Monday, 26 May 2008

Freddie The England Hero

Diesmal geht's um Freddie Sears, die 18-jährige West Ham-Rakete, die Montag Abend beim Qualifikationsturnier für die U19-EM beide Treffer für England gegen Polen erzielte. Sears spielte das erste Mal von Beginn an im U19 -Nationalteam und scorte in der 29. Minute sowie mit einem Elfer in der 85. Minute.
Nach diesem 2:0-Sieg spielen die "Young Lions", bei denen auch West Ham-Kollege James Tomkins erfolgreich verteidigte, noch gegen Serbien und Gastgeber Weißrussland. Der Sieger qualifiziert sich für die U19-EM im Sommer in Tschechien.
Der zweite "West Ham-Freddie" mit Nachnamen Ljungberg wurde dagegen - wie vorgesehen - beim Vorbereitungsspiel der Schweden gegen Slowenien geschont. Die Schweden gewannen durch ein Tor von Tobias Linderoth (41.) mit 1:0. Neben Ljungberg fehlten auch Zlatan Ibrahimovic und Markus Rosenberg bei den Schweden, die immerhin ihr erstes Länderspieltor 2008 erzielten.
Nicht uninteressant ist ein weiteres Resultat vom heutigen Abend: Polens Euro-Team gelang gegen Mazedonien nur ein 1:1, wobei der Ausgleich für Polen durch Matusiak erst 6 Minuten vor Schluss durch einen Elfmeter fiel. Sollten die Polen, die sich in ihrer Gruppe vor Portugal für die Euro qualifiziert haben, wieder einmal "rechtzeitig" vor dem Turnier außer Form sein?
Österreichs Team, das am Dienstag gegen Nigeria probt, könnte das nur recht sein.

Wie geht's Freddie?

Freddie Ljungberg ist West Hams einziger Euro-Teilnehmer und war aufgrund einer angeknacksten Rippe - die Verletzung erlitt er vor genau einem Monat beim 2:2 gegen Newcastle - für die Euro fraglich.
Trotz dieser Verletzung steht er aber im schwedischen Teamkader von Lars Lagerbäck und soll nur noch am Montag beim Test der Schweden gegen Slowenien geschont werden. Beim nächsten Vorbereitungsspiel der Schweden gegen die Ukraine am 1. Juni sollte der 31-Jährige, der möglicherweise mit einem speziellen Rippenschutz spielen wird, aber wieder dabei sein.
Zeitungsberichte, in denen kürzlich gemeldet wurde, West Ham wolle den gut bezahlten Schweden, der vor einem Jahr vom früheren Klub-Präsidenten Eggert Magnusson von Arsenal geholt wurde, wieder loswerden, wurden übrigens sowohl vom Verein als auch von Ljungberg zurückgewiesen: Er fühle sich wohl bei den Hammers, sagte der Schwede, und er wolle mithelfen, das der Klub sich in der kommenden Saison für einen Europacup-Startplatz qualifiziere.
Fraglich ist bei den Schweden derzeit vor allem Markus Rosenberg (Werder Bremen), der sich im Training verletzte. Auch bei Zlatan Ibrahimovic von Inter Mailand machte man sich nach seiner Knieverletzung vom März noch Sorgen, ob er rechtzeitig fit wird. Im letzten Spiel für den italienischen Meister wurde er aber in der 2. Hälfte eingewechselt und machte prompt die entscheidenden Tore zum 2:0-Sieg plus Meistertitel.
Die Schweden haben übrigens (wie die Österreicher) einen "Super-Oldie" im Kader: Der schwedische Ivica Vastic heißt Henrik Larsson. Er hatte nach der WM 2006 seinen Teamrücktritt bekannt gegeben, wurde aber für die Euro von Teamchef Lagerbäck völlig überraschend wieder einberufen. Mehr fire power im Sturm haben die Schweden auch dringend notwendig: heuer erzielte das Nationalteam in drei Tests noch keinen einzigen Treffer! Der mittlerweile 36-jährige frühere Celtic, Barcelona und Manchester-United-Stürmer Larsson war in dieser Saison bei Helsingborg in Schweden im Einsatz. Helsingborg spielte im UEFA Cup in der Gruppenphase (erfolgreich) gegen die Wiener Austria, schied aber in der ersten KO-Runde gegen PSV Eindhoven aus dem Bewerb.
Schweden wird am 10. Juni (20:45) mit dem Match gegen Europameister Griechenland in Salzburg in die Euro (Gruppe D) einsteigen.

Der schwedische Teamkader:
Goalkeepers: Andreas Isaksson (Manchester City), Rami Shaaban(Hammarby), Johan Wiland (Elfsborg Boras)
Defenders:
Olof Mellberg (Aston Villa), Petter Hansson (Stade Rennes), Mikael Nilsson (Panathinaikos), Niclas Alexandersson (IFK Gothenburg), Andreas Granqvist (Helsingborg), Daniel Majstorovic (Basel), Fredrik Stoor (Rosenborg Trondheim), Mikael Dorsin (CFR Cluj)
Midfielders:
Tobias Linderoth (Galatasaray), Daniel Andersson (Malmo), Anders Svensson (Elfsborg Boras), Kim Kallstrom (Olympique Lyon), Christian Wilhelmsson (Deportivo Coruna), Fredrik Ljungberg (West Ham United), Sebastian Larsson (Birmingham City)
Forwards: Zlatan Ibrahimovic (Inter Milan),
Johan Elmander (Toulouse), Marcus Allback (FC Copenhagen), Markus Rosenberg (Werder Bremen), Henrik Larsson (Helsingborg)

Sunday, 25 May 2008

Wann spielt Österreich gegen die Schweiz?

Nicht einmal mehr zwei Wochen dauert es, bis die Zeit der mehr oder weniger aufschlussreichen Vorbereitungsspiele und der schön langsam quälenden Vorberichte in den Zeitungen vorbei ist.
Das Rätseln über den endgültigen Spielerkader der 16 Endrundenteilnehmer wird immerhin schon nächsten Mittwoch zu Ende sein, wenn die endgültigen 23-Mann-Kader der Endrundenteilnehmer bekannt gegeben werden.
Wien hat sich mittlerweile schon ganz auf "Euro" eingestellt: Euro-Fahnen überall, Begrüßungen für die Teilnehmerländer im Supermarkt , Stadion-Hinweise an den U-Bahn-Stationen und lebensgroße Fußballerfiguren in den Grünflächen. Vor der Stadtgartendirektion am Heumarkt spielt sogar Österreich gegen die Schweiz auf ziemlich hügeligem Gelände (Bild).
Ein Spiel, das bei der Euro tatsächlich stattfinden könnte?
Ein Aufeinandertreffen der beiden Gastgeberländer im Finale ist ausgeschlossen, nicht nur aus sportlichen, sondern auch aus Gründen des Spielplanes der Euro.
Österreich und die Schweiz könnten im Falle einer Qualifikation für das Viertelfinale gegen einander spielen: entweder am 19. Juni in Basel (wenn die Schweiz die Gruppe A gewinnt und Österreich in Gruppe B Zweiter wird) oder am 20. Juni in Wien (wenn Österreich seine Gruppe gewinnt und Schweiz Zweiter wird).
Die beiden Außenseiter könnten auch erst im Halbfinale in Basel am 25. Juni auf einander treffen - vorausgesetzt, beide Teams werden jeweils Erster oder Zweiter ihrer Gruppe und gewinnen die anschließenden Viertelfinalspiele (Spielplan der Euro: siehe hier).
Wahrscheinlicher ist aber, dass es ein Match zwischen "Team" und "Nati", wie die Auswahlen in den beiden Ländern genannt werden, erst irgendwann in fernerer Zukunft bei einem Freundschaftsspiel geben wird - oder vielleicht bei der Qualifikation für die nächste EM...

Saturday, 24 May 2008

Tiger rein, Grant raus

Hull City A.F.C. - auch "die Tiger" genannt - wird heuer das erste Mal in der 104-jährigen Klubgeschichte in der Premier League spielen. Dean Windass, ein 39 Jahre alter Veteran von Hull erzielte am Samstag beim Aufstiegs-Playoff in Wembley das entscheidende Tor gegen Bristol City. Mit diesem 1:0 qualifizierte sich der Klub aus Kingston upon Hull, in East Yorkshire neben Championship-Meister West Brom und runner-up Stoke für die kommende Saison der ersten englischen Liga.
In dieser wird Avram Grant nicht mehr auf dem Trainersessel beim FC Chelsea sitzen. Wie zu erwarten, wurde der Nachfolger von Jose Mourinho nach der Niederlage im Champions League Finale gekündigt.
Nach nur acht Monaten endete damit die Ära des 53-jährigen Israelis, der immerhin erstmals in der Vereinsgeschichte mit den Blues in das CL-Finale vorgedrungen war und Manchester United bis zur letzten Runde einen packenden Kampf um den Meistertitel geliefert hatte.
Der russische Teamchef Guus Hiddink, Ex-Barca-Trainer Frank Rijkaard und Noch-Manchester City-Boss Sven-Goran Eriksson werden als potentielle Nachfolger genannt. Chelsea erklärte auf der vereinseigenen Website, dass die Suche nach einem neuen Manager begonnen habe und der Klub vorerst keinen weiteren Kommentar abgeben werde.

Friday, 23 May 2008

I'm Forever Blowing Bubbles

Im Sportteil des STANDARD wurde am Freitag eine Hymne auf die wohl bekannteste Fußallhymne gesungen. Unter dem Titel "Am Anfang war in Liverpool ein Lied" bezeichnete der Verfasser "You'll Never Walk Alone" als Mutter aller Fangesänge und bedauerte, dass die stimmgewaltigen englischen Anhänger uns bei der Euro in Österreich und der Schweiz fehlen werden.
Der letztgenannten Aussage kann man zwar uneingeschränkt zustimmen, der älteste und traditionsreichste "terrace chant" ist das Lied vom Liverpooler "Kop" aber keinesfalls.
Am Londoner Upton Park wird seit den Zwanziger Jahren "I'm Forever Blowing Bubbles" gesungen, während die Fans der Reds das 1945 geschriebene Musical-Stück "You'll Never Walk Alone" erst 1963 adoptierten.
Die "Bubbles" wurden 1919 von John Kellette/James Kendis für ein Broadway-Musical geschrieben und dienten den Londonern in den 20er-Jahren zuerst in Anspielung auf einen Kicker namens Billy J. "Bubbles" Murray, der dem Jungen auf dem berühmten Bild "Bubbles" von Millais ähnlich sah, als Klubsong der eigenen Junioren.
Bald wurde der Song aber von West Ham-Manager Charlie Paynter auch für die erste Mannschaft "entdeckt" und vor dem Kickoff über die Stadionlautsprecher eingespielt. Wie in einem Artikel von Ballesterer.fm über Vereinshymnen berichtet wird, wollte man "Bubbles" eines Spieltags als Warm-up-Melodie absetzten, worauf ein Sturm der Entrüstung durch den Upton Park ging - die offizielle Vereinshymne war geboren.
Der melancholisch-süße Text, in dem die Seifenblasen als dünne Hoffnungsschimmer hoch am Himmel zerplatzen, kontrastierte stets mit dem Bild der tätowierten Cockneys aus dem Eastend, spiegelt aber seit geraumer Zeit auch das Dasein der besten Fans von London wider:
Hoch gesteckt sind die Erwartungen, aber leider zerplatzen sie oft wie Seifenblasen - was die Anhänger nicht daran hindert, immer und immer wieder neue Seifenblasen zu pusten.

Wenn am Boleyn Ground, der Heimstätte von West Ham, vor dem Spiel die traditionelle Hymne über die Lust am Produzieren von Seifenblasen und Träumen ertönt und die 35.000 im regelmäßig ausverkauften Stadion mitsingen, kriegt man wirklich die Gänsehaut. Auch während des Spiels und nach Spielende wird der Refrain von "Bubbles" immer wieder gesungen:
"I'm forever blowing bubbles,
Pretty bubbles in the air,
They fly so high,
Nearly reach the sky,
Then like my dreams
They fade and die.
Fortune's always hiding,
I've looked everywhere,
I'm forever blowing bubbles,
Pretty bubbles in the air.
UNITED! UNITED!"

Die erste Strophe des Originalsongs lautet:
"I'm dreaming dreams,
I'm scheming schemes,
I'm building castles high.
They're born anew,
Their days are few,
Just like a sweet butterfly.
And as the daylight is dawning,
They come again in the morning."


Wie heilig den West Ham-Fans ihre Hymne ist, konnte ich anlässlich einer zarten Anfrage des RAPIDHAMMERS vor einem Jahr beobachten:
Ich hatte mir erlaubt, auf der Fan-Website KUMB einen Thread zum Thema zu eröffnen, welche "lyrics" von "Bubbles" ich für mein gerade erst ins Leben gerufenes Weblog RAPIDHAMMER verwenden sollte. Denn dass manche Anhänger die "Bubbles" ein wenig abweichend vom Originaltext singen, war nicht nur mir aufgefallen, auch im Eintrag bei Wikipedia findet sich der Hinweis, dass die Anhänger am Upton Park statt "nearly reach the sky" singen: "they reach the sky", und dass es statt "Then like my dreams" heiße: "And like my dreams".
Mit diesem Thema hatte ich aber offensichtlich in ein Wespennest gestochen. Wütende supporters meinten, die Frage dürfe nicht einmal gestellt werden. Die Fans, die "They reach the sky" singen, seien nicht auszuhalten - absolut lächerlich!! Wer das singe, ruiniere den ganzen Sinn des Songs. Und ein User wollte mir sogar verbieten, künftig auf KUMB zu posten.

Die Bubbles fliegen also hoch, aber den Himmel haben sie noch nicht erreicht. Und wenn sie auch immer wieder zerplatzen, die Lust am Produzieren von Seifenblasen und Träumen lassen wir uns nicht nehmen - nicht am Upton Park und auch nicht in Hütteldorf!
Im Wiener Hanappi-Stadion ertönt in letzter Zeit allerdings öfters "You'll Never Walk Alone", seit ein Sponsor des SK Rapid eine Pensionsversicherungs-Polizze mit dem selben Titel aufgelegt hat. Das hat einen Rapidfan, der vollkommen zurecht findet, dass "Bubbles" DER Gänsehaut-Song zum Mitgrölen für ein ganzes Stadion ist, nicht daran gehindert, eine Übersetzung von "I'm Forever Blowing Bubbles" vorzuschlagen:
"Ich bin heute im Stadion,
weil ich ein RAPIDler bin.
Zusammen stehn, RAPID siegen sehn
und stolz mit unsren Fahnen wehn
Ich bin ein Grün Weisser
allein noch keine Macht,
vereint mit RAPID im Herzen,
liebe Veilchen [Bauern/Dosen/Lasker/Grazer] Gute Nacht!
RAPID! RAPID!"
Noch wurde der Vorschlag, dieses Lied von allen vier Tribünen im "St. Hanappi" zu singen, nicht aufgegriffen, aber die Übersetzung gefällt mir jedenfalls besser als jene in der deutschen Version des Films "Green Street Hooligans" mit Elijah Wood:
"Wir haben uns vorgenommen, im Leben zu nichts zu kommen..." heißt es da. Und das kann ich nun wirklich nicht unterschreiben!

Hier einige Links zu "Bubbles":
-> Upton Park vor Spielbeginn 1
-> Upton Park vor Spielbeginn 2
-> Studioversion: I'm forever blowing bubbles
-> traditionelle Originalversion (Merry Macs)
-> Punk-Version von Cockney Rejects (1980)
-> Akustik-Gitarren-Version (Gitanephil)
-> Bubbles im Film "Green Street Hooligans"

Wer hat noch nicht bestellt?

Oder vor der Euro lieber doch ein Österreich-Heimtrikot?

Hier die Auswahlmöglichkeiten:
-> West Ham
-> ÖFB

Fußball-Gott

Genau zwei Wochen vor dem Ankick zur Euro veranstalten die Kirche und der Wiener Fußballverband ein Fußballfest. Am 24. Mai ab 14 Uhr heißt es im 10. Bezirk
"Fußball mit Leidenschaft":
Kicken mit Karl Daxbacher,
Gaberln mit Ali Hörtnagl,
4-Länderturnier der „Gruppe B“,
Cheerleaders,
Schülerturniere,
Damenfußball,
Priester-Journalisten-Match mit Euro-Schiedsrichter Konrad Plautz,
Konzerte mit Cardiac Move, Nadine Beiler und Johnny K. Palmer, KEY2LIFE Nightprayer...

24. Mai 2008, 14 bis 22 Uhr
Ort: 1100 Wien, Fischhofgasse 12
Sportanlage des Wiener Fußballverbandes, Open Air (gleich neben dem Horr-Stadium)
Info: Lageplan
Alle Infos unter: http://www.key2life.at/

Zum Thema "Fußball und Religion"
-> während der Euro:
- Kirche08
- Christen am Ball
- Kickoff 2008
-> Fußball-Gott.com - Erlebnisberichte vom heiligen Rasen

Thursday, 22 May 2008

Caution Slippery!

DID TERRY SPIT AT TEVEZ?
Die englischen Zeitungen vom Tag nach dem Champions League-Finale erzählen voller Mitgefühl die tragische Geschichte von Chelsea-Kapitän John Terry, der nach zwei verlorenen Semifinals mit Chelsea nun den entscheidenden Elfer im Finale nur an die Stange schoss. Aber es gibt auch viele, die meinen, der harte "centre half" von Chelsea habe es nicht besser verdient:

Tottenham Fan Mark:
"What a wonderful night. Was almost as good as beating them in the carling cup final. I wonder how long their new glory hunting supporters will hang around now they aren't winning anything. Terry deserved all he got after spitting at Tevez."*)
Posted by: MARK 22/05/2008 at 12:02

*) Drogba wäre sicher unter den ersten fünf Penaltyschützen gewesen, wenn er er nicht ausgeschlossen worden wäre. Und da manche dem Chelsea-Kapitän die Schuld an den Auseinandersetzungen geben, die schließlich zu Drogbas "Klaps" gegen einen ManU-Spieler führten, könnte es für John Terry noch schlimmer kommen:

"A bad 24 hours for John Terry could turn worse as fans analyse video footage of his contribution to the melee that ended in Didier Drogba's dismissal. Replays show Carlos Tevez rubbing his neck after Terry walked towards him and raised his mouth in the United forward's direction. What happened?"

-> Watch the evidence and judge for yourself: click here!

Wednesday, 21 May 2008

Penalty shoot-out in Moskau

Manchester United v Chelsea
Carlos Tévez 1-0
Michael Ballack 1-1
Michael Carrick 2-1
Juliano Belletti 2-2
Cristiano Ronaldo: während des Anlaufes gestoppt, und dann unplatziert geschossen, Cech wehrt den Schuss der Torschützenkönigs ab 2-2
Frank Lampard: schlecht geschossen, aber drin 2-3
Owen Hargreaves 3-3
Ashley Cole 3-4 ... das bedeutet Matchball für Chelsea
Nani 4-4
John Terry: Kann er's machen? Nein!!! Wie so oft heute rutscht ein Spieler auf dem nassen Rasen aus 4-4
Anderson 5-4
Kalou 5-5
Ryan Giggs (der Rekordspieler in seinem 759. Spiel für ManU): sicher verwertet 6-5
Nicolas Anelka (der 14. Schütze des Elferschießens im strömenden Regen) vergibt, van der Sar wehrt ab!
ManU gewinnt das Elferschießen 6-5!!!

"GIGGS SCORES...AND ANELKA MISSES!!!! UNITED ARE CHAMPIONS!!!"

Cristiano Ronaldo weint vor Glück auf dem Rasen an der Mittelauflage.
John Terry ist vollkommen fertig und wird von Avram Grant getröstet.

Nach der Medaillenübergabe - zuerst an die Verlierer aus London, dann an die siegreichen United-Spieler, angeführt vom bisherigen Rekordspieler Bobby Charlton - präsentiert die Mannschaft von Manchester United zu den Klängen der Europahymne den riesigen Champions League-Pokal!
John Terry ist noch immer untröstlich.

-> Times Online: United win Champions League on penalties
-> BBC: Man Utd win in dramatic shoot-out

Man Utd: Van der Sar, Brown (Anderson 120), Ferdinand, Vidic, Evra, Hargreaves, Scholes (Giggs 87), Carrick, Ronaldo, Tevez, Rooney (Nani 101).
Subs Not Used: Kuszczak, O'Shea, Fletcher, Silvestre.
Booked: Scholes, Ferdinand, Vidic, Tevez.
Goal: Ronaldo 26.
Chelsea: Cech, Essien, Carvalho, Terry, Ashley Cole, Ballack, Makelele (Belletti 120), Lampard, Joe Cole (Anelka 99), Drogba, Malouda (Kalou 92).

Subs Not Used: Cudicini, Shevchenko, Obi, Alex.
Sent Off: Drogba (116).
Booked: Makelele, Carvalho, Ballack, Essien.
Goal: Lampard 45.
Man Utd win 6-5 on penalties
Att: 69,552
Ref: Lubos Michel (Slovakia).

Chelseas "Heimkehr"

"You can imagine what this means to Roman Abramovich. He came from here, from Moscow, and he's always wanted to be in the final"
Chelsea Manager Avram Grant über Chelseas "Heimkehr" zum CL-Finale, Mittwoch Abend, 20:45 Uhr

Tuesday, 20 May 2008

West Ham's Academy of Football im Champions League-Finale

Ein Artikel im Guardian und auf der Homepage von West Ham United müssen jeden Anhänger der Hammers stolz, aber auch ein wenig traurig machen:
Nicht weniger als fünf Spieler, die am Mittwoch im Champions League-Finale in Moskau um den höchsten Titel des europäischen Klubfußballs kämpfen werden, kommen aus West Hams "Academy of Football". Damit sind zumindest die Hälfte aller Spieler in den Teams von Chelsea und Manchester United mit englischer Nationalität durch die Ausbildungsstätte des Londoner Klubs gegangen.
Die Chelsea-Spieler Joe Cole und Frank Lampard spielten vom Akademie-Team bis zur ersten Mannschaft für West Ham, und auch ihr Teamkollege John Terry war laut dem Leiter der West Ham-Akademie Tony Carr als Schüler von 9 bis 14 bei West Ham, bevor er zur Jugend von Chelsea wechselte.
Der 1981 geborene Joe Cole debütierte schon mit 17 im "first team" der Hammers; von 1998 bis 2003 bestritt der stets als hochtalentierter, technisch beschlagener Fußballer geschätzte Flügelspieler 126 Ligaspiele und erzielte 10 Tore. Er war schon als Schüler eine Berühmtheit, als er er einmal sieben von acht Toren scorte, die Englands Jugendnationalteam gegen Spanien erzielte.
Als West Ham am Ende der Saison 2002/03 abstieg, wechselte Cole zu Chelsea, während sein gleichaltriger damaliger Teamkollege Michael Carrick sich entschloss, bei den Hammers zu bleiben. Als West Ham der sofortige Wiederaufstieg misslang, ging Carrick zunächst zu den Tottenham Hotspurs, zwei Jahre später wechselte er zu Manchester United. Dort traf er auf den drei Jahre älteren früheren West Ham-Academy-Abgänger Rio Ferdinand.
Der 1978 geborene Rio Ferdinand, der ältere Bruder des aktuellen West Ham-Verteidigers Anton Ferdinand, kam 1992 als Schüler von den Queens Park Rangers zu West Ham und blieb bis 2000 am Upton Park. Von 1995 bis 2000 spielte er 127 Ligaspiele und schoss zwei Tore. Sein Wechsel zu Leeds United um £18 Millionen bedeutete damals nicht nur einen britischen Transferrekord. Rio war auch der teuerste Verteidiger weltweit.
Rio Ferdinands Wechsel von Leeds zu Manchester United am 22. Juli 2002 brach erneut alle Rekorde: Der teuerste britische Fußballer der Geschichte sollte Leeds damals mehr als £30 Millionen einbringen, weil zu einem Grundbetrag von etwa £20 Millionen noch verschiedene Zuschläge kommen sollten - schlussendlich soll Leeds £29 Millionen für den Verteidiger erhalten haben, der damit dem Franzosen Lilian Thuram den Titel des höchstbezahlten Verteidigers der Welt wieder abjagen konnte. Der "Buchwert" von Rio Ferdinand wird bei Manchester United heute mit £33 Mio. angegeben.
Was wäre gewesen, wenn...
Die West Ham-Fans macht es stolz, dass "ihre" früheren Eigenbauspieler Lampard, Ferdinand, Cole und Carrick in den Teams der CL-Finalisten stehen. Es stimmt aber auch ein wenig traurig, denn immer wieder fragt man sich, was wäre gewesen, wenn die vier Supertalente bei den Hammers geblieben wären.
"It's a nice dream to think what might have happened if we could have kept them but it was never going to be a reality", sagt dazu Tony Carr, der seit 35 Jahren bei West Ham ist und die Geschicke der Akademie leitet. "We couldn't turn down Leeds' [£18m] offer for Rio; Frank [Lampard]'s dad and uncle [Harry Redknapp] had just left the managerial staff when the offer from Chelsea came in for him and the harshest of relegations in 2003 meant that we had to sell our assets."
Was wäre gewesen, wenn... Ein bisschen träumen wird doch erlaubt sein.

Monday, 19 May 2008

Mit Fair Play im UEFA Cup

Nun steht fest, welche Klubs über die Fair Play Wertung der UEFA zusätzliche Startplätze in der ersten Qualifikationsrunde zum UEFA Cup erhalten:
In England ist es Manchester City, das mit Platz 6 im Fair Play Table der Premier League den Sprung in den UEFA Cup schaffte. Manchester City war in der letzten Runde der Premier League allerdings ein bisschen zu fair: man ermöglichte Middlesbrough einen 8:1-Sieg - das höchste Ergebnis der gesamten Saison, womit eine Spielzeit, die für Manchester City so gut begonnen hatte (leider mit einem Sieg über West Ham!) höchst traurig zu Ende ging. Citeh-Eigentümer Thaksin Shinawatra hatte schon vor dem Saisonende angekündigt, Trainer Sven-Göran Eriksson austauschen zu wollen, aber der hat ja nun das Ziel, sich für einen internationalen Startplatz zu qualifizieren, geschafft. Er werde den Klub sicher auch auf dessen Tour nach Fernost betreuen, sagte jüngst der frühere England-Teamchef.
Das fairste Team der englischen Liga war übrigens Tottenham, das sich aber schon durch seinen Sieg im Ligacup für den UEFA-Pokal qualifiziert hat. West Ham kam auf Rang 9, was in etwa dem "echten" Tabellenrang (10.) entspricht.
Während England die Fair Play Wertung der UEFA gewann und damit den zusätzlichen UEFA Cup-Startplatz fix zugesprochen erhielt, wurden zwei weitere Länder aus den bestplatzierten Nationen dieser Wertung ausgelost. Am 13. Mai 2008 zogen Pawel Pogrebnjak, der im Pokalfinale gesperrte Torjäger des späteren Cupsiegers Zenit St. Petersburg, und der verletzte Rangers-Keeper Allan McGregor einen UEFA-Cup-Startplatz für Deutschland und Dänemark.
In Deutschland gelang daraufhin Hertha BSC vom 10. Platz der Bundesliga als fairstem Team der Sprung in den UEFA Cup. Die Berliner liegen in der Rangliste der deutschen Bundesliga-Clubs, die auf Basis der erhaltenen Roten, Gelben und Gelb-Roten Karten sowie der Beurteilung durch die DFB-Schiedsrichter-Manager berechnet wird, nach Saisonende voran. Auch sie dürfen damit in der ersten Qualifikationsrunde des UEFA-Pokals antreten. Und auch sie stellten ihre Fairness in der letzten Bundesliga-Runde mit einer 1:4-Niederlage gegen Meister Bayern München eindrücklich unter Beweis...
Den dritten über die UEFA Fair Play-Wertung vergebenen Startplatz im UEFA Cup bekommt Dänemark: FC Nordsjælland heißt der glückliche Klub, der in seinem letzten Match ausnahmsweise kein allzu "faires" Ergebnis ablieferte: 1:1 spielte der zur Zeit auf Platz 6 der dänischen Liga platzierte Klub am Wochenende gegen den Vierten OB.

Sunday, 18 May 2008

HANSE DER WOCHE: Massimo Furlan

In der Rubrik "HANSE DER WOCHE" wird regelmäßig ein Akteur aus der weiten Welt des Fußballs vor den Vorhang gebeten und vom RAPIDHAMMER der Akklamation durch die werte Leserschaft empfohlen. Diesmal kam niemand anderer als der Schweizer Performance-Künstler Massimo Furlan für diese Ehre in Frage.

16. Mai 2008, 20:30, Wien, Hanappi-Stadion. Hans Krankls Wohnzimmer sozusagen.
Obwohl der "Goleador", der vor 30 Jahren in Cordoba zwei Tore bei Österreichs legendärem 3:2-Sieg gegen Deutschland schoss, heute nicht "zu Hause" ist, spielt er an diesem Abend die Hauptrolle.
Allerdings nicht persönlich, sondern dargestellt von dem Schweizer Künstler Massimo Furlan, der im Rahmen einer Veranstaltung der Wiener Festwochen die Begegnung Österreich – Deutschland bei der WM 1978 in Argentinien nachspielt. Ganz allein und ohne Ball gibt er auf dem Spielfeld des Hanappi- Stadions die kompletten 90 Minuten in der Rolle von Hans Krankl - im Originaltrikot von 1978 - wieder.
Der KURIER widmete der Performance "Das Wunder von Cordoba - Fußballtheater für 1 Spieler" am Sonntag eine ganze Seite (samt Darstellung des Geschehens vor 30 Jahren unter dem Titel "Krankl war reif für den Austausch" sowie teilweiser Wiedergabe des Radiokommentars von Edi Finger).
Am Freitag bei der Uraufführung des Fußballtheaterstücks sprach Fingers Sohn Edi Finger jr. den Kommentar zu Furlans Darstellung, verschnitten mit dem unsterblichen Kommentar seines Vaters. Eine Beschwörung der kollektiven Erinnerung des Landes, die sogar Menschen haben, die 1978 noch gar nicht geboren waren.
Kurz vor dem Anpfiff der EM wollte Furlan damit gemeinsam mit den ca. 3000 Zuschauern noch einmal das Theater der Emotionen, das Zittern und die Begeisterung von 1978 beschwören und daran erinnern, dass – nicht nur im Fußball – Wunder immer möglich sind.
Nicht vergessen sollte aber werden, dass Österreich in Cordoba zwar den ersten Sieg gegen Deutschland nach vierzig Jahren gefeiert hatte (berücksichtigt man das schon nach dem "Anschluss" im April 1938 gespielte Match NICHT, das 2:0 für Österreich endete, so datierte der letzte Erfolg sogar auf 1931 - damals 5:0 für das österreichische "Wunderteam"). Seither haben die Österreicher gegen die Deutschen aber nicht nur verloren:
1986 gelang in Wien in einem Freundschaftsspiel ein 4:1-Sieg (Tore: Polster 2 Elfer, R. Kienast 2 bzw. Völler).
Naja, ich muss zugeben, das ist nun auch schon mehr als 20 Jahre her...

Internet:

Saturday, 17 May 2008

Noch drei Wochen ...

Das Wiener Ernst Happel Stadion ist schon eingezäunt: Ohne Genehmigung der gelb gekleideten Stewards kommt man nicht mehr näher als siebzig Meter an den künftigen Schauplatz von drei Vorrunden, zwei Viertelfinal-, einem Halbfinal- und dem Finalspiel der Euro heran.
Dass die Autofahrer in Österreich ihre Fahrzeuge beflaggen dürfen (siehe Bild) ist mittlerweile geklärt. Nachdem es kurzfristig Aufregung um die Rechtslage gegeben hatte, hat Verkehrsminister Faymann einen Erlass angekündigt: damit werde klargestellt, dass der Patriotismus Flagge zeigen darf.
Fehlt nur noch die dazugehörige Eu(ro)phorie im Land. Aber Ivo Vastic (38) wird eh jeden Tag besser, wie wir heute wieder in seinem Leibblättchen "Österreich" lesen durften...

Schon wieder Blau gegen Blau: FA Cup Finale

Blau dürfte so etwas wie die Modefarbe in den Fußball-Finalspielen dieses Frühjahrs sein. Nachdem sich am Mittwoch mit den Glasgow Rangers und Zenit St. Petersburg zwei Klubs mit diesen Vereinsfarben um den UEFA Cup gematcht haben, stehen heute zwei "blaue Teams" im englischen FA Cup Finale in Wembley.
Diesem blauen Gesetz der Serie folgend müsste das Euro-Finale wohl wieder - wie bei der letzten WM - Italien gegen Frankreich heißen...
Jaja, die Euro, die nimmt auf den Sportseiten und in den Köpfen mittlerweile fast den ganzen Raum ein, sodass für den traditionsreichen FA Cup z.B. im heutigen KURIER einzig und allein ein Hinweis in der Rubrik "Sport im TV" blieb. Und der ist insofern mysteriös, als das um 15 Uhr (BST) bzw. 16:00 Uhr (ME[S]Z) angepfiffene Match erst ab 16:35 übertragen wird. Ist die Live-Übertragung beim DSF also zeitversetzt???
Wie auch immer. Trotz der medialen Geringschätzung wird es ein historisches Spiel heute Nachmittag im Wembley Stadion: Sowohl der FC Portsmouth (mit Ex-Hammers-Spieler und Manager Harry Redknapp) als auch Cardiff City würden eine lange Wartezeit beenden, falls sie den traditionsreichsten Cupbewerb der Welt gewinnen: Beide holten sich bisher einmal den Pokal; Pompey 1939 und die "Seagulls" aus Cardiff 1927.
Wobei Cardiff die einzige nicht-englische Mannschaft ist, die jemals den englischen Cup stemmen durfte. Die Waliser würden auch, sofern das Championship-Team den Achtplatzierten der Premier League schlagen sollte, England im UEFA Cup vertreten, das hat die englische FA so entschieden. Und vor dem Finale wird nicht nur "God Save the Queen" unter dem Wembley Arch ertönen, sondern auch die walisische Hymne.
Noch etwas wird ungewohnt sein am heutigen Nachmittag: seit 1995 wird erstmals ein Klub den FA Cup gewinnen, der nicht zu den "großen Vier" - also Arsenal, Chelsea, Manchester United oder Liverpool - gehört. Sie alle sind in diesem für Favoriten so unangenehmen Jahr gescheitert - wobei Manchester United gegen den Finalisten Portsmouth ausgeschieden ist (0:1-Heimniederlage). Cardiff hingegen hatte keine Giganten zu erledigen, um ins Finale vorzustoßen: Middlesbrough war das am höchsten platzierte Team, gegen das die Seagulls gewinnen mussten (immerhin 2:0 auswärts).
Cardiff City ist der erste Klub im Finale seit 2004, der nicht in der Premier League spielt. City qualifizierte sich gegen ein weiteres Sensationsteam dieses FA Cups, den FC Barnsley, der Liverpool und Chelsea aus dem Bewerb kickte, mit 1:0. Mit demselben Ergebnis kam vor sechs Wochen auch Portsmouth gegen West Brom ins Finale. Schon im Semifinale spielte also nur mehr ein einziger PL-Klub im Bewerb.
Egal wie das Finale ausgeht, der 127. FA Cup wird jedenfalls als jener mit den sensationellsten Ergebnissen in die Geschichte eingehen. Und da der FC Portsmouth zuletzt alles andere als gute Form gezeigt hat, wäre es gar nicht so absurd, wenn Cardiff heute gewinnen würde. Seit einem Sieg gegen West Ham Anfang April hat Pompey so gut wie alle Spiele verloren, zuletzt verhalfen sie Fulham mit einer 0:1-Heimniederlage sogar zum Klassenerhalt.
Sollte der Cardiff City FC heute das Finale gewinnen, wäre das der erste Erfolg eines nicht der obersten Liga angehörenden Teams seit 28 Jahren: 1980 gewann West Ham - wer sonst? -, damals in der alten 2. Division, gegen "top flight"-Team Arsenal 1:0 (Torschütze: Trevor Brooking per Kopf).
Für Harry Redknapp, den 61-jährigen Portsmouth-Manager mit langer West Ham-Vergangenheit, ist das heutige Finale trotz mittlerweile vierzigjähriger Fußballkarriere, auf die durch Untersuchungen im Zusammenhang mit Korruptionsvorwürfen im englischen Fußball in dieser Saison ein Schatten fiel, eine Premiere. Er hat in seinem langen Fußballerleben noch nie ein FA Cup-Finale erreicht. 'arry spielte von 1964 bis 1972 für die Hammers und trainierte die Londoner 1994 bis 2001.
Ein in vielerlei Hinsicht bemerkenswertes Endspiel, bei dem außer Pompey-Trainer Redknapp noch einige weitere Ex-Hammers dabei sein werden, ist also heute zu erwarten.