Rapid Hammer

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RAPIDHAMMER

Monday, 30 June 2008

Danke, Spanien - Sorry, Deutschland!

"In defeating Germany here at the Ernst Happel Stadium on this balmy June evening, Spain not only ended 44 years of international failure and frustration but delivered a gift rich in significance to those who subscribe to a brand of football that truly is the beautiful game."
Paul Fletcher, BBC Euro Blogger

Sunday, 29 June 2008

Friday, 27 June 2008

Schweiz und Österreich: Die alten Klischees

Paul Fletcher berichtete für die BBC über die Euro in der Schweiz. Besonders beeindruckte ihn, wie ordentlich, korrekt und pünktlich bei den Schweizern alles läuft. (Die haben übrigens auch schon ihren neuen Teamchef für die Nationalmannschaft.) Und dann musste Herr Fletcher zu den letzten beiden Spielen nach Österreich reisen (2411 Meilen von Basel nach Wien). Hier sein Reisebericht:
"On Thursday I took three trains and one bus on an 11-hour journey to Vienna, my final destination. The transport to the Austrian border ran like clockwork. The minute I left Switzerland and arrived at Feldkirch train station, I was confronted by delayed trains, confused passengers and a beleaguered platform attendant. It felt almost like home."
Und am Rennweg beginnt der Balkan, nicht wahr...

Thursday, 26 June 2008

Das vorletzte Spiel

Stundenlang drehte ein Polizeihubschrauber seine Runden über Wien. Untrügliches Zeichen, dass am Abend wieder ein Euro-Match in der Stadt gespielt wurde. Die Melodie von "Seven Nation Army" ertönte aus russischen Fankehlen nahe des Gartenbaukinos. Eine Touristengruppe mit rot-gelben Fahnen marschierte durch den Stadtpark. Das vorletzte Spiel dieser EM stand bevor: Russland gegen Spanien.
"Ich freu mich schon auf Rapid gegen Salzburg", hatte mir am Nachmittag ein Freund gesagt. Er habe seine Semifinalkarten verkauft, nachdem die Holländer ausgeschieden waren, erzählte er.
Ich glaube, es wird ihm leid getan haben: denn was Spanien an diesem Donnerstag Abend im Ernst Happel Stadion zeigte, war wirklich sehenswert.
Wahrscheinlich hätte man tagsüber noch Tickets für dieses Spiel erhalten können, denn die Russen hatten nicht jene Massen nach Wien gebracht, die im Falle einer holländischen Semifinal-Teilnahme hierher gepilgert wären. Und auch die spanischen Fans waren jedenfalls letzten Sonntag im Viertelfinale - verglichen mit Kroaten, Polen und Türken in den Spielen in Wien - nicht gerade zahlreich vertreten gewesen. Trotzdem: ich sah mir das Spiel im Fernsehen an und blieb daher bei diesem ersten Wiener Regen-Spiel trocken.
Das Spiel bei Blitz und Donner begeisterte. Ob auch die Stimmung im Stadion besser war als bei Italien gegen Spanien, konnte ich von der Couch aus nicht beurteilen. Für die russischen Gäste gab es jedenfalls nicht viel zu beklatschen oder - wie John Lennon es einmal ausdrückte - mit den Juwelen zu be-klimpern.
Denn zu gut geölt war die spanische Angriffsmaschine, wie geschmiert lief das Kurzpassspiel nach vorne - und vom russischen Offensivfußball war heute Abend wenig und in der zweiten Halbzeit gar nichts zu sehen. Gegen Ende, beim Stand von 3:0 für Spanien wurde eine Torschuss-Statistik eingeblendet: 10:1 für Spanien!
Schade, dass das spanische Team nicht schon letzten Sonntag gegen Italien so stark aufspielte wie Donnerstag Abend: ich wäre schon heute ein Spanien-Fan gewesen. So werde ich meine Neutralität erst am Sonntag beim Finale wieder aufgeben - und mir einen Sieg von Rot-Gelb wünschen!
Nächste Woche ist's dann vorbei mit Ringstraßen-Sperre, UEFA-Fernsehdiktat, überteuerten Tickets, wässrigem Bier, Boulevard-Hysterie und allzu lauter Disco-Atmosphäre im Stadion.
Nach Spielen wie dem heutigen muss man wirklich sagen: Schade, dass diese EM zu Ende geht.

Tuesday, 24 June 2008

Inoffizielles Vorspiel zum EM-Finale

Am Freitag, den 27.6. (18 Uhr), kommt es auf der idyllischen Sportanlage Kaiserwasser zu einem Duell der besonderen Art: Die Kicker des Fußballmagazins Ballesterer fm treffen auf die Mannschaft des Magazins "Null Acht".
"Ein Hochrisikospiel" nennt es Ballesterer in seinem Vorbericht. Begründung: "Weil wir immer mit hohem Risiko spielen!", so Interimschef Stefan Kraft wenige Tage vor der Begegnung gegen die Kollegen von Null Acht.
Null Acht dagegen spricht vom Spiel der "Italiener der Fußballmagazinszene (abgebrüht und erfahren)" gegen die "Russen der Szene (jung und leidenschaftlich)".
Newcomer "Null Acht", für das auch der (am Freitag leider verhinderte) RAPIDHAMMER schreibt, kommt übrigens als Titelinhaber zum Kaiserwasser. Null Acht gewann im April das erste Wiener Journalisten Fußballturnier (Bild rechts).

Ankickzeit und Ort für das Gipfeltreffen der beiden ehrlichen Fußballmagazine: Sportanlage Kaiserwasser (Eiswerkstr. 20, 1220 Wien), Freitag, 27. Juni, 18 Uhr.

-> Über "Null Acht": Why can't the mass of football publishing be this strong?

-> Die bislang letzte Nummer von Null Acht erschien vor der Euro 08, im Herbst soll es ein neues Heft des anspruchsvollen Sportmagazins geben.

Was wurde aus Eggert Magnusson?

Sonntag vor dem Euro-Viertelfinale Spanien - Italien sah ich einen Mann mit markanter Glatze und abstehenden Ohren durch Wiens Innenstadt joggen. Es war früher Nachmittag, sengend heiß und der schon etwas ältere Herr lief mit nacktem Oberkörper. Der sieht doch aus wie ..., dachte ich mir.
Wie Eggert Magnusson, fiel mir dann ein, und ein letzter Blick auf den um die Ecke keuchenden Läufer sagte mir: das war er - der Ex-Chairman von West Ham United. Der Isländer war bis Anfang 2007 Mitglied des Exekutivkommitees der UEFA und Fußballpräsident von Island. Seine Anwesenheit in Wien am Tag des UEFA Euro-Viertelfinales war daher mehr als wahrscheinlich.
Eggert Magnusson war das Gesicht der "Island-Revolution" bei West Ham United im November 2006. Ein isländisches Konsortium, als dessen Kopf der damalige isländische Fußballpräsident präsentiert wurde, kaufte den Klub um £85 Mio. und "Eggy" ersetzte den unbeliebten bisherigen Chef der Hammers, Terrence Brown. Tatsächlich übernahm Magnusson zwar die Rolle des geschäftsführenden Präsidenten, hielt selbst aber nur einen 5 %-Anteil, während der Löwenanteil am Londoner Traditionsklub von Björgulfur Gudmudsson, dem Eigentümer der isländischen Landesbank, erworben wurde. Mit der Ablöse des Erfolgstrainers der Vorsaison, dem zu diesem Zeitpunkt glücklosen Alan Pardew, hatte Magnusson schon wenige Wochen nach seinem Amtsantritt eine schwierige Entscheidung zu treffen.
Mit dem neuen Manager Alan Curbishley, einigen teuren Transfers im Jänner und einem Formaufschwung des Teams im Frühjahr gelang es dann, den Klassenerhalt zu schaffen, und auch die Affäre um die Spielberechtigung von Carlos Tévez konnte von Magnusson glücklich gelöst werden (auch wenn bis heute rechtlich nicht alles ganz geklärt ist).
Überraschend trat der 61-Jährige im September des Vorjahres als geschäftsführender Präsident zurück, sollte aber im West Ham-Vorstand bleiben, hieß es zunächst. Am 13. Dezember 2007 wurde jedoch mitgeteilt, dass sich Magnusson zur Gänze von West Ham zurückziehe und sein 5 %-Anteil von Björgolfur Gudmundsson, der damit Alleineigentümer von West Ham wurde, übernommen werde.
Der Rückzug des bei den Fans wegen seiner leidenschaftlichen Performance in der Director's Box beliebten Isländers wurde in der Presse auf die hohen Ausgaben zurückgeführt, die Magnusson mit seinen Spielertransfers vom Jänner und vom Sommer 2007 zu verantworten hatte. Gudmundsson, Besitzer der isländischen Landsbanki, die unter der internationalen Finanzkrise besonders zu leiden hat, wolle den Gürtel finanziell etwas enger schnallen, hieß es - und tatsächlich gab es im "Transfer-Fenster" im Jänner 2008 kaum Bewegung bei West Ham.
Mit der Verlängerung des Vertrages von Dean Ashton vor wenigen Wochen signalisierte die Klubführung allerdings, dass es keine Rasenmäher-Sparpolitik geben werde, und die Verpflichtung eines italienischen Sportdirektors, der gemeinsam mit Trainer Alan Curbishley für die Transfers zuständig sein wird, lässt hoffen, dass es mit den Hammers auch unter B.G. (wie die Fans Herrn Gudmundsson nennen) weiter bergauf gehen wird.
Was wurde aber aus Eggert Magnusson, der immerhin seit einem halben Jahr "arbeitslos" ist?
Nun, als Eigentümer eines profitablen Unternehmens in der Nahrungsmittelbranche (import/export and bread and biscuit manufacturing company) wird Eggy nicht langweilig geworden sein. Was genau die "other business interests" sind, die Magnusson nach seinem Rückzug von West Ham verfolgen wollte, konnte ich aber bisher leider nicht feststellen.
Dem UEFA Exekutivkommitee, das im Jänner 2007 neu gewählt wurde, gehört Magnusson nicht mehr an. Die letzten Einträge bei Google betreffen immer noch den Abschied vom West Ham am 13. Dezember 2007 und auch auf der Website des isländischen Fußballverbandes gibt es nichts Neues über Herrn Magnusson zu lesen. War Eggy also - wie Zinedine Zidane - nur als Fan in Wien?

Monday, 23 June 2008

Hicke geht, Hiddink ist frei

Josef Hickersberger hat am Montag seinen sofortigen Rücktritt als Teamchef der österreichischen Nationalmannschaft erklärt. Wie der ÖFB bestätigte, teilte der 60-Jährige, der schon am Wochenende im Ö3-Frühstücksradio und später in einem "Standard"-Interview erklärt hatte, er sei "leer und müde", seinen Entschluss ÖFB-Präsident Friedrich Stickler mit.
Möglicherweise kam Hickersberger, der sein Ziel - Aufstieg ins Viertelfinale - trotz zeitweise überraschend ambitionierter Auftritte der österreichischen Mannschaft nicht erreicht hat, auch einer Entscheidung im ÖFB-Vorstand, die nach Kritik aus der Bundesliga gar nicht mehr so sicher auf Aufrechterhaltung seines Vertrages gelautet hätte, zuvor. Der Verband nahm diese Entscheidung zur Kenntnis, zeigte sich aber überrascht, heißt es.
Auf einer Website las ich heute, dass Guss Hiddink, der holländische Erfolgstrainer der russischen Nationalmannschaft, nach der EM frei sei. Wacht der ÖFB auf oder ist ein solches Kaliber, das den Aufwärtstrend beim österreichischen Team so richtig verstärken könnte, weit jenseits dessen, was wir uns leisten können?

Mein Euro-Out

Euro-Viertelfinale Spanien gegen Italien am Sonntag im Ernst Happel Stadion. Schon am 7. Mai 2007 - vor mehr als 13 Monaten - haben die geschäftstüchtigen Herren von der UEFA 232 € für zwei Tickets von meinem Konto abbuchen lassen. Und dann waren die beiden Plätze gar nicht neben-, sondern hintereinander (Block E, Reihe 18 und 19, jeweils Sitz 171).
Dass ich dann doch neben meiner Frau sitzen konnte, die diesmal mit im Stadion war, verdanke ich nicht der UEFA, sondern 1) den netten Herrschaften neben uns, die einen Sitz weiter rutschten, weil 2) ebenso nette (unbekannte) Herrschaften daneben ihre Karten ungenutzt und die Sitzplätze leer gelassen hatten.

Euro-Viertelfinale Spanien gegen Italien im Ernst Happel Stadion. Das klingt gut, aber bei Italien fehlten mit Pirlo und Gattuso die beiden wichtigsten Leute im Mittelfeld. Cannavaro ging weniger ab, der italienische Catenaccio funktionierte auch ohne ihn in diesem leider von Taktik und mehr Quer- als Steilpasses geprägten Spiel.
Die spanischen Angreifer Villa und Torres - Ersterer hatte in der Vorrunde immerhin vier Tore geschossen - waren die meiste Zeit bei den vielen weißen Defensivspezialisten abgemeldet. Ebenso ging es aber auch Luca Toni auf der Gegenseite, dessen einzigen ernst zu nehmenden Kopfball Spanien-Verteidiger Marchenas, ebenfalls mit Köpfchen, abblocken konnte (Bild).
Das nette Liedchen "Luca Toni, Luca Toni segna un gol" (Luca Toni schießt ein Tor) war zwar mein Favorit unter den - weger fehlender Tore und zündender Aktionen immer wieder einschlafenden - Anfeuerungsrufen der Fans. Aber der besungene 1,92 m-Mann (seinerzeit eine Entdeckung von West Hams neuem Sportdirektor Gianluca Nani) konnte dem Song nie gerecht werden.

Euro-Viertelfinale Spanien gegen Italien im Ernst Happel Stadion. Es war wirklich alles angerichtet für ein großes Spiel, fast 52.000 Zuschauer waren im Prater-Oval, der Kameramann neben uns hatte seine Linse auf die Spanier eingestellt (Bild unten), in unserer Kurve sangen die Italiener und auf der anderen Stadionseite die Spanier. Aber am Ende waren echte Torchancen Mangelware und ein wirklicher Nervenkitzel war nur das Elferschießen - abgesehen vielleicht von jener Szene, in der Italo-Keeper Buffon beinahe die Patzerserie der besten Torhüter fortgesetzt hätte und einen schon gefangenen Ball an die Torstange kullern ließ.

Beim "penalty shoot-out" hatte ich kein gutes Gefühl für die Italiener und tatsächlich verhauten sie schon den zweiten Elfer: de Rossis Schuss wurde von Casillas gehalten. Und während Buffon beharrlich in die falsche Ecke flog, war Casillas (Bild) fast immer in der richtigen.

Camoranesis dritten Elfer für Italien konnte Casillas zwar nicht erreichen, aber als bei 3:2 für Spanien die Nummer 11 der Italiener (di Natale) antrat, der nach einer Schwalbe schon die gesamte zweite Hälfte der Verlängerung vom Publikum ausgepfiffen worden war, schwante mir nichts Gutes. Und tatsächlich: Casillas parierte den Strafstoß und Arsenal-Spieler Fabregas verwertete zum 4:2 für Spanien. Italien war draußen.

Euro-Viertelfinale Spanien gegen Italien im Ernst Happel Stadion. Das war es, mein Euro-Aus: Österreich draußen, Italien draußen, Holland, Kroatien und Portugal draußen, und England gar nicht dabei. Das war's dann für mich. Oder soll ich jetzt vielleicht für Russland die Daumen drücken?

Sunday, 22 June 2008

Fliegt heute auch Spanien?

B-Team-Strategie als Bumerang

Dem Gesetz der Serie folgend müsste heute Abend beim letzten Euro-Viertelfinale in Wien Italien gegen Gruppe D-Sieger Spanien gewinnen und sich für das Semifinale gegen Russland qualifizieren. In den drei bisherigen K.O.-Spielen setzte sich nämlich keiner der Gruppensieger der Vorrunde durch.
Sowohl Kroatien als auch Holland hatten - ebenso wie Spanien - ihre Vorrunden-Gruppen mit dem Maximum von 9 Punkten gewonnen. Und auch Portugal war nach zwei Siegen bereits sicherer Gruppensieger gewesen, bevor das bedeutungslose letzte Spiel gegen die Schweiz mit 0:2 verloren wurde.
Alle vier Gruppensieger haben ihre für Platzierung und Aufstieg nicht mehr relevanten dritten Vorrundenspiele mit stark veränderten "B-Teams" bestritten, während die "runners-up" sich nicht schonen konnten. Sie mussten in ihren letzten Partien noch hart um den Einzug ins Viertelfinale kämpfen.
Keiner der drei bisher angetretenen Gruppensieger proftierte aber offenbar von der Schonung von Stammkräften, vielmehr fehlte es bei Portugal, Kroatien und Holland an manchen Tugenden, die diese Teams in den Gruppenspielen ausgezeichnet hatten. Alle drei enttäuschten gegen vermeintlich schwächere Gegner.
Sollte sich der Vorteil des Gruppensieges also ins Gegenteil verkehrt haben? Ich kann mir das gut vorstellen. Durch die Zusammenwürfelung eines "B-Teams" ist offenbar der Faden bei den drei nun ausgeschiedenen Mannschaften gerissen, das Teamgefüge kam durcheinander und außerdem war das Momentum nun einfach bei den Nationen, die erst in einem hart umkämpften "Endspiel" den Einzug in die Runde der letzten Acht sicherstellen konnten.
"Rotieren" ja, aber beinah die komplette Mannschaft auszutauschen, wenn's um nichts mehr geht - nein.
Wird sich diese Strategie auch für Spanien heute Abend als Bumerang erweisen?

Saturday, 21 June 2008

Russische Revolution frisst ihre Väter

Die "Holland-Revolution" bei den Russen geht weiter. Guus Hiddink, der holländische Trainer der Sbornaja, feierte am Samstag in Basel mit dem 3:1 (0:0, 1:1) n.V. einen verdienten Sieg über die Vorbilder aus den Niederlanden. Damit ist die beste Mannschaft der Vorrunde, die sich in der sogenannten "Todesgruppe" souverän durchgesetzt hatte, überraschend ausgeschieden. Aber Russland spielte heute holländischer als Holland selbst!
Arshavin und Pavlyuchenko wirbelten durch die holländischen Reihen, wie es in der Vorrunde nur Snejder, van Nistelroy und Kollegen taten. Unglaublich, wie attraktiv diese Russen spielten.
Dass mit Holland nach Portugal und Kroatien nun der dritte "Europameister der Vorrunde" draußen ist, kann uns durchaus ein unerwartetes Finale bescheren. Die Wiederholung des 70er-WM-Finales Deutschland - Holland ist jedenfalls definitiv nicht mehr möglich.

Türken erobern Wien

Kroaten feiern vor dem Spiel, Türken nach dem Elferschießen

Es war an diesem Viertelfinalspieltag in Wien wie vor dem ersten Gruppenspiel Österreich v Kroatien. Die ganze Innenstadt war ein einziges rot-weißes Schachbrett. Die Kroaten feierten am Stephansplatz, am Graben, in der U-Bahn, und man fragte sich: Wo sind nur die Türken?
Auch vor dem Stadion und im Stadion das selbe Bild: Hrvatska wohin man blickt. Der türkische Sektor ist nicht einmal halb so groß wie die komplett kroatisch besetzte gegenüberliegende Kurve.
Dazwischen auffallend viele Deutsche, die sich die Karten für dieses Spiel in der Annahme gekauft haben dürften, dass Deutschland die Gruppe B gewinnt, und natürlich auch zahlreiche Österreicher.
Auch zwei Burschen in West Ham-Dressen sehe ich; sie dürften wegen Slaven Bilic gekommen sein, dem kroatischen Trainer, der 1996/97 bei West Ham United spielte.
Das Spiel, das ich (überraschender Weise) als neutraler Zuschauer live miterlebe - um 6 Uhr abends hat mich Alfred angerufen und gefragt, ob ich ein Ticket haben möchte! - hält zunächst nur zeitweise, was es versprochen hat. Olic gelingt in der ersten Halbzeit das Kunststück, nach Zuspiel von Modric aus kurzer Distanz den Ball an die Latte zu schaufeln (da hätte vielleicht sogar einer der österreichischen Stürmer getroffen!).
Sowohl Türken als auch Kroaten leisten sich viele Fehlpässe und schlecht getretene Corner und verbreiten vor allem in der 2. Hälfte einige Langeweile.
Nicht nur einmal branden "Österreich Österreich"-Rufe beim neutralen Publikum auf. Da hätte unser Team auch mithalten können, meinen viele.
Logisches Ergebnis nach 90 Minuten?): 0:0 - auch, weil Rüstü einen kroatischen Freistoß (84.) von Srna aus dem Kreuzeck fischt (was uns zur Frage veranlasst: Hätte der auch Ballacks 1:0 gegen Österreich gehalten?).
In der Verlängerung geht's aber dann rund. Die Türken drücken vor allem in der ersten Halbzeit der Extra Time, das Türkyie! Türkyie! ist plötzlich viel lauter als die kroatischen Anfeuerungsrufe und alle spüren: Da liegt eine Sensation in der Luft. Nachdem aber die besten Chancen hüben wie drüben vergeben werden, freut sich der neutrale Zuschauer im eigenen Stadion auf ein Elferschießen der netten Gäste.
Doch dann bringt Klasnic die Kroaten nach einem Tormannfehler von Rüstü kurz vor Ende der Verlängerung in Führung, das erwartete Elferschießen scheint abgesagt.
Aber es ist unglaublich: Das dritte Mal in diesem Turnier schießen die Türken ein last minute goal! Sentürk gelingt in der allerletzten Aktion der Overtime der Ausgleich. Da springe auch ich vor Freude auf, obwohl ich ursprünglich eher Kroatien favorisiert hatte.
Im Elferschießen scheinen dann die kroatischen Spieler ebenso entnervt zu sein wie ihre Fans. Nach dem vermeintlichen Sieg und der kalten Dusche in der 120. Minute kann man es ihnen nicht verdenken.
Der erste türkische Erfolg ist schon die Auswahl des Tores, auf das die Penalties geschossen werden - es ist jenes vor dem türkischen Sektor. (In dieser Kurve, aber im "neutralen" bzw. gemischten Bereich, sitzen auch wir!)
Zweimal ballern die armen Kroaten ihren Elfer neben das Tor (Modric, Rakitic), die Türkei führt mit 3:1. Und den vierten kroatischen Elfer (Petric) kann Rüstü halten.
Die Türken brauchen zu ihren letzten beiden Penalties gar nicht mehr anzutreten. Sie spielen nun in Basel gegen Deutschland um den Einzug ins EM-Finale!
Hupend und Fahnen schwingend feiern die türkischen Fans auf Wiens Straßen den Sieg ihres Teams!

Friday, 20 June 2008

Nur eine Raubkatze im Viertelfinale

Für die von PUMA ausgestatteten Teams lief die Euro bisher nicht optimal. Vier von fünf Teams, die von der mit dem Luxuskonzern Gucci verschwisterten deutschen Puma AG ausgestattet werden, kamen über die Gruppenphase nicht hinaus. Nur mehr Italien ist im Bewerb, während sich neben den beiden Gastgebern auch Polen und Tschechien bereits aus Österreich und der Schweiz verabschieden mussten.
Bild: Die italienische Nationalmannschaft vor dem Testspiel gegen Spanien am 26. März 2008.
(Ergebnis damals: 1:0 für Adidas = Spanien)
Gut für Puma: Die beiden Heimteams, die sicher überdurchschnittlich viele Fans auf die Straße und ins Stadion brachten, liefen beide in Puma-Shirts ein. Auch mich konnte das österreichische Nationalteam dazu veranlassen, mir ein rotes Puma-Sportleibchen (wenn auch ohne Wappen) zu kaufen und meinem Sohn ein Original-Österreich-Shirt zum Geburtstag zu schenken. Damit ist der Familienbedarf an roten Leiberln aber nun endgültig gedeckt.
Für den Umsatz des amerikanischen Sportartikelherstellers Nike stellt die Euro dagegen einen echten Glücksfall dar: alle fünf Nike-Teams (Kroatien, Türkei, Russland, Portugal und die Niederlande) überlebten die Vorrunde. Trotz des gestrigen Portugal-Aus gegen "Turnierschwein" Deutschland kann die griechische Siegesgöttin jedenfalls zu beiden Halbfinali nach Wien und Basel einfliegen: aus den "Nike-internen" Begegnungen Türkei-Kroatien und Niederlande-Russland muss ja jeweils einer in die Semis kommen.
Sämtliche Ausstatter der Euro-Teams kann man in diesem Artikel (KURIER) sehen.
Mit dem auch dort beklagten Aus für das einzige von UMBRO ausgestattete Team (Schweden) hat der englische Hersteller, der seit der letzten Saison auch für "claret & blue" (West Ham United) verantwortlich ist, übrigens einen weiteren Tiefschlag erlitten. Gerade die schwedischen Fans, die in ihren Spielen so gut wie ausnahmslos in farbenfrohes Blau-Gelb gekleidet waren, hätten sicher noch ein paar Euro in ihre "Uniformen" investiert. Und schon im Oktober 2007 (nach dem Scheitern der ebenfalls von Umbro ausgestatteten Engländer in der EM-Qualifikation gegen die in Nike gekleideten Russen und Kroaten!) war der Hersteller von Nike übernommen worden. Die Amerikaner gelobten zwar, die auf Fußball spezialisierte Marke Umbro (deren Trikots bei der Fußball-WM 1966 noch 15 von 16 Teams getragen hatten!) weiterführen zu wollen. Aber einer "Zwei-Marken-Strategie" ist oft kein langes Leben beschieden.
Bei Intersport Eybl in Wien führt man übrigens - abgesehen von der nun wohl ziemlich untinteressanten Schweden-Dress - keine Umbro-Artikel.

Österreich war das jüngste Team

Das Weblog "Ballverliebt" errechnete den Altersschnitt der in der Euro-Gruppenphase eingesetzten Spieler und heraus kam, dass tatsächlich Österreich das Baby-Team dieser EM war.
Die bereits ausgeschiedenen Gastgeber Österreich und Schweiz führen zumindest diese Rangliste an (siehe unten). Die Rentnergang stellte Weltmeister Italien.
Kein Wunder also, dass der österreichische Angriff kein Tor aus dem Spiel zustande brachte. Die Burschen sind international gesehen einfach noch zu grün hinter den Ohren.
Wo aber waren die erfahrenen Spieler im besten Fußballeralter (also die Kicker, die doch etwas jünger sind als unser einziger Torschütze Ivica Vastic)? Sie fehlten weitgehend im österreichischen Team und ihr Fehlen ist so augenscheinlich, dass man von einer "verlorenen Generation" sprechen kann.
Der KURIER zählt bei den durchaus bemerkenswerten "acht Gründen", die für das Vorrunden-Aus verantwortlich waren, neben der "verlorenen Generation" auch die "verlorenen Spieler" auf und bedauert, ebenso wie ich, das Fehlen von Paul Scharner oder anderen echten Leader-Persönlichkeiten im Team. Auch Hicke bekommt sein Fett weg, durchaus zurecht: Stichwörter Angsthasen-Taktik gegen Kroatien und eine nicht optimale Kaderzusammenstellung.
Weitere kritische EM-Analysen liest man beim ORF-Sport und natürlich bei Herrn Blumenau.
Schön, dass wir uns nicht blamiert haben. Aber hoffentlich ist die Verlängerung des Vertrages mit Teamchef "Hicke" nicht die Garantie dafür, dass die trotzdem gemachten Fehler sich nun zwei weitere Jahre lang wiederholen.

Hier die Altersrangliste der Euro-Vorrunde:
25,5 Jahre - Österreich
25,6 Jahre - Schweiz
26,1 Jahre - Spanien
26,7 Jahre - Türkei
26,9 Jahre - Russland
27,2 Jahre - Deutschland
27,4 Jahre - Kroatien
27,5 Jahre - Portugal
27,6 Jahre - Polen
27,9 Jahre - Rumänien
28,1 Jahre - Holland
28,4 Jahre - Tschechien
29,5 Jahre - Frankreich
29,6 Jahre - Griechenland
29,7 Jahre - Schweden
30,0 Jahre - Italien

Zum Vergleich: Das Durchschnittsalter des jüngsten Teams der österreichischen Bundesliga-Saison 2007/08, Sturm Graz, betrug ebenso 25,5 Jahre.

Thursday, 19 June 2008

England-Killer im Viertelfinale, Freddie out

Beide Teams, die sich in der EM-Qualifikationsgruppe E im letzten Herbst vor den Engländern platzieren konnten, haben nun auch das Viertelfinale der Euro überstanden.
Nach Kroatien, das morgen in einem sicher heißen Wiener Viertelfinale auf die Türkei trifft (Ottakringerstraße gegen Brunnenmarkt sozusagen!), hat sich auch Russland mit einem eindrucksvollen 2:0 gegen Schweden für die Runde der letzten Acht qualifiziert.
Pavlyuchenko, der im Oktober 2007 beide Tore bei Russlands 2:1-Sieg über England in Moskau erzielt hatte, scorte den ersten Treffer, und der überragende Arshavin vom UEFA Cup-Sieger St. Petersburg machte Tor Nummer 2. Nach seiner dummen Tätlichkeit in der 84. Minute des letzten russischen Qualifikationsspieles gegen Andorra (1:0), die ihm eine 2-Spiele-Sperre eingebracht hatte, kam Arshavin bei dieser Euro zum ersten Mal zum Einsatz. Er führte gestern Abend in Innsbruck wie auch schon im UEFA Cup-Finale gegen die Glasgow Rangers eindrucksvoll den Beweis, dass er an einem guten Tag allen die Zunge zeigen kann (Bild).
Freddie Ljungberg, der einzige West Ham-Spieler bei dieser Euro, ist mit Schwedens Niederlage leider draußen. Der blau-gelbe Teamkapitän mühte sich redlich, aber diesmal war der offenbar noch immer angeschlagene Millionenstürmer Zlatan Ibrahimovic einfach zu harmlos.
So haben die Russen nun die Chance, einen der Turnierfavoriten zu ärgern: Russland mit dem holländischem Trainer Guus Hiddink spielt am Samstag in Basel gegen Holland.
Ob bei Guus Hiddink (Bild), der von 1995-1998 Nationalteamtrainer der Holländer war, vor diesem Spiel auch so sentimentale Gefühle aufkommen werden, wie vor dem UEFA Cup-Finale (Zenit St. Petersburg - Glasgow Rangers) bei seinem Trainerkollegen Dick Advocaat?
Diesen Protagonisten der russischen Holland-Revolution haben die von der Berliner Zeitung so schön geschilderten großen Gefühle für seinen früheren Verein Glasgow Rangers jedenfalls nicht daran gehindert, sein Team so gut einzustellen, dass die Schotten im UEFA Cup-Finale gegen den feinen russischen Tempofußball keine Chance hatten. Ergebnis: 2:0 für die holländisch trainierten Russen.
Aber Holland selbst ist natürlich ein anderes Kaliber.

Tuesday, 17 June 2008

0:1 - Der Tag danach

Wie ich schon vor ein paar Tagen sagte: es gibt ein Leben nach der Euro. Sogar mit Josef Hickersberger. (Ich glaube, der Teamchef wird beim ÖFB bis zur WM 2010 verlängern; ähem, "bis zur WM-Qualifikation" meinte ich!)
Eigentlich kontrollierten die Deutschen 90 Minuten lang das Geschehen im Ernst Happel Stadion. Sie ließen den Österreichern nicht die Räume, die gegen Kroatien und Polen offengestanden waren und die schnellen Flügel Ümit Korkmaz und Martin Harnik kamen damit nicht so ins Spiel, wie wir uns das gewünscht hatten.
Attraktiv war das deutsche Spiel nicht, abgesehen vom Anfangswirbel mit dem Kunststück von Gomez (einem merkwürdig verträumt dastehenden Tormann Macho half da zum Glück der lässige Gyuri Garics per Kopf aus und beförderte den Ball von der Torlinie).
Das Freistoßtor von Ballack war natürlich ein Hammer. Die Mauer stand zunächst nicht so schlecht, der direkte Freistoß wurde aber kurz abgespielt, was Macho möglicherweise zu seinem unmotiviert wirkenden Schritt aus dem Tor veranlasste - und dann war der Ball auch schon drin (wahrscheinlich wäre er auch unhaltbar gewesen, wenn Macho auf der Linie geblieben wäre).
Die österreichischen Chancen sind schnell aufgezählt, wobei Hoffer und auch Ivanschitz diesmal die gefährlichsten Spieler waren. Wie sich Hoffer in der ersten Hälfte freilief, den Ball dann aber nicht eng genug annehmen konnte (Bild), und wie er in der zweiten Hälfte einen Drehschuss nur knapp vorbeisetzte, war ebenso erfrischend, wie ein Vorstoß von Ivanschitz, der frei zum Schuss gekommen wäre, wenn ihm nicht Lahm den Ball mit einem tollen Tackling noch vom Fuß geholt hätte.
Ein Unentschieden nach Ballacks Führungstreffer, den leider Andi Ivanschitz mit seinem Foul vorbereitete (wo war eigentlich Aufhauser?), wäre bei der Abschlussschwäche, die dieses Team bedauerlicherweise kennzeichnet, schon das "Wunder von Wien" gewesen, von dem man ein paar Tage träumen durfte.
So bleibt eine gewisse Genugtuung darüber, dass Österreich sich nicht blamiert hat, der Abstand zur Weltklasse deutlich verringert werden konnte und das Team Kraft für ganze 3 x 90 Minuten hatte. Kein Spiel wurde höher als 0:1 verloren, gegen Polen reichte es als eindeutig bessere Mannschaft zu einem Punkt, und Ümit Korkmaz ist die Entdeckung dieser Euro aus österreichischer Sicht.
Wobei mich Ümits Höhenflug nicht überraschte, schließlich ist er seit zwei Saisonen mein Favorit bei Rapid (Bild links). Immer wenn er auf dem Platz stand, erhöhte sich die Offensivkraft von Rapid - und wer weiß, wenn er sich im Spiel gegen Anderlecht (0:1-Niederlage in Wien) nicht schon in der ersten Halbzeit verletzt hätte, wäre Rapid nach dem 1:1 im Auswärtsspiel im Herbst 2007 in die UEFA Cup-Gruppenphase eingezogen.
Jimmy Hoffers EM-Debüt war okay, finde ich. Er hatte mehr Chancen als in den beiden Spielen zuvor Herr Linz (der für mich übrigens keine Enttäuschung ist, weil ich mir von ihm ohnehin nicht viel erwartete). Hoffer wird seinen Weg machen. Wenn er wieder eine gute Saison für Rapid spielt und einen Stammplatz in der Nationalmannschaft hat, wird er weniger nervös sein und wir werden sicher noch ein paar schöne, entscheidende Tore von ihm sehen.
Die Euro kann man sich nun entspannt zu Ende ansehen: die portugiesischen Spielzüge, Tricks und Tore werden so am 19. Juni in Basel zum reinen Genuss - ohne Zittern um Rot-Weiß-Rot!
Das fängt erst wieder an, wenn im Herbst die WM-Qualifikation beginnt (6.9. Heimspiel gegen Frankreich, dann auswärts gegen Litauen und Färöer, schließlich noch ein Heimspiel am 15.10. gegen Serbien). Dann werden wir wissen, ob dieses Team, das jetzt einmal - wie mein Sohn Johannes - die "7. Klasse" bestanden hat, auch die "Matura" schafft (ähem, WM-Qualifikation meinte ich!) .

Monday, 16 June 2008

Österreich - Deutschland 4:1

2 Tore: Kienast

Tja, meine Lieben, da kann Kroatien ruhig mit dem B-Team antreten. Wenn Österreich die Deutschen mit 4:1 schlägt, dann ist das Ergebnis von Klagenfurt wurscht.
Aber leider: der 4:1-Sieg, den es wirklich gegeben hat, passierte schon am 29.10.1986 unter Teamchef Branko Elsner bei der Eröffnung des neu überdachten Wiener Ernst Happel Stadions. Und der zweifache Torschütze Kienast war nicht unser unbeholfener "Über-Dribbler" Roman K. aus der norwegischen Liga, sondern dessen technisch versierter Onkel Reinhard vom SK Rapid.
Der war seinerzeit, als "everybody's darling" Hanse Krankl auf dem Sprung zum FC Barcelona stand, mein Lieblingsspieler bei den Grün-Weißen. Der 1959 geborene Reinhard Kienast (Bild) bestritt am 12.8.1978 mit 18 Jahren sein erstes Spiel für Rapid im ÖFB-Cup gegen Simmering und spielte in der Folge von 1978 bis zur Saison 1991/92 in 492 Bewerbspielen meist im Mittelfeld von Rapid und erzielte 79 Tore. Der geniale Techniker, den ich in seiner ersten Bundesliga-Saison einmal auf der Schnellbahnstation Meidling mit einem Autogramm-Wunsch überraschte, spielte auch in "meinem" Europacup-Finale 1985 in Rotterdam (1:3 gegen Everton), fungierte von 1989 bis 1992 als Kapitän des SK Rapid und war in der Folge 1993/94 Co-Trainer bei Rapid (Trainer: Hubert Baumgartner).
Zuletzt unterstützte der großgewachsene offensive Mittelfeldspieler, den man in seiner aktiven Zeit durchaus gelegentlich auch als schlampiges Genie bezeichnen konnte, seinen früheren Mannschaftskollegen Hans Krankl als Co-Betreuer bei der ORF-Show "Das Match". Dort wurde eine österreichische Prominentenmannschaft zu einem 4:2-Sieg über ein Schweizer Promi-Team gecoacht.
Der letzte Sieg gegen Deutschland liegt also dank Reinhard Kienast (und dank Toni Polster, der damals zwei Elfmeter verwertete) nicht 30 Jahre, sondern weniger als 22 Jahre zurück. Ist aber auch lange genug, oder?

West Ham gegen Paul Scharner

Die heute, Montag, bekannt gegebene Auslosung der kommenden Premier League-Saison brachte West Ham wieder ein Heimspiel zu Beginn. Am 16. August, 15:00 (BST) treffen die Hammers auf unseren verhinderten EM-Helden Paul Scharner mit Wigan Athletic. Hoffentlich gibt's heuer einen besseren Start als im Vorjahr gegen Manchester City (0:2).
West Ham Fixtures: hier klicken!
Die komplette Auslosung findet man hier.

PS: Jetzt hat's natürlich noch weniger Sinn denn je zuvor, aber "ceterum censeo" - ein Paul Scharner hätte gerade jetzt gut in Österreichs Innenverteidigung gepasst. Sebastian Prödl ist gesperrt und Pogatetz spielt bei Hicke einen linken full back. Martin Hiden soll Prödl im Zentrum ersetzen, heißt es in den Medien. Ob das eine gute Idee ist?

PPS: Im BBC-Forum, wo zu Beginn der Euro niemand einen müden Cent (oder Penny) auf Österreich gewettet hat, gibt's plötzlich genügend Postings, die einen Sieg von Rot-Weiß-Rot über Deutschland prophezeien. Wie schnell sich die Dinge ändern...

Sunday, 15 June 2008

Euro-Freddie

Wen sehen wir bei der Euro-Signation vor den Übertragungen aus Österreich und der Schweiz immer als ersten im Bild?
Den schwedischen Teamkapitän Freddie Ljungberg von West Ham United.
Auch wenn er derzeit hartnäckig mit dem AS Roma in Verbindung gebracht wird, derzeit ist er noch ein "Hammer" - und wird es, glauben wir seinen Aussagen vor der Euro, auch in der nächsten Saison bleiben.