Rapid Hammer

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RAPIDHAMMER

Friday, 16 January 2009

John, Paul, Jimmy & Bobby

John, Paul, George & Ringo sind es nicht, die Sonntag am Upton Park auftreten werden.
Und auch der junge Mann im Bild - der West Ham-Jugendspieler erhielt soeben einen Plattenvertrag und wird seine Fußballkarriere an den Nagel hängen (Foto: Telegraph) - wird übermorgen um 14:30 (MEZ) wohl kaum "Bubbles" am Saxophon spielen.
Aber John, Paul, Jimmy und Bobby werden zum Boleyn Ground zurückkehren und versuchen, mit Fulham nach drei Niederlagen gegen West Ham wieder einmal einen Triumphmarsch anstimmen zu können.
Bei den "Cottagers" stehen mit Paintsil, Konchesky, Bullard und Zamora vier ehemalige West Ham-Spieler in der Mannschaft. Während Jimmy Bullard vor zehn Jahren als Neunzehnjähriger zu den Hammers wechselte, es aber nicht schaffte, sich in der Mannschaft zu etablieren, sind die drei anderen echte Leistungsträger oder zumindest "croud favourites" in East London gewesen.
Der bekennende West Ham-Fan Bobby Zamora - hat heute, 16.1. , Geburtstag! - schoss West Ham 2005 zurück in die Premier League und erzielte auch in den folgenden Saisonen noch jede Menge Tore. Paul Konchesky war unter Alan Pardew eine "Bank" als Left Back und im Zusammenspiel mit Matty Etherington eine stete Gefahr für die gegnerische Abwehr; im FA Cup-Finale gegen Liverpool (2006) erzielte er den zwischenzeitigen Führungstreffer zum 3:2 mit einer "abgerissenen Flanke" über Liverpool-Keeper Pepe Reina. Nach seinem Abschied legte er sich mit West Ham-Coach Alan Curbishley an, dem er veraltete Trainingsmethoden vorwarf. John Pantsil (oder Paintsil) schließlich war bei West Ham in den beiden letzten Saisonen zwar kein Stammspieler, die bei ihm stets gegebene Einsatzfreude ließ aber den Ghanaer, der immer wieder auch für tollpatschige Aktionen gut war, zu einem Liebling des Publikums werden.
Gelingt es West Ham, den vier Heimkehrern den Marsch zu blasen, könnte man auch in dieser Saison das "Double" über den bloß 24 km entfernten Nachbarn schaffen. Aber Vorsicht: Fulham hat von allen London-Derbys in dieser Saison erst eines (gegen West Ham) verloren, spielt unter Roy Hodgson einen gefälligen Fußball, der den Klub ins Tabellenmittelfeld führte, und zudem ist die Heimform der Hammers - trotz eines Sieges im letzten Liga-Heimspiel gegen Stoke - keine Offenbarung (unter Gianfranco Zola bisher nur zwei Heimsiege).
BBC-Orakel Lawro meinte: "These are two of the form teams in the Premier League right now so it's a close one to call". Er prophezeit ein Unentschieden, was für die beiden punktegleichen Teams bedeuten würde, auf Platz 9 und 10 der Premier League einzementiert zu bleiben. Mit einem Sieg könnte dagegen Hull (Samstag Abend gegen Arsenal) überholt werden.

Über Bobby Zamora und John Pa(i)ntsil: -> No More "This Is My Fuckin' Team"

Thursday, 15 January 2009

Transfers, Pokal und Millionen

Relativ ruhig ist die Transfer-Situation derzeit bei West Ham United. Nachdem bei Öffnung des Transferfensters zunächst über Bellamy, Parker und Upson Gerüchte und Angebote nur so herumschwirrten, ist es um die Besten bei West Ham nun etwas ruhiger geworden. Erst wenn Angebote um die 15 Mio Pfund eintrudeln, wird man vielleicht wieder nachdenken, ob einer der Genannten abgegeben wird. Manchester City könnte das Interesse an Parker und Bellamy ob der harten Haltung in West Hams Geschäftsführung verlieren, meint die Daily Mail.
Fix weg ist Lee Bowyer (leihweise zu Birmingham) und vielleicht gehen auch Boa Morte (zu Hull) und Faubert (möchte zurück nach Frankreich). Um Left Back Ilunga gab es Gerüchte wegen eines Interesses von Liverpool, aber der Spieler ist bis Saisonende mittels Leihvertrages mit Kaufoption fix bei den Hammers. Und Nigel Quashie wird man wohl nie loswerden...

Laut ging es dagegen Mittwoch Abend beim FA Cup-Replay zwischen Newcastle und Hull zu. Newcastle-Manager Kinnear und Hull-Coach Brown kriegten sich wegen eines harten Tacklings von Fabricio Coloccini gegen Hull's Cousin in die Haare. Trainer wurden auf die Tribüne verbannt (Foto: Daily Mail), wie einst im Juni Pepi Hickersberger und Jogi Löw bei der Euro. Hull siegte am St. James Park dank eines "80th-minute winner from striker Daniel Cousin" 1:0 und verhinderte damit die befürchtete gleichzeitige Pilgerreise von West Ham- und Millwall-Fans zu den Viertrunden-Partien ihrer Teams in den Norden. Während die "Hammers"-Anhänger Samstag in zwei Wochen nach Hartlepool fahren, müssen die Millwall-Fans nun nur nach Kingston-upon-Hull, wo es am 24. Jänner zum Raubtier-Duell "Tigers" (Hull) gegen "Lions" (Millwall) kommt. Hull liegt zwar auch an der englischen Ostküste, aber doch weit südlicher liegt als der Victoria Park von Hartlepool United..

Das Thema in England ist aber das 100 Millionen Pfund-Angebot von Manchester City an Milan für eine Verpflichtung von Kaka. Der Spieler wird sich jetzt die Vorstellungen der ManC-Scheichs einmal anhören, nachdem er noch gestern gemeint hatte, er wolle bei Milan am liebsten alt werden. Bei "Citeh" heißt es schon, der Wechsel sei "very close". Der teuerste Spieler bisher ist übrigens Zizou Zidane mit 46 Millionen Pfund für seinen Wechsel von Juventus zu Real. Die englischen "record breakers" findet man -> hier.
Dass Manchester United mit einem 1:0 über Wigan im Nachtragspiel bis auf zwei Punkte an Premier League-Leader Liverpool heranrückte - aber Wayne Rooney durch Verletzung verlor -, und dass Scolari mit dem 4:1-Sieg von Chelsea im Cup gegen Southport seinen Job rettete, ging neben all den Pfund-Millionen beinahe unter.

Wednesday, 14 January 2009

Histon out, QPR out, Burnley weiter - und auch Sheffield und Millwall

Keine wirklich überraschenden Ergebnisse brachten die Dienstag-Spiele im FA Cup.
Non League-Vertreter Histon FC schied knapp mit 1:2 gegen Championship-Side Swansea aus.
Eine Verlängerung war am Turf Moor notwendig, wo die Queens Park Rangers gegen Barnsley (Bild) schließlich in der 120. Minute das 1:2 kassierten, nachdem sie zunächst in der 2. Halbzeit durch di Carmine in Führung gegangen waren. Den Ausgleich erzielte für die "Clarets" Thompson (60.), Rodriguez (120.) scorte in der extra time den entscheidenden Treffer.
Sheffield Utd, rechtlicher Dauergegner von West Ham United seit deren Abstieg aus der Premier League 2007, kam mit einem 4:1-Auswärtssieg gegen Leyton Orient (League One) weiter.
Und auch sonst setzten sich meist die höher eingeschätzten Teams durch, wie zum Beispiel Cup-Holder Portsmouth (2:0 gegen Bristol City).
Cheltenham gegen Doncaster endete 0:0. Das Replay steigt am 20. Jänner - noch rechtzeitig vor der 4. Runde (24./25.1.).
In einem League One-Duell siegte Millwall auswärts gegen Crewe mit 3:2 und wird in der nächsten Runde gegen einen Premier League-Klub spielen. Welcher das sein wird, entscheidet sich heute Abend bei Newcastle v Hull (Replay nach 0:0 im ersten Spiel).
Sollte Newcastle gewinnen, könnte dies Troubles zwischen den traditionell verfeindeten West Ham- und Millwall-Anhängern bedeuten. Kernkraftwerks-Ort Hartlepool, wo die Hammers gegen die dortige United antreten, und Newcastle-upon-Tyne liegen im Nordosten Englands in einer Distanz von nur 67 km. Da West Ham am 24. Jänner (12:40 GMT) gegen Hartlepool United und der Sieger aus Newcastle/Hull am selben Tag um 15 Uhr (GMT) seine Viertrunden-Partie gegen Millwall spielen werden, befürchtet man bei KUMB, dass die - im Falle eines Weiterkommens von Newcastle - gleichzeitig nach Norden reisenden Londoner Anhänger für Troubles sorgen könnten.

Tuesday, 13 January 2009

This Is The FA Cup And Anything Can Happen ...

Neben all den Transfergerüchten, Analysen von Chelseas Absturz gegen Manchester United (0:3) und Cristiano Ronaldo-"Player of the Year"-Huldigungen scheint mir beinahe unterzugehen, dass heute, Dienstag, und morgen acht Replays und drei Nachtragsspiele der "Third Round Proper" des FA Cups auf dem Programm stehen.
Die vierte Runde, deren Paarungen schon ausgelost wurden, wird dann am 24./25./26. Jänner gespielt, wobei das deutsche Sportfernsehen DSF am Sa (24.) den Schlager ManU gegen Tottenham und am So (25.) das Cup-Derby Liverpool gegen Everton live zu übertragen gedenkt. Bevor man aber an die vierte Runde denken kann, müssen die Replays entschieden werden - was bedauerlicher Weise auch im Elfmeterschießen geschehen kann.

Das war vor 30 Jahren noch nicht möglich, als die "Königin aller Replay-Schlachten" geschlagen wurde: Arsenal gegen Sheffield Wednesday. Zwischen 6. und 22. Jänner 1979 traten der spätere FA Cup-Sieger dieser Saison (3:2 gegen ManU) und Drittliga-Klub Sheffield Wednesday fünfmal gegen einander an, bevor die "Gunners" in die vierte Runde aufstiegen (1:1, 1:1, 2:2, 3:3 und 2:0; Bild links: Sheffield Wednesday-Boss Jack Charlton mit Spieler Dennis Leman beim 2:2 beim Tee; Foto: Daily Mail).
1971 benötigten zwei Klubs in einer der herbstlichen Quali-Runden sogar sechs Versuche (= mehr als 9 Stunden Fußball), um einen Sieger zu ermitteln: Alvechurch und Oxford City.

Und Fulham ist der Klub, der die meisten Spiele benötigte, um ins Finale zu kommen: 11 Spiele mussten die "Cottagers" dank mehrfacher Replays 1975 bestreiten, um in Wembley gegen Manchester United zum FA Cup Finale antreten zu können.
Es langte für Fulham dann leider nur zum "runners-up"-Titel (0:2).

Seit den Neunziger-Jahren gibt es im Replay Verlängerung und Elferschießen, um ein Re-Replay zu vermeiden. Das hinderte aber Droylsden und Chesterfield im laufenden FA Cup nicht daran, viermal gegen einander anzutreten, weil zwei Spiele wegen Nebels bzw. Flutlichtausfalls abgebrochen werden mussten. Im vierten Versuch (Replay) setzte sich dann zwar Droylsden auf dem Platz durch, ein Re-Replay auf dem "Grünen Tisch" führte aber zu einer Strafverifizierung zugunsten von Chesterfield, weil Non League-Klub Droylsden einen gesperrten Spieler eingesetzt hatte (siehe -> hier).

Von der englischen Football Association wird nicht daran gedacht, den Cup-Modus, der erst in den auf neutralem Boden gespielten Semifinali und im Finale keine Replays, sondern Verlängerung und penalty-shoot out vorsieht, etwas zu ändern. Die Replays seien Teil des Erbes und der Tradition des FA Cups, hieß es, als sich vor zwei Jahren Arsenal-Coach Arsène Wenger über den durch die Spielwiederholungen noch zusätzlich "verdichteten" Spielplan beschwerte.

Heuer sind es (vorerst) acht Wiederholungsspiele in der 3. Runde. Da auch vier Spiele nachgetragen werden müssen, die am ersten Wochenende im Jänner wetterbedingt ausgefallen sind, könnten auch noch weitere Replays dazukommen, die dann noch vor dem 24./25. Jänner (Viertrunden-Termin) untergebracht werden müssten.
In einer dieser nachgetragenen Partien kämpft noch ein Non League-Team um den Einzug in die näschste Runde: Histon FC könnte es mit einem Sieg über Swansea (13.1., 19:45 GMT) Torquay United und Kettering Town gleichtun und als Dritter aus der heuer rekordverdächtig großen Phalanx der Non League-Klubs in Runde 4 vorstoßen.

Und so wird man heute und morgen Abend auf Englands Fußballplätzen wieder die "Magie des FA Cups" beschwören:
Das Unmögliche möglich zu machen - das ist die Chance der Underdogs, die sie nirgends in dem Ausmaß haben wie in der Welt ältestem Cupbewerb.
"This is the FA Cup and anything can happen ..."

The Winner Takes It All

Im Vorjahr hat er schon die Titel "Fußballer des Jahres" der englischen Football Writers Association, "Fußballer des Jahres" der PFA (englische Profi-Spielervereinigung) und "Europäischer Fußballer des Jahres" (UEFA) sowie den "Goldenen Schuh" für 42 erzielte Tore (2007/08) abgeräumt. Gestern wurde Cristiano Ronaldo auch zum FIFA Weltfußballer des Jahres 2008 gewählt.
Durchaus erwähnenswert ist, dass der 23-jährige Fußball-Macho aus Portugal der erste in Großbritannien aktive Spieler ist, der zum FIFA World Player of the Year gewählt wurde, seit diese Würde 1991 eingeführt wurde. Damals gab es übrigens den einzigen deutschen Titelträger: Lothar Matthäus.
Ronaldo verwies bei der FIFA-Wahl, bei der die Punkte von Nationaltrainern und Mannschaftskapitänen aus aller Welt vergeben werden, den spanischen EM-Final-Torschützen Fernando Torres und den Gewinner des Vorjahres, Kaka, sowie Messi and Xavi auf die Plätze. Platz 6 ging an Steven Gerrard, der 12. Platz an Frank Lampard. Ballack wurde Vierzehnter. Den Preis überreichte Weltfußball-Ikone Pele.
Ganz brav sagte der Weltfußballer 2008 in seiner Dankesrede: "Es wäre falsch, nicht jedem in meinem Leben - Familie, Freunden und Teamkollegen - zu danken, die mich zu diesem Punkt gebracht haben." Von einem Wechsel zu Real Madrid mochte der Ferrari-Bruchpilot zumindest an diesem Tag nichts wissen. Was spanische Medien nicht daran hinderte, neuerlich einen Wechsel zu Real aufgrund eines bestehenden "Geheimabkommens" mit dem Spieler zu prohezeien.
Hattrick für ManU ?
Dass Ronaldo auch in der Premier League wieder (zum dritten Mal in Folge) die Nase vornhaben könnte, hat interessanterweise C.R.'s Wahlkonkurrent Fernando Torres vom aktuellen Liga-Führenden FC Liverpool eingestanden, zumindest wenn man dem BBC-Artikel "ManU are favourites" Glauben schenken darf. Vielleicht wollte Senor Torres aber auch nur höflich sein oder er will die oft auch ein psychologisches Hemmnis darstellende Favoritenrolle loswerden, die Liverpool seit der Ligaführung zum Jahreswechsel innehat - trotz neuerlichem 0:0-Unentschieden gegen Stoke im lautesten Stadion der Premier League.Tatsächlich könnte ManU, das am Sonntag Chelsea deutlich mit 3:0 geschlagen hat (dazu auch -> hier), L'pool vor deren nächstem Spiel (erst kommenden Montag gegen Everton) von der Tabellenspitze stoßen. Die zur Zeit fünf Punkte zurückliegenden "Red Devils" haben morgen ein Nachtragsspiel gegen Wigan (H) und spielen Samstag gegen Bolton (A).

Saturday, 10 January 2009

Die Eigentor-Könige vom Villa Park

Sie rangieren seit geraumer Zeit unter den "Top Four" der Premier League, stehen im FA Cup in der vierten Runde und sind auch noch im UEFA Cup vertreten (am 18./26. Februar geht es gegen CSKA Moskau).
Durchaus beeindruckend, was "The Villa" aus Birmingham in dieser Saison auf die Beine gestellt hat.
"Aber ...", muss man leider dazusagen, aber sie haben das nicht nur aus eigener Kraft geschafft. Bei Aston Villa muss man mittlerweile selbst zugeben, dass in dieser Saison am Villa Park die "own goal-kings" der Liga spielen.
Es begann am 15. November mit einem Tor von Gael Clichy, der in der 70. Minute im Emirates Stadion auf "Arsenal 0 Aston Villa 1" stellte - durch ein Eigentor. Villa gewann 2:0.
Vier Wochen später war es Bolton-Spieler Davies, der für die "Lions" das 2:1 erzielte - durch ein Eigentor. Bolton verlor die Partie im Villa Park 2:4.
Am 20. Dezember machte West Ham-Kapitän Lucas Neill den Villans ein Weihnachtsgeschenk. 12 Minuten vor Ende der regulären Spielzeit haute er Robert Green einen Unhaltbaren rein. Martin O'Neills Mannen gewannen am Upton Park 1:0 - durch ein Eigentor.
Und im letzten Ligaspiel des Jahres durfte man sich wieder über ein Präsent freuen. 1:0 lautete der Endstand bei Hull v Aston Villa. Torschütze: Zayatte - Eigentor, 88.
Jetzt machte man die (für die Gegner) unheimliche Serie sogar auf der offiziellen Website zum Thema: "Villa ended the year as the own goal-kings of the Barclays Premier League", verkündete man beinahe stolz.
Dass es aber am ersten Meisterschafts-Spieltag im neuen Jahr im selben Ton weiterging - West Brom-Torhüter Scott Carson schlug sich nach einem Schuss von Gabriel Agbonlahor den Ball selbst ins Netz und Villa gewann das Derby gegen die Baggies 2:1, - das war den "Lions" nun offenbar doch peinlich: Die Homepage schreibt das Tor zur zwischenzeitigen 2:0-Führung hartnäckig Mr. Agbonlahor zu. Damit man aber von der offiziellen Lesart der Premier League, die ein Carson-o.g. vermeldet, nicht allzu weit abweicht, spricht die Vereins-Homepage dem früheren Villa-Keeper immerhin "thanks in part" aus. Eigentor oder nicht? Sehen Sie selbst (click -> here)!
Kunststück also, der dritte Platz in der Liga - mit dem nun schon vierten Eigentor im fünften Ligaspiel. Fünf "o.g." waren es in acht Wochen.
Aber im Ernst: eines zeichnet Martin O'Neills Truppe in dieser Saison aus: sie gewinnen auch, wenn sie nicht gut spielen. Und das ist oft ein untrügliches Zeichen dafür, dass ein Team weit oben landet. Die Champions League ist für die Villans mit ihren vielen hungrigen jungen Engländern (Ashley Young, Gabby Agbonlahor, James Milner, Nathan Delfouneso, Curtis Davies) heuer wirklich in Reichweite.

Bellamy + Cole - (Owen + Carroll) = 2:2

Newcastle Utd v West Ham Utd
Ausgleich zum 1:1 durch Craig Bellamy (Bild unten rechts - Assist: Parker) und Führungstreffer durch Carlton Cole (Assist: Ilunga; viertes Tor im vierten Spiel für den West Ham-Forward)- Die Tore für Newcastle (1:0 und 2:2) erzielten Owen und Carroll (natürlich nicht der frühere ManU und West Ham-Keeper, sondern der junge Andy C.).
Gerechtes Ergebnis: 2:2. West Ham seit sechs Spielen auswärts ungeschlagen.
Video Carlton Cole goal: click -> here.
Match Video: -> here.
BBC match report: click -> here.
-> "Another away game unbeaten and a cracking performance. Well done to Zola and his team." (Iain Dale)
-> "What a game it was today, end to end, a great advert for the best league in the world, and it involved the mighty West Ham...
"Maybe, just maybe, we have a mangement team that can play the West Ham way. Franco Zola's Claret and Blue Army? Bout time it was sung now, and now I think he deserves it." (KUMB Forum)

West Ham boss Gianfranco Zola:
"It was an excellent game.
"If we had come out with three points nobody could have said a word about it because the performance we put on this afternoon was excellent.
"To be fair we played against a team that did not want to lose and they got a late goal.
"Bellamy and Cole are on fire and that is making the difference."

Newcastle: Given, Taylor, Coloccini, Bassong, Jose Enrique, Gutierrez, Guthrie, Geremi (N'Zogbia 62), Duff, Owen, Carroll. Subs Not Used: Harper, Xisco, Kadar, Edgar, LuaLua, Donaldson.
Booked: Guthrie.
Goals: Owen 19, Carroll 78.
West Ham: Green, Neill, Collins, Upson, Ilunga, Behrami, Parker, Noble (Mullins 86), Collison (Boa Morte 76), Cole, Bellamy (Di Michele 81). Subs Not Used: Stech, Faubert, Tristan, Tomkins.
Goals: Bellamy 29, Cole 55.
Att: 47,571
Ref: Alan Wiley (Staffordshire).

Thursday, 8 January 2009

Ethers Out

Während die Tévez-Geschichte weitergeht (siehe -> hier), dürften bei den "Irons" die Tage des aktuell ältest gedienten West Ham-Spielers gezählt sein. Matthew Etherington, seit 4. August 2003 in claret & blue, soll um £3 Mio zu Stoke City wechseln.
An seinen besten Tagen war Matty einer jener unvergleichlichen englischen "winger", die mit kraftvollen schnellen Läufen eine Abwehr aufreißen und entscheidende Passes spielen können. 2004 in der zweiten Liga wurde die Nummer 11 "Hammer of the Year" und konnte auch in der ersten Saison nach dem Wiederaufstieg (2005/06), vor allem im Zusammenspiel mit Linksverteidiger Paul Konchesky, immer wieder entscheidende Akzente setzen.
In der Folge hatte Etherington aber erhebliche Probleme mit seiner Spielleidenschaft und daraus resultierenden Schulden. In den letzten beiden Saisonen blitzte das Können des 27-Jährigen nur mehr sporadisch auf.
Vielleicht kann Ethers der hausbackenen Stoke-Truppe ein bisschen Flair verleihen und den "Potters" helfen, einmal durch eine richtig schöne Aktion und nicht nur durch Rory Delaps Einwürfe zum Torerfolg zu kommen. Am Samstag bei Stokes Heimspiel gegen Tabellenführer Liverpool könnte Matty schon auflaufen.
Also: Bye-bye, Mr. Etherington und alles Gute bei Stoke City!

Tévez Inquiry On

Ein neues Kapitel der "never ending Carlos Tevez-Saga" wird aufgeschlagen:
FA und Premier League haben nach einem Bericht der Times eine neuerliche Untersuchung gegen West Ham United eingeleitet. Geprüft wird das Verhalten des Klubs nach dem ersten Disziplinarurteil, mit dem am 27. April 2007 wegen des durch das Engagement von Carlos Tévez begangenen Bruches der "third party rule" kein Punkteabzug, sondern eine Rekordstrafe von £5,5 Mio ausgesprochen wurde. Im Anschluss an diese Entscheidung hatte der Klub erklärt, die ominöse Vertragsklausel sei aufgekündigt worden, worauf Tévez für die letzten drei Ligaspiele gegen Wigan (3:0), Bolton (3:1) und Manchester United (1:0) als spielberechtigt eingestuft wurde - und drei Tore erzielte.
In einem der Folgeverfahren soll von Graham Shear, dem damaligen Rechtsvertreter des Spieleragenten und "Tevez-Besitzers" Kia Joorabchian erklärt worden sein, dass ihm West Ham-Vertreter Scott Duxbury (heute CEO des Klubs) im April 2006 mündlich versichert habe, dass das verpönte "third-party agreement" inter partes weitergelte - obwohl die Hammers die Premier League von dessen Aufkündigung informiert hatten.
Auf dieser Aussage dürfte auch das schadenersatzrechtliche Zwischenurteil des Schiedsgerichtes im Verfahren Sheffield Utd ./. West Ham aufbauen, das eine Haftung der Hammers für die durch Sheffields Abstieg verursachten Verluste bejaht. Ohne den (unberechtigt eingesetzten) Argentinier hätte West Ham sicher zumindest drei Punkte weniger gemacht, meinte das Schiedsgericht in seinem ominösen Spruch.
Die Festsetzung einer Schadenssumme soll im kommenden Frühjahr erfolgen; die Anfechtung des Zwischenurteils durch West Ham beim Sportgerichtshof in Lausanne und beim Londoner High Court war bisher nicht erfolgreich.West Ham ist bis heute hinter seinem leitenden Geschäftsführer gestanden und hat heute auf der offiziellen Website erklärt, man habe nichts zu verbergen und werde auch in der neuerlichen Untersuchung, die zu einer weiteren Disziplinarstrafe führen könnte, kooperativ sein.
Das Timing für die Bekanntgabe dieser neuerlichen Untersuchung ist suboptimal: während des Transferfensters und während wahrscheinlich in Vorbereitung befindlicher Verkaufsverhandlungen ist diese zusätzliche Unsicherheit nicht förderlich. Gerichtsanhängig sind derzeit nicht nur die Rechtsstreitigkeiten gegen Sheffield Utd beim FA Schiedsgericht, beim CAS in Lausanne und beim High Court, sondern auch eine Klage des früheren Chairmans Eggert Magnusson, der nicht erhaltene Zahlungen anlässlich seines Ausscheidens Ende 2007 eingeklagt hat.

Father And Son

Wer kann sich noch an ihn erinnern?
Brian Clough war als Trainer von Nottingham Forest und vorher von Derby County einer der erfolgreichsten Manager Englands in den Siebziger- und Achtzigerjahren.
Bemerkenswert ist allerdings, dass Brian Clough vor seinem Engagement bei Nott'm Forest der wahrscheinlich kürzest dienende und erfolgloseste Manager von Leeds United war (1974): 44 Tage nach seinem Amtsantritt wurde er nach nur einem Sieg in sechs Spielen von Leeds United gefeuert, um bald darauf beim damaligen Zweitligisten Nottingham anzuheuern.
Das Foto links zeigt Brian Clough mit seinen Söhnen Nigel und Simon bei der damaligen Begrüßung an der Elland Road (Daily Mail).
Nun sitzt der junge Mann auf dem Foto ganz links seit Mittwoch auf dem vor 35 Jahren von seinem Vater verlassenen Trainersessel bei Derby County.

Aber dazu später! Zuerst wollen wir uns daran erinnern, dass Clough sen. 1977 mit Nottingham Forest in die First Division aufstieg und ihm das Kunststück gelang, in Forests Debütsaison gleich englischer Meister zu werden. Und in den beiden nächsten Jahren gewann er mit den Roten zweimal hintereinander (1979 und 1980) den Europacup der Landesmeister.
Bis heute ist Nottingham Forest die erste und einzige Mannschaft, die mehr Europapokale der Landesmeister als nationale Meisterschaften gewinnen konnte!
Zudem holte Brian Clough mit Forest während seiner Zeit bei den Roten auch noch vier Mal den Ligacup.

Sehr erfolgreich war Clough auch zuvor mit Derby County. Der Manager, der von sich sagte, "I'm a Derby man", war von 1967 bis 1973 Trainer der Rams, stieg mit dem Klub in die First Division auf, wurde '71/72 Meister und kam im Folgejahr bis ins Semifinale des Meistercups. Clough, der nie um einen kritischen Spruch gegen die FA und das Fußballestablishment verlegen war, verließ Derby County nach Auseinandersetzungen mit der Vereinsführung, um ein paar Jahre später seine größten Erfolge mit Nottingham Forest zu feiern.
Clough, der einem tiefen Blick ins Whiskeyglas nicht abgeneigt gewesen war, starb 2004 im Alter von 69 Jahren im Krankenhaus von Derby an Magenkrebs. Mehrmals hatte man ihn gefragt, ob er wieder das Traineramt bei Derby übernehmen könnte, er hatte nach seinem Rücktritt als Forest-Manager 1993 aber stets der Versuchung, wieder einen Klub zu übernehmen, widerstanden.

Nun gibt es aber doch wieder einen Manager Clough bei den Rams, den junge Mann links auf dem Bild ganz oben:
Nigel Clough, der 42-jährige Sohn von Brian (aktuelles Foto rechts; Independent), wurde nach Mike Jewells Rücktritt diese Woche neuer Manager bei Derby.
Clough jr. konnte sich Mittwoch Abend im Ligacup mit seinem neuen Team gleich über einen sensationellen Erfolg freuen - 1:0 über Manchester United. Es gebe noch etwas zu tun für die Clough-Family in Derby, meinte der frisch bestellte Manager letzte Nacht. Sein Vater habe, als er vor mehr als 30 Jahren den Trainerjob bei den Rams hingeworfen hat, ein "unfinished business" hinterlassen.
Jetzt ist Derby nur mehr ein Spiel entfernt vom Ligacup-Finale. Es wäre eine Sensation, wenn der Klub, der im Vorjahr nach nur einer Saison schmachvoll mit bloß 17 Punkten (nur ein Sieg!) aus der Premier League abgestiegen ist, eine beispiellose Serie von 26 sieglosen Ligaspielen zustande brachte und derzeit nur an achtzehnter Stelle in der Championship liegt, es bis ins Finale in Wembley schaffen würde!
Sollte Nigel Clough, der bisher 10 Jahre lang das Non-League Team Burton Albion trainierte, übernächste Woche (Dienstag, 20.1.) das Rückspiel mit seinem neuen Team in Old Trafford überstehen, könnte vielleicht auch er ein Großer unter den englischen Trainern werden. Wie sein Vater Brian.

Tuesday, 6 January 2009

Bleiben die Besten?

Nachdem manche Scott Parker schon bei Manchester City gesehen hatten, ebenso wie Craig Bellamy, hat West Ham am Montag mitgeteilt, Parker sei "not for sale".
Und heute, Dienstag, berichten verschiedene Medien, dass West Ham ein £11 Mio-Angebot von Aston Villa für Abwehrchef Matthew Upson abgelehnt habe. Sky meint aber, Villa werde noch ein besseres Offert machen.
Immerhin sind das deutliche Zeichen, dass West Ham versucht, seine Besten zu halten. Manager Gianfranco Zola dürfte auch klar gemacht haben, dass man ohne seine Zustimmung keine Stützen abgeben darf. Ein déjà vu des Abganges von Alan Curbishley im September stünde sonst im Raum!
Die Frage ist nur: gibt es eine Summe, bei der man schwach wird?
Das wird ein nervenaufreibender Jänner für West Ham-Anhänger!

PS: Am 24. Jänner spielt West Ham im FA Cup auswärts gegen League One-Klub Hartlepool. Mit Stoke City haben die schon einen Premier League-Vertreter aus dem Bewerb geworfen (Video: -> Hartlepool v Stoke 2-0) und würden sicher gerne noch so einen Skalp holen...

Alle FA Cup Fixtures: -> hier

Sunday, 4 January 2009

Stadthallenturnier auferstanden

Im Vorjahr hatte ich beklagt, dass das traditionsreiche Wiener Hallenfußballturnier in der Stadthalle ausgefallen war. Nun, heuer wurde es in einer abgespeckten - bloß zweitägigen - Variante wieder veranstaltet.
In der ausverkauften Wiener Stadthalle wird - anders als bei den Hallenfußballturnieren, die man im DSF sehen kann - nicht auf Kunstrasen, sondern auf Parkett gespielt.
Und wenn man auch heutzutage keine überragenden technischen Zauberer mehr bewundern kann, wie es früher ein Herbert Prohaska oder ein Peter Stöger waren, so gab es Samstag und Sonntag jedenfalls eine Vielzahl von Toren zu sehen.
Die Wiener Austria wurde im 6er-Turnier überraschend Letzter, aber beinah ebenso überraschend verlor Rapid (Samstag noch 6:0-Sieger über die Austria) das Halbfinale gegen den Wiener Sportklub. Und nochmal eine Überraschung gab es im Finale. Die Vienna, die gegen Rapid in der Vorrunde noch 0:3 verloren hatte (Bild: zweifacher Torschütze Heikkinen gegen Vienna), deklassierte den WSK mit 1:8.
Gratulation an Vienna-Trainer Peter Stöger, der als Aktiver sowohl für Austria als auch Rapid gespielt hat!
Rapid versöhnte seine Fans mit einem dritten Platz durch einen deutlichen 12:4-Sieg über Magna Wiener Neustadt.
Und einen Erfolg für Rapid gab es auch beim "Legenden-Derby" gegen die Austria zu bejubeln (4:3). Ebenso setzten sich am Sonntag die Rapidbuben gegen die gleichaltrigen Austrianer durch (1:0).
Eine nette Überbrückung der langen Winterpause in Österreich, die noch bis 21. Februar dauert. Schade nur, dass sich ein paar Spieler auf dem harten Parkett verletzten, darunter auch Rapidler Stefan Kulovits, der mit einem Zehenbruch einige Monate ausfallen wird.

ORF-Bericht: siehe -> hier
Bericht Bundesliga-Website: -> hier
Bericht von SK Rapid: -> hier

Saturday, 3 January 2009

FA Cup-Auslosung steht bevor

Die Auslosung für die vierte Runde des FA Cups, in der mit Torquay und Kettering zumindest zwei Non League-Sides fix antreten werden, steigt schon Sonntag Nachmittag. Auf der offiziellen FA Website kann man alle Details nachlesen.

Torquay United (Conference = 5. Leistungsstufe) schaffte eine der größten Sensationen des Nachmittags - abgesehen von ManCitys 0:3-Heimniederlage gegen Nott'm Forest vielleicht. Die Kicker aus dem südenglischen Seebad (Bild), wo ich meine ersten Englisch-Sprachferien verbrachte und zum ersten Mal ...... ein Eric Clapton-Konzert besuchte, schaltete das Championship-Team Blackpool (zweite Liga) mit 1:0 aus. Zwischen den beiden Klubs liegen gut 60 Tabellenränge.
Das zweite Conference Team in der vierten Runde ist Kettering Town, das sich gegen Eastwood, ebenfalls eine Non League-Mannschaft, 2:1 durchsetzte.

Video: -> Torquay v Blackpool 1-0

FA Cup 3rd Round: West Ham 3-0 Barnsley

Keine Probleme mit dem Underdog

Als ich Samstag Abend - erst nach Ende der meisten FA Cupspiele - meinen Blackberry wieder einschalten und auf der BBC-Seite die Topmeldungen anschauen konnte, war das Ergebnis von West Ham zum Glück nicht vorn dabei.
DIE Sensation war natürlich die Niederlage des Petro-Millionen-Klubs ManCity gegen Forest. Das im Europacup erfolgreichste englische Team der Siebzigerjahre, erst in dieser Saison wieder in die Championship zurückgekehrt, deklassierte die Blues in deren eigenem Stadion mit 3:0. Gratulation an Nott'm Forest!
Das Ergebnis des West Ham Spiels fand ich dagegen erst unter ferner liefen. Somit hatte sich der Favorit gegen Barnsley, das Cupsensationsteam vom Vorjahr, durchgesetzt - und zwar ebenfalls mit 3:0. Mit Bellamy, aber ohne Upson (Virus-Erkrankung?), und mit einem Comeback von Kieron Dyer, der sogar die Stange traf.

BBC: "West Ham eased through to FA Cup round four with a routine win over Barnsley.
Early on Herita Ilunga netted his first goal for West Ham after Mark Noble's free-kick (right) and before the break Noble made it 2-0 from the penalty spot.
Barnsley began the second half brightly and Robert Green had to be alert to turn Diego Leon's shot onto the post.
Carlton Cole's third goal in as many games settled matters, although Leon rattled the bar for Barnsley in the final moments at Upton Park." (BBC-Sport)

Videos: -> West Ham v Barnsley 3-0
-> Manchester City v Nottingham Forest 0-3
-> Hartlepool v Stoke 2-0

West Ham: Green, Faubert, Collins, Tomkins, Ilunga, Collison (Dyer 70), Noble, Mullins, Boa Morte (Etherington 66), Bellamy, Cole (Tristan 75). Subs Not Used: Lastuvka, Spector, Bowyer, Di Michele.
Booked: Faubert, Mullins.
Goals: Ilunga 10, Noble 39 pen, Cole 68.
Barnsley: Muller, Hassell, Foster, Guedes, Van Homoet, Campbell-Ryce, Colace, Leon (Butterfield 89), El Haimour, Odejayi (Coulson 86), Rigters (Adam 86). Subs Not Used: Steele, Mostto, Potter, Heslop.
Booked: Odejayi, El Haimour, Colace.
Att: 28,869
Ref: Michael Oliver (Northumberland).

Barnsley und andere Underdogs

Beim FC Barnsley, der heute in der 3. FA Cup Runde auf West Ham United trifft (15:00 GMT), kann man mit vollem Recht von einem UnderDOG sprechen, nennen sich die Roten aus dem Nordwesten doch selbst Tykes (Köter). Und im Vorjahr haben diese einigen Großen nicht nur ans Bein gepinkelt, sondern kräftig zugebissen. "Servas die Wadln", hieß es beim FC Liverpool und dann auch bei Chelsea: beide Großklubs wurden - noch dazu vor eigenem Publikum - von den "Tykes" aus dem Bewerb gebissen. Erst im Semifinale gegen Cardiff war Schluss mit der Herrlichkeit des Zweitligisten, mit 0:1 ging man erhobenen Hauptes aus dem Wembley-Stadion. "The proudest moment of my career", nannte es Barnsley-Manager Davey.
Den "Cup run" des FC Barnsley habe ich in der letzten Saison mit einiger Sympathie verfolgt, zumal der Klub den deutschsprechenden Fußball-Interessierten seit dem liebenswerten Buch "Traumhüter" (über den für Barnsley spielenden deutschen No Name-Keeper Lars Leese) ein Begriff ist.
Heuer ist es aber mit der Freundschaft vorbei, denn gegen "meine" Hammers dürfen die "Köter" heute nicht zuschnappen. Am Upton Park werden ihnen Matthew Upson & Co hoffentlich einen Beißkorb anlegen. Und wie meinte BBC-Experte (oder besser gesagt -Orakel) Lawro (hoffentlich) treffend:

"We all know about Barnsley's Cup run last year, but does lightning ever strike twice? I don't think so.
West Ham are another team that has turned a corner in recent weeks and the Hammers will progress to the fourth round."

Bilder wie diese (aus der Daily Mail: Jubel bei Barnsley nach dem Sieg in Liverpool) wollen wir am Upton Park jedenfalls heute keine sehen - nur auf anderen Fußballplätzen, wo es wieder zu zahlreichen Begegnungen zwischen David und Goliath kommt. (Die komplette "fixture list" findet man zB auf der Website der FA; siehe auch mein vorheriges Posting: 8 Non-League-Klubs in der dritten Runde).
Auch wenn man heute vielleicht ein paar ziemlich ungewohnte Gesichter bei den Hammers sehen wird, wie etwa Kieron Dyer, der eineinhalb Jahre nach seinem Unterschenkelbruch bei West Ham ein Comeback feiern könnte, sollten es die "Irons" gegen den Championship-Sechzehnten packen. Aber wie immer denkt man vor so einem Cupspiel gegen einen "Underdog": Hoffentlich nehmen West Ham-Manager Gianfranco Zola und sein Team den FA Cup ernst genug und uns bleibt ein Ausscheiden in der ersten Runde (wie beim Ligacup gegen Watford im Herbst) erspart!
Barnsley-Manager Simon Davey sieht den heutigen Nachmittag für sein Team übrigens als "Entspannung" an:
"We're going to West Ham with no pressure on us so in many ways it's a perfect
scenario. We can go there and relax."
BBC-Matchvorschau: click -> here
Weitere Artikel über Barnsley auf RapidHammer: click -> here, -> here and -> here

Friday, 2 January 2009

FA Cup: Wenn die Favoriten fallen ...

Acht Non League-Klubs in der dritten Runde
Nicht nur das britische Pfund fällt (siehe mein voriges Posting), ab heute Freitag könnten auch wieder die Favoriten straucheln, wenn es im FA Cup in der 3. Runde zur Sache geht.
In dieser Runde Anfang Jänner steigen die Premier League-Klubs in den traditionsreichen Cupbewerb ein, wo sie heuer nicht nur auf Klubs aus Championship sowie League One und Two treffen. Heuer sind nämlich noch besonders viele Non-League-Klubs im Bewerb, die nicht nur die Qualifikationsspiele vor der "First Round Proper" überstanden haben, sondern zum Teil auch schon Profiklubs aus den unteren Ligen aus dem Bewerb geworfen haben.
Acht Vereine, die vor allem in den "Conferences" unterhalb der "League Two" (vierte Liga) spielen, sind in den aktuellen "FA Cup fixtures, 3rd round proper", die zwischen 2. und 5. Jänner gespielt werden, mit von der Partie:

- Histon
- Forest Green Rovers
- Torquay United
- Kidderminster Harriers *)
- Barrow
- Kettering Town - alle Conference ("Blue Square Premier")
- Blyth Spartans - Conference North (= 2. Leistungsstufe des Non League-"Conference"-Systems;
siehe zum englischen Fußballligen-System auch -> hier)
- Eastwood Town - Northern Premier League Premier Division (= 3. Non League-Leistungsstufe)

*) besiegten in der 2. Runde Curzon Ashton, bis dahin "lowest-ranked side left in the competition" (4. Non League-Leistungsstufe)

Sensationsteam Droylsden FC nach vier Spielen durch Strafverifizierung out

Wäre nicht dem FC Droylsden (in der Nähe von Manchester - Conference North) ein übles Missgeschick im zweiten Replay gegen Chesterfield passiert, dann wären es sogar noch neun "Non-Leaguers". Doch Droylsden, das sich nach einem Spielabbruch wegen Nebels, einem bemerkenswerten Auswärts-2:2 (siehe dazu noch unten), einem weiteren Spielabbruch wegen Flutlicht-Versagens und schließlich einem 2:1-Heimsieg mit zwei Toren von Droylsden-Left back Sean Newton (Bild) gegen den Viertligisten ("League Two") Chesterfield durchgesetzt hatte, musste im fünften Akt dieser denkwürdigen Cup-Paarung eine herbe Schlappe auf dem grünen Tisch einstecken:
Denn Newton, der zweifache Torschütze, war am 23. Dezember, dem Tag des sensationellen Sieges, gesperrt gewesen, sodass die FA eine Strafverifizierung zugunsten von Chesterfield vornahm. Ob daraufhin Droylsden-Präsident und Manager Dave Pace seine Ankündigung, er werde im Falle des Ausschlusses vom FA Cup "zur nächsten Brücke gehen und sich hineinstürzen", wahrgemacht hat, ist nicht bekannt. Offiziell ist hingegen, dass am 3. Jänner Chesterfield gegen Ipswich Town spielen wird.
Beim 2:2 in Chesterfield hat sich übrigens eine bemerkenswerte Geste von "fair play" ereignet: Jack Lester hatte Chesterfield 2:1 in Führung gebracht (79.), indem er den Keeper nach einem Einwurf überhoben hatte, bei dem der Ball eigentlich zu Droylsden zurückgespielt hätte werden müssen, weil die Gäste das Leder wegen einer Verletzung ins Out befördert hatten. Der Schiedsrichter musste das Tor natürlich geben, aber daraufhin erlaubte die Heimmannschaft es Droylsden-Spieler Steve Halford, in der 82. Minute unbehelligt auf 2:2 zu stellen - was zum Replay führte.
Und dann der Fehler des Droylsden-Sekretariats, das die Information der FA von Newtons Sperre für das Replay offenbar verschlampte! So steht das "Fairness-Team" Chesterfield, das ja auch zum Zeitpunkt des Flutlicht-Ausfalls im Droylsden-Stadion im ersten Replay 2:0 in Führung gelegen war, nun doch in der 3. Runde.
PS: Der besagte Sean Newton ist übrigens nicht jener Shaun Newton, der in der erfolgreichen ersten Saison nach dem Wiederaufstieg ('05/06) für West Ham spielte, anlässlich des 1:0-FA Cup-Semifinalerfolges von West Ham über Middlesbrough positiv auf Kokain getestet und sieben Monate gesperrt wurde. Später war der Mittelfeldspieler noch für Leicester City tätig, dürfte aber derzeit nicht mehr aktiv sein.

Wenn das britische Pfund fällt...

Das englische Pfund ist gegenüber dem Euro innerhalb eines Jahres um 30 % gefallen und stand Ende 2008 auf einem Rekordtief, las ich heute in der Zeitung. Und, was bedeutet das? wurde ich am Frühstückstisch gefragt. Dass der Europäer in England billiger einkaufen und Urlaub machen kann, meinte ich.
Und wenn Italiener, Spanier, Franzosen und Deutsche in England billiger einkaufen können, könnte das auch eine Abwanderung mancher Kicker aus dem bisherigen Fußballschlaraffenland England bedeuten. Zumindest meint das die Times, die unter dem Titel "The party is over" die Premier League Klubs warnt:
"The chill economic wind is threatening English football's love affair with foreign talent as the sinking value of sterling makes new players from Europe increasingly expensive to bring to these shores. And in a reversal of fortune, the plunging pound, which has lost 18 per cent of its value against the euro in the past month, makes Barclays Premier League players more attractive transfer targets to managers in Spain, Italy and France."
Inter Mailand möchte Michael Owen von Newcastle verpflichten, war denn auch prompt eine der Topmeldungen vom Donnerstag.
Für Manchester City ist das alles aber kein Problem: Angeblich 200 Millionen Pfund sind im "war chest" der Dubai-Scheichs (-> Guardian) und neben Abwehrspieler Wayne Bridge von Chelsea wird heute auch wieder West Hams Midfielder Scott Parker im "Times-Window Watch" als Objekt der Begierde genannt. Aussagen von West Ham-CEO Duxbury auf der offiziellen Homepage zum Jahreswechsel trugen wenig zur Beruhigung des West Ham-Anhanges bei. Denn einerseits versicherte Duxbury zwar,
"We have no intention of selling our best players, nor are we telling the manager to do so".
Andererseits sagte er aber:
All offers for any player will be considered "rationally" ... "in terms of fee, fitness, form and where the manager thinks the player is in his career. Similarly we have to consider the will of the player".
Was von manchen Medien sofort als "West Ham open door for rush sales" interpretiert wurde.
Ich glaube dennoch, dass nicht mehr als einer der Schlüsselspieler West Ham verlassen wird, denn WHU muss konkurrenzfähig bleiben, um einen halbwegs guten Preis beim Verkauf des Klubs zu erzielen. Der Verkauf sollte bis März über die Bühne gehen, um eine u.U. sogar zu Punkteabzügen führende Insolvenz der Holdinggesellschaft zu verhindern! Bloß die 250 Millionen Pfund, die Herr Gudmundsson derzeit verlangt, sind - wie der Guardian meldet - den derzeitigen Interessenten noch zu teuer. Aber wenn das Pfund noch weiter fällt, wer weiß...

Wednesday, 31 December 2008

Nichts (?) bleibt wie es war

Zum Jahreswechsel tut es gut, an ein paar Fixpunkte in unserer kurzlebigen Zeit zu denken. Auch wenn die Welt sich immer schneller dreht, es gibt doch ein paar Institutionen, die einem das beruhigende Gefühl geben, dass manches so bleibt wie es immer war.
Dazu gehören die Christmette und "Stille Nacht", heute um Mitternacht die Pummerin und der Donauwalzer und am 1. Jänner das Neujahrskonzert; in England natürlich die Monarchie und auch die traditionellen Matches am Boxing Day. Und ein Herr namens James Alexander Gordon.

Wer kennt ihn nicht? Seit 1972 liest der freundliche Herr mit der angenehmen Stimme am Samstag um 5 p.m. im BBC-Radio die "classified football results". Von der Premiership bis hinunter zu den unteren Ligen und der schottischen Meisterschaft folgt Resultat auf Resultat und die Kenner unter den Hörern können schon am Klang der Stimme bei der Nennung der Klubs ablesen, ob diese gewonnen, remisiert oder verloren haben.
Ein von Mr. Gordon oder "Jag", wie er bei der BBC genannt wird, durchaus beabsichtigter Effekt:
"I looked at all these names", erzählte der Radiosprecher im Daily Telegraph über seine erste Ansage, "and I thought, 'Do I dare to do it a little differently?' I was told to spend four seconds on each result, and bring the whole thing in at under five minutes. I remember I was quite apprehensive and nervous.
"The first result that afternoon was Arsenal versus Manchester United. Arsenal had lost, and I felt sorry for their fans, and Manchester United had won, and I felt happy for their fans. And that is where the inflection in my voice came from."
Gordons Chefs waren von der ihnen vielleicht nicht als seriös und ausgewogen genug erscheinenden Ansage damals nicht gerade begeistert, die Zuhörer aber schon: es gab reichlichen telefonischen und schriftlichen Zuspruch für die unerwartet unterhaltsame Aneinanderreihung von Vereinsnamen und Resultaten, und so verkündet "Jag" nun seit mehr als 35 Jahren Resultat um Resultat.

Auch in den Zeiten des Internet wollen viele, für die früher das BBC-Radio die einzige aktuelle Quelle für die neuesten britischen Fußballresultate war, dieses Matchday-Ritual um Fünf nicht missen. Und wenn es nach Mr. Gordon geht, wird es seine "classified results" zur Samstags-"tea time" noch lange geben.
"I'll carry on as long as they want me", sagte der 72-jährige gebürtige Schotte bei einem Interview anlässlich der Jubiläen 35 Jahre "classified football results" und 60 Jahre BBC-Sport News im heurigen Jänner.
(Bild: Telegraph/Paul Grover)

Links:
-> JAG spricht über seine 35 Jahre "classified football results" (BBC)
->
BBC Radio Five Live (Radiosender Online.de)

Tuesday, 30 December 2008

Kein Winter-Schlussverkauf

Robert Green: "No fire sale at Upton Park"
Auf der Premier League-Website spricht der West Ham-Keeper über die nicht verstummenden Gerüchte, dass aufgrund der finanziellen Probleme des isländischen Klub-Eigentümers die besten Spieler im Jänner verkauft werden könnten.
Vor allem Craig Bellamy, aber auch Scott Parker, Matthew Upson und Green selbst wurden mit Tottenham und Manchester City in Verbindung gebracht.
Robert Green aber sagt, der West Ham-CEO Scott Duxbury habe ihm versichert, dass es keinen Massen-Exodus geben werde: "We've been assured as senior players that there won't be a fire sale from the chief executive and we'll just have to wait and see."
Und nachdem die Medien schon tagelang vom Abschied des in der letzten Zeit endlich in Form gekommenen Craig Bellamy geschrieben haben, hat die SUN nun gemeldet, dass West Ham ein £12 Millionen-Offert von Tottenham für Bellamy abgelehnt habe.
Diese Entscheidung macht Sinn: nachdem im Abstiegskampf 18 Spiele vor dem Meisterschaftsende noch alles offen ist, werden es sich die zum Verkauf stehenden Hammers wahrlich nicht leisten können, Schlüsselspieler abzugeben und den Klubwert durch eine dann wahrscheinliche Relegation in den Keller zu schicken. Wenn Bellamy abgegeben wird, dann müsste Zug-um-Zug in einen anderen Stürmer ähnlichen Kalibers investiert werden, denn Dean Ashton wird nach seiner Knöcheloperation in dieser Saison wohl nicht mehr für die Irons auflaufen können.

Monday, 29 December 2008

Thema: "Abstiegskampf"

Everyone from West Ham down is now involved in a relegation scrap
Stan Collymore, Daily Mirror, 29/12/2008:
"What a tense Premier League relegation fight we are in for.
Looking at the table, I firmly believe all of the current bottom 11 teams are candidates for the drop."

West Ham United liegt derzeit auf dem 10. Platz der Premier League mit 25 Punkten aus 20 Spielen (und wird vom Daily Mirror-Kolumnisten offenbar vom Abstiegskampf noch nicht ausgenommen). Im Vorjahr hatte man nach 20 Spielen (am 1. Jänner 2008) 29 Punkte und lag ebenfalls, wie auch am Ende der Saison, auf dem 10. Tabellenrang.
Vor einem Jahr führte übrigens Arsenal die Tabelle an und wurde - wie wir wissen - nicht Meister. Liverpool war Vierter (heuer Erster). Werden die "Reds" in dieser Saison ihren 19. Meistertitel schaffen? Für den englischen Rekordmeister, dessen letzter Titelgewinn noch aus der Zeit der alten "First Division" datiert (siehe -> hier), wäre es der erste Erfolg in der seit 1992 bestehenden Premier League.
Und auf den Abstiegsrängen lagen 2007 Wigan (16 Punkte aus 20 Spielen), Fulham (15/20) und Derby County (7/19). Nur einer von diesen dreien stieg am Saisonende ab. Die Relegationszonen-Bewohner von heute haben 20 (Stoke) und 18 Punkte (Blackburn und WBA). Bolton (Elfter) hat 23 Punkte, die 16. und 17. Teams, Tottenham und Middlesbrough (je 20), trennt nur die Tordifferenz von einem Dasein "unter dem Strich". "Harry Houdinis" Zauber bei den Sp@rs hat offenbar schon nachgelassen.

Thema: "Transfer Window January 2009"


"The plain truth is that the club means more to us [the fans] than it does to them [the players]. Where were they twenty years ago? Where will they be in twenty years' time? (Where will they be in
two years' time, a couple of them? (At Villa Park or Old Trafford, bearing down on the Arsenal goal with the ball at their feet, that's were.)
No, I'm happy with things the way they are, thank you very much.They're players and I'm a fan, and I dont wan't to blur the boundaries."
Nick Hornby, Fever Pitch
("Me and Bob McNab"
Stoke City v Arsenal [Villa Park] 15.4.72)

"Die schlichte Wahrheit ist, daß der Klub uns [den Fans] mehr bedeutet als ihnen [den Spielern]. Wo waren sie vor zwanzig Jahren? Wo werden sie in zwanzig Jahren sein? Wo werden sie in zwei Jahren sein, ein paar von ihnen? (In Villa Park oder Old Trafford, und sie werden mit dem Ball an den Füßen bedrohlich auf das Tor von Arsenal zustürmen, das ist die Antwort.)
Nein, ich bin glücklich, so wie die Dinge stehen, danke der Nachfrage. Sie sind Spieler, und ich bin ein Fan, und ich will die Grenzen nicht verwischen."

Nick Hornby, Fever Pitch
(Kapitel "Ich und Bob McNab"
Stoke City gegen Arsenal [Villa Park] 15.4.72)

Sunday, 28 December 2008

Nichts für schwache Nerven: West Ham 2-1 gegen Stoke

Ausschluss für Ohrfeige gegen eigenen Teamkapitän

Ein Thriller ist nichts dagegen. West Ham gegen Stoke war kein schönes Spiel, dafür aber war die Partie spannend bis zur letzten Minute und brachte mit einer roten Karte gegen Stoke-Angreifer Ricardo Fuller auch eine so noch nie gesehene Besonderheit.
Schon in der 4. Minute war Stoke in Führung gegangen, weil die - gegenüber dem Portsmouth-Match neu formierte - West Ham-Abwehr Stoke-Verteidiger Abdoul Faye bei einem Corner aus den Augen verloren hatte. Der hatte keine Mühe unbedrängt ins lange Eck zu köpfeln.
Beinahe hätten dann der in Abwesenheit von Craig Bellamy (Gelb-Sperre) von Beginn an eingesetzte Italiener Di Michele und Carlton Cole noch in der ersten Hälfte den Ausgleich geschafft, aber aus den zahlreichen kraftvollen Vorstößen, die vor allem über rechts vorgetragen wurde, resultierten bis zur Pause keine Treffer.
Faubert spielte statt des verletzten Lucas Neill Rechtsverteidiger, wobei er seine Rolle sehr offensiv anlegte, leider aber auch durch Fehlpasses und misslungene Flankenversuche auffiel. Im Mittelfeld war Behrami bemüht und kampfstark wie immer, Parker verteilte die Bälle diesmal recht gut, und der junge Collison fiel zwar weniger auf als zuletzt gegen Portsmouth, machte seine Sache aber wieder recht ordentlich.
Vorne waren Boa Morte, Carlton Cole und Di Michele aufgeboten worden, wobei alle drei durchaus zu gefallen wussten.
Cole nahm bei seinem Ausgleichstreffer in der 51. Minute den Ball - wie es so seine Art ist - mit dem Rücken zum Tor stehend an, umspielte mit einer Drehung den unbeweglichen (schon seit der ersten Hälfte leicht angeschlagenen) Stoke-Kapitän Griffin und schlenzte den Ball ansatzlos ins lange Eck. Ein typisches Carlton Cole-Tor!
Offenbar aus Ärger über den Ausgleich ging Stoke-Stürmer Ricardo Fuller auf seinen eigenen Kapitän los, was den mit Karten nicht gerade sparsamen Schiedsrichter Jones zu einer sofortigen roten Karte gegen den Jamaika-Forward veranlasste. Vielleicht die erste rote Karte der Geschichte wegen Insultierung eines Spielers der eigenen Mannschaft!
Gegen ein dezimiertes "Potters"-Team spielte West Ham dann Powerplay, wobei Boa Morte beinah schon der Siegestreffer gelungen wäre, hätte Higginbotham nicht für seinen geschlagenen Tormann Sörensen auf der Linie geklärt.
Und so spannte West Ham seine Fans bis zur 88. Minute auf die Folter. Das nervenaufreibende Match wurde schließlich durch einen Schuss von Carlton Cole, der vom Schienbein des gerade noch nicht im Abseits stehenden Diego Tristan ins Tor ging, entschieden.
In den vier Minuten Nachspielzeit versuchte sogar noch Stoke-Keeper Sörensen sein Glück als Stürmer, aber die West Ham-Verteidigung stand bis zum Ende sicher.
Überhaupt kann man, abgesehen von der Unachtsamkeit beim 0:1, der Abwehr der Hammers mit Upson (Kapitän) und Collins im Zentrum nichts vorwerfen, Stoke spielte aber auch sehr defensiv und prüfte die Hammers-Defensive kaum. So hatten Faubert und Illunga genug Gelegenheit, auf den Außenbahnen die Offensive in Schwung zu bringen.
Robert Green wurde wenig geprüft, war aber ein sicherer Rückhalt.
Und plötzlich steht West Ham in der Tabelle auf dem 10. Platz (durch 5 Punkte von den Abstiegsrängen getrennt)!
Das waren wirklich erfreuliche Weihnachtstage mit sechs Punkten für die Hammers!

West Ham: Green, Faubert, Collins, Upson, Ilunga, Behrami, Parker (Mullins 77), Collison (Tristan 77), Boa Morte, Di Michele (Spector 89), Cole.
Subs Not Used: Lastuvka, Bowyer, Sears, Ngala.
Booked: Cole, Boa Morte, Di Michele.
Goals: Cole 51, Tristan 88.
Stoke: Sorensen, Griffin (Davies 58), Abdoulaye Faye, Shawcross, Higginbotham, Delap, Olofinjana, Whelan, Pugh (Pericard 53), Cresswell, Fuller.
Subs Not Used: Simonsen, Lawrence, Soares, Tonge, Sonko.
Sent Off: Fuller (54).
Booked: Olofinjana, Higginbotham, Abdoulaye Faye.
Goal: Abdoulaye Faye 4.
Att: 34,477
Ref: M. Jones (Mansfield).

Wer bitte ist Stoke?

Eine Frage, die man in den 60er- und 70er-Jahren so nicht gestellt hätte. Damals war Stoke City, der heutige Gegner von West Ham United (So, 15:00 MEZ), ständiges Mitglied der alten "First Division".

Anfang der Sechzigerjahre kehrte England-Veteran Sir Stanley Matthews, der englische Dribbelkönig und erste Gewinner des Titels Europäischer Fußballer des Jahres (1956), zu seinem Stammklub zurück, bei dem er schon in den 30er-Jahren gespielt hatte. Er kickte noch bis 1965 für die als "Potters" bekannten Rot-Weißen, bevor er als Fünfzigjähriger abtrat. Zwei Jahre später gelang dem damaligen Langzeit-Manager Tony Waddington der nächste Coup mit der Verpflichtung von Tormannlegende Gordon Banks.
Mit dem Weltmeister von 1966 zwischen den Pfosten gewannen die "Töpfer" aus dem westenglischen Stoke-on-Trent 1972 den ersten bedeutenden Pokal für den Klub:
Nachdem man im Halbfinale des League Cups West Ham United erst im vierten Spiel (Hinspiel 2:1 für West Ham, Rückspiel 0:1, erstes Replay in Sheffield 0:0, zweites Replay in Old Trafford 3:2 für Stoke) ausgeschaltet hatte - wobei das entscheidende Spiel nicht ohne Heldentat seitens Banks über die Bühne gegangen war ("spectacularly palming a vicious penalty from his England team-mate Hurst over the crossbar") - besiegte Stoke im Finale in Wembley den FC Chelsea mit 2:1 und holte sich den Ligapokal (rechts). Bis heute der größte Titel, dessen sich Stoke City rühmen kann.

Nachdem Gordon Banks bei einem Autounfall im Herbst 1972 auf dem rechten Auge erblindete und seine Tormannkarriere beenden musste, kam mit Peter Shilton der nächste große englische Tormann zu Stoke. Er blieb bis 1977 beim Klub, der in diesem Jahr in die zweite Division absteigen musste. Vorher aber spielten die "Rot-Weißen" mit Peter Shilton sogar noch um den Titel in der ersten Liga mit - schlussendlich reichte es zu zwei fünften Plätzen, der besten Platzierung, die Stoke City in der First Division jemals erreichen konnte.

In der Folge gaben sich bei Stoke, laut Fußballhistorikern der zweitälteste Klub der Welt (gegründet 1863 - ein Jahr nach Notts County), die Trainer die Klinke in die Hand. Während Tony Waddington 17 Jahre lang Manager bei den "Potters" gewesen war, folgten in den späten 70er- und in den 80er-Jahren im Jahresrhytmus diverse Coaches, die aber - nach einem zwischenzeitigen Wiederaufstieg in die erste Division (1979-1985) - den Abstieg von Stoke bis in die dritte Liga nicht verhindern konnten. Stoke City stellte beim Abstieg 1984/85 mit nur 17 Punkten und bloß drei Saisonsiegen sogar einen neuen Negativrekord für einen englischen Erstligisten seit Einführung der 3-Punkte-Regel auf. Erst mit Lou Macari, dem 1989 bei West Ham nach nicht einmal einer Saison zurückgetretenen Schotten, gelang Stoke 1992/93 wieder der Aufstieg in die zweite Liga. 1998 stieg man aber erneut in die dritte Liga ab, um schließlich erst 2002 wieder in die "Championship" aufzusteigen.

In der Zwischenzeit war der Klub nach 119 Jahren im alten Victoria Stadium in das neue Britannia Stadium, unter dessen Rasen die Asche von Sir Stanley Matthews ruht, übersiedelt und hatte ein isländisches Konsortium als Eigentümer bekommen. Die Isländer beschäftigten sogar von 1999 bis 2002 einen Isländer, Gudjon Thordarson, als Coach. Obwohl mit diesem 2002 endlich der Aufstieg gelungen war, engagierte die isländische Vereinsführung für die Saison 2002/03 einen neuen Cheftrainer, der aber bald danach durch den Waliser Tony Pulis (Bild links unten; BBC/Getty) ersetzt wurde, der - mit einer einjährigen Unterbrechung - bis heute Manager von Stoke ist.

Im Mai 2006 übernahm der lokale Geschäftsmann Peter Coates, der schon früher einmal zehn Jahre Vereinspräsident gewesen war, wieder die Mehrheit der Geschäftsanteile von den Isländern und kündigte an:
"Our first task is to build a side capable of challenging for the play-offs with the ultimate dream being making it to the Premiership."

Mit einem 8. Platz in der Saison 2006/07 gelang Tony Pulis (Bild) zwar nicht schon im ersten Jahr unter der neuen Klubführung, was sich der Präsident gewünscht hatte. Aber schon in der nächsten Saison qualifizierte man sich mit einem zweiten Platz in der Championship für die erstmalige Teilnahme an der seit 1992 bestehenden Premier League.

Das erste Match in der ersten Liga seit 23 Jahren verlor Stoke gegen die Bolton Wanderers auswärts mit 1:3 und wurde von den Buchmachern schon nach einem Spiel als sicherer Absteiger gehandelt. Die "Potters" erfingen sich aber, schlugen im ersten Heimspiel den heutigen Liga-Vierten Aston Villa mit 3:2, remisierten gegen Liverpool und schlugen in Heimspielen in der Folge sogar Tottenham und Arsenal. So arbeitete man sich bis auf Platz 12 in der heuer ziemlich dichten Premier League hoch, rutschte aber nun - seit dem 22. November sieglos - wieder in die Abstiegszone. Im letzten Spiel - einer knappen 0:1-Heimniederlage gegen ManU (Torschütze: Carlos Tevez, 83.) - lieferte man den regierenden Champions im Britannia-Stadion jedenfalls einen harten Kampf und auf diese Leistung möchte Manager Tony Pulis aufbauen.
Auswärts sind die "Potters" aber alles andere als eine Macht. Neben Fulham sind sie das einzige Team, das noch keinen vollen Erfolg "away" verbuchen konnte. Nur drei Unentschieden gegen Newcastle, Wigan und - immerhin - Liverpool (0:0) stehen in der Auswärtstabelle zu Buche.
Insgesamt hat man aber schon 20 Punkte gehamstert, ist also weit davon entfernt, den Negativrekord von Derby County in der Vorsaison (Letzter mit nur 11 Punkten) zu gefährden.
1973 holte Stoke zuletzt einen Sieg bei West Ham am Upton Park. Die letzten Aufeinandertreffen von WHU und Stoke endeten in der Championship-Saison 2004/05 mit zwei West Ham-Siegen und auch in der letzten gemeinsamen Saison der beiden Klubs in der höchsten Spielklasse (1984/85) gelang West Ham ein Double gegen die "Potters".

Auch wenn es Stoke an Qualität mangelt, um in der Liga vorne mitspielen zu können, gelang den Anhängern der Potters in einer im August, September und Oktober 2008 durchgeführten Untersuchung ein voller Erfolg: Die Stoke-Fans im 28.000 Zuschauer fassenden Britannia Stadium sind die lautesten in der Premier League - ein Durchschnitts-Lärm von 101.8 Dezibel während 90 Minuten wurde gemessen. (Laut Arbeitsmedizinern reicht eine Stunde wöchentlich mit einem Lärmpegel von 101 Dezibel übrigens, um "dauerhafte Gehörschäden" zu riskieren.)

Die prominentesten Spieler in der aktuellen No Names-Mannschaft des Premiership-Achtzehnten scheinen mir der senegalesische Abwehrspieler Abdoulaye Faye (kam von Newcastle), dessen Landsmann Ibrahima Sonko, der aus Jamaika stammende Stürmer Ricardo Fuller und der dänische Nationalkeeper Thomas Sørensen zu sein. Der frühere irische Nationalspieler Rory Delap (Bild rechts; PFA) ist für seine langen Einwürfe und allgemein für seine Assists bekannt.
Der englische Stürmer Dave Kitson brach in der sommerlichen Übertrittszeit zwar den Vereins-Transferrekord - £5.5 Mio kostete den Klub sein Wechsel von Reading -, bisher gelang dem rothaarigen Angreifer jedoch kein einziger Treffer für Stoke. Aufgrund einer Knieverletzung ist sein Einsatz gegen West Ham fraglich.
Stoke-Verteidiger Andy Wilkinson wurde gegen Manchester United ausgeschlossen. Er ist im Sonntags-Spiel gegen West Ham ebenso gesperrt wir Craig Bellamy bei den Irons nach seiner fünften gelben Karte.

Die Frage "Wer bitte ist Stoke?" sollte nun wohl beantwortet sein.

Saturday, 27 December 2008

Unglaublich: 4-1 am Stefanitag - und alles spricht von Bellamy

"Spurs have had a bid turned down, and I think there will be more offers", sagte Harry Redknapp, der verzweifelt einen neuen Stürmer für seine Hot Spurs sucht, laut Daily Telegraph. Er glaubt, dass Manchester City im Jänner das Rennen um den zweifachen Torschützen vom zweiten Weihanchtsfeiertag Craig Bellamy machen wird, außer West Ham entscheide sich, den Flügelflitzer, der beim überraschenden 4:1-Auswärtserfolg der Hammers über Portsmouth der "Man of the match" war, nicht zu verkaufen.
"I'll speak to the chairman but if Man City are in for him then it is very difficult to compete with them - they can throw millions and millions at everything", scheint Redknapp die Chancen auf eine Verpflichtung von Craig Bellamy nicht besonders hoch einzuschätzen.
Einen 4:1-Sieg am gestrigen "Boxing Day" konnte man realistischerweise auch nicht erwarten. Die "Irons" hämmerten bei Pompey vier Goals rein (Collison, Cole, Bellamy 2) und schossen damit in einem Spiel so viele Tore wie in den elf Partien davor zusammen.
Und dass Carlton Cole wieder ins Netz traf (das erste Mal seit 5. Oktober), wer hätte das und einen 4:1-Sieg für möglich gehalten?
Die Wiener Tageszeitung "Die Presse" jedenfalls nicht: sie meldete heute das Spielergebnis "Portsmouth - West Ham 4:1" (links; vgl. aber auch die offizielle Website). Gleichzeitig berichtete "Die Presse", dass Mark Hughes' Tage bei ManCity (trotz 5:1-Sieg gegen das bisherige Überraschungsteam der Liga, Hull City) gezählt sein könnten.
Stimmt (wahrscheinlich?) beides nicht. Hughes wird Manager von Citeeh bleiben, glaube ich.
Aber bleibt auch Craig Bellamy bei den Hammers?
Es ist wieder einmal bezeichnend für die finanziell unsichere Situation bei West Ham, dass in den Presseberichten weniger vom Spiel selbst die Rede ist, als davon, dass Craig Bellamy mit seinen zwei Toren den Marktwert immens erhöht habe - als wäre es schon ausgemacht, dass der walisische Internationale, dessen Verpflichtung in den letzten Spielen endlich Früchte trug, nach eineinhalb Jahren ein Ex-Hammer sein wird.
Hammers-Manager Gianfranco Zola will es nicht wahrhaben, dass sein schnellster und gefährlichster Mann bald weg sein könnte: "He’s an important player for us and the club knows I don’t want to sell him", sagte der Italiener. Und weiter: "Between me and Gianluca Nani [the technical director] and Scott Duxbury [the chief executive] there is a total understanding. We work together and we’ll try to keep all our players. For the moment, everybody wants to improve this team but we have to see what happens."

Match report: Portsmouth - West Ham 1:4
Video: click -> here!

Portsmouth: James, Wilson, Campbell, Distin, Belhadj, Little (Armand Traore 71), Davis, Hughes, Kranjcar, Crouch, Defoe (Kanu 73).
Subs Not Used: Ashdown, Hreidarsson, Diop, Nugent, Pamarot.
Booked: Wilson.
Goal: Belhadj 8.
West Ham: Green, Neill (Faubert 46), Davenport, Upson, Ilunga, Collison, Noble (Boa Morte 73), Parker, Behrami, Cole (Tristan 87), Bellamy.
Subs Not Used: Lastuvka, Mullins, Collins, Di Michele.
Booked: Noble, Behrami, Parker.
Goals: Collison 20, Cole 67, Bellamy 70, 83.
Referee: Steve Bennett (Kent).

PS: West Ham hat Tottenham in der Tabelle wieder überholt, denn die Sp@rs spielten nur 0:0 gegen Fulham. Bezüglich der beiden nicht gerade torgefährlichen Fulham-Stümer meinte ein durchaus zufriedener Manager Hodgson nach dem Spiel:
"I also know Bobby Zamora and Andy Johnson, who are working so hard for us up front, are going to score some goals because they are both talented technicians."
Redknapp was also impressed with Zamora, adding: "I wish he was still at Tottenham. They let him go and maybe thought he wasn't good enough. Maybe he wasn't good enough when they had (Dimitar) Berbatov, (Robbie) Keane and (Jermain) Defoe but he looks all right to me."
Es freut mich, dass Zamora bei Fulham einen Stammplatz hat und gut spielt; ebenso wie Ex-Hammers-Verteidiger John Pa(i)ntsil übrigens.

Wednesday, 24 December 2008

Five Hammers Goals For Christmas - Happy Christmas Everyone !!!



A little Christmas present for every reader of this blog:
WHU v Oxford United (21 Nov 1992): for teams & score click ->here!
Merry Christmas and a happy holiday season to everybody!

I will post again after Boxing Day!