Rapid Hammer

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RAPIDHAMMER

Wednesday, 21 May 2008

Penalty shoot-out in Moskau

Manchester United v Chelsea
Carlos Tévez 1-0
Michael Ballack 1-1
Michael Carrick 2-1
Juliano Belletti 2-2
Cristiano Ronaldo: während des Anlaufes gestoppt, und dann unplatziert geschossen, Cech wehrt den Schuss der Torschützenkönigs ab 2-2
Frank Lampard: schlecht geschossen, aber drin 2-3
Owen Hargreaves 3-3
Ashley Cole 3-4 ... das bedeutet Matchball für Chelsea
Nani 4-4
John Terry: Kann er's machen? Nein!!! Wie so oft heute rutscht ein Spieler auf dem nassen Rasen aus 4-4
Anderson 5-4
Kalou 5-5
Ryan Giggs (der Rekordspieler in seinem 759. Spiel für ManU): sicher verwertet 6-5
Nicolas Anelka (der 14. Schütze des Elferschießens im strömenden Regen) vergibt, van der Sar wehrt ab!
ManU gewinnt das Elferschießen 6-5!!!

"GIGGS SCORES...AND ANELKA MISSES!!!! UNITED ARE CHAMPIONS!!!"

Cristiano Ronaldo weint vor Glück auf dem Rasen an der Mittelauflage.
John Terry ist vollkommen fertig und wird von Avram Grant getröstet.

Nach der Medaillenübergabe - zuerst an die Verlierer aus London, dann an die siegreichen United-Spieler, angeführt vom bisherigen Rekordspieler Bobby Charlton - präsentiert die Mannschaft von Manchester United zu den Klängen der Europahymne den riesigen Champions League-Pokal!
John Terry ist noch immer untröstlich.

-> Times Online: United win Champions League on penalties
-> BBC: Man Utd win in dramatic shoot-out

Man Utd: Van der Sar, Brown (Anderson 120), Ferdinand, Vidic, Evra, Hargreaves, Scholes (Giggs 87), Carrick, Ronaldo, Tevez, Rooney (Nani 101).
Subs Not Used: Kuszczak, O'Shea, Fletcher, Silvestre.
Booked: Scholes, Ferdinand, Vidic, Tevez.
Goal: Ronaldo 26.
Chelsea: Cech, Essien, Carvalho, Terry, Ashley Cole, Ballack, Makelele (Belletti 120), Lampard, Joe Cole (Anelka 99), Drogba, Malouda (Kalou 92).

Subs Not Used: Cudicini, Shevchenko, Obi, Alex.
Sent Off: Drogba (116).
Booked: Makelele, Carvalho, Ballack, Essien.
Goal: Lampard 45.
Man Utd win 6-5 on penalties
Att: 69,552
Ref: Lubos Michel (Slovakia).

Chelseas "Heimkehr"

"You can imagine what this means to Roman Abramovich. He came from here, from Moscow, and he's always wanted to be in the final"
Chelsea Manager Avram Grant über Chelseas "Heimkehr" zum CL-Finale, Mittwoch Abend, 20:45 Uhr

Tuesday, 20 May 2008

West Ham's Academy of Football im Champions League-Finale

Ein Artikel im Guardian und auf der Homepage von West Ham United müssen jeden Anhänger der Hammers stolz, aber auch ein wenig traurig machen:
Nicht weniger als fünf Spieler, die am Mittwoch im Champions League-Finale in Moskau um den höchsten Titel des europäischen Klubfußballs kämpfen werden, kommen aus West Hams "Academy of Football". Damit sind zumindest die Hälfte aller Spieler in den Teams von Chelsea und Manchester United mit englischer Nationalität durch die Ausbildungsstätte des Londoner Klubs gegangen.
Die Chelsea-Spieler Joe Cole und Frank Lampard spielten vom Akademie-Team bis zur ersten Mannschaft für West Ham, und auch ihr Teamkollege John Terry war laut dem Leiter der West Ham-Akademie Tony Carr als Schüler von 9 bis 14 bei West Ham, bevor er zur Jugend von Chelsea wechselte.
Der 1981 geborene Joe Cole debütierte schon mit 17 im "first team" der Hammers; von 1998 bis 2003 bestritt der stets als hochtalentierter, technisch beschlagener Fußballer geschätzte Flügelspieler 126 Ligaspiele und erzielte 10 Tore. Er war schon als Schüler eine Berühmtheit, als er er einmal sieben von acht Toren scorte, die Englands Jugendnationalteam gegen Spanien erzielte.
Als West Ham am Ende der Saison 2002/03 abstieg, wechselte Cole zu Chelsea, während sein gleichaltriger damaliger Teamkollege Michael Carrick sich entschloss, bei den Hammers zu bleiben. Als West Ham der sofortige Wiederaufstieg misslang, ging Carrick zunächst zu den Tottenham Hotspurs, zwei Jahre später wechselte er zu Manchester United. Dort traf er auf den drei Jahre älteren früheren West Ham-Academy-Abgänger Rio Ferdinand.
Der 1978 geborene Rio Ferdinand, der ältere Bruder des aktuellen West Ham-Verteidigers Anton Ferdinand, kam 1992 als Schüler von den Queens Park Rangers zu West Ham und blieb bis 2000 am Upton Park. Von 1995 bis 2000 spielte er 127 Ligaspiele und schoss zwei Tore. Sein Wechsel zu Leeds United um £18 Millionen bedeutete damals nicht nur einen britischen Transferrekord. Rio war auch der teuerste Verteidiger weltweit.
Rio Ferdinands Wechsel von Leeds zu Manchester United am 22. Juli 2002 brach erneut alle Rekorde: Der teuerste britische Fußballer der Geschichte sollte Leeds damals mehr als £30 Millionen einbringen, weil zu einem Grundbetrag von etwa £20 Millionen noch verschiedene Zuschläge kommen sollten - schlussendlich soll Leeds £29 Millionen für den Verteidiger erhalten haben, der damit dem Franzosen Lilian Thuram den Titel des höchstbezahlten Verteidigers der Welt wieder abjagen konnte. Der "Buchwert" von Rio Ferdinand wird bei Manchester United heute mit £33 Mio. angegeben.
Was wäre gewesen, wenn...
Die West Ham-Fans macht es stolz, dass "ihre" früheren Eigenbauspieler Lampard, Ferdinand, Cole und Carrick in den Teams der CL-Finalisten stehen. Es stimmt aber auch ein wenig traurig, denn immer wieder fragt man sich, was wäre gewesen, wenn die vier Supertalente bei den Hammers geblieben wären.
"It's a nice dream to think what might have happened if we could have kept them but it was never going to be a reality", sagt dazu Tony Carr, der seit 35 Jahren bei West Ham ist und die Geschicke der Akademie leitet. "We couldn't turn down Leeds' [£18m] offer for Rio; Frank [Lampard]'s dad and uncle [Harry Redknapp] had just left the managerial staff when the offer from Chelsea came in for him and the harshest of relegations in 2003 meant that we had to sell our assets."
Was wäre gewesen, wenn... Ein bisschen träumen wird doch erlaubt sein.

Monday, 19 May 2008

Mit Fair Play im UEFA Cup

Nun steht fest, welche Klubs über die Fair Play Wertung der UEFA zusätzliche Startplätze in der ersten Qualifikationsrunde zum UEFA Cup erhalten:
In England ist es Manchester City, das mit Platz 6 im Fair Play Table der Premier League den Sprung in den UEFA Cup schaffte. Manchester City war in der letzten Runde der Premier League allerdings ein bisschen zu fair: man ermöglichte Middlesbrough einen 8:1-Sieg - das höchste Ergebnis der gesamten Saison, womit eine Spielzeit, die für Manchester City so gut begonnen hatte (leider mit einem Sieg über West Ham!) höchst traurig zu Ende ging. Citeh-Eigentümer Thaksin Shinawatra hatte schon vor dem Saisonende angekündigt, Trainer Sven-Göran Eriksson austauschen zu wollen, aber der hat ja nun das Ziel, sich für einen internationalen Startplatz zu qualifizieren, geschafft. Er werde den Klub sicher auch auf dessen Tour nach Fernost betreuen, sagte jüngst der frühere England-Teamchef.
Das fairste Team der englischen Liga war übrigens Tottenham, das sich aber schon durch seinen Sieg im Ligacup für den UEFA-Pokal qualifiziert hat. West Ham kam auf Rang 9, was in etwa dem "echten" Tabellenrang (10.) entspricht.
Während England die Fair Play Wertung der UEFA gewann und damit den zusätzlichen UEFA Cup-Startplatz fix zugesprochen erhielt, wurden zwei weitere Länder aus den bestplatzierten Nationen dieser Wertung ausgelost. Am 13. Mai 2008 zogen Pawel Pogrebnjak, der im Pokalfinale gesperrte Torjäger des späteren Cupsiegers Zenit St. Petersburg, und der verletzte Rangers-Keeper Allan McGregor einen UEFA-Cup-Startplatz für Deutschland und Dänemark.
In Deutschland gelang daraufhin Hertha BSC vom 10. Platz der Bundesliga als fairstem Team der Sprung in den UEFA Cup. Die Berliner liegen in der Rangliste der deutschen Bundesliga-Clubs, die auf Basis der erhaltenen Roten, Gelben und Gelb-Roten Karten sowie der Beurteilung durch die DFB-Schiedsrichter-Manager berechnet wird, nach Saisonende voran. Auch sie dürfen damit in der ersten Qualifikationsrunde des UEFA-Pokals antreten. Und auch sie stellten ihre Fairness in der letzten Bundesliga-Runde mit einer 1:4-Niederlage gegen Meister Bayern München eindrücklich unter Beweis...
Den dritten über die UEFA Fair Play-Wertung vergebenen Startplatz im UEFA Cup bekommt Dänemark: FC Nordsjælland heißt der glückliche Klub, der in seinem letzten Match ausnahmsweise kein allzu "faires" Ergebnis ablieferte: 1:1 spielte der zur Zeit auf Platz 6 der dänischen Liga platzierte Klub am Wochenende gegen den Vierten OB.

Sunday, 18 May 2008

HANSE DER WOCHE: Massimo Furlan

In der Rubrik "HANSE DER WOCHE" wird regelmäßig ein Akteur aus der weiten Welt des Fußballs vor den Vorhang gebeten und vom RAPIDHAMMER der Akklamation durch die werte Leserschaft empfohlen. Diesmal kam niemand anderer als der Schweizer Performance-Künstler Massimo Furlan für diese Ehre in Frage.
16. Mai 2008, 20:30, Wien, Hanappi-Stadion. Hans Krankls Wohnzimmer sozusagen.
Obwohl der "Goleador", der vor 30 Jahren in Cordoba zwei Tore bei Österreichs legendärem 3:2-Sieg gegen Deutschland schoss, heute nicht "zu Hause" ist, spielt er an diesem Abend die Hauptrolle.
Allerdings nicht persönlich, sondern dargestellt von dem Schweizer Künstler Massimo Furlan, der im Rahmen einer Veranstaltung der Wiener Festwochen die Begegnung Österreich – Deutschland bei der WM 1978 in Argentinien nachspielt. Ganz allein und ohne Ball gibt er auf dem Spielfeld des Hanappi- Stadions die kompletten 90 Minuten in der Rolle von Hans Krankl - im Originaltrikot von 1978 - wieder.
Der KURIER widmete der Performance "Das Wunder von Cordoba - Fußballtheater für 1 Spieler" am Sonntag eine ganze Seite (samt Darstellung des Geschehens vor 30 Jahren unter dem Titel "Krankl war reif für den Austausch" sowie teilweiser Wiedergabe des Radiokommentars von Edi Finger).
Am Freitag bei der Uraufführung des Fußballtheaterstücks sprach Fingers Sohn Edi Finger jr. den Kommentar zu Furlans Darstellung, verschnitten mit dem unsterblichen Kommentar seines Vaters. Eine Beschwörung der kollektiven Erinnerung des Landes, die sogar Menschen haben, die 1978 noch gar nicht geboren waren.
Kurz vor dem Anpfiff der EM wollte Furlan damit gemeinsam mit den ca. 3000 Zuschauern noch einmal das Theater der Emotionen, das Zittern und die Begeisterung von 1978 beschwören und daran erinnern, dass – nicht nur im Fußball – Wunder immer möglich sind.
Nicht vergessen sollte aber werden, dass Österreich in Cordoba zwar den ersten Sieg gegen Deutschland nach vierzig Jahren gefeiert hatte (berücksichtigt man das schon nach dem "Anschluss" im April 1938 gespielte Match NICHT, das 2:0 für Österreich endete, so datierte der letzte Erfolg sogar auf 1931 - damals 5:0 für das österreichische "Wunderteam"). Seither haben die Österreicher gegen die Deutschen aber nicht nur verloren:
1986 gelang in Wien in einem Freundschaftsspiel ein 4:1-Sieg (Tore: Polster 2 Elfer, R. Kienast 2 bzw. Völler).
Naja, ich muss zugeben, das ist nun auch schon mehr als 20 Jahre her...

Internet:

Saturday, 17 May 2008

Noch drei Wochen ...

Das Wiener Ernst Happel Stadion ist schon eingezäunt: Ohne Genehmigung der gelb gekleideten Stewards kommt man nicht mehr näher als siebzig Meter an den künftigen Schauplatz von drei Vorrunden, zwei Viertelfinal-, einem Halbfinal- und dem Finalspiel der Euro heran.
Dass die Autofahrer in Österreich ihre Fahrzeuge beflaggen dürfen (siehe Bild) ist mittlerweile geklärt. Nachdem es kurzfristig Aufregung um die Rechtslage gegeben hatte, hat Verkehrsminister Faymann einen Erlass angekündigt: damit werde klargestellt, dass der Patriotismus Flagge zeigen darf.
Fehlt nur noch die dazugehörige Eu(ro)phorie im Land. Aber Ivo Vastic (38) wird eh jeden Tag besser, wie wir heute wieder in seinem Leibblättchen "Österreich" lesen durften...

Schon wieder Blau gegen Blau: FA Cup Finale

Blau dürfte so etwas wie die Modefarbe in den Fußball-Finalspielen dieses Frühjahrs sein. Nachdem sich am Mittwoch mit den Glasgow Rangers und Zenit St. Petersburg zwei Klubs mit diesen Vereinsfarben um den UEFA Cup gematcht haben, stehen heute zwei "blaue Teams" im englischen FA Cup Finale in Wembley.
Diesem blauen Gesetz der Serie folgend müsste das Euro-Finale wohl wieder - wie bei der letzten WM - Italien gegen Frankreich heißen...
Jaja, die Euro, die nimmt auf den Sportseiten und in den Köpfen mittlerweile fast den ganzen Raum ein, sodass für den traditionsreichen FA Cup z.B. im heutigen KURIER einzig und allein ein Hinweis in der Rubrik "Sport im TV" blieb. Und der ist insofern mysteriös, als das um 15 Uhr (BST) bzw. 16:00 Uhr (ME[S]Z) angepfiffene Match erst ab 16:35 übertragen wird. Ist die Live-Übertragung beim DSF also zeitversetzt???
Wie auch immer. Trotz der medialen Geringschätzung wird es ein historisches Spiel heute Nachmittag im Wembley Stadion: Sowohl der FC Portsmouth (mit Ex-Hammers-Spieler und Manager Harry Redknapp) als auch Cardiff City würden eine lange Wartezeit beenden, falls sie den traditionsreichsten Cupbewerb der Welt gewinnen: Beide holten sich bisher einmal den Pokal; Pompey 1939 und die "Seagulls" aus Cardiff 1927.
Wobei Cardiff die einzige nicht-englische Mannschaft ist, die jemals den englischen Cup stemmen durfte. Die Waliser würden auch, sofern das Championship-Team den Achtplatzierten der Premier League schlagen sollte, England im UEFA Cup vertreten, das hat die englische FA so entschieden. Und vor dem Finale wird nicht nur "God Save the Queen" unter dem Wembley Arch ertönen, sondern auch die walisische Hymne.
Noch etwas wird ungewohnt sein am heutigen Nachmittag: seit 1995 wird erstmals ein Klub den FA Cup gewinnen, der nicht zu den "großen Vier" - also Arsenal, Chelsea, Manchester United oder Liverpool - gehört. Sie alle sind in diesem für Favoriten so unangenehmen Jahr gescheitert - wobei Manchester United gegen den Finalisten Portsmouth ausgeschieden ist (0:1-Heimniederlage). Cardiff hingegen hatte keine Giganten zu erledigen, um ins Finale vorzustoßen: Middlesbrough war das am höchsten platzierte Team, gegen das die Seagulls gewinnen mussten (immerhin 2:0 auswärts).
Cardiff City ist der erste Klub im Finale seit 2004, der nicht in der Premier League spielt. City qualifizierte sich gegen ein weiteres Sensationsteam dieses FA Cups, den FC Barnsley, der Liverpool und Chelsea aus dem Bewerb kickte, mit 1:0. Mit demselben Ergebnis kam vor sechs Wochen auch Portsmouth gegen West Brom ins Finale. Schon im Semifinale spielte also nur mehr ein einziger PL-Klub im Bewerb.
Egal wie das Finale ausgeht, der 127. FA Cup wird jedenfalls als jener mit den sensationellsten Ergebnissen in die Geschichte eingehen. Und da der FC Portsmouth zuletzt alles andere als gute Form gezeigt hat, wäre es gar nicht so absurd, wenn Cardiff heute gewinnen würde. Seit einem Sieg gegen West Ham Anfang April hat Pompey so gut wie alle Spiele verloren, zuletzt verhalfen sie Fulham mit einer 0:1-Heimniederlage sogar zum Klassenerhalt.
Sollte der Cardiff City FC heute das Finale gewinnen, wäre das der erste Erfolg eines nicht der obersten Liga angehörenden Teams seit 28 Jahren: 1980 gewann West Ham - wer sonst? -, damals in der alten 2. Division, gegen "top flight"-Team Arsenal 1:0 (Torschütze: Trevor Brooking per Kopf).
Für Harry Redknapp, den 61-jährigen Portsmouth-Manager mit langer West Ham-Vergangenheit, ist das heutige Finale trotz mittlerweile vierzigjähriger Fußballkarriere, auf die durch Untersuchungen im Zusammenhang mit Korruptionsvorwürfen im englischen Fußball in dieser Saison ein Schatten fiel, eine Premiere. Er hat in seinem langen Fußballerleben noch nie ein FA Cup-Finale erreicht. 'arry spielte von 1964 bis 1972 für die Hammers und trainierte die Londoner 1994 bis 2001.
Ein in vielerlei Hinsicht bemerkenswertes Endspiel, bei dem außer Pompey-Trainer Redknapp noch einige weitere Ex-Hammers dabei sein werden, ist also heute zu erwarten.

Thursday, 15 May 2008

"Null Acht" ist wieder da!

Die neue Nummer von "Null Acht", der anspruchsvollen österreichischen Zeitung für Fußball und Sport, ist erschienen!
Das Heft, in dem auch der RAPIDHAMMER wieder einen Artikel über "Mein Jahr mit West Ham" geschrieben hat, ist im gut sortierten Zeitschriftenhandel um € 1,20 erhältlich. Und sollte ihr Trafikant das in dezentem Hellblau gehaltene Fußball-Blatt mit "Rapid-Stimme" Andy Marek auf dem Titelblatt nicht führen, dann soll er es beim Pressevertrieb Salzburg (PGV Salzburg, Tel. 06246 882-0) bestellen.
Wenn Ihr Trafikant "Null Acht" in seinem Computer sucht, dann möge er bitte nicht unter "08" nachschauen, sonst bietet er Ihnen das auch soeben erschienene "offizielle ÖFB Journal" mit dem Titel "Fußball08" an. Dieses Magazin ist zwar nicht uninteressant - ebensowenig wie übrigens "Platzverweis", das von Standard-Sportchef Johann Skocek herausgegebene "irrereguläre Studentenmagazin" zur Euro -, aber "Null Acht" ist einfach besser!

In dieser Nummer von "Null Acht" kann man unter anderem lesen:
- Die Stimme von Hütteldorf: Interview mit Andy Marek
- "Ballgespräch" mit dem ehemaligen Weltklasseschiedsrichter Günter Benkö
- Der Stangenschuss. Ein Plädoyer
- Mit stolzer Brust: eine Geschichte des Fußballtrikots
- Zug um Zug, Schlag auf Schlag: ein Beitrag über Schachboxen
- Fast alles über die 16 Teams der Euro
- aktuelle Fußballbücher und CDs
- Spielfeldrand: Mein Jahr mit West Ham
- und und und ...

Bild:
Das erfolgreiche Team von "Null Acht", Sieger beim ersten Wiener Journalisten-Fußballturnier

0:2 - ohne mich und Christian Dailly

Da nützte der ausführlichste Vorbericht von gestern nichts - durch einen Abendtermin war es mir nicht möglich, das UEFA Cup-Finale Glasgow Rangers - Zenit St. Petersburg zu sehen. Besser als mir ging es zunächst Ex-Hammer Christian Dailly: er hatte zumindest von Anfang an einen Platz auf der Bank an der Seitenoutlinie. Dass er ihn bis zum Schlusspfiff nicht verlassen durfte, wird ihn aber wohl weniger gefreut haben!
Was ich nicht, Mr. Dailly aber schon sah, war offenbar das erwartete Defensivspiel der Rangers. Die Schotten hatten zwar im bisherigen UEFA-Bewerb fast keine Tore zugelassen, aber auch nur sehr wenige geschossen.

Zur Pause stand es noch 0:0, doch als ich nach Hause kam, liefen nur mehr die letzten 5 Minuten und der FC Zenit führte mit 1:0. Den Führungstreffer durch Denisov (72.) hatte ich verpasst. Den Todesstoß für die mehr verzweifelt als gekonnt anstürmenden Rangers durch Zyryanov, der im Strafraum freistehend nur mehr einschieben musste (94.), habe ich aber gesehen. Beim zweiten wie beim ersten Treffer hatte der offenbar geniale Andrej Arschawin assistiert. Und der Sieg von Zenit dürfte durchaus verdient gewesen sein ("a deserved victory" oder so ähnlich schrieb BBC Online), so sah ich das auch. Für die Schotten hieß es wieder einmal, auf Vereinsebene wie beim Nationalteam: "Es geht sich immer nicht aus."

Die "Russische Revolution", die eigentlich eine "Holland-Revolution" ist, geht dagegen weiter. Nicht nur England wurde in der Euro-Qualifikation geschlagen, nun ist auch der UEFA Cup gewonnen worden.

Ich glaube, die Russen werden uns bei der Euro noch überraschen. Im aktuellen Kader von St. Petersburg stehen immerhin 10 Russen, beide Torschützen kommen aus Russland. Die beiden werden wir wohl auch in Innsbruck und Salzburg (Russland spielt in Gruppe D mit Schweden, Griechenland und Spanien) wiedersehen.

Guus Hiddink hat in seinen vorläufigen Teamkader für die Euro sechs Spieler des UEFA Cup-Siegers einberufen:
Tor: Vyacheslav Malafeev
Abwehr: Aleksandr Anyukov, Roman Shirokov
Mittelfeld: Konstantin Zyrianov
Sturm: Pavel Pogrebnyak, Andrei Arshavin.
Gegen diese holländisch auf Vordermann gebrachten Russen werden sich die Griechen, Spanier und Schweden warm anziehen müssen. Vor allem die Schweden - bei denen nicht nur Freddie Ljungberg (West Ham) trotz seines Rippenbruches im April im Teamkader steht, sondern auch Altstar Henrik Larsson wieder dabei sein wird -, werden mit dem feinen Tempofußball (sofern ihn auch das Nationaltema so zu spielen versteht wie St. Petersburg) ihre liebe Not haben und sich anstrengen müssen, damit sie nicht ähnlich hölzern und überfordert wirken wie über weite Strecken die Glasgow Rangers ...

Wednesday, 14 May 2008

UEFA Cup-Finale: Blau gegen Blau mit Christian Dailly

Im österreichischen Fernsehen zeigt man das heutige UEFA Cup Finale Zenit St. Petersburg vs Glasgow Rangers nicht. Wer verkabelt oder mit Sat versehen ist, kann die Übertragung des Endspiels der beiden Klubs mit den blauen Vereinsfarben aber auf Sat1 sehen.
100.000 Schotten werden am Austragungsort des Finales in Manchester erwartet, obwohl die Rangers nur 13.000 Tickets zugesprochen erhielten und das City of Manchester Stadium bloß 44.000 Zuschauer fasst. In der ganzen Stadt wird es aber mehrere Public Viewing-Möglichkeiten geben, um allen aus dem Norden kommenden "Gers" die Möglichkeit zu geben, live mitzufiebern.

Im schottischen Team (Bild), das nach einem 3. Platz in der Champions League-Gruppenphase (hinter Barcelona und Lyon, aber vor dem VfB Stuttgart) im Frühjahr in den Bewerb einstieg und auf dem Weg ins UEFA Cup Finale mit Panathinaikos (0:0/1:1-Auswärtstor) und Werder Bremen (2:0/0:1) zwei "Österreicher-Klubs" (Ivanschitz, Harnik) sowie Sporting Lissabon ( 0:0/2:0) und zuletzt im Elferschießen Fiorentina (zweimal 0:0) ausschaltete, steht mit Christian Dailly ein West Ham-Veteran:

Der 34-jährige Defensivspieler kam im Jänner 2001 von den Blackburn Rovers zu West Ham. Er bestritt bis zum Herbst 2007 189 Spiele für die Hammers und erzielte 5 Tore, anschließend wurde er an Southampton verliehen, von wo er im Jänner zu den Rangers wechselte. Und nun findet sich der sympathische Schotte, der bei West Ham kein Leiberl mehr hatte, unter den Rangers Players Profiles für das Europacup-Finale von Manchester! Dass Dailly von Beginn an zum Einsatz kommt, ist durchaus möglich, denn im Hinspiel gegen Fiorentina stand er in der Anfangsformation. Im Rückspiel wurde er dagegen als Ersatzspieler nicht eingewechselt.
Sicher dabei wird Ex-Austria Wien-Spieler Sasa Papac sein. Der Bosnier spielte von 2004 bis 2006 in Wien und wechselte anschließend gemeinsam mit seinen Austria-Kollegen Libor Sionko und Filip Šebo (die nur eine Saison bei den Rangers blieben) zum schottischen Traditionsklub, der mit 51 nationalen Meistertiteln Europa-Rekordhalter ist und 1972 den Europacup der Cupsieger (3:2 gegen Dynamo Moskau) gewinnen konnte.
Sicher nicht dabei ist hingegen der gefährlichste Angreifer der Gegenseite: Pavel Pogrebnyak, der im bisherigen Bewerb für Zenit St. Petersburg 10 Tore schoss - zwei davon zuletzt beim 4:0 gegen Bayern München. Er wird aufgrund einer Gelb-Verwarnung im Semifinale heute Abend zuschauen müssen.
Dafür sollten aber der geniale ukrainische Mittelfeldstratege Anatoli Timostschuk, Russland-Star Andreij Arschawin, Fatih Tekke und Alejandro Dominguez die Rangers-Abwehr beschäftigen, meinte Coach Dick Advocaat, der bei der letzten Euro Holland und vor zwei Jahren bei der WM Südkorea betreut hat und vor einigen Jahren zwei Meistertitel mit den Glasgow Rangers holte. Dass Advocaat im Finale gerade auf die Rangers trifft, bei denen er 1998 der erste Nicht-Schotte als Manager war, macht den 60-Jährigen sentimental:
"Ich saß in meinem Hotelzimmer in St. Petersburg, um übers holländische Satellitenfernsehen das Spiel live zu sehen. Ich bekam fast einen Herzanfall, so spannend war das Match", erzählte Advocaat. "Ich wollte so sehr, dass Glasgow ins Finale einzieht. Die Rangers sind für mich noch immer einer der schönsten und größten Klubs der Welt."

Entscheidend dafür, ob der aktuelle oder der Herzensklub von Advocaat gewinnt, wird sein, ob Zenit - in Europa bisher ein ziemlich unbeschriebenes Blatt - die Rangers-Abwehr knacken kann, denn der Schotten-Beton von Manager Walter Smith (der von 1991-1998 Advocaats höchst erfolgreicher Vorgänger als Rangers-Coach und anschließend Trainer bei Everton und dem schottischen Team war) ließ seit dem Einstieg in der Runde der letzten 32 nur ganz zwei Tore zu.

Advocaat meinte vor dem Spiel: "Beide Mannschaften sind sehr stolz darüber, so weit gekommen zu sein. Wir haben größere Mannschaften als die Rangers geschlagen und sie haben viel größere Teams als Zenit geschlagen. Wenn man so weit gekommen ist, gibt es keinen Grund, nervös zu sein – wir werden einfach spielen und versuchen zu gewinnen. Jeder in Europa spricht über unseren Stil. Das ist sensationell. Wir können sehr stolz darüber sein."
Zenit stieg schon in der 2. Qualifikationsrunde in den Bewerb ein und musste nach der ersten Hauptrunde (Aufstieg gegen Standard Lüttich 3:0/1:1) in der Gruppenphase mit Platz 3 hinter Everton und Nürnberg vorlieb nehmen. In der K.O.-Phase schaltete der nunmehrige russische Meister unter dem früheren Rangers-Manager Dick Advocaat tatsächlich einige Kaliber aus: Villareal (1:0/1:2-Auswärtstor), Marseille (1:3/2:0-Auswärtstor) und die beiden deutschen Klubs Leverkusen (4:1/0:1) und Cup-Favorit Bayern (1:1/4:0) mussten sich den immer stärker werdenden Russen geschlagen geben.

Es wird sicher eine interessante Partie mit Heimvorteil für die Rangers. Den schöneren Fußball werden aber wohl die Russen spieln, bei denen die "Holland Revolution" voll im Gange ist (Guus Hiddink betreut ja die russische Nationalmannschaft).

Monday, 12 May 2008

3 x HANSE DER WOCHE: Robert Green, Paul Scharner, Dean Ashton

In der Rubrik "HANSE DER WOCHE" wird regelmäßig ein Akteur aus der weiten Welt des Fußballs vor den Vorhang gebeten und vom RAPIDHAMMER der Akklamation durch die werte Leserschaft empfohlen. Diesmal sind es drei Spieler, die mich besonders beeindruckt haben.

Robert Green: HAMMER OF THE YEAR
Der West Ham-Schlussmann wurde von den Fans vor George McCartney und Matthew Upson zum "Hammer of the Year" gewählt. Für seine Leistungen in der zu Ende gegangenen Saison gebührt ihm auch der vom RAPIDHAMMER vergebene HANSE DER WOCHE.
Rob Green spielte in allen 38 Liga-Partien seines Klubs und wurde nie ausgetauscht. In diesen 3420 Minuten musste der heuer einmal ins englische Nationalteam Einberufene zwar 50 Gegentore hinnehmen, verhinderte aber auch zahlreiche Treffer und war stets ein fester Rückhalt für sein Team. Mit drei gehaltenen Elfern ist der 28-Jährige der Top-Elferkiller dieser Saison. Zwei Strafstöße hielt er sogar in der Schlussminute (Portsmouth 0:0 und Tottenham 1:1).
Im Fantasy Premier League-Ranking wird Green hinter James, Friedel, Reina und Howard als fünftbester Keeper dieser Saison eingestuft. Hätte es nicht die drei unseligen 0:4-Niederlagen gegen Chelsea, Liverpool und Tottenham im März gegeben, hätte Greenie gute Chancen gehabt, sich in dieser Spielerwertung noch viel besser zu plazieren. Für Englands Teamchef Fabio Capello war der "Hammer of the Year" heuer leider nur einmal gut genug, um ins englische Nationalteam einberufen zu werden. Aber was nicht ist, kann ja noch werden.

PAUL SCHARNER: Wigan-Player of the Year
Auch bei Paul Scharner hapert es mit den Teamberufungen. Er hat es nicht geschafft, mit dem österreichischen Team zur EURO zu fahren - der Teamchef hat seinen "Rücktritt vom Rücktritt", offenbar nach Rücksprache mit den aktuellen österreichischen Teamspielern, aus "prinzipiellen Gründen" nicht akzeptiert.
Für die Fans seines Klubs Wigan Athletics ist Paul Scharner aber der beste Spieler dieser Saison. Sie wählten den derzeit zweif
ellos besten österreichischen Legionär, der für Hicke leider nicht "der Richtige" ist, zu ihrem "Player of the Year" (Bild).
Auch in der Fantasy Premier League-Statistik scheint Paul Scharner als Innenverteidiger unter den besten 10 Abwehrspielern der englischen Liga auf. Als Neunter dieses Rankings lässt er Abwehrgrößen wie Sol Campbell, Evra, Neville oder Terry hinter sich. Teamverteidiger Emmanuel Pogatetz von Middlesbrough liegt im Defender-Ranking gar nur an 69. Stelle.
Der RAPIDHAMMER hätte Paul Scharner gerne im Juni im Ernst Happel-Stadion gegen Kroatien, Polen und Deutschland gesehen; stattdessen kann er dem ehrgeizigen Verteidiger immerhin einen HANSE DER WOCHE verleihen.

DEAN ASHTON: Top-Scorer & Retter der Saison
West Ham-Angreifer Dean Ashton hatte die komplette Vorsaison wegen eines komplizierten Knöchelbruches pausieren müssen und auch in dieser Spielzeit dauerte es lange, bis er wieder zu jener Topform auflief, die West Ham 2005/06 bis ins FA Cup-Finale gebracht hatte.
Mit seinen fünf Toren in den letzten 8 Spielen - darunter ein Fallrückzieher gegen ManU und vor allem der für die Befindlichkeit der Hammers-Fans so wichtige Ausgleichstreffer zum 2:2 gegen Aston Villa im letzten Saisonspiel (rechts) - hat sich "Deano" nun wieder zu einer unverzichtbaren Größe im Angriffsspiel von West Ham United entwickelt. Mit 11 Treffern (10 in der Liga, eines im League Cup) ist der frühere Norwich-Stürmer West Hams "top scorer" der Saison.
Zum Lohn für diese gute Form wurde der 24-jährige Stürmer nun in den vorläufigen 31-Mann-Kader von Fabio Capello für Englands Freundschaftsspiele gegen USA und Trinidad & Tobago einberufen.
Kaum ist die Saison zu Ende, schon gehen bei einem "in-form-striker" wie Dean Ashton allerdings die Transfergerüchte los. Auch wenn Alan Curbishley den aufgeblähten Kader der Hammers wird reduzieren müssen, kann er den Angreifer, der noch einen zweijährigen Vertrag bei West Ham hat, kaum ziehen lassen. Und "Deano" selbst meinte gestern zu den Transfergerüchten:
"West Ham is the team I play for. I want to talk to the club because I've really enjoyed myself here and that's all I'm really thinking about." Gespräche mit dem Klub über seine weitere Zukunft würde er also schon gerne führen, sagte Ashton.
Nun, vielleicht kann Dean Ashton die Verleihung des HANSE DER WOCHE - bereits zum zweiten Mal übrigens - überzeugen, dass es bei den Hammers den besten Anhang gibt und dass es sich lohnt, mit diesem Team in der nächsten Saison um die Qualifikation für "Europa" zu kämpfen.

Premier League Endstand 2007/08

und Torschützenliste

Wer qualifiziert sich für den Europacup? siehe hier!

Torschützen

Sunday, 11 May 2008

ManU Meister, West Ham bleibt auf Platz 10

Amazing Escape For Fulham

Wigan 0-2 Man Utd (Man Utd are champions)
Birmingham 4-1 Blackburn (Birmingham are relegated)
Chelsea 1-1 Bolton
Derby 0-4 Reading (Reading and Derby are relegated)
Everton 3-1 Newcastle
Middlesbrough 8-1 Man City
Portsmouth 0-1 Fulham
Sunderland 0-1 Arsenal
Tottenham 0-2 Liverpool

West Ham 2-2 Aston Villa: With two minutes left Dean Ashton drilled in a shot from just outside the area to get Hammers level and earn West Ham their final point of the season. A reasonable result to end a reasonable season.

West Ham: Green, Neill, Tomkins, Ferdinand, McCartney (Pantsil 46), Solano (Sears 80), Noble, Parker, Boa Morte, Zamora (Cole 73), Ashton.
Subs Not Used: Wright, Mullins.
Booked: Neill, Parker.
Goals: Solano 8, Ashton 88.
Aston Villa: Carson, Mellberg, Laursen, Knight, Bouma, Petrov, Reo-Coker, Barry, Young, Carew (Harewood 87), Agbonlahor.
Subs Not Used: Taylor, Salifou, Routledge, Maloney.
Booked: Mellberg, Petrov.
Goals: Young 14, Barry 58.
Att: 34,969
Ref: Mike Dean (Wirral).

ManU ist Meister (zur Halbzeit)

Fulham und Birmingham würden gemeinsam mit Derby absteigen. Und Tottenham bliebe auf Platz 11 hinter West Ham...

(BST) 1552: HALF-TIME Chelsea 0-0 Bolton
1551: HALF-TIME Tottenham 0-0 Liverpool
1550: HALF-TIME West Ham 1-1 Aston Villa (goals: Nobby Solano, Ashley Young)
1550: HALF-TIME Sunderland 0-1 Arsenal
1550: HALF-TIME Middlesbrough 2-0 Man City
1550: HALF-TIME Everton 1-0 Newcastle
1548: HALF-TIME Birmingham 1-0 Blackburn
1548: HALF-TIME Portsmouth 0-0 Fulham
1548: HALF-TIME Derby 0-1 Reading
1547: HALF-TIME Wigan 0-1 Man Utd (penalty: Cristiano Ronaldo)

-> BBC - Goal flashes and major incidents

Premier League Showdown am Muttertag

In unseren Breiten fallen drei wichtige Ereignisse am heutigen 11. Juni zusammen: Pfingsten, Muttertag und die letzte Runde der Premier League.
In England ist das zum Glück nicht so: dort wurde Mothering Sunday schon am 2. März gefeiert. So bleiben Konflikte zwischen Muttertagsjause und Fußball aus.
Der heutige Abschluss-Spieltag in der englischen Liga sieht sowohl ein Spitzenduell um den Titel zwischen den beiden punktegleichen Teams ManUtd und Chelsea (Wigan v Man Utd /Chelsea v Bolton) als auch einen Zweikampf um den UEFA Cup-Platz (Everton v Newcastle / West Ham v Aston Villa) und einen Dreikampf gegen den Abstieg (Derby v Reading / Birmingham v Blackburn / Portsmouth v Fulham); Bolton könnte nur mehr bei einer extrem hohen Niederlage gegen Chelsea und gleichzeitigen Siegen von Fulham und Reading absteigen (ist also praktisch schon gerettet).
Tore und die wichtigsten Ereignisse des Nachmittags findet man im Web auf der BBC-Sports-Homepage.
Zum BBC-Livetext zu jedem Match kommt man durch Anklicken der obigen Partien.

Saturday, 10 May 2008

Bukarest LIVE: Steaua v Gloria Buzau 5-0

Meine Reise nach Bukarest fiel mit dem letzten Spieltag der rumänischen Meisterschaft zusammen. Dabei ging es noch um den Meistertitel, denn CFR Cluj lag vor der letzten Runde nur einen Punkt vor Steaua Bukarest.
Bei einem Gespräch in der Rezeption des "Confort Hotel Trajan" stellte sich heraus, dass Hotelmitarbeiter Stefan Dauerkartenbesitzer der "ros-albastrilor" war, der Rot-Blauen von Steaua Bukarest, die am Mittwoch, 7. Mai um 17:00, im eigenen Stadion gegen Gloria Buzau spielten.
Der Entschluss war schnell gefasst, das Besorgen der Eintrittskarte passte in meinen Terminplan, und um vier Uhr nachmittags staute sich das Taxi mit Stefan und mir durch den wie immer chaotischen Bukarester Verkehr zu Steauas "Ghencea-Stadion" im Südwesten der Stadt.

Die Spielstätte des ehemaligen Militärklubs, der der mit Abstand erfolgreichste Verein Rumäniens ist (23 Meistertitel), ist ein reines Fußballstadion ohne Laufbahn und fasst an die 28.000 Zuschauer (nur Sitzplätze). Es weist rundherum nur einen Rang auf, wobei auch in den Kurven Sitzplätze sind. Eine überdachte Tribüne gibt es nur auf einer Längsseite. Die dort untergebrachten Logen waren an diesem Nachmittag deshalb besonders wichtig, weil deren Besucher über das Fernsehen das Parallelspiel von Tabellenführer CFR Cluj gegen Fixabsteiger "U" (Universitatii) Cluj mitverfolgen und die Fans auf den Rängen über den Spielstand informieren konnten.

Dass das Ghencea-Stadion zu einem "Hexenkessel" werden kann (siehe Eintrag bei Wikipedia), war an diesem Nachmittag nicht unbedingt zu bemerken. Nur die Nordtribüne mit dem treuesten Anhang hinter dem Tor war gut gefüllt (rechts). Dem schütterer besetzten übrigen Stadion sah man an, dass viele Fußballanhänger ihrem Team den Meistertitel nicht mehr zutrauten:

Steaua hatte in der vorletzten Runde gegen Lokalrivalen Dinamo Bukarest schlecht gespielt und 1:2 verloren; damit hatten die Rot-Blauen den Titel aus der Hand gegeben. In der "Gazeta Sporturilo" vom nächsten Tag wurde der Besuch mit 12.000 angegeben.

Nachdem mir beim Eintritt in das Stadion nicht mein Regenschirm, sondern meine Zeitung abgenommen worden war (die ich angesichts der nicht gerade sauberen Sitze gut hätte gebrauchen können), und ich meinen Platz auf der Tribüne gefunden hatte, wurde auch schon angepfiffen. Die Gegenwehr von Gloria, das noch gegen den Abstieg kämpfte (fünftletzter Tabellenrang), war anfangs durchaus engagiert. Steua kam zwar immer wieder über die Flanken nach vorne, wenn die Steua-Angreifer in eine aussichtsreiche Schussposition kamen, vernebelten sie aber. Die Steaua-Offensivabteilung, in der zwei Kolumbianer mit Nachnamen Moreno werkten, wirkte für meine Begriffe auch etwas lässig.

In der 19. Minute war es aber soweit: Pepe, einer der beiden Moreno's, konnte eine Flanke von rechts im Strafraum aufnehmen. Diese Chance ließ sich der dunkelhäutige Kolumbianer, der davor schon ein paar Mal vergeben hatte, nun nicht nehmen: Er brachte sich mit einer schönen Körpertäuschung in Schussposition und gegen seinen platzierten Schuss hatte der Buzau-Keeper keine Chance - 1:0.
Das schöne Tor riss auch mich von meinem Plastiksitz. Und als bekannt wurde, dass es bei CFR gegen "U"Cluj noch 0:0 stand, gab es nochmals Jubel: vorläufig war Steaua an der Tabellenspitze. Auch in der restlichen ersten Hälfte waren die Heimischen deutlich feldüberlegen. Gloria kam erst knapp vor der Pause zur ersten ernst zu nehmenden Torchance, es blieb aber beim 1:0.

In der Pause stellten sich die Zuschauer um Cola an und kauten Sonnenblumenkerne und Nüsse. Ich wechselte in der Pause (wie in den guten alten Zeiten auf der Pfarrwiese oder im Weststadion) auf die andere Seite der Tribüne und sah in der Folge noch vier Tore der Heimmannschaft gegen eine immer desolater agierende Gloria.

Das Pech dabei war nur, dass kurz vor dem 2:0 (62.) das unerfreuliche Zwischenergebnis des Parallelspiels bekannt geworden war: CFR Cluj hatte durch einen Elfmeter auf 1:0 gestellt.
Die Zuschauer standen nun immer wieder auf und drehten sich nach oben zu den Anhängern in den Logen um.

Das 2:0 für Steaua fiel durch den großgewachsenen, technisch beschlagenen Kolumbianer Dayro Moreno aus einem schnellen Gegenstoß nach einem hilflosen Gloria-Angriff: Dayro wurde auf links ideal freigespielt und traf zum 2:0 (62.). Nach einem Stangenschuss von Steaua (64.) hieß es in der 65. Minute 3:0 durch Angreifer Neaga und in der 72. Minute 4:0 durch den Peruaner Mendoza. Das schönste Tor fiel dann in der 77. Minute: Dayro traf aus kurzer Distanz mit der Ferse zum 5:0.

Da es aber in Klausenburg beim 1:0 für CFR blieb, gewann dieser Klub, der noch vor ein paar Jahren in der dritten Liga gespielt hatte, zum ersten Mal den rumänischen Meistertitel und spielt nun fix in der Champions League-Gruppenphase. In Bukarest blieb - genau 22 Jahre nach dem Sieg von Steaua im Europacup der Meister (1986 Sieg im Elfmeterschießen nach 0:0 gegen Barcelona) - ein Wunder aus: das 5:0 reichte der Mannschaft von Steaua-Legende Marius Lăcătuş, der zu Beginn dieser Saison dem bekanntesten rumänischen Kicker Gheorghe Hagi als Trainer nachgefolgt war, nur zum zweiten Platz. Das bedeutet, dass Steaua in der dritten Qualifikationsrunde in die CL einsteigt.

In den abendlichen Fernsehnachrichten wurden leider nicht nur die Tore und der Jubel bei CFR Cluj gezeigt, sondern es musste auch von Ausschreitungen von Anhängern des Absteigers "U" Cluj und der Einleitung von behördlichen Untersuchungen gegen Spieler dieser Mannschaft berichtet werden. Ihnen sollen vom Vereinspräsidenten von Steaua Gigi Becali 1,7 Millionen Euro für einen Erfolg gegen CFR zugesichert worden sein (wenn ich das richtig verstanden habe). Steaua könnten von der Liga nun strafweise 9 Punkte abgezogen werden! (Was am 2. Tabellenplatz aber nichts ändern würde.) Die Gazeta Sporturilo berichtete am nächsten Tag ausführlich darüber und lieferte damit einen weiteren Beweis für die immer wieder beklagte Korruption im rumänischen Fußball (siehe Artikel in der Welt).

In der CL-Qualifkation ist Steaua ein möglicher Gegner von Rapid Wien, falls die Wiener die zweite Quali-Runde überstehen (Bild links anklicken: neben Steaua-Kapitän Radoi werden die Vereine genannt, die in der 3. Runde im Gegensatz zu Steaua sicher nicht gesetzt sein werden).

Rumänische Meisterschaft, Endstand und Ergebnisse der letzten Runde:

Bild unten anklicken!







Friday, 9 May 2008

Noch 29 Tage bis zur EURO '08

Flughafen Wien Schwechat

Fußball-Gott

Katholische Kirche und Wiener Fußballverband
veranstalten Fußballfest am 24. Mai


Fußball mit Leidenschaft...
Kicken mit Karl Daxbacher,
Gaberln mit Ali Hörtnagl,
4-Länderturnier der „Gruppe B“,
Cheerleaders,
Schülerturniere,
Damenfußball,
Priester-Journalisten-Match mit Euro-Schiedsrichter Konrad Plautz,
Konzerte mit Cardiac Move, Nadine Beiler und Johnny K. Palmer,
KEY2LIFE Nightprayer...
Das alles gibt's beim "Kirche08-Fußballfest", präsentiert von der Katholischen Kirche Wien und dem Wiener Fußballverband.

24. Mai 2008 in Wien - Eintritt frei!
Ort: 1100 Wien, Fischhofgasse 12
Location: Sportanlage des Wiener Fußballverbandes,
Open Air (gleich neben dem Horr-Stadium)
Info: Lageplan
Beginn: 14.00 Uhr
Ende: 22.00 Uhr

Alle Infos unter: http://www.key2life.at/
Zum Thema "Fußball und Religion"
-> während der Euro:

Sunday, 4 May 2008

Eine Frage der Ehre: Hammers dürfen nicht auf Platz 12 abrutschen!

Everton verlor am Sonntag Nachmittag bei Arsenal mit 0:1. Damit verpasste Everton die Chance, aus Aston Villas Niederlage am Samstag Kapital zu schlagen und den UEFA Cup-Platz sicherzustellen.
Nun hat Aston Villa, das drei Punkte Rückstand auf den derzeit auf dem fünften Platz liegenden FC Everton hat, noch die Chance, mit einem Sieg gegen West Ham auf den begehrten fünften Platz vorzustoßen - falls Everton gleichzeitig zu Hause gegen Newcastle verlieren sollte.
Und sollte Tottenham im letzten Heimspiel Liverpool schlagen, und Newcastle - unwahrscheinlicher Weise - seine beiden letzten Spiele gewinnen (gegen Chelsea und Everton), dann könnten die Hammers in der letzten Runde tatsächlich noch auf Platz 12 abrutschen, falls sie gegen Aston Villa verlieren.
Aber auch ein Unentschieden gegen Aston Villa würde bei gleichzeitigem Sieg von Tottenham nicht ausreichen, um Platz 10 zu halten. West Ham könnte auf den 11. Platz zurückfallen und das "top ten finish" wäre weg, noch dazu zugunsten der Sp@rs.
Um die den Hammers-Spielern angeblich für Platz 10 zustehende Prämie von £10.000 noch zu retten und die Meisterschaft vor Tottenham zu beenden, muss nun also nächsten Sonntag ein Sieg gegen Aston Villa her.
Das wird auch dringend nötig sein, um diese Saison ehrenvoll zu beenden, denn im aktuellen "Form Guide" sind die Hammers, die in der Premier League-Tabelle seit Weihnachten nie schlechter als Zehnter waren, nach der 1:4-Niederlage gegen Manchester United auf den drittletzten Platz abgerutscht. Das genaue Gegenteil des Vorjahres, als die Irons mit sieben Siegen in den letzten neun Spielen den legendären "greatest escape" schafften!
Einen ehrenvollen Saisonabschluss, das wünschen sich alle Anhänger von West Ham - und es gilt, die Hammers Sonntag in einer Woche zu unterstützen, damit es wie in den beiden letzten Jahren einen Sieg zum Ende der Spielzeit gibt. Vor zwei Jahren, am 7. Mai 2006, schlug man Tottenham am Upton Park mit 2:1 und vermasselte den Spurs damit noch einen Platz in der Champions League. Und diesmal könnte man die Liga vor dem Londoner Rivalen beenden.
Es ist eine Frage der Ehre.

Aktuelle Tabelle: hier klicken!

Saturday, 3 May 2008

Neuer Bürgermeister in London

Der "rote Ken" ist nicht mehr Bürgermeister von Greater London. Nach der landesweiten schweren Schlappe für New Labour bei den Kommunalwahlen ist auch die britische Hauptstadt an die konservativen Torys gegangen.
Boris Johnson löst den langjährigen Londoner Bürgermeister Ken Livingstone in der City Hall (rechts) ab. Johnson erhielt 1,17 Mio. Stimmen (53 %) und konnte damit Livingstone (1,03 Mio.) knapp abhängen. Die Wahlbeteiligung war für Londoner Verhältnisse mit menr als 40 % ungewöhnlich hoch.
Er wolle ein Bürgermeister für alle Londoner sein, so der auch Bo-Jo genannte, nicht unumstrittene, als chaotisch geltende Tory-Politiker, der stets von seinem Parteichef (und Schulkollegen) David Cameron unterstützt wurde. Der neue 43-jährige Stadtchef mit dem zerzausten blonden Haar (siehe unten) würde sich freuen, wenn sein Vorgänger Livingstone (62), den er sehr schätze, die neue Kommunalverwaltung unterstützen würde, sagte Johnson nach Bekanntwerden seines Wahlsieges.
Die Niederlage des Regierungslagers war am Freitagnachmittag bereits mit der Bekanntgabe des Endergebnisses der Wahlen in 159 Städten und Gemeinden von England und Wales besiegelt worden. Danach büßte Labour mehr als 330 Mandate ein, während die Torys mehr als 250 hinzugewannen. Kritiker geben dem unpopulären Labour-Premierminister Gordon Brown die Schuld an der Niederlage.
-> Boris Johnson über seine Pläne als Bürgermeister (BBC): hier klicken!
-> Portrait Boris Johnson in der "Süddeutschen": hier klicken!
-> Boris Johnson's Weblog: hier klicken!

Pogerl und Pauli bleiben oben - und wer steigt ab?

Die Klubs der beiden Österreicher Emmanuel Pogatetz und Paul Scharner bleiben in der Premier League. Fulham, Reading und Birmingham müssen vor der letzten Runde zittern, auch Bolton ist noch nicht endgültig gerettet.

Middlesbrough
und Wigan haben am Samstag mit zwei 2:0 Siegen endgültig den Klassenerhalt geschafft. Boro gewann mit Emanuel Pogatetz daheim gegen den FA-Cup-Finalisten Portsmouth 2:0, Wigan setzte sich mit Paul Scharner dank zwei Toren von Antonio Valencia auswärts überraschend gegen den UEFA-Cup-Aspiranten Aston Villa 2:0 durch.
Das Abschlussmatch von Scharner-Verein Wigan am Sonntag in einer Woche gegen Tabellenführer Manchester United könnte nach ManU's 4:1-Sieg gegen West Ham schon bedeutungslos sein, falls Chelsea seine vorletzte Ligapartie am Montag in Newcastle verlieren sollte.
Aber auch falls es in Wigan für ManU noch um alles gehen sollte, würde sehr viel für den Favoriten sprechen. Einerseits haben Scharner und Co. den Ligaverbleib bereits in der Tasche, andererseits hat Manchester gegen Wigan die letzten sechs Partien bei einem Torverhältnis von 20:3 für sich entschieden. "Unsere Chancen stehen jetzt gut", meinte Ferguson nach dem Heimsieg gegen die Hammers, die durch die Niederlage drei Punkte im Kampf um ein "top ten finish" verloren haben.
Tottenham gewann nämlich bei Reading 1:0 durch ein Tor von Robbie Keane und liegt vor der letzten Runde nun nur noch zwei Punkte hinter dem Londoner Rivalen.
Während sich Reading durch diese Niederlage in aktuter Abstiegsgefahr befindet, sieht es für Fulham wieder viel besser aus: durch ein 2:0 daheim gegen den direkten Konkurrenten Birmingham verließ man erstmals seit 23. Dezember die Abstiegsränge.
Als Absteiger mit den wenigsten Punkten, die je ein Klub in der Premier League einfahren konnte, steht Derby County (1:3 gegen Blackburn; mittlerweile 31 Ligaspiele ohne Sieg, 11 Punkte / Torverhältnis -65) fest.
Da Bolton im Samstagabend-Spiel der Premier League Sunderland 2:0 schlagen konnte, sind die Wanderers (36 Punkte / Torverhältnis -18) drei Punkte über der Relegationszone. Sie könnten nur bei einer hohen Niederlage gegen Chelsea noch auf einen Abstiegsplatz rutschen, falls Fulham (33 / -23) und Reading (33 / -29) gleichzeitig hoch gewinnen sollten.
Voraussichtlich werden aber Sonntag in einer Woche die beiden übrigen Abstiegsplätze zwischen Fulham, Reading und Birmingham (32 / -19) ausgespielt.

Programm der letzten Runde: hier klicken!
Tabelle: hier klicken!

Kalt abgeschossen in Old Trafford

Manchester United v West Ham United 4:1

Kaum hatten wir im "Goleador", dem Lokal mit Premiere-Liveübertragung gegenüber vom Wiener Hanappi-Stadion, Platz genommen und begonnen, die Speisekarte zu studieren, stand es schon 1:0 für die Heimmannschaft (3.).
Dieser abgefälschte Schuss von Cristiano Ronaldo, der zuvor Lucas Neill ausgespielt hatte, jagte die Quote für einen West Ham-Sieg gegen Manchester United von 1:16 auf stolze 1:25.
West Ham hatte während der Wartezeit auf die Pizza zwei Chancen - bei einer rettete Patrice Evra auf der Linie, bei der nächsten Szene gab Schiedsrichter Mike Riley statt Handspiel von Wes Brown im Strafraum Foul von West Ham-Angreifer Bobby Zamora.
Aber als das Essen serviert wurde, ging es plötzlich blitzschnell: In der 24. Minute sprang der junge Hammers-Innenverteidiger James Tomkins nicht hoch genug, um eine Flanke von Owen Hargreaves zu erwischen, der Ball fiel auf Ronaldos Schenkel und sprang zum 2:0 ins Netz (24.) - Tor Nummer 40 für den genialen, aber unsympathischen Fußballer des Jahres in England.
Gerade einmal zwei Minuten später fiel das erste wirklich sehenswerte Tor durch einen Fernschuss von Carlos Tévez aus mehr als 20 Metern. Genau ins Kreuzeck - 3:0 für Manchester United (26.).
Die solcherart kalt abgeschossenen Hammers konnten durch den schönsten Treffer des Nachmittags - einen Fallrückzieher von Dean Ashton - ein Tor aufholen (28.). Da West Ham ohne Verletzungen aber nicht West Ham wäre, zog sich Ashton bei seiner spektakulären Aktion eine Oberschenkelzerrung zu und wurde bald nach Wiederbeginn gegen Carlton Cole ausgetauscht.
Als noch in der ersten Halbzeit Nani nach einem Kopfstoß gegen Neill von Referee Riley ausgeschlossen wurde (37.), schöpften die Optimisten unter uns nochmals Hoffnung, doch die "red devils" spielten die für sie so wichtige Partie auch zu zehnt ruhig nach Hause. In der 59. Minute machte ein weiterer Ex-Hammer, Michael Carrick, sogar noch das 4:1.
Die letzte halbe Stunde feierten die United-Fans, als hätte ihr Team den Premier League-Titel schon sicher.
Und wir mussten versuchen, uns den wenig erbaulichen Fußball-Nachmittag mit Kaffee und Schoko-Palatschinken doch noch irgendwie zu versüßen.

Man Utd: Van der Sar, Hargreaves, Brown, Ferdinand, Evra, Nani, Carrick, Scholes (O'Shea 72), Park (Giggs 61), Ronaldo (Fletcher 64), Tevez.
Subs Not Used: Anderson, Kuszczak.
Sent Off: Nani (37).
Booked: Ronaldo.
Goals: Ronaldo 3, 24, Tevez 26, Carrick 59.
West Ham: Green, Pantsil, Tomkins, Neill, McCartney, Noble, Parker, Mullins (Sears 75), Boa Morte (Solano 52), Ashton (Cole 56), Zamora.
Subs Not Used: Walker, Collison.
Booked: Neill, McCartney, Zamora.
Goal: Ashton 28.
Att: 76,013
Ref: Mike Riley (Yorkshire).

BBC Match Report: hier klicken!

Geständnis eines Rapid-Fans

Heute kann ich's zugeben. Immerhin sind schon 30 Jahre seither vergangen, die Verjährungsfrist ist abgelaufen:
ICH WAR BEI EINEM MATCH DER WIENER AUSTRIA. Und es war kein Spiel gegen den Lokalrivalen SK Rapid.
Am 12. April 1978 stand ich im im Sektor A/F unter der alten Anzeigetafel des Wiener Prater-Stadions, das damals 70.000 Zuschauer fasste und noch nicht Ernst Happel Stadion hieß. Und jubelte, als Austria-Keeper Hubert Baumgartner den entscheidenden fünften Elfer im Elferschießen des Europacup-Semifinales gegen Dynamo Moskau (1:2/2:1 n.V.) abwehren konnte.
Austria kam als erster österreichischer Klub in ein Europacup-Finale! Am 3. Mai 1978 - vor genau 30 Jahren - verlor die Austria dann das "Cupsieger-Finale" in Paris gegen Anderlecht 0:4.

Womit die Wiener damals in guter Gesellschaft waren, denn auch West Ham United verlor zwei Jahre vorher gegen die damals in Europa dominanten Belgier ein Cupsieger-Finale.
1976 mussten sich die Hammers dem RSC Anderlecht im Finale in Brüssel 2:4 geschlagen geben. (Um ein Foto von diesem Spiel zu sehen, hier klicken: Es zeigt ein Duell von Arie Haan mit dem damaligen West Ham-Keeper Mervyn Day - heute Co-Trainer bei West Ham unter Alan Curbishley, der damals als 18-Jähriger auch schon in West Hams Erster, nicht aber im EC-Finale spielte).

Der SK Rapid Wien stand bisher zweimal in einem Finale des heute leider nicht mehr existierenden "Europacups der Cupsieger":
1985 Rotterdam: Rapid - Everton 1:3 (0:0)
1996 Brüssel: Rapid - Paris Saint-Germain 0:1 (0:1)

3. Mai 1978:
RSC Anderlecht - Austria Wien 4:0 (3:0)
Prinzenpark-Stadion, Paris, 48.679 Besucher, Schiedsrichter Aldinger (BRD).
Tore: Rob Rensenbrink (13., 44.), Gilbert van Binst (45., 82.)
Anderlecht: De Bree - Van Binst, Broos, Dusbaba, Thissen - Haan, Coeck, Vercauteren (87. Dockx) - Nielsen, Van der Elst, Rensenbrink
Austria: Hubert Baumgartner - Erich Obermayer - Robert Sara, Josef Sara - Herbert Prohaska, Karl Daxbacher (60. Alberto Martinez), Felix Gasselich, Ernst Baumeister - Thomas Parits, Hans Pirkner, Julio Morales (72. Fritz Drazan).
Ersatz: Hannes Weninger (+ 2005) - Günter Pospischil, Wilhelm Pöll, Alfred Roscher, Franz Viertl, Franz Weiss, Franz Zach
Trainer: Hermann Stessl.

5. Mai 1976:
West Ham United - RSC Anderlecht 2:4 (1:1)
Heysel Stadium, Brüssel, 51.296 Besucher, Referee: Robert Wurtz
Tore: 1:0 Holland 28., 1:1 Rensenbrink 42.;
1:2 Van der Elst 48., 2:2 Robson 68., 2:3 Rensenbrink 73. (Penalty), 2:4 Van der Elst 88.
West Ham United: Mervyn Day - Keith Coleman, Frank Lampard sen (47. Alan Taylor), Billy Bonds (c), Tommy Taylor, John McDowell, Pat Holland, Graham Paddon, Billy Jennings, Trevor Brooking, Keith Robson
Manager: John Lyall.
RSC Anderlecht: Jan Ruiter - Michel Lomme, Hugo Broos, Gilbert van Binst (c), Jean Thissen, Jean Dockx, Ludo Coeck (32. Franky Vercauteren), van der Elst, Peter Ressel, Arie Haan, Rob Rensenbrink.
Manager: Hans Croon.

Friday, 2 May 2008

Die Geschichte von Willi, dem "Weiberer"

Eine köstliche Fußballgeschichte von Margit Schreiner konnte man vor zwei Wochen in der österreichischen Tageszeitung Die Presse lesen. Mit 13 wollte die spätere Schriftstellerin den damaligen Tormann des Linzer Athletik-Sportklubs für eine Schülerzeitung interviewen. Den feschen Tormann Harreither kannte sie aus "Bravo". 1966 war das, zwei Jahre, nachdem der LASK zum ersten und einzigen Mal österreichischer Fußballmeister geworden war.
Margit Schreiner beschreibt ihren ersten Besuch auf dem Fußballplatz und ihr Interview mit Harreither in der Dusche.

"Bis zur Halbzeit wussten wir nicht, auf welcher Seite eigentlich der Lask und auf welcher Rapid spielte", schreibt sie. "Wir erfuhren es in der Pause an dem Würstelstand, an dem wir Frankfurter und ein Bier kauften, wie alle anderen auch. Bei der Gelegenheit erfuhren wir auch, dass Harreither ein Weiberer war, wie sich ein Fußballfan mit einem grün-weißen Trikot ausdrückte. Jetzt muss ich zu meiner Schande gestehen, dass ich mit 13 noch nicht wusste, was ein Weiberer ist."

"Nach dem Abpfiff – den Begriff hatten wir von den Fußballfans um uns herum gehört, und wir notierten ihn gleich in unser blaues Schulheft, das wir auch für das Interview verwenden wollten – sprangen wir einfach über den Zaun am Rand des Fußballfeldes."

Von dort liefen die Autorin und ihre Freundin in die Mannschaftsräume, wo schließlich das unvergessliche Interview mit dem "großen, dunkelhaarigen, überhauptbehaarten und jetzt von oben bis unten eingeseiften, muskelbepackten, grinsenden Weiberer Harreither" stattfand. Unter der Dusche stehend beantwortete er die "folgenden Fragen: Wie sind Sie zum Fußball gekommen? Haben Sie eine Freundin? Was sind Ihre Wunschvorstellungen?"

Leider sind der Autorin nicht nur die Antworten hierauf entfallen; sie bedauert auch, dass sie im Internet keine Informationen, geschweige denn ein Foto von Harreither finden konnte. "Vielleicht hat er alle Spuren verwischt, so dass wir bis heute seinen Vornamen nicht wissen und er für immer gelöscht ist aus allen Erinnerungen und Netzen. Weltweit", räsonniert Margit Schreiner.

Nun, zumindest mit einem Foto und einer Kurzbiographie aus dem Jahr 1969 (aus dem Fußball-Sammelalbum "Österreichische Nationalliga Meisterschaft 1968/69") kann ich aushelfen!

Kurze Zeit später, im Sommer 1969, verletzte sich Harreither schwer: Der Oberösterreicher, der unter anderem bei der 0:2-Niederlage gegen Deutschland am 13. Oktober 1968 für Österreich im Tor spielte (WM-Qualifikation für 1970), riss sich das Seitenband. Einem Forum zum Thema "Fußballlegenden" kann man entnehmen, dass diese Verletzung leider der Anfang vom Ende der Karriere des feschen LASK-Torhüters war.
In meinem Sammelalbum "König Fußball 1971/72" heißt der LASK-Tormann Helmut Saurer.

Wer verdient den Premier League-Titel?

"I would like to see United win the title because of how they have played this season. It would be an injustice if they didn't. That's why I would raise a glass if United win the title."
West Ham - Manager Alan Curbishley
Laut Daily Mirror hat Alan Curbishley in einem Kommentar vor eineinhalb Wochen geäußert, dass Manchester United den Premier League-Titel verdiene (siehe Zitat); nun beschuldigt ihn Chelsea-Boss Avram Grant, die Integrität der Liga beschädigt zu haben.

Ich glaube, dass Curbs recht hat - die über die gesamte Saison beeindruckendste Mannschaft war Manchester United. Ein Titelgewinn für Chelsea wäre eine Sensation, lagen die Blues doch noch vor kurzem fünf Punkte zurück. Nun könnte aber die momentane Form durchaus für Chelsea sprechen (5 Siege und 1 Unentschieden in den letzten 6 Ligaspielen; seit 16. Dezember [0:1 gegen Arsenal] in der Liga ungeschlagen). Und Curbishley meinte auf der Website von West Ham, er bewundere, wie Chelsea wieder in das Titelrennen zurückgekommen sei. "Die werden nicht aufgeben", sagte der Hammers-Manager, "auch nicht Mitte Mai (beim Champions League-Finale)".

Die Buchmacher würden für einen Sieg von West Ham gegen ManU am Samstag bis zu 16/1 zahlen, so sicher sind sich die meisten, dass drei Punkte gegen die Hammers für Manchester United kein Problem darstellen. Dass Wayne Rooney nach seiner Hüftverletzung am Samstag wieder einsatzfähig sein soll, scheint ein weiterer Vorteil für ManU zu sein.

Viele vergessen dabei aber, dass die letzten drei Spiele zwischen den beiden Klubs mit Siegen für West Ham endeten (1:0, 1:0 und 2:1). Und dass die Irons den "red devils" am Samstag um 13:45 (MEZ) gerne ein Bein stellen würden - egal, ob Alan Curbishley nun meint, ManU wäre ein verdienter Meister oder nicht -, das ist sicher. Immerhin wäre das dann der vierte Sieg hinter einander gegen Manchester United.

Auf der Fan-Website KUMB sind einige bemerkenswerte Resultate der Hammers gegen United in einer kleinen Diashow zusammengestellt worden. Interessant, wie oft ManU in entscheidenden Spielen schon gegen West Ham verloren hat.
Und so hoffen die Hammers-Anhänger, dass Alan Curbishleys Team auch diesmal eine Sensation liefert, was Platz 10 endgültig sicherstellen und West Ham eine Plazierung vor Tottenham bescheren würde.

Und das sind die letzten beiden Spiele der punktegleichen Titel- und Champions League-Kontrahenten Chelsea (+37) und Manchester United (+53):

Samstag:
Man Utd v West Ham, 13:45 (MEZ)
Montag, 5.5.
Newcastle v Chelsea, 17:00
Sonntag, 11.5.
Chelsea v Bolton, 16:00
Wigan v Man Utd, 16:00

Thursday, 1 May 2008

"Da legst di nieda": Bayern 0-4

Nach einem mageren 1:1 im Hinspiel gegen Zenit St. Petersburg hatte Bayern München gehofft, im UEFA Cup-Semifinal-Rückspiel den Aufstieg ins Finale durch den zuletzt gesperrten Luca Toni noch sicherstellen zu können.
Allein: am Zenit des Könnens präsentierte sich diesmal der Klub aus der russischen Hauptstadt. 4:0 (2:0) siegten die perfekt eingestellten Russen und fügten den jedenfalls in der ersten Spielhälfte überlegenen Bayern die höchste Europacup-Niederlage seit 1991 (2:6 gegen B 1903 Kopenhagen) zu.
Wieder kein Tor gab es auch im Rückspiel des zweiten Semifinales Fiorentina gegen Rangers Glasgow. Nach dem zweiten 0:0 musste daher in Florenz ein Elferschießen entscheiden.
Und dieses gewannen die Rangers, bei denen Ex-Hammer Christian Dailly auf der Bank saß, mit 4:2. Ex-Austria-Wien-Spieler Papac verwertete seinen Elfer für die Rangers zum 2:2-Ausgleich.
Im UEFA Cup-Finale in Manchester am 14. Mai spielen daher die Glasgow Rangers gegen Zenit St. Petersburg.