).

West Ham-Coach Gianfranco Zola meinte, es könne schon Mittwoch Abend ganz anders aussehen bei den Hammers. Die jüngsten Niederlagen seien jedenfalls sehr ungerecht gewesen:
"It never happened to me that I saw a team playing that well and then not getting any points for three matches."
Es wäre aber wahrlich eine Sensation, wenn die nach dem Ausschluss von Carlton Cole gegen Arsenal (drei Spiele Sperre!) und der Langzeitverletzung von Dean Ashton "up front" recht brustschwach wirkenden "Irons" die Niederlagenserie am Mittwoch nicht weiter prolongieren würden!

Monday, 27 October 2008

HANSE DER WOCHE: Ümit Korkmaz

In der Rubrik "HANSE DER WOCHE" wird regelmäßig ein Akteur aus der weiten Welt des Fußballs vor den Vorhang gebeten und vom RAPIDHAMMER der Akklamation durch die werte Leserschaft empfohlen.

Am 17. September feierte Ümit Korkmaz, der im Sommer vom SK Rapid Wien zu Eintracht Frankfurt gewechselte linke Mittelfeld-Flitzer seinen 23. Geburtstag. Sein Bundesliga-Debüt in der Mannschaft der Eintracht gelang Ümit dagegen erst am 18. Oktober, als er bei der 0:2-Niederlage seines damals am Tabellenende herumkrebsenden Vereins gegen Leverkusen nach der Pause eingewechselt wurde.
Beinah mit seinem ersten Schritt auf den Rasen beim sommerlichen Trainingslager der Eintracht in Österreich hatte sich Ümit nämlich einen Mittelfußknochenbruch zugezogen und war nach der für ihn persönlich sehr erfolgreich verlaufenen EM für mehr als drei Monate ausgefallen.
Vergangene Woche wurde Korkmaz nun bei der Wahl der österreichischen Sportler des Jahres zum "Aufsteiger der Saison" gewählt, nachdem er sich bei der EURO und in der Meistersaison beim SK Rapid Wien in die Herzen der österreichischen Fußballfans gedribbelt hatte und auch bei der "Bruno-Wahl" der besten österreichischen Fußballer (im September) schon erfolgreich gewesen war.
Dass er sich bei der Sportler-Wahl als "Aufsteiger 2008" gegen Konkurrenten aus allen Sportdisziplinen durchsetzen konnte, veranlasste mich nun, Ümit Korkmaz auch den Titel eines "HANSE DER WOCHE" zu verleihen!
Der rasante Aufstieg des Wieners mit türkischen Wurzeln, der mich seit seinem Debüt beim SK Rapid begeisterte, war keineswegs klar vorgezeichnet. Seine Karriere begann bei Wacker Wien, von 1996 bis 2005 kickte er beim unterklassigen SK Slovan oder in den "Käfigen" der Wiener Parks, ehe ihn der damalige Rapid-Sportdirektor Peter Schöttel zu den Amateuren der Hütteldorfer holte.
Im Juli 2006 debütierte er für Grün-Weiß in der Bundesliga und hat sich dank seiner Einsatzfreudigkeit zu einem echten Publikumsliebling entwickelt, dessen Sturmläufe regelmäßig von "Ü-Ü-Ümit"-Sprechchören begleitet werden. Von meinem Platz auf der Südtribüne im Hanappi-Stadion konnte ich Ümit bei seinen schnellen und kraftvollen Vorstößen an der linken Außenbahn in zahlreichen Partien "live" sehen und war schon ein "Ümit-Fan" als man ihn außerhalb von Hütteldorf noch kaum kannte.
Dass Rapid im UEFA-Cup 2007 gegen Anderlecht ausschied, war auch darauf zurückzuführen, dass sich mein Lieblingsspieler schon relativ früh in der ersten Hälfte verletzte und ohne ihn einfach nicht genug Druck aufgebaut werden konnte.
Mit seinen starken Leistungen bei Meister Rapid und im ÖFB-Training spielte sich der damals noch 22-Jährige nicht nur in den EM-Kader, sondern begeisterte dann auch in den Partien gegen Kroatien (als Einwechselspieler) und vor allem gegen Polen. Dieser Satz im Matchbericht von BBC ging damals runter wie Öl: "Umit Korkmaz used his explosive pace to waltz past two men down the left and cross for Harnik, eight yards out, to shoot straight at Boruc."
Als ihn Rapid im Sommer sehr zu meinem Bedauern um nicht ganz 4 Mio.€ an Frankfurt abgab, war Ümit zwar vorläufig auf seinem Karriere-Höhepunkt angelangt, schon beim ersten Training warf ihn aber die erwähnte Verletzung zurück.
Nach seiner erstmaligen Einwechslung mehr als drei Monate nach seiner Verletzung stand der Österreicher am 22. Oktober gegen den Karlsruher SC dann schon in der Startelf, konnte aber noch nicht positiv auffallen. Zitat aus dem Spielbericht von der Eintracht-Website:
"... Korkmaz [offenbarte] noch Anpassungsprobleme an die Bundesliga und überdies, wohl seinem Schuhwerk geschuldet, mehrfach ausrutschte und auf den ersten Metern im Sprint nicht richtig in Tritt kam."
Dann aber kam die Sportler-Wahl und am vergangenen Wochenende beim Auswärtsspiel gegen Cottbus der erste Assist zu einem entscheidenden Treffer. Der mit Nummer 11 spielende Ümit, dessen Lieblingsrückennummer eigentlich die "14" ist, war wieder zur Pause eingewechselt worden und siehe da, plötzlich schaffte die Frankfurter Eintracht nach dem 2:1-Sieg gegen den KSC einen zweiten Sieg hintereinander (3:2) und konnte sich auch vom Tabellenende absetzen.
Für Ümit Korkmaz war dieses Spiel nun endlich das erfolgreiche Comeback nach seiner Verletzung, das ihm alle gewünscht haben. Im Spielbericht vom 3:2 gegen Cottbus liest man Folgendes:
"Die Einwechselspieler [Korkmaz, Fenin] waren es dann, welche die Eintracht mit einer gemeinsamen Aktion auf die Siegerstraße brachten. Der Österreicher war lang im Strafraum angespielt worden, sicherte sich den Ball gegen seinen Gegenspieler und legte mustergültig ab für Fenin, dem es gelang, zwischen zwei Gegenspielern hindurch mit einem Schuss ins kurze Eck erfolgreich abzuschließen.
Die Eintracht legte gegen nun zunehmend wankende Lausitzer noch nach."

Also: alles Gute zum "Aufsteiger des Jahres" bei der österreichischen Sportlerwahl, zum tollen Assist beim Spiel gegen Cottbus und weiterhin viel Erfolg, lieber Ümit - vor allem in der nächsten Bundesliga-Runde gegen Bayern München am Mittwoch!!!

Sunday, 26 October 2008

Third Successive Defeat: West Ham v Arsenal 0-2 (0-0)

West Ham: Green, Faubert, Collins, Upson, Ilunga, Mullins, Parker (Boa Morte 77), Bowyer (Sears 89), Di Michele (Etherington 78), Bellamy, Cole.
Subs Not Used: Lastuvka, Lopez, Davenport, Collison.
Sent Off: Cole (90).
Booked: Parker, Faubert.
Arsenal: Almunia, Eboue, Gallas, Silvestre, Clichy, Walcott (Adebayor 67), Fabregas, Song Billong, Nasri (Diaby 68), Bendtner, Van Persie (Sagna 90).
Subs Not Used: Fabianski, Toure, Ramsey, Djourou.
Booked: Fabregas, Clichy, Song Billong.
Goals: Faubert 75 og, Adebayor 90.
Att: 34,802
Ref: Phil Dowd (Staffordshire).

Muss das sein? Redknapp zu Tottenham

Tottenham hat sich nach dem schlechtesten Saisonstart der Geschichte vom spanischen Manager Juande Ramos - in der letzten Saison noch Ligacup-Sieger mit den Spurs - getrennt. Beim sonntägigen Heimspiel der in acht Partien sieglosen Schwarz-Weißen soll bereits der neue Coach Harry Redknapp (Bild) seinen künftigen Schützlingen von der Tribüne aus auf die Wadln schauen.

Mit 'arry Reknapp wird ein "West Ham Man" den Trainersessel bei dem aus Hammers-Sicht unbeliebtesten Londoner Premier League-Klub übernehmen. Harry Redknapp spielte 1964 - 1972 für West Ham und managte den Klub von 1994 - 2001.

Der rotgesichtige Londoner wurde anlässlich der Trainerwechsel bei West Ham in den letzten Jahren in Internet-Foren immer wieder als möglicher Kandidat ins Spiel gebracht, hatte aber bei der Vereinsführung der Hammers kein "Leiberl".

Vergangene Saison lehnte er den ihm angebotenen Trainersessel bei Bolton und bei Newcastle ab, nun wurde er aber - vielleicht auch angesichts des verglichen mit der letzten Saison eher schwachen Saisonbeginns seines Klubs Portsmouth - schwach:

"It's a great opportunity for me. It's a big club, Tottenham. I love Portsmouth and I loved my time there, we had some fantastic success and I'd never been happier", meinte Redknapp, dessen Sohn Jamie Redknapp ein paar Jahre bei den Spurs kickte.
"But it's a great deal for Portsmouth, £5million for me, and it's a chance for me to get on and see what I can do."

Wenn Tottenham am 8. Dezember zu Gast am Upton Park sein wird, wird man bei West Ham also einen alten Bekannten auf der gegnerischen Tainerbank begrüßen dürfen. Ob Redknapp mit Tottenham ein ähnlicher Coup gelingt, wie mit Portsmouth 06? Damals lag "Pompeye" schon acht Punkte zurück, schaffte aber mit dem im Jänner geholten Redknapp noch den Klassenerhalt. Damals verloren die Hammers trotz ihrer im Frühjahr 2006 bestechenden Form, die sie bis ins FA Cup-Finale führte, gegen den FC Portsmouth zu Hause 2:4. 

Diesmal sollte sich Mr. Redknapp aber nicht auf ähnliche Schützenhilfe seines ehemaligen Klubs verlassen. Wenn die ungeliebten "Tottscums" absteigen würde, wäre das für die Fans der Hammers eine noch größere Freude, als es die kleinen Triumphe in den letzten Spielzeiten waren: In der letzten Saison belegte West Ham einen Ligaplatz vor den Spurs und in der Saison 2005/06 gelang in der letzten Runde ein 2:1-Sieg über den Nordlondoner Rivalen, mit dem man dem Klub von der White Hart Lane noch die Champions League-Qualifikation vermasselte. 

Bei West Hams Sonntag-Nachmittagsspiel gegen Arsenal (17 Uhr MEZ) wird man auf den Tribünen des Boleyn Ground daher heute mit gesteigerten Interesse zu dem eine Stunde früher angepfiffenen Spiel Tottenham v Bolton schielen und besonders intensiv über die Zukunft des ungeliebten Stadtrivalen nach dem Trainerwechsel diskutieren.

Thursday, 23 October 2008

West Ham v Sheffield: FA gegen CAS-Zuständigkeit

Gestern berichtete die Website KUMB davon, dass sich die englische FA gegenüber dem internationalen Sportgerichtshof CAS gegen die Zulässigkeit des von West Ham dort eingebrachten Rechtsmittels ausgesprochen habe.
West Ham United hat gegen das Zwischenurteil des FA-Schiedsgerichtes über die grundsätzliche Verpflichtung, wegen der "Carlos Tévez-Affäre" Schadenersatz an Sheffield United zu leisten, sowohl den CAS als auch den britischen High Court angerufen. Der CAS hat vergangene Woche mitgeteilt, dass er bis Ende November über seine Zuständigkeit in dieser Sache entscheiden wird.

Hier der Artikel von KUMB:
The FA have written to the Court of Arbitration for Sport to indicate that they will not recognise any decision made in respect of the West Ham United v Sheffield United case.
The Hammesr found out earlier today - much to their annoyance - that the Football Association had contacted the CAS in order to stress that the recent arbitration panel's decision to allow Sheffield United to sue for damages should stand.
The letter - written by the FA's head legal representative, Alistair Maclean - stated:"The FA's position is that any award made by an arbitration tribunal convened under FA Rules is final and binding on the parties.
"FA Rules do not provide for right of appeal to CAS."
The CAS announced last week that they would defer a decision on whether to hear the case until the end of November.
Today's news follows a report at the weekend that claimed Sheffield United had applied for an injunction attempting to prevent West Ham from taking the matter further.

Tuesday, 21 October 2008

Wer bitte ist George McCartney?

Sein Verkauf war für Alan Curbishley der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte. Als George McCartney zu Sunderland wechselte, nahm West Ham-Manager "Curbs" den Hut.
Den als Ersatz für "Macca" auf Leihbasis verpflichteten Herita Ilunga habe er nicht gesehen und bei dem Transfer nicht mitreden können, meinte Curbishley, daher könne er diesen Spieler auch nicht als geeigneten "left back" akzeptieren.
Nun hat sich in den letzten Spielen jedoch gerade die linke Abwehrseite der Hammers - jene von McCartney und nun eben die Abwehrseite des Teamspielers aus dem Kongo, der zuletzt bei Toulouse in Frankreich spielte - als durchaus stark erwiesen.
Ilunga ist kein schwacher Ersatz - im Gegenteil!
Neben seinen defensiven Fähigkeiten hat der Kongolese auch einen starken Drang nach vorne. Beinahe hätte er am Sonntag gegen Hull sein erstes Tor für West Ham erzielt. Kein schlechter "EInkauf" vom Sportdirektor Nani!
Für alle, die Französisch sprechen: Messieur Ilunga hat eine eigene Website.
-> http://heritailunga.blogspot.com/

Sunday, 19 October 2008

Hull City v West Ham 1-0

"West Ham seem to have entered Alan Curbishley's Bizarro world. Instead of playing crap football and picking up points we play good football and win nothing.
"The West Ham we all know and love are back!" (Keir Clarke, Hammered Blog)

"Hull 4 London 0" (KURIER, Wien)

West Ham manager Gianfranco Zola:

"It's very hard to take. I don't think that we deserved to lose but sometimes football is like that.
"We missed two very good chances. It very difficult to accept but we have to think to the next game.
"We didn't deserve to concede a goal but Turner made a great jump."

Hull City:
Myhill, Giovanni (Halmosi 74), Zanatte, Ashbee (c), Marney, Boateng (Hughes 72), McShane, Dawson, Cousin, King, Turner.
Subs Not Used: Duke, Mendy, Folan, Ricketts.
Booked
: Zayatte, Dawson.
Goal:
Turner 51.

West Ham United: Green, Faubert (Di Michele 73), Ilunga, Neill (c), Upson, Parker, Noble, Behrami, Etherington (Sears 82), Bellamy, Cole.
Subs Not Used: Lastuvka, Lopez, Boa Morte, Mullins, Davenport.
Booked: Ilunga.
Att: 24,896.
Ref: Chris Foy (Merseyside).

Saturday, 18 October 2008

Ein Fall für das Tiger-Team?

"Ein Fall für dich und das Tiger-Team" heißt eine Krimiserie für Kinder von Thomas Brezina. Gemeinsam mit den Detektiven Biggi, Patrick und Luk vom Tiger-Team sollen die jungen Leser knifflige Fälle lösen. Und natürlich gibt es auch einen Band mit dem Titel "Das Phantom auf dem Fußballplatz".
Eine knifflige Aufgabe steht am Sonntag, 16:00 (MESZ) auch West Ham United bevor: Es geht gegen das "Tiger-Team" von Hull City.
Dem Premier League-Newcomer, der in seiner 104-jährigen Geschichte (gegr. 1904) noch nie in der obersten Liga spielte, gelang heuer der beste Start eines Aufsteigers seit Nottingham Forest 1994. Und gegen die Klubs aus der Hauptstadt hat das vor der aktuellen Runde auf dem dritten Tabellenplatz liegende Team aus dem mittelenglischen Kingston upon Hull überhaupt noch eine weiße Weste: Fulham, das große Arsenal und auch Tottenham wurden von dem als "Tigers" bekannten Klub heuer schon geschlagen.
Der Scherz von "Hull is dull" - also: "Hull ist öde" gilt im schmucken Kingston Communications Stadium (25.400 Zuschauer) nicht mehr: Seit Phil Brown im Dezember 2006 das Traineramt bei Hull übernahm, ging es stetig bergauf, und seit dem 1:0-Sieg im Aufstiegs-Play-off gegen Bristol City (Torschütze: Dean Windass, der schon 39 Jahre alte "Local hero" von Hull) stehen die "Tigers" in der Premier League - und schlagen sich dort ausgezeichnet. Phil Brown wurde aufgrund der sensationellen Ergebnisse des Aufsteigers (drei Siege und ein Unentschieden in den letzten vier Spielen) sogar zum "Trainer des Monats" gewählt.
Die Aufgabe in der 240.000 Einwohner zählenden Industriestadt im Mittelosten des Landes ist für West Ham United dennoch nicht aussichtslos. Sieht man sich die Ergebnisse des Aufsteigers genauer an, so fällt auf, dass Hull nach einem 2:1 gegen Fulham im ersten Saisonspiel zu Hause sieglos geblieben ist. Gegen Wigan setzte es Ende August sogar eine 0:5-Heimniederlage.
Vielleicht haben die "Tiger" also Schwierigkeiten damit, daheim in dem nach der lokalen Telefongesellschaft benannten "KC-Stadium" das Spiel zu machen und West Ham gelingt ein Überraschungserfolg.
Da mit Ausnahme von Dean Ashton, der nach einer Knöcheloperation heuer nicht mehr zum Einsatz kommen kann, im Team der Hammers beinah nur fitte Spieler stehen - einschließlich Craig Bellamy (Bild links mit Carlton Cole, von dem Iain Dale glaubt, dass er gegen Hull treffen wird) -, sollten die Hammers in der Lage sein, den Tigern einen heißen Kampf zu liefern. Schließlich gehe man unter dem neuen Manager Gianfranco Zola furchtlos ins Spiel, versicherte Mittelfeldspieler Scott Parker.
Mal sehen, ob es dem Trainerduo Zola/Clarke gelingt, die Irons gut auf das Spiel gegen den Sensations-Aufsteiger einzustellen und vielleicht selbst eine Sensation zu liefern. Im Falle eines Sieges winkt schließlich sogar Tabellenplatz 4. Und die Partie gegen Hull ist überdies die letzte in einer Reihe von Matches gegen vor Saisonbeginn weniger stark eingeschätzte Teams; in den nächsten beiden Wochen geht's gegen Arsenal (H) und Manchester United (A).
Deshalb wünschen wir uns gemeinsam mit Gianfranco Zola, dass die Hammers nach der letzten Heimniederlage gegen Bolton und vor den schweren Partien, die bevorstehen, "back to winning ways" finden. "C'mon yu Irons!"

Friday, 17 October 2008

Spenden Sie für den Bobby Moore Krebsforschungs-Fonds!

Donate To The Bobby Moore Fund, with the West Ham Blogs!
Donate to the Bobby Moore Fund by clicking here!

Als West Ham Uniteds Sponsor "XL-Reisen" vor einigen Wochen in Konkurs ging, wurde von vielen Fans angeregt, dass die "Hammers" mit dem Logo des Bobby Moore Funds auf den Trikots spielen sollten. Schließlich jährte sich in dieser Saison der erste Einsatz der genialen "Number 6" in West Ham's First XI zum 50. Mal.
Die vom Bobby Moore Fund aufgebrachten Mittel werden in Forschung und Information über Darmkrebs - jene Krankheit, an der der unvergessene Bobby Moore mit 51 Jahren starb -investiert. Seit 1993 hat der von Bobby Moores Witwe Stephanie ins Leben gerufene Fonds durch eine Vielzahl von Fundraising Events mehr als £10 Millionen für die Krebsforschung aufbringen können.
Die Vereinsführung der "Hammers" hat zwar im August ein Freundschaftsmatch als Spiel um den "Bobby Moore Cup" bezeichnet und verlautbart, dass die "Nummer 6" in Erinnerung an Moore nicht mehr vergeben werde. Den Vorschlag, auf den Trikots für den Bobby Moore Fund zu werben, hat man aber nicht aufgegriffen. Und durch die internationale Finanzkrise, die dem isländischen Eigentümer von West Ham besonders zusetzt, sowie die unendliche Geschichte rund um die Schiedsklage von Sheffield United wegen der "Carlos Tévez-Affäre" ist West Ham wieder einmal mit negativen Schlagzeilen konfrontiert.
Nun wird von mittlerweile sechs West Ham-Blogs eine gemeinsame positive Aktion der Solidarität und Hilfsbereitschaft gesetzt:
Im Gedenken an den am 24. Februar 1993 verstorbenen Kapitän der englischen Weltmeister-Mannschaft, West Ham-Legende Bobby Moore, wurde eine Spendenaktion für den Booby Moore Fund gestartet.
Die Idee: Wenn jeder Leser eines der West Ham-Blogs The West Ham Process, Cmonyuirons.com, Bubble-View, RapidHammer, West Ham Daily News und West Ham United Blog nur 1 £ (1,25 €) - vielleicht aber auch ein bisschen mehr - spendet, dann sollte eine maßgebliche Summe (zumindest 5000 £) zusammenkommen, die nicht nur zeigt, wieviel der große Bobby Moore für uns und den Fußball bedeutet - sondern auch eine große Hilfe im Kampf gegen Darmkrebs wäre.
Spenden Sie und setzen Sie ein Zeichen!
Zeigen wir, dass die West Ham-Fan-Familie auch in Zeiten wie diesen großzügig und hilfsbereit ist!

Donate to the Bobby Moore Fund by clicking here!

The West Ham blogs The West Ham Process, Joe J of Cmonyuirons.com, Joppe of Bubble-View, RapidHammer, Ryan of West Ham Daily News and Simon of West Ham United Blog have got together in order to encourage a splurge of donations to the Bobby Moore Fund. We felt it so important that in the light of everything, we got together on this and did something life-changing.

Sam from The West Ham Process said:

"I felt it important that we as West Ham fans, in the face of everything that is happening to us and to football, showed the rest of the footballing world a sign of solidarity and selflessness. And in the meantime showed the West Ham board what Bobby Moore means to us."

Donate to the Bobby Moore Fund by clicking here!

We may never get the BMF logo on the shirts and it would appear that no amount of making our own versions and sticking them on will change that. But a simple donation to the BMF from everyone of our readers will literally put it in writing to the club what he means to us and to football…and change lives on the way.

Donate to the Bobby Moore Fund by clicking here!

Come on you IRONS!!!

If you use facebook, you can also invite people on there using this link:
Bobby Moore Fund Facebook Group

Thursday, 16 October 2008

4 Siege für England in der WM-Quali

Matthew Upson played the full 90 minutes as England made their best start to World Cup qualifying in more than 30 years with a 3-1 win in Belarus.
Fabio Capello's men have won all four of their opening games to hold a commanding lead at the top of Group 6. Steven Gerrard's eleventh-minute shot from range was cancelled out just before the half-hour mark by Pavel Sitko but Wayne Rooney took over after the interval. He struck first from Emile Heskey's left-wing cross before wrapping up the win with a deft finish from Gerrard's pass with 15 minutes to play.

Upson was winning his eleventh cap and had a relatively comfortable night alongside stand-in skipper Rio Ferdinand, in the absence of usual captain John Terry. He could even have added a fourth, going close with a free header in the closing stages. The No6 was the only West Ham United player in the party that travelled to Minsk after Robert Green's withdrawal with a sore knee. The goalkeeper should be fit to play away to Hull City on Sunday.

From: West Ham United Official Website

Apropos internationale Spiele: Im Gegensatz zu Österreichs U21, die das entscheidende EM-Qualifikationsspiel in Finnland - vom eigenen Coach taktisch im Stich gelassen (siehe -> hier!) - mit 1:2 verlor und im Elferschießen ausschied, hat sich Englands U21-Team (mit Mark Noble von West Ham Utd) durch ein 2:2 gegen Wales für die U21-EM in Schweden qualifiziert!

In der WM-Qualifikation verloren Craig Bellamy und James Collins mit Wales gegen Deutschland knapp mit 0:1, während Lucas Neill mit Australien 4:0 gegen Quatar gewann und auch Valon Behrami mit der Schweiz erfolgreich war: die Schweizer siegten auswärts gegen Griechenland 2:1 und rehabilitierten sich für ihre überraschende Niederlage gegen Luxemburg im September.

Und Österreich? Da pfiff der von vielen britischen Matches bekannte Mike Riley im Wiener Prater. Darüber, was dort sonst noch passierte, wollen wir den Mantel des Schweigens breiten. Wer aber eine Matchanalyse jenseits der Brückner-Verdammung durch jene Gratis-Tageszeitung, die den alten Weisen aus Böhmen noch vor ein paar Wochen in den Himmel gehoben hatte, lesen möchte, dem seien diese beiden Websites empfohlen: 

http://fm4.orf.at/blumenau/224459/main

http://ballverliebt.eu/?p=1007

Wednesday, 15 October 2008

West Ham vs Sheffield Utd beim CAS und beim High Court

Der Sportgerichtshof CAS in Lausanne hat heute in einer Presseaussendung bekannt gegeben, dass zunächst über die Zulässigkeit des von West Ham United gegen die Entscheidung des FA-Schiedsgerichtes eingebrachten "appeals" entscheiden wird. Ob eine Verhandlung stattfinden wird, ist noch offen. Mit einer Entscheidung darüber, ob der CAS in die inhaltliche Prüfung des zugunsten von Sheffield United ausgefallenen Zwischenurteils einsteigt, sei nicht vor Ende November zu rechnen, heißt es auf der Website des CAS.
Laut BBC Online argumentiert West Ham vor allem damit, dass die Regeln der englischen FA dem FIFA Reglement widersprechen würden, wenn eine Anfechtung von Verbands-Schiedsgerichtsentscheidungen beim CAS ausgeschlossen wäre.
Parallel zum Verfahren vor dem CAS wird West Ham auch den britischen High Court anrufen, um eine Aufhebung des Zwischenurteils des FA-Schiedsgerichtes zu erreichen. Dieses hat West Ham für schuldig befunden, dem Premier League-Absteiger Sheffield Utd den Schaden zu ersetzen, der im Fall des Klassenerhalts nicht eingetreten wäre; mit Carlos Tévez sei ein unberechtigter Spieler eingesetzt worden, ohne den West Ham in dieser Saison "ohne Zweifel" 3 Punkte weniger gemacht und anstelle von Sheffield abgestiegen wäre.
Die Fortführung dieses von Sheffield nach den Regeln der FA angestrengten Verfahrens, um die Höhe des Schadenersatzes festzusetzen, liegt derzeit auf Eis. Es soll zunächst der Ausgang der Rechtsmittelverfahren abgewartet werden.
Während die rechtlichen Verfahren ihren Fortgang nehmen, wird natürlich auch täglich spekuliert, ob der West Ham vom isländischen Eigentümer Björgulfur Gudmundsson verkauft wird. Bis jetzt seien alle Angebote abgelehnt worden, heißt es, und auch das Gerücht, dass eine Investorengruppe schon in konkreten Verhandlungen stehe, wurde dementiert. Dennoch: mit dem Zusammenbruch des isländischen Bankensystems und den herben Verlusten, die "B.G." in den letzten Wochen in einigen Bereichen hinnehmen musste, wäre es naheliegend, wenigstens bei West Ham "Kohle zu machen".
Auf der offiziellen Website findet sich zu diesem Thema nichts Ausdrückliches, CEO Scott Duxbury demonstriert aber "business as usual": mit Diego Tristan wurde ein spanischer Stürmer verpflichtet, was Mr. Duxbury damit kommentierte, dass die Verpflichtung zeige, dass man "nur an die zukünftige Entwicklung von West Ham United" denke.

Monday, 13 October 2008

Null Acht, die Vierte!

Unter dem neuen Motto "Magazin für Rasenpflege" (= jene künstlerische Tätigkeit, bei welcher die Rasenoberfläche einen äußerst liebevollen Umgang erfährt") ist dieser Tage die vierte Ausgabe des Sportmagazins NULL ACHT erschienen.
Im Editorial berichten Alois Gstöttner und Christoph Schmiedhofer vom Entstehen der neuen Nummer mit dem Schwerpunktthema "Doping" und kündigen an, dass das Magazin nun zweimonatlich erscheinen wird und übrigens auch abonniert werden kann.
Die neue Losung "Magazin für Rasenpflege" soll richtungsweisend sein: Ein »No« für das brachiale Foul von hinten, ein »Yes« für das filigrane Führen der Feder. D"ass wir dabei auch den Matsch, in den sich sogar der englischste Rasen mitunter verwandelt, nicht scheuen, versteht sich von selbst", heißt es.
Dabei ist als Kolumnist nun auch der deutsche Sportjournalist Ronald Reng, der nicht nur die begeisternde Tormann-Hommage "Der Traumhüter" geschrieben hat, sondern auch einen herrlichen Reiseführer: "Gebrauchsanweisung für London".
Auch der Autor des vorliegenden Weblogs ist wieder mit von der Partie: Neben der Kolumne "Mein Jahr mit West Ham" konnte der RAPIDHAMMER diesmal auch zum Schwerpunktthema Doping etwas beisteuern ("Anlassgesetzgebung - Doping im Paragraphendschungel").
Wer mit NULL ACHT nicht nur auf 68 prall mit Interviews, Analysen, Hintergrundberichten und tollen Fotos gefüllten Seiten Bekanntschaft machen will, der kann das Fußballteam von NULLACHT am Samstag, den 18.Oktober 2008, um 11:00 Uhr auch live bei einem Spiel gegen "Ballesterer" bewundern. Es handelt sich dabei um die Revanche für den 7:1-Sieg von NULL ACHT über "Ballesterer" am 27. Juni (dem Tag vor dem EM-Finale; Spielbericht siehe -> hier).
Ort: Anton Böck Gasse 20 1210 Wien.

Update: Offenbar um den Heimvorteil noch mehr ausnützen zu können, hat "Ballesterer" das Match nach Niederösterreich verlegt:
Anlage des Erholungs- und Sportvereins (ESV) der Österreichischen Nationalbank (OeNB).
Adresse: Dirnelstraße 1, 2103 Langenzersdorf
Termin: Sa., 18.10.2008, 11:00 Uhr.

Wednesday, 8 October 2008

It Was 50 Years (+ 1 Month) Ago Today ...

Bobby Moore's erstes Spiel für West Ham United
- und der aktuelle Bedarf an guten Verteidigern


Ich geb's zu, ich hab den Termin verpasst. Dabei war er rot in meinem Internet-Kalender eingeringelt, der 8. September 2008.
An diesem Tag vor genau 50 Jahren - am 8. September 1958 - spielte der bekannteste Spieler nicht nur West Hams, sondern Englands überhaupt, das erste Mal in der Liga für West Ham United.
Es war ein warmer und ein wenig feuchter Abend in East London, als West Ham - nach 26 Jahren in der damaligen 2nd Division wieder erstklassig - in einer bis dahin tollen Saison gegen Manchester United antrat. Die Hammers lagen damals als Aufsteiger auf dem zweiten Tabellenrang und nun ging es daheim am Upton Park gegen Matt Busbys "Red Devils".
Und an diesem Abend vor nunmehr 50 Jahren (+ 1 Monat) stand ein junger Mann das erste Mal vor den 36.000 am Boleyn Ground in West Hams First XI, der 17-jährige Bobby Moore. West Ham gewann 3:2 (2:0) und am nächsten Tag hieß es in den englischen Blättern: "Hammers hit the top - Cockney boys bounce United".
Die großartige Karriere des besten Verteidigers der Welt (copyright: Pele) hatte begonnen. Heuer im Sommer beschloss West Ham United, die "Nummer 6", Bobby Moores Rückennummer, im Gedenken an den 1993 (mit 51) an Krebs verstorbenen Weltmeister '66 nicht mehr zu vergeben.
Dieses Jubiliäum darf auch auf dieser Website natürlich nicht vergessen werden, auch wenn der RAPIDHAMMER diesmal einen Monat zu spät dran ist! Als kleine Wiedergutmachung ist es mir aber zumindest heute, ein Monat nach dem Jubiliäumstag ("50 years since the debut of a legend") gelungen, im ehrwürdigen Stadtsenats-Sitzungssaal des Wiener Rathauses eine juristische Diskussion über West Ham United vom Zaun zu brechen. Das war bei einer Sitzung der Wiener Juristischen Gesellschaft zum Thema "Recht und Sport" - mehr dazu morgen!

West Ham United braucht derzeit gute und elegante Verteidiger - solche wie Bobby Moore. Vor allem auf dem juristischen Parkett.

Immerhin hat der Sportgerichtshof CAS mittlerweile laut Mitteilung auf seiner Homepage mitgeteilt, dass der appeal von West Ham gegen Sheffield United mit dem Ziel, das Zwischenurteil des von der FA einberufenen Schiedsgerichtes vom 18. September 2008 für nichtig zu erklären, beim CAS in Lausanne anhängig ist.
Laut Hammered Blog (mit Berufung auf den Daily Telegraph) wurde die Klage auch nicht sogleich zurückgewiesen, sondern Sheffield United zur Stellungnahme über die Zuständigkeit bis Freitag übermittelt. Und die "Blades" sollen auch einen Schiedsrichter nennen, was BBC Online als Hoffnungsschimmer für West Ham wertet.
Dass die isländische Landsbanki von West Ham-Eigentümer Björgulfur Gudmundsson aufgrund des weltweiten "bank crunch" vom isländischen Staat übernommen und "BG" als Generaldirektor abgesetzt wurde - was nach dem Konkurs des Sponsors "XL" der nächste finanzielle Tiefschlag für die Hammers ist - kratzt mich angesichts der Spannung, mit der ich nun die Entscheidung des CAS erwarte, derzeit wenig. Ebenso wie die diesmal nur aus der Distanz (vom Schwarzen Meer aus) verfolgte 1:3-Heimniederlage gegen Bolton ("Zola's reality check") am Sonntag!

West Ham v Bolton Wanderers 1-3 (0-2)

West Ham: Green, Faubert, Neill, Upson, Ilunga, Behrami, Parker, Noble, Di Michele (Bellamy 54), Etherington (Sears 79), Cole.
Subs not used: Lastuvka, Lopez, Boa Morte, Mullins, Davenport.
Booked:
Noble, Faubert, Bellamy, Parker.
Goals:
Cole 69.

Bolton: Jaaskelainen, Steinsson, Andy O'Brien, Cahill, Samuel, Davies, Nolan, McCann, Muamba (JoeyO'Brien 80), Gardner, Elmander (Taylor 73).
Subs not used: Al Habsi, Hunt, Smolarek, Riga, Shittu.
Goals:
Davies 30, Cahill 34, Taylor 86.
Booked:
Nolan, Taylor, Andy O'Brien.

Att: 33,715
Ref:
Mike Dean (Wirral).

Friday, 3 October 2008

Neuer Sponsor, neues Glück?

Nicht nur die Politik- und die Chronikseiten der Zeitungen beschäftigen sich in den letzten Tagen (oder schon Wochen) mit nichts anderem als der ökonomischen Krise, auch den Fußballfan verschont die Bankenkrise nicht: Auf manchen Sites wird spekuliert, ob der isländische Banker Björgulfur Gudmudsson, der Alleineigentümer von West Ham United ist, aufgrund der schwierigen wirtschaftlichen Situation für Island allgemein und die dortigen Banken im besonderen, den Klub verkaufen wird müssen.
Klarerweise gibt es auch schon Berichte über Übernahmsangebote, aber es wird ebenso berichtet, dass "BG" ein Angebot ausgeschlagen und erklärt habe, der Klub sei nicht "for sale".
Auf der offiziellen Homepage haben derlei Gerüchte natürlich keinen Platz. Dort wird gemeldet, dass ein neuer Sponsor-Deal schon nächste Woche - nach dem Heimspiel gegen Bolton an diesem Sonntag (14:30 MESZ) - unter Dach und Fach sein könnte. Und die "Causa Tévez" sei bei den (neuen) Anwälten in guten Händen, sagt man. Dass ein Verfahren beim Sportgerichtshof CAS in Lausanne anhängig gemacht wurde, glauben zwar manche Blogger zu wissen, aber auf der Website findet sich noch keine Bestätigung.
Die Fortsetzung des Londoner Schiedsverfahrens über die Höhe der an Sheffield United zu leistenden Schadenersatzsumme wurde jedenfalls verschoben: Wegen des von West Ham - klarerweise - zu erhebenden Rechtsmittels beim CAS und/oder beim High Court werden die drei Herren vom FA Schiedsgericht, denen Grundbegriffe des Fußballs ebenso unbekannt sein dürften wie solche des Schadenersatz- und des Beweisrechts, mit der Festsetzung der Schadenssumme noch zuwarten.
Ein West Ham-Sprecher hat laut Guardian mitgeteilt, dass man die Entscheidung vor allem deshalb bekämpfen werde, weil sie als Öffnung der Büchse der Pandora ("a can of worms") gesehen werden müsse und alle mit Fußball zusammenhängenden Rechtsstreitigkeiten auf den Kopf stellen könnte. Man habe das Gefühl, dass der Schiedsspruch überprüft werden müsse, meinte der Sprecher.
Das Gefühl hab ich auch!
Ob auch Sheffield Uniteds Vereinsführung als Zwischensieger im Prozess das so sieht, bleibt abzuwarten. Es wird berichtet, dass eine Zustimmung von Sheffield nötig sei, um das Verfahren beim CAS anhängig machen zu können. Ob eine solche erteilt wird, sei offen.
Neues Glück aber für West Ham unter dem neuen Trainer vielleicht am Sonntag: Wenn das Heimspiel gegen Bolton gewonnen wird, dann wäre das der dritte Liga-Sieg in Folge! Kann mich gar nicht erinnern, wann das das letzte Mal der Fall war.

Sunday, 28 September 2008

Fulham vs West Ham 1-2

Die Hammers beendeten eine miserable Woche mit einem erfreulichen Auswärtssieg bei Fulham und liegen in der Premier League-Tabelle nun auf Platz 5. Die Sensation der Runde war allerdings ein anderer 2:1-Auswärtssieg: Hull gewann bei Arsenal und liegt nur einen Tabellenrang hinter den Hammers.
Im Craven Cottage, dem schönen alten Stadion, in dem West Ham seit den Zeiten eines Bobby Moore und Geoff Hurst nicht mehr verloren haben dürfte, gingen die "Irons" knapp vor der Pause durch Tore von Etherington und Cole 2:0 in Führung. Der FC Fulham, bei dem mit Bobby Zamora, Pantsil, Konchesky und Jimmy Bullard vier Ex-Hammers spielten, konnte in Hälfte 2 nur noch einen Treffer durch einen Elfmeter von Danny Murphy aufholen.
Der Spielbericht von KUMB liest sich durchaus spannend, es war ein lebendiges Spiel mit einer offensiv wieder starken West Ham XI in noch immer sponsorlosen Dressen - den von vielen geäußerten Vorschlag, bis zum Engagement eines neuen Sponsors mit dem Logo des Bobby Moore Krebshilfe-Fonds (siehe Bild) zu spielen, hat der Klub bisher nicht aufgegriffen.
Zurück zum Spiel, in dem Carlton Cole und di Michele den West Ham-Sturm bildeten, bis erfreulicherweise Craig Bellamy (für die Michele) eingewechselt wurde:
Nicht nur Neo-Hammers-Coach Gianfranco Zola meint (laut BBC Online), es habe sich um einen verdienten Sieg nach einer schwierigen Woche gehandelt! Gianfranco Zola:
"I think it wasn't luck, I think we played a good match. There was only one team
that deserved to win and I'm pleased that it was West Ham.
"After the week we've had, a victory like this away from home will give the players a lot of confidence.
"I've been working with these players for two weeks now and I can't ask any more than what they are already doing."
Goal Video (C'mon Yu Irons): click ->here.
Fulham: Schwarzer, Pantsil, Hughes, Hangeland, Konchesky, Gera, Murphy, Bullard, Davies, Johnson, Zamora.
Subs Not Used: Zuberbuhler, Ki-Hyeon, Nevland, Dempsey,Andreasen, Kallio, Baird.
Sent Off: Johnson (45).
Booked: Johnson, Konchesky, Murphy, Hangeland.
Goal: Murphy 59 pen.
West Ham: Green, Faubert, Neill, Upson, Ilunga, Behrami, Parker (Boa Morte 90), Noble, Etherington (Mullins 80), Cole, Di Michele (Bellamy 74).
Subs Not Used: Lastuvka, Lopez, Davenport, Sears.
Booked: Parker.
Goals: Cole 43, Etherington 45.
Att: 23,946
Ref: Andre Marriner (W Midlands).

Saturday, 27 September 2008

"Fußballer sollten ab und zu ein kluges Buch lesen"

HANSE DER WOCHE: Paul Gludovatz

In der Rubrik "HANSE DER WOCHE" wird regelmäßig ein Akteur aus der weiten Welt des Fußballs vor den Vorhang gebeten und vom RAPIDHAMMER der Akklamation durch die werte Leserschaft empfohlen.

Diesmal musste ich bei der Auswahl des "Hanse der Woche" echt über meinen Schatten springen, ist doch der Geehrte der Trainer jenes Bundesligateams, das dem bisherigen Tabellenführer SK Rapid die erste Niederlage seit Juli zugefügt hat: Paul Gludovatz vom SV Ried. 1:1 in Wien und 1:0 in Oberösterreich lauteten die Ergebnisse in dieser Woche, die Rapid auch die Tabellenführung kosteten.
Und im Spiel vom folgenden Samstag gelang den Riedern unter ihrem 62-jährigen Coach, der sich nach 26 Jahren als Nachwuchscoach beim Österreichischen Fußballbund auf den Schleudersitz eines Vereinstrainers setzte, ein 1:0-Auswärtserfolg gegen Altach.
Es ist aber weniger diese durchaus beeindruckende Rieder Erfolgsserie, die für die "Hanse"-Nominierung den Ausschlag gaben, sondern neben dem Mut, sich mit 62 von der Quasi-Pragmatisierung beim ÖFB - durchaus erfolgreich - in die "freie Wildbahn" begeben zu haben, vor allem auch ein sehr gescheites Interview, das Gludovatz diese Woche dem STANDARD gegeben hat.
Darin fiel mir besonders die folgende Passage auf:
"Ich frage mich oft, was sich ein 20-Jähriger denkt, der nach dem Training duscht, heimfährt und die restliche Zeit totschlägt. Ich will den selbstverantwortlichen, kompletten Menschen, der sich in seiner Persönlichkeit weiterentwickelt. Fußballer zu sein bedeutet mehr, als ein Tor zu schießen oder zu verhindern. Er sollte auch ab und zu ein kluges Buch lesen."
Standard: Mischt der "alte Herr Gludovatz" die Bundesliga auf?

Gludovatz: Sicher nicht. Außerdem bin ich ein Jungtrainer, ich habe gerade zehn Liga-Partien absolviert. Ein Jungspund sollte immer schön bescheiden bleiben.

Standard: Trotzdem. Ried hat gezeigt, wie man gegen Meister Rapid auswärts 1:1 spielt und daheim 1:0 gewinnt. Sie werden für Ihre Taktik hoch gelobt, als Fuchs bezeichnet.

Gludovatz: Was ist Taktik? Es ist das Abwägen der eigenen Stärke- und Schwäche-Profile mit jenen des Gegners. Rapid hat einen leichten Hänger, wir haben eben das richtige Rezept gefunden. Aber gegen die Großen ist es immer einfacher. Da werden zusätzliche Kräfte mobilisiert, der Kleine stößt in die Grenzbereiche vor. Aber er darf nie vergessen, dass er nach wie vor auf einem wackligen Sockel steht.

Standard: Sie arbeiteten 26 Jahre lang im Nachwuchsbereich des ÖFB. Bereuen Sie, erst so spät im Klubfußball angeheuert zu haben? Anders gefragt: Fehlte der Mut, die geschützte Werkstätte ÖFB früher zu verlassen?

Gludovatz: Ich bereue nichts. Der Wechsel kam nicht zu spät, sonst hätte ich nie die U20-WM in Kanada erleben dürfen. Es ist auch keine Mutfrage. Man wird als Trainer stigmatisiert. Einem, der mit der Jugend arbeitet, wird nicht zugetraut, dass er auch bei den Erwachsenen Erfolg haben kann. Das ist Unsinn, es gibt einen allgemeingültigen Zugang zu den Menschen. Der hängt nicht vom Alter ab. Es kommt darauf an, ob du deinen Arbeitsstil, deine Ansichten, deine Gedanken in die Köpfe der Leute bringst - und ob sie deine Philosophie kapieren und umsetzen.

Standard: Wie denkt Gludovatz?

Gludovatz: Ich habe mir alles erarbeitet. Schon vor 40 Jahren habe ich Zusatzeinheiten gemacht. Ich frage mich oft, was sich ein 20-Jähriger denkt, der nach dem Training duscht, heimfährt und die restliche Zeit totschlägt. Ich will den selbstverantwortlichen, kompletten Menschen, der sich in seiner Persönlichkeit weiterentwickelt. Fußballer zu sein bedeutet mehr, als ein Tor zu schießen oder zu verhindern. Er sollte auch ab und zu ein kluges Buch lesen.

Standard: Wie soll sich der SV Ried positionieren?

Gludovatz: Er muss eine Marke werden, die Innviertler Ried-Marke. Der Klub hat 176 Sponsoren, das glaubt keiner. Rapid ist bereits eine Marke. Man muss nur schauen, wie viele Termine Kapitän Steffen Hofmann abseits des Rasens wahrnimmt. Das gehört dazu.

Standard: Sie hatten ja auch ein Angebot von Red Bull Salzburg, hätten die Nachwuchsakademie übernehmen können. Auch Frank Stronach wollte Sie für den FC Magna Wiener Neustadt verpflichten. Weshalb wurde es Ried?

Gludovatz: Weil ich kein kleiner Bub mehr bin und mir vernünftige Gedanken mache. Ich habe nicht mehr geglaubt, eine Chance in der höchsten Spielklasse zu bekommen. Trotzdem empfinde ich keine Dankbarkeit oder gar Demut , es ist eine Partnerschaft, bei der jeder einen Teil des Risikos trägt.

Standard: Als das 1:0 gegen Rapid festgestanden ist, was waren Ihre ersten Gedanken?

Gludovatz: Ich war komischerweise gar nicht so angespannt. Natürlich verspürte ich eine gewisse Freude, aber als Underdog tust du dir gegen Altach schwerer. Ein Vereinstrainer muss sich Tag für Tag bewähren, da bleibt kein Platz für Emotionen. Was mir gefallen hat, war, dass wir gegen Rapid zweimal kein Glück benötigt haben.

Standard: Haben Sie einen Plan für die Zukunft, Ihr Vertrag endet 2010?

Gludovatz: Nein. Alles hängt davon ab, ob mir der liebe Herrgott Gesundheit schenkt.

(Mit Paul Gludovatz sprach Christian Hackl - DER STANDARD PRINTAUSGABE 25.9. 2008)


Zur Person:
Paul Gludovatz, geboren am 10. Juni 1946 in Güssing, kickte bei Oberwart in der burgenländischen Landesliga. Als Trainer wurde er mit diesem Klub zweimal Meister (Landesliga). 1982 engagierte ihn der ÖFB, Gludovatz schaffte 14 Teilnahmen an Nachwuchs-Endrunden. Im Juli 2008 wurde er Cheftrainer von Ried.

Friday, 26 September 2008

Bad Week For West Ham

Den vergangenen Dienstag kommentierte ich unter der Überschrift "Bad Day For West Ham". Mittlerweile hat sich diese Woche zu einer wahren Zeit der Katastrophenmeldungen ausgewachsen:

  • Sponsor XL im Konkurs
  • Zwischenurteil des FA Schiedsgerichts: für Sheffield Utd, gegen die Hammers
  • Niederlage im Carling Cup gegen Watford
  • Carlton Cole: betrunken am Steuer (-> The Guardian)
  • Dean Ashton: voraussichtlich ein Monat out (Knöchelverletzung -> BBC)
  • Folgen des Sheffield-Schiedsspruchs: mindestens 10 Spieler des abgestiegenen Klubs wollen nun West Ham wegen Einkommensverlust klagen (-> BBC)
  • Beabsichtigte Anrufung des Sportgerichtshofes CAS: unzuständig laut dessen Generalsekretär Matthieu Reeb (-> BBC)

Und was steht auf der Positiv-Liste?

  • Der Klub hat Sportrechtsexperten Maurice Watkins, den Rechtsanwalt, der den Transfer von Tévez zu ManU für die "Red Devils" zustande brachte, engagiert, um das Urteil des FA Schiedsgerichts zu bekämpfen (-> Daily Mail; -> Bubble View).
  • Und der Klub stellte klar, dass Manager Gianfranco Zola im Jänner ein ausreichendes Transferbudget zur Verfügung stehen werde (-> BBC).

Neutral kann man die wiederbelebte Überlegung einer Übersiedlung von West Ham in das im Bau befindliche Olympia-Stadion nach "London 2012" einstufen. Obwohl mir stattdessen ein Ausbau des East Stand am Upton Park lieber wäre.

Wie dem auch sei: Jetzt muss am Samstag ein Sieg gegen Fulham away her, damit der Hammers-Fan wieder einmal durchatmen kann! Eine Woche mit noch mehr schlechten Neuigkeiten halte ich nicht aus.

Thursday, 25 September 2008

UEFA Cup: FC Timişoara 1 - 2 Partizan Belgrad

Donnerstag vor einer Woche verbrachte ich zwei Tage im rumänischen Timişoara. Die Stadt (deutsch: Temeschwar), in der am 15. Dezember 1989 die rumänische Revolution gegen Nicolae Ceauşescu begann, liegt im Banat im westlichen Rumänien - eine Region, die bis 1918 zu Österreich-Ungarn gehörte. Fährt man vom Flughafen in die Stadt, fallen einem große Werbeplakete einer Fluglinie mit dem goldenen Johann-Strauß-Denkmal im Wiener Stadtpark in die Augen. Vieles an der Stadt wirkt alt-österreichisch, im Gegensatz zur rumänischen Hauptstadt Bukarest ist auch viel mehr an alter Bausubstanz übrig geblieben. Dazwischen sieht man natürlich auch hier Ostblock-Plattenbauten, und die meisten Fassaden der alten Häuser sind grau.
Am ersten Tag meines Aufenthaltes im Banat am letzten Donnerstag spielte der FC Timişoara, 16 Jahre nach seinem bislang letzten Europapokalspiel in der Saison 1992/93, wieder im UEFA Cup. Vielleicht zur Erinnerung an das damalige Spiel gegen Real Madrid, das mit einem für Timisoara sensationellen 1:1 endete, präsentierte sich die Heimmannschaft auch als "weißes Ballett" gegen das ganz in Schwarz antretende Team von Partizan Belgrad.
Von seinen bisherigen acht Heimspielen im Europacup hatte der bis 2002 unter der Bezeichnung Politehnica Timisoara in Violett spielende Klub kein einziges verloren. Und die "Poli"-Fans gelten als die besten in Rumänien, versicherte mir jedenfalls unser - aus dem Banat stammender - Mitarbeiter.
Für die Juristen ist "Poli" in den letzten Jahren eine herrliche Spielwiese gewesen, denn der derzeit unter der Bezeichung FC Timisoara antretende, 2002 in Temeschwar neu entstandene Verein kämpft seit Jahren darum, Vereinsfarben und Tradition des 1921 gegründeten FC Politehnica Timisoara weiterführen zu dürfen. Der ursprüngliche FC Poli zog mit seinem damaligen Vereinspräsidenten Claudio Zambon aus Timisoara aus und spielt nun irgendwo in der Nähe von Bukarest in einer der unteren Ligen Rumäniens.
Klagen beim rumänischen Sportgerichtshof, den ordentlichen Gerichten (rechts oben: Gerichtsgebäude in Timisoara) und dem - auch für West Ham Fans demnächst sehr bedeutsam werdenden - Sportgerichtshof CAS in Lausanne folgten; zuletzt zog der Verband dem FC Timisoara 6 Punkte ab, sodass den Klub, der sich offiziell nicht als "Poli" bezeichnen darf, in der rumänischen Meisterschaftstabelle ein (*) ziert.
Die Fans kamen trotzdem alle in Violett-Weiß, hängten ein Riesentransparent mit der Aufschrift "Poli suntem noi" - "Poli sind wir" auf (Bild rechts) und feuerten ihr "Poli" begeistert an.
Bevor ich das UEFA Cup-Spiel besuchen konnte, waren allerdings einige Bemühungen meiner rumänischen Gastgeber vom Gericht in Timisoara notwendig, denn der Ticketverkauf war bereits am Tag vor dem Spiel beendet worden. Schließlich konnte ich das Spiel im Stadion Dan Paltinisanu gemeinsam mit dem Ersten Staatsanwalt von Timisoara besuchen - und saß sogar erstmals in in einer Loge und nicht auf der allgemeinen Tribüne.
Von meinem dick gepolsterten Sitz aus konnte ich ein unterhaltsames schnelles Spiel verfolgen, in dem "Poli" sehr ambitioniert und mit viel Herz zu Werke ging, leider aber auch recht nervös agierte und daher viele Bälle an den routinierteren, technisch sehr guten serbischen Meister aus dem nur ca. 100 km entfernten Belgrad verlor. Dennoch ging die Heimmannschaft, lautstark von den auch mit einer schönen Choreographie bei Spielbeginn beeindruckenden Fans in der Kurve unterstützt, in Führung: 1:0 durch einen schnellen Gegenangriff, Torschütze Gheorghe Bucur, der den Partizan-Belgrad-Tormann überhob (25.).
Schon zehn Minuten später hieß es aber durch einen schönen Freistoß von Zoran Tošić 1:1. Und nach der Pause dominierte Partizan Belgrad das Spiel, in dem "Poli" vor der Pause durchaus gleichwertig gewesen war, immer mehr. In der 69. Minute stellte schließlich der beste Mann der Serben, Miloš Bogunović, nach einer sehenswerten Aktion auf 2:1.
Unmittelbar vor uns saßen die beiden offiziellen UEFA-Beobachter aus Spanien und der Schweiz, die sich eifrig Notizen machten (Bild links). Wahrscheinlich sind diese auch Grundlage der Spielstatistik auf der UEFA-Seite geworden.
Nach dem Spiel stürzten sich die Journalisten auf den in der Nebenloge weilenden Vereinspräsidenten von "Poli", während wir uns - die letzten Kürbiskerne, die hier beim Stadionbesuch obligatorisch sind, kauend - vom typisch ovalen "Ostblock-Stadion" (mit Laufbahn) verabschiedeten. Es war ein sehenswertes, schnelles Spiel zweier technisch guter Mannschaften. Der rumänische Vereinsfußball hat durchaus Niveau, spielen doch sieben rumänische Klubs heuer in den Europacup-Bewerben. Der Meister, CFR Cluj, schlug in der Champions League zuletzt AS Roma auswärts 2:1! Und sowohl Rumänien als auch Serbien sind für den österreichischen Fußballfan nicht uninteressant, schließlich spielen wir gegen beide Länder in der WM-Qualifikation. Für mich war es heuer schon das zweite Match in Rumänien; im Mai sah ich in Bukarest Steaua vs. Gloria Buzau (siehe -> hier).
Dass ich diesmal bei dem Spiel in Timisoara erstmals von den gepolsterten Ledersitzen einer Loge aus das Geschehen auf dem Rasen verfolgen konnte, war natürlich etwas Besonderes. Gewöhnungsbedürftig waren allerdings die uns permanent einnebelnden dicken Zigarren, die die "Poli"-Granden und deren Gäste während des ganzen Spiels rauchten.
Keine Frage, dass ich nächste Woche beim Rückspiel dem FC Timisoara die Daumen halten werde. Aller Voraussicht nach wird sich der Klub, der um Namen und Vereinsfarben kämpft, aber vom heurigen UEFA-Cup verabschieden müssen.

Spielbericht (englisch - mit Videos): siehe hier!
Weitere Fotos
aus dem Stadion Dan Paltinisanu: siehe -> hier!
Website Justice For Poli -> siehe hier!