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Wednesday, 1 August 2007

Neue Wendung in Carlos Tévez-Saga

Explosives Dokument beim High Court vorgelegt
Die Times und der Telegraph berichten über die gestrige Gerichtsverhandlung im Streit um die Carlos Tévez-Transferrechte. Wie zuletzt von RAPIDHAMMER erläutert, möchte Kia Joorabchian West Ham nur £ 100,000 für die Zustimmung zur Anmeldung des Spielers bei Manchester United bezahlen. Ein im Gerichtsverfahren vorgelegtes Dokument erklärt nun, wie Mr. Joorabchian auf diese Summe kommt. Sie ergibt sich nicht etwa aus dem ursprünglichen, im August 2006 abgeschlossenen "third party agreement" (siehe dazu auch hier und hier), sondern dürfte von Eggert Magnusson selbst kurz nach seiner Übernahme von West Ham am 1. Dezember 2006 vorgeschlagen worden sein.

Die Kläger MSI-JSI/Joorabchian haben ein mit 1. Dezember 2006 datiertes Schriftstück vorgelegt und behaupten, damit sei von ihnen mit West Ham ein Zusatz zum - unzulässigen - "third party agreement" (siehe zu diesem hier!) abgeschlossen worden, wonach Tévez bis Juli 2007 an West Ham gebunden bleibe und dann gegen Zahlung der Summe von £ 100,000 den Verein verlassen könne. Das entsprechende Dokument, unterzeichnet von Scott Duxbury (damals stellvertretender Vorstandsvorsitzender von WHUFC), MSI-JSI und Carlos Tévez, wurde dem High Court vorgelegt. (Just Like My Dreams Blog bezeichnet das Schriftstück als "smoking gun".)

West Ham anerkannt dieses Schriftstück nicht als gültig und macht geltend, es habe zwar im Dezember 2006 einen entsprechenden Vorschlag gegeben, aber weder Kia Joorabchian noch Carlos Tévez hätten diesem damals zugestimmt. Das ominöse Dokument sei von diesen nicht unterzeichnet und nicht an West Ham zurückgeleitet worden. Somit sei dieser "Zusatz" nicht vereinbart und daher nicht gültig geworden. Das vorgelegte Dokument sei auch nicht neu; in seiner nicht unterschriebenen Fassung habe es schon der Disziplinarkommission, die West Ham zu einer Strafe von £ 5,5 Mio. verurteilte, vorgelegen.

Wenn die Verantwortung der Hammers stimmt, dann hätten die Kläger die Urkunde erst zu einem späteren Zeitpunkt unterzeichnet, zu dem West Ham an diesen Vorschlag nicht mehr gebunden war. Das würde "tricky Kia", gegen den in Brasilien ein Haftbefehl wegen des Vorwurfes der Geldwäsche bestehen soll, ähnlich schauen!

Während die Times die Hammers ob dieses Beweismittels "in hot water" sieht und auch der von mir hochgeschätzte Just Like My Dreams Blog die Lage nicht allzu positiv beurteilt, meine ich, dass das Dokument für West Ham alles andere als gefährlich ist:

Sollte sich herausstellen, dass der Zusatz von "tricky Kia" zuerst abgelehnt wurde (und nun aufgrund einer späteren Unterschrift dem High Court als verbindlich präsentiert wird), dann wäre er ungültig und West Ham müsste Tévez nicht um den Bettel von £ 100.000 ziehen lassen.

Wäre die Zusatzvereinbarung aber gültig, dann wäre West Ham von der Premier League zu Unrecht wegen der ursprünglichen Vereinbarung ("third party agreement") bestraft worden, denn Tévez hätte dann nicht ohne Zustimmung von West Ham jederzeit zu einem anderen Verein transferiert werden können. Vielmehr wäre er jedenfalls bis Saisonende an die Hammers gebunden gewesen, die auch eine (wenn auch geringe) Ablöse für ihn vereinbart hatten.

Der Vorschlag, eine solche Abänderung des ursprünglichen - unzulässigen - Agreements zu vereinbaren, machte wohl im Dezember 2006 durchaus Sinn. Damals war Tévez ein Wechselspieler, der noch kein Tor erzielt und eher den Charakter eines Fremdkörpers oder gar Störfaktors hatte. West Ham war offenbar damals um Schadensbegrenzung bemüht... Dass Carlitos später zusammen mit Mark Noble zum Katalisator des "Greatest Escape" werden sollte, konnte der gerade erst als neuer West Ham-Präsident auf der Bühne erschienene Isländer Eggert Magnusson nicht ahnen.

Nun, nachdem sich alles anders entwickelt hat, auf einen Vorschlag zurückzukommen, der - wenn West Hams Verantwortung stimmt - damals nicht angenommen wurde, was den Hammers eine Rekordstrafe von £ 5,5 Mio. einbrachte, geht rechtlich daneben und bestätigt nur die schlechte Meinung, die wir von Mr. Joorabchian haben. Bei der kommenden Gerichtsverhandlung am 22. August werden er und Tévez nun Rede und Antwort stehen müssen, wann sie das vorgelegte Dokument tatsächlich unterzeichnet haben.

Ich teile auch nicht die Einschätzung von Hammered Blog, der meint, selbst bei rechtlicher Ungültigkeit der Zusatzvereinbarung sei es "moralisch" nicht argumentierbar, jetzt mehr als die £ 100.000 zu verlangen, um die man Tévez im Vorjahr habe los werden wollen.

Ein zu einem bestimmten - mehr als ein halbes Jahr zurückliegenden - Zeitpunkt gemachter, damals nicht akzeptierter Vorschlag kann kein Präjudiz für die jetzige unter vollkommen geänderten Umständen stehende Verhandlungsposition von West Ham sein. Wäre die nun ins Treffen geführte Vereinbarung zustande gekommen, so hätte West Ham im seinerzeitigen Disziplinarverfahren damit argumentieren können, dass die Disziplinarstrafe (£ 3 Mio. für das Geheimhalten von Unterlagen bei der Anmeldung von Tévez und Mascherano und £ 2,5 Mio. für die Einräumung unzulässiger Einflussmöglichkeiten an Dritte während laufender Spielerverträge) wesentlich geringer hätte ausfallen müssen, weil die neue Vereinsführung bereits selbst eine Abänderung des unzulässigen "third party agreements" vorgenommen hätte.
Zudem muss auch berücksichtigt werden, dass sich der "Wert" von Carlos Tévez für Manchester United erst durch dessen kontinuierlichen Einsatz im Hammers-Team und den gemeinsam mit der übrigen Mannschaft erreichten Klassenerhalt ergeben hat. "Premier League-tauglich" wurde Carlitos eben erst im Frühjahr durch seinen Einsatz bei West Ham.

Ich bin gespannt, wie gierig Kia Joorabchian ist: Ob er wohl nachgibt und West Ham einen größeren Anteil von dem Geld zugesteht, das ManU für Tévez bezahlen wird, oder ob er es wirklich darauf ankommen lässt, dass der arme Carlitos vor dem High Court ins Kreuzverhör genommen wird?

Friday, 15 May 2009

Welcome Carlos Tévez

Video Gianfranco Zola: click -> here !

West Ham manager Gianfranco Zola said he would welcome Carlos Tevez in his team.
"Why not?" the Italian said when he was asked if he would like to sign the Argentine who played for the Hammers two seasons ago, scored the goals that saved the club from relegation, but cost them dearly when an arbitration panel ruled that West Ham United was obliged to pay damages to relegated Sheffield United because of an illegal "third party clause" in Tévez' contract.
Iranian-born businessman Kia Joorabchian who fronts a group of investors owning the economic rights to the tenacious Argentine striker says that Manchester United haven't made an offer to sign Carlos Tévez permanently.
Joorabchian says United actually agreed the terms of a permanent transfer for Tevez back in 2007, when they negotiated a two-year loan deal for him and that they had an option to sign him permanently and have chosen not to take it up. Joorabchian claims that it's inevitable now that Tevez will leave United.
Real Madrid, Liverpool and Manchester City are said to be the clubs that are most likely to sign the 25-year-old. And Joorabchian certainly doesn't discount the possibility - which would be particularly galling for United's fans - of Tevez joining City.
"The Champions League is the biggest but Carlos isn't the kind of person that says 'I have to play for this club, in this situation'," he said. "He wants to go to a club that has a real ambition and focus."
Well, we all know another club with ambition. It's a club Carlitos knows very well, too. And as Joorabchian has a contract as consultant with West Ham United it might be possible that Tevez will return to East London, especially if West Ham were able to qualify for the new Europa League...
I'm just dreaming...
... and I'm annoyed that the amount which was agreed to end the arbitration proceedings with Sheffield United (was it £10million or £25million?) is not available to sign "one and only" Mr. Carlos Tevez!

Sunday, 8 July 2007

West Ham in der "Doppel-Mühle"

Kein Schlussstrich in der Causa Tévez
Carlos Tévez wechselt zu Manchester United, hieß es, leihweise auf 2 Jahre mit Option auf "permanent". Besser sollte es wohl heißen: seine Vertreter, Agenten oder "Eigentümer" haben entschieden, dass er zu ManU "verschoben" wird. - Rund um Carlos Tévez baut sich gerade ein Gebirge aus Vertragsklauseln, Rechtspositionen, Klagsdrohungen und rechtlichen Unwägbarkeiten auf, das unüberschaubare Dimensionen anzunehmen beginnt. Für West Hams Chairman Eggert Magnusson (Bild) könnte sich die Situation zu einer unangenehmen "Doppel-Mühle" entwickeln.

Zunächst wurde berichtet, dass Tévez mit Zustimmung von West Ham Vertragsverhandlungen mit Manchester United führe; im Hinblick auf den aufrechten Vertrag von Tévez mit West Ham würde die Transfersumme (oder wie das bei einem Leihvertrag heißt) an West Ham gehen und eine angemessene Zahlung daraus an Tévez' "Agenten" (gemeint offenbar Kia Joorabchian).

Unzulässiges "third party agreement" ...
Kia Joorabchian besteht aber darauf, dass seine Rechte aus dem zwischen ihm und West Ham (unter dem früheren Chairman Terence Brown) bei der Anmeldung von Tévez und Mascherano geschlossenen "third party agreement" respektiert werden. Soll heißen: Joorabchian, der über seine beiden Gesellschaften Media Sports Investments (MSI) und Just Sport Inc (JSI) "Eigentümer" aller Transferrechte an Carlos Tévez ist, möchte laut diesem Agreement von Ende August 2006 Tévez jederzeit zu einem Klub seiner Wahl transferieren können. Er erklärt, bereit zu sein, im Transferfall an West Ham lächerliche £100,000 zu zahlen. Klagsdrohungen wurden offenbar schon ausgesprochen. (Eine Zusammenfassung der letzten Ereignisse findet man hier und hier.)

Genau dieses "third party agreement" und dessen ursprüngliche Geheimhaltung bei der Registrierung von Tévez und Mascherano war aber der Grund für die Rekordstrafe von £ 5,5 Millionen, die eine Disziplinarkommission der FA Premier League (FAPL) über West Ham verhängte. Rule U18 des FAPL-Reglements verbietet es Vereinen, dritte Parteien (hier: Kia Joorabchian bzw. dessen Gesellschaften) zu befähigen, Einfluss auf ihre "policies" oder die "performance of the team" zu nehmen.

Nach dem Ergehen des Diziplinarurteiles gegen West Ham am 27. April waren noch drei PL-Matches zu spielen, in denen die Hammers dringend die Dienste von Carlos Tévez benötigten. Um gegenüber der FAPL sicherzustellen, dass die Regel U18 nicht mehr verletzt werde, kündigte West Ham das "third party agreement" einseitig auf, was Joorabchians Anwälte damit beantworteten, dass sie zwar den Empfang des Kündigungsschreibens bestätigten, jedoch erklärten, ihr Klient behalte sich ausdrücklich alle seine Rechte vor.

... gekündigt - wirksam oder unwirksam?
Die FAPL gab sich jedenfalls erst zufrieden, nachdem sich West Ham verpflichtet hatte, die FAPL über alle weiteren Schritte in Bezug auf Tévez' Vertrag zu informieren, um auszuschließen, dass künftig eine Einflussnahme Dritter erfolge. Nunmehr hat das FAPL-Board erklärt, eine Anmeldung von Tévez für Manchester United komme nur in Betracht, wenn die Einwilligung von West Ham vorliege. Natürlich wird von der FAPL auch überprüft werden, ob bei einem Transfer alles mit rechten Dingen zugegangen ist.

Die Doppel-Mühle
Beim Mühlespiel gibt es die unangenehme Situation, sich in einer "Doppel-Mühle" zu befinden: In so einer Lage befindet sich auch Eggert Magnusson.

Einerseits muss er darauf bestehen, dass Tévez (der laut Website von West Ham einen aufrechten 4-Jahres-Spielerkontrakt mit WHU hat) nur dann zu ManU wechseln kann, wenn die Zahlung von ManU an West Ham geht und dort auch zum überwiegenden Teil verbleibt (gerade das wird die FAPL besonders interessieren!). In diesem Fall wird West Ham von Joorabchians MSI und JSI, die sich weiterhin im Besitz aller Transferrechte sehen, geklagt.

Einigt sich Magnusson dagegen schon jetzt mit MSI/JSI - was nur ginge, wenn der Großteil der Transfersumme an diese Gesellschaften fließt - verstößt West Ham gegen Regel U18, bekommt ein neues Disziplinarverfahren und riskiert, dass Sheffield United beim High Court eine Aufhebung des Urteils des Schiedsverfahrens vom 3. Juli erreichen kann. Und das könnte bedeuten, dass West Ham doch noch absteigen muss.

Everybody's second team?
Eine unangenehme "Doppel-Mühle" für West Ham. Und was noch schlimmer ist: egal, wie Eggert Magnusson aus diesem Pallawatsch herauskommt, eines hat der Verein durch die "Carlos Tévez-affair" jedenfalls schon verspielt: seinen guten Ruf. Nach den beiden Verfahren in dieser Causa trifft der alte Spruch, West Ham sei "everybody's second team", sicher nicht mehr zu. In diversen Fan-Foren bezeichnet man unsere "Hammers" vielmehr als "Betrüger", denen der Zwangsabstieg gebührt hätte.

Auch wenn das Schiedsgericht in seinem Urteil in dem von Sheffield United gegen die FAPL angestrengten Verfahren klar gesagt hat, dass ein Punkteabzug zwar eine Möglichkeit, aber keine rechtlich obligatorische Sanktion war, und dass die FAPL davon ausgehen konnte, dass Tévez auch in den letzten Premier League-Spielen eingesetzt werden durfte...
Nach allem, was in dieser Causa schon geschrieben wurde, wäre es ein Wunder, wenn West Ham jenen Fußballfans, in deren Adern kein "claret and blue blood" fließt, jemals wieder so sympathisch würde wie nach dem unglücklich verlorenen FA Cup-Finale in Cardiff am 13. Mai 2006.

Wednesday, 5 March 2008

West Ham weist Forderungen von Kia Joorabchian zurück

Wenn schon kein Tor gegen Chelsea und Liverpool gelungen ist, so möchten die Hammers wenigstens an der rechtlichen Front in die Offensive gehen.
Unmittelbar nach dem Spiel gegen Liverpool wurde auf der Website von West Ham United ein Statement veröffentlicht, in dem sämtliche Forderungen des iranisch-britischen Geschäftsmannes Joorabchian zurückgewiesen werden.
Dieser hatte als Vertreter jener Gesellschaften, die die Transferrechte an Carlos Tévez gehalten haben, mit West Ham nach dem Ende der letzten Saison über eine Weiterverpflichtung von Tévez verhandelt, es sei aber keine Einigung hierüber erzielt worden. Vielmehr habe es eine endgültige Bereinigung der gesamten Causa im Zuge des Wechsels von Tévez zu Manchester United im Sommer 2007 gegeben.
West Ham blickt dem von Kia Joorabchian angestrengten Prozess offenbar gelassen entgegen. Man habe keine Zweifel, dass die Klage abgewiesen werde, so das Statement des West Ham-Präsidiums.

Friday, 13 July 2007

Freitag, der 13.: kein Glückstag für Kia

In einem weiteren Kapitel der "Carlos Tévez-Saga" wird heute von der BBC berichtet, dass Tévez nächste Woche zur medizinischen Untersuchung bei Manchester United erwartet werde. ManU-Boss Sir Alex Ferguson wird mit den Worten zitiert: "I think we have got the player - we think he's our player and are very hopeful".
In einem Post von heute Früh auf Hammered Blog und auf SoccerNews wird berichtet, dass in Brasilien ein Haftbefehl gegen den (mutmaßlichen?) Inhaber von Tévez' Transferrechten, Kia Joorabchian, wegen Verdachtes der "Geldwäsche" im Zusammenhang mit Tévez' früherem Klub Corinthians (Sao Paulo) erlassen worden sei. RAPIDHAMMER distanziert sich ausdrücklich von diesem Vorwurf, meint aber dem interessierten Fußballpublikum den entsprechenden Bericht über den Geldwäschevorwurf und das Einfrieren des Vermögens von MSI (eine der beiden Gesellschaften, die die Transferrechte an Tévez innehaben sollen) nicht vorenthalten zu dürfen.
Außerdem hat Sheffield United laut dem selben Post von Hammered Blog heute einen Gerichtstermin beim High Court, um eine zivilgerichtliche Überprüfung des gegen Sheffield ergangenen Schiedsurteiles zu erreichen. Mr. Joorabchian hat angekündigt, im Falle der Zulassung der Zivilklage neue Unterlagen zur Verfügung stellen zu wollen (siehe auch Bericht von BBC). Ob Kia jetzt nicht andere Sorgen hat...
Es darf auch nach Freitag, dem 13., mit weiteren Kapiteln in diesem Drama gerechnet werden.

Monday, 2 July 2007

Season Review Part II: Future looked bright

Nach dem ersten Teil des Saisonrückblicks (August) hier der zweite Teil:
SEPTEMBER 2006

Shock signings am 31. August
Nach dem guten Start in die neue Saison dachte ich, dass uns West Ham auch heuer wieder überraschen würde - so wie in ihrer ersten Saison nach dem Aufstieg mit einem 9. Platz in der Meisterschaft, dem Erreichen des FA Cup-Finales gegen Liverpool und der UEFA-Cup-Qualifikation.
Aber mit einer Überraschung wie dieser hatte niemand gerechnet: Am Morgen des 31. August 2006 verdichteten sich die Hinweise darauf, dass West Ham als "shock signings" die beiden jungen argentinischen WM-Stars Javier Mascherano (geb. 8.6.1984) und Carlos Tévez (geb. 5.5.1984) verpflichtet habe. Kurzfristig brach sogar die Homepage http://www.whufc.com/ zusammen ("temporarely unavailable due to routine maintenance", nannte man das cool).
Media Sports Investment (MSI) und deren Chairman Kia Joorabchian, die im "Besitz" der Spielerpässe der beiden Argentinier waren, bestätigten, dass Tévez und Mascherano für West Ham unterschrieben hatten und schließlich wurden die beiden bei einer Pressekonferenz im Upton Park stolz von Manager Alan Pardew präsentiert.

Rosige Zukunft oder undurchsichtige Verträge?
"We can compete with the best now", sagte Pardew und die Zukunft sah nun wirklich rosig aus für West Ham. Die beiden Argentinier hätten "permanent contracts" unterschrieben, meinte Alan Pardew auf die Fragen von Journalisten, die bezweifelten, ob sich West Ham hoch im Kurs stehende Fußballaktien dieses Kalibers leisten könne. Manch einer vermutete, dass bei diesem Transfer nicht alles mit rechten Dingen zugegangen sein könnte. Und schon am 7.9.2006 berichtete der Daily Telegraph über jene Vertragsklausel, die West Ham später eine Rekordstrafe der FA Premier League einbringen sollte:
"West Ham also had to agree a clause [... that] specifies that West Ham have to sell if a bid comes in for the two players at any time in the next five years. To keep the players, West Ham will have to pay £40 million. In other words, this is like a purchase option on these two players". Das heißt: West Ham musste die beiden Spieler abgeben, wann immer MSI dies wollte. (Ob die 40 Mio. Pfund als festgelegte Transfersumme für einen Erwerb der Spieler durch West Ham korrekt sind, weiß ich nicht - wahrscheinlich wird gerade jetzt darüber verhandelt, zu welchen Bedingungen Carlos Tévez tatsächlich bei West Ham bleiben kann.)

Der Übernahme-Krimi - noch lange nicht vorbei
Die Freude über die beiden "signings" war unter den West Ham-Fans nicht ungetrübt. Schon zu lange zog sich nämlich ein Übernahmeversuch des "Eigentümers" der beiden Spieler, Kia Joorabchian (Bild) hin. Man fürchtete, der britisch-iranische Geschäftsmann, der die beiden Argentinier unter durchaus dubiosen Begleitumständen zu West Ham gebracht hatte, würde die traditionellen Werte des Klubs verraten. Als einer der möglichen Geldgeber des Iraners, ein israelischer Geschäftsmann, wissen ließ, er könne nicht sagen, wieviele Spieler einer Fußballmannschaft angehörten, er sei vielmehr nur an West Hams Grundbesitz in der künftigen Olympia-Region East London interessiert, wurde sogar eine Petition "Stop the takeover bid" aufgelegt und Manager Alan Pardew fühlte sich bemüßigt zu erklären: "Hammers are in safe hands".
Es sollte noch bis in den November hinein dauern, bis der "Übernahme-Krimi" entschieden war. Sicher auch keine optimalen Voraussetzungen, um sich auf das Fußballspielen konzentrieren zu können.

10.9.2006 ASTON VILLA (H) 1:1 (0:1) Das erste Match nach dem Hype rund um den Tevéz/Mascherano-Transfer geriet zu einer Enttäuschung. Beide Argies saßen nur auf der Ersatzbank und schon in der 3. Minute ging Aston Villa in Führung. Roy Carroll konnte nach einem Corner den Kopfball von Juan Pablo Angel aus kurzer Distanz nicht festhalten und Villa-Verteidiger Ridgewell spitzelte den Ball zum 0:1 über die Linie. Nachdem Marlon Harewood, dem Villa-Keeper Sorensen den Ball irrtümlich zugespielt hatte, nicht in der Lage war, diesen im Netz unterzubringen, und Angel auf der anderen Seite an die Querlatte geköpft hatte, brauchte es in der 2. Hälfte ein kurioses Tor von Bobby Zamora, um den Hammers wenigstens ein Unentschieden zu retten: Konchesky köpfelte nach einem Corner aus mehr als 16 Metern auf das Tor; der Aufsetzer traf Zamoras Oberschenkel und sprang von dort über die Hände des Keepers zum 1:1 (50.) ins Netz (Zamoras 5. Goal im 4. Match in dieser Saison!). Abgesehen von diesem Tor benötigten die Hammers auch noch zwei "goal line clearances" durch Tyrone Mears (akrobatischer Fallrückzieher auf der Torlinie!) und durch Anton Ferdinand, um das 1:1-Remis zu halten. In der 61. Minute kam Carlos Tévez für Harewood ins Spiel, Mascherano blieb auf der Bank. Symptomatisch war eine Szene, in der Tévez einen Villa-Verteidiger großartig austrickste, sein Pass in den Strafraum aber keinen Abnehmer fand. Aber Tévez strahlte vom ersten Augenblick an etwas aus, was ihn sofort zum Liebling der Upton Park-faithful werden ließ...

Russell Brand schrieb im Guardian über Carlos Tévez' ersten Einsatz im Upton Park:
"I saw Tévez march on to the pitch against Aston Villa and he played with a commitment and dedication of a man who will be there for decades. I predict he'll be an Argentinian Billy Bonds. I'm confident that Tévez will remain at West Ham into his dotage then become Alan Pardew's assistant and perhaps, even when his playing career is finally over, when he is but a gurgling shipwreck of a man, he will become one of the Hammers' seemingly endless irritating mascots, joining that hammer and daft cat-thing people are forced to tolerate that put me off the half-time enjoyment of the Hammerettes - God bless them girls."

14.9.2006 PALERMO (UEFA-Cup, H) 0:1 (0:1) Die Hammers mit Tévez und Mascherano begannen initiativ. Tévez konnte nach einem Zamora-Querpass den Ball aus guter Position nicht im Tor unterbringen, aber kurz vor der Pause schossen die Italiener gegen eine unaufmerksame West Ham-Abwehr das 0:1 durch Caracciolo. In der zweiten Hälfte drängten die Hammers auf den Ausgleich, aber außer einem Stangenschuss von Harewood (kam in der 77. Minute für Tévez) und einer gelben Karte für eine "Schwalbe" von Etherington sprang nichts mehr heraus. Dennoch waren die Irons zuversichtlich, im Rückspiel noch den Aufstieg fixieren zu können.

17.9.2006 NEWCASTLE UNITED (H) 0:2 (0:0) Carlos Tévez mit einem Freistoß von der linken Strafraumecke an die Querlatte - so knapp dran an seinem ersten West Ham-Goal. Und Lee Bowyer überhob mit einem Schuss beinahe von der Mittellinie den Keeper - aber knapp am Pfosten vorbei. Und in der zweiten Hälfte ließen die Newcastle-Stürmer zunächst West Ham-Keeper Carroll und dann Verteidiger Gabiddon ziemlich alt aussehen: 0:2 durch Damien Duff und Obafemi Martin. Eine klare und unerwartete Heimniederlage.

23.9.2006 MANCHESTER CITY (A) 0:2 (0:2) Die Match-Zusammenfassung zeigt keine einzige Chance von West Ham ("they hardly mustered a shot on goal", hieß es in einem Kommentar). Umso deutlicher sieht man, dass Organisation und Zuordnung in der Defensiv-Abteilung absolut nicht passten. Und von dieser Kritik konnte man auch Javier Mascherano nicht ausnehmen, der beim 0:1 durch Samaras einfach zu weit weg von seinem Mann stand. Auch das 2:0 schoss der Grieche Georgios Samaras - nach einem von der bewegungslos stehenden West Ham-Abwehr bestaunten Solo.

28.9.2006 PALERMO (UEFA-Cup, A) 0:3 (0:1) In der ersten Hälfte waren gute Chancen von Tévez, Harewood und Carlton Cole für West Ham zu verzeichnen, aber Palermo ging durch Simplicio - nach West Hams Drangperiode - noch in der ersten Halbzeit in Führung. Und in der 2. Hälfte war es - nach einem schönen Kopfball von Cole, den der Palermo-Keeper aber abwehren konnte - wieder Simplicio, der nach einem der nun schon fast habituellen Fehler von Gabiddon - durch de Michele freigespielt - allein vor Roy Carroll auftauchen und das 2:0 schießen konnte. Diesem Killer-Goal folgte noch das 3:0 für das in Rosa spielende Palermo durch de Michele (aus abseitsverdächtiger Position). Ein trauriger Abend für die Hammers und für deren Fans, denen es im hitzigen Palermo bei Auseinandersetzungen mit den Palermo-Hooligans auch nicht gerade gut gegangen war.

Es begann gegen Palermo ...
Der "team spirit" bei West Ham, der die Mannschaft in der vergangenen Saison ausgezeichnet hatte, ging im Laufe des September - nach einem Unentschieden und 4 Niederlagen (bei nur einem Tor!) - schön langsam den Bach runter. Wusste Alan Pardew, wie er die beiden argentinischen Stars in die Mannschaft integrieren und West Ham wieder auf Kurs bringen konnte?
Die Zukunft hatte Anfang September so rosig ausgesehen, aber die Rosa-Neri aus Palermo hatten mit ihrem 1:0-Sieg im Upton Park eine West Ham-Niederlagenserie eingeleitet, die noch nicht vorbei war...

Tuesday, 31 July 2007

Tévez: Time To Say Goodbye?

BBC meldet, dass der High Court bei der heutigen vorbereitenden Tagsatzung (preliminary hearing) die Verhandlung über die Klage von Kia Joorabchian/MSI gegen West Ham für den 22. August angesetzt hat.
Andererseits wird vom Guardian und anderen Medien berichtet, dass der Streit um Tévez' Transferrechte kurz vor einer einvernehmlichen Beilegung stehe. Allerdings dürften die Vorstellungen, wieviel West Ham für die Zustimmung zum Transfer von Carlos Tévez zu Manchester United erhalten soll, weit auseinander gehen. Während die Hammers, an die der Argentinier durch einen noch drei Jahre laufenden Vertrag gebunden ist ("a permanent contract" nannte Alan Pardew das bei Carlitos Vorstellung vor 11 Monaten), bis zu £ 6 Mio. verlangen, ist Joorabchian nicht bereit, mehr als £ 100.000 zu bieten.

Hammered Blog meint, Tévez werde auch im Fall seines Wechsels zu ManU - im Gegensatz zu Frank Lampard und anderen Ex-Hammers - nicht das "Fat Frank"-Schicksal erleiden, der bei jedem Einsatz gegen die Hammers von den Fans beinhart ausgepfiffen wird:

"Tevez himself is likely to escape the fate of most West Ham players who are a little over keen in moving to other clubs. Whilst Reo-Coker is likely to now rival Ince in his anti-hero status at The Boleyn Tevez is likely to find he has a warm reception when he returns. This is partly due to the fact that most West Ham fans knew he would only ever be here for one season. The other is that whilst he was here he obviously gave so much for the club. In comparison to 'sicknote' Benayoun, and 'I'm too big for this club' Reo-Coker, Tevez played a large part in helping West Ham avoid relegation."

Wednesday, 6 February 2008

What You Must Know About West Ham Today

Matthew Upson wird heute Abend in Fabio Capellos erster "England XI" stehen, die um 21:00 MEZ Euro-Veranstalter Schweiz in Wembley empfängt. Der verlässliche West Ham-Verteidiger wird voraussichtlich mit Ex-Hammer Rio Ferdinand die Innenverteidigung der Three Lions bilden. Der erste Mannschaftskapitän unter dem neuen Teamchef wird Steven Gerrard sein, während David Beckham, der (noch) nicht zum 100. Mal im englischen Team spielen wird, gestern einräumte, es wäre "unfair" gegenüber seinen Teamkollegen gewesen, ihn ohne Matchpraxis einzuberufen. (BBC Online)

Mark Noble spielte für England U21 beim 3:0-Sieg gegen Republik Irland gestern Abend und bot eine sehr gute Leistung im Mittelfeld. Der 20-Jährige legte das 3:0 durch Theo Walcott auf. (West Ham United Website)

Calum Davenport, West Ham-Verteidiger, machte zuletzt schreckliche Schlagzeilen, als er in seinem ersten Match als Leihspieler für Watford im Jänner schwer verletzt wurde. In seinem ersten Interview nach seiner dramatischen Wirbelverletzung sprach er mit Sky Sports über seine veränderte Einstellung zum Leben nach dieser Verletzung:

"I'm definitely going to have a different aspect on everything that I'm doing to be honest. I think there was a lot of swelling and bleeding around my neck and obviously I broke a bone. It was quite worrying for me, but thankfully I'm still walking because some people don't come through it.
"I'm going to be alright. It's a long road but I'm going to come through it. It's difficult when you're picking up injury after injury to stay motivated and to see any light at the end of the tunnel, but I've got a good family around me who can pick you back up when you are feeling low.
"It's made me a better person. Even in the last two weeks since it happened I look atthings differently. I was lying there thinking the worst.
"I'm just thankful that I'm still going to be able to play football which is something I love." (Talking Soccer)

Kia Joorabchian, der undurchsichtige iranisch-britische Geschäftsmann, der 2006 Carlos Tévez und Javier Mascherano zu West Ham brachte, hat West Ham vor dem Londoner High Court auf mehr als £ 7 Mio. geklagt. Dabei soll es sich um nicht bezahlte Leihgebühren, Provisionen und Versicherungsprämien für den nunmehrigen Manchester United-Stürmer Carlos Tévez handeln. Joorabchian, der Mann hinter den Gesellschaften, die die Transferrechte an Carlos Tévez gehalten haben, beruft sich auf Vereinbarungen mit dem früheren West Ham-Präsidenten Terence Brown wie auch mit dessen Nachfolger Eggert Magnusson. West Ham hat die Ansprüche zurückgewiesen.
Die schon länger anhängige Schiedsklage von Sheffield United gegen West Ham wegen Schadenersatzansprüchen aufgrund des Abstieges dieses Klubs soll nächste Woche verhandelt werden. (David Bond, The Telegraph)


Paolo di Canio, im Londoner East End unumstrittene West Ham-Legende (er spielte von 1999-2003 bei den Hammers), will mit Ende der Saison seine aktive Karriere beim unterklassigen italienischen Klub Cisco Roma beenden und nachher als Trainer arbeiten. Der Stürmer, der mit seiner Verehrung für Mussolini und den Faschismus zahlreiche negative Schlagzeilen machte, hat gestanden, dass es ein Traum für ihn wäre, wenn er eines Tages als Manager zu West Ham zurückkehren könnte:


"I am going to retire at the end of the season, I'm a little too old to carry on playing so I will take up managing next year. I hope to have the same success as a coach that I did as a player.
"My dream would be to manage inthe Premier League because English football is the best in the world and my dream in particular would be to manage at West Ham - that would be perfect.
"I spent four seasons there and I would love to go back and win something with them. The fans are fantastic there and the atmosphere at Upton Park was always so special.
"Every weekend I watch all the English games on TV but I always look out for the West Ham score, I have a special place for them in my heart.
"When I watch the Premier League I am always proud to see players that were young boys when I was at West Ham - I'm talking about Joe Cole, Frank Lampard, Rio Ferdinand and Trevor Sinclair.
"When I was there they were really young so I saw them grow up into men and players and I am proud to watch them playing at the top level in the Champions League.
"The standard in the Premier League was always good but these players and Jermain Defoe also stand out for me as the best English players." (tribalfootball.com)

Tuesday, 17 March 2009

Monday Proved Costly For Hammers

Montag, der 16.3., wird als teuerster Tag der Geschichte in die Annalen von West Ham United eingehen. Zwischen 10 und 25 Millionen Pfund - so weit gehen die kolportierten Ziffern auseinander - wird der Vergleich mit Sheffield United in der Affäre Carlos Tévez (Bild: News of the World) den East London-Klub kosten. Geld, das die künftigen Erwerber von Anteilen an der West Ham United Holdings Ltd bei der Ermittlung des Kaufpreises abziehen werden, sofern die Zahlungsverpflichtung in die Zukunft gestreckt worden ist, wie es heißt.
Auf den Klub könnten aber noch weitere Zahlungen zukommen, denn Personen aus dem Dunstkreis von Sheffield United möchten nun auch "cash" sehen, der frühere Trainer Neil Warnock ebenso wie Spieler der "Blades" - dabei hatten diese aufgrund miserabler Leistungen gegen Ende der '06/07-Kampagne den Abstieg wahrhaft verdient.
"Tricksen lohnt sich nicht", lautet das Motto der Geschichte. Wenn man zusammenrechnet, was die Hammers bis jetzt für eine Saison Tévez ausgegeben haben, dann hätten sie den argentinischen Kicker im September 2006 wohl sogar permanent erwerben können. Im Sommer 2008 hieß es, Manchester United habe für einen "permanent transfer" von Tévez £32 Millionen bezahlt, doch war dem nicht so. Bis heute scheinen Tévez und Kia Joorabchian, der über eine seiner Gesellschaften die Transferrechte am 25-jährigen Argentinier hält, mit United nicht handelseins geworden zu sein, aber viel mehr als £30-35 Mio werden für Carlitos wohl kaum bezahlt werden - es sei denn, er wechselt zu Manchester City.

Außerdem kostete der Montag die Hammers zwei Punkte, die man in einem schwachen Spiel gegen den Tabellenletzten West Brom liegenließ (0:0) und Verteidiger Matthew Upson, der nach einer knappen halben Stunde am Upton Park verletzt ausgewechselt werden musste.
Der "injury jinx", der Fluch der Verletzungen, der Alan Curbishleys Vorsaison so schwierig machte, scheint zu West Ham zurückgekehrt zu sein...

West Ham 0-0 West Brom

West Ham: Green, Neill, Tomkins, Upson (Spector 29), Ilunga, Noble (Boa Morte 82), Kovac, Parker, Nsereko (Stanislas 68), Di Michele, Sears.
Subs Not Use: Lastuvka, Lopez, Tristan, Payne.
Booked: Nsereko.
West Brom:
Carson, Zuiverloon, Martis, Olsson, Robinson, Morrison (Filipe Teixeira 88), Koren, Dorrans, Greening, Brunt (Simpson 80), Fortune (Moore 80).
Subs Not Used: Kiely, Hoefkens, Cech, Bednar.
Booked: Olsson.
Att:
30,842
Ref:
Mark Halsey (Lancashire).

Thursday, 8 January 2009

Tévez Inquiry On

Ein neues Kapitel der "never ending Carlos Tevez-Saga" wird aufgeschlagen:
FA und Premier League haben nach einem Bericht der Times eine neuerliche Untersuchung gegen West Ham United eingeleitet. Geprüft wird das Verhalten des Klubs nach dem ersten Disziplinarurteil, mit dem am 27. April 2007 wegen des durch das Engagement von Carlos Tévez begangenen Bruches der "third party rule" kein Punkteabzug, sondern eine Rekordstrafe von £5,5 Mio ausgesprochen wurde. Im Anschluss an diese Entscheidung hatte der Klub erklärt, die ominöse Vertragsklausel sei aufgekündigt worden, worauf Tévez für die letzten drei Ligaspiele gegen Wigan (3:0), Bolton (3:1) und Manchester United (1:0) als spielberechtigt eingestuft wurde - und drei Tore erzielte.
In einem der Folgeverfahren soll von Graham Shear, dem damaligen Rechtsvertreter des Spieleragenten und "Tevez-Besitzers" Kia Joorabchian erklärt worden sein, dass ihm West Ham-Vertreter Scott Duxbury (heute CEO des Klubs) im April 2006 mündlich versichert habe, dass das verpönte "third-party agreement" inter partes weitergelte - obwohl die Hammers die Premier League von dessen Aufkündigung informiert hatten.
Auf dieser Aussage dürfte auch das schadenersatzrechtliche Zwischenurteil des Schiedsgerichtes im Verfahren Sheffield Utd ./. West Ham aufbauen, das eine Haftung der Hammers für die durch Sheffields Abstieg verursachten Verluste bejaht. Ohne den (unberechtigt eingesetzten) Argentinier hätte West Ham sicher zumindest drei Punkte weniger gemacht, meinte das Schiedsgericht in seinem ominösen Spruch.
Die Festsetzung einer Schadenssumme soll im kommenden Frühjahr erfolgen; die Anfechtung des Zwischenurteils durch West Ham beim Sportgerichtshof in Lausanne und beim Londoner High Court war bisher nicht erfolgreich.West Ham ist bis heute hinter seinem leitenden Geschäftsführer gestanden und hat heute auf der offiziellen Website erklärt, man habe nichts zu verbergen und werde auch in der neuerlichen Untersuchung, die zu einer weiteren Disziplinarstrafe führen könnte, kooperativ sein.
Das Timing für die Bekanntgabe dieser neuerlichen Untersuchung ist suboptimal: während des Transferfensters und während wahrscheinlich in Vorbereitung befindlicher Verkaufsverhandlungen ist diese zusätzliche Unsicherheit nicht förderlich. Gerichtsanhängig sind derzeit nicht nur die Rechtsstreitigkeiten gegen Sheffield Utd beim FA Schiedsgericht, beim CAS in Lausanne und beim High Court, sondern auch eine Klage des früheren Chairmans Eggert Magnusson, der nicht erhaltene Zahlungen anlässlich seines Ausscheidens Ende 2007 eingeklagt hat.

Thursday, 5 June 2008

Der Tag der guten Nachrichten?

... für West Ham möglicherweise, denn nicht nur Dean Ashtons neuer Vertrag ist unter Dach und Fach (Bild links).
Auch im Rechtsstreit mit Kia Joorabchian hat es eine überraschende Einigung gegeben. Die Forderung des Urhebers der "Carlos Tévez-Affäre" hatte von West Ham £7 Millionen im Zusammenhang mit der Bereinigung der Spielberechtigung für Tévez im Frühjahr 2007 gefordert, nun hat er die Klage zurückgezogen.
Was weiter vereinbart wurde, überrascht: Der als Spieleragent tätige Iraner wird nun mit West Ham zusammenarbeiten und seine £7m auf diese Weise verdienen können. Andererseits hat West Ham damit einen Kriegsschauplatz befriedet, der Auswirkungen auf die beiden offenen Rechtsstreitigkeiten haben könnte: Sheffield Uniteds Schiedsklage auf Schadenersatz wegen des Einsatzes von Carlos Tévez (und des [daraus resultierenden ???] Abstiegs von Sheffield in der Saison 2006/07) und die Klage von Ex-Chairman Terrence Brown - in beiden Verfahren könnten Zeugenaussage und Vorlage von Beweismitteln durch Kia J. für den Prozessausgang interessant sein...
"A good day to bury bad news", meinte daher die Website KUMB.

Ümit zur Eintracht
Eine aus meiner Sicht weniger gute Nachricht steht seit gestern 17:01 auf der Homepage des SK Rapid: Ümit Korkmaz, der schnelle linke Flügel des SK Rapid Wien (rechts), der soeben erst sein Teamdebut gefeiert hatte, wechselt zu Eintracht Frankfurt in die deutsche Bundesliga.
Auch wenn Ümit noch keinen "HANSE DER WOCHE" vom RAPIDHAMMER verliehen bekam, immer wenn ich ihn in St. Hanappi spielen sah, erfreute Ümit mein Herz. Und mit seiner Schnelligkeit, seinem Einsatz und den Bällen, die der 22-jährige Mittelfeldspieler immer wieder gefährlich zur Mitte brachte, hätte ich ihm sogar bald einen Wechsel in die Premier League zugetraut. Schade, dass er schon jetzt geht - schließlich spielt Rapid heuer um den Einzug in die Champions League! Aber nachdem Mario Bazina zur Wiener Austria abgewandert ist (was mir rein gar nichts ausmacht!), kann Rapid die Ablöse von angeblich knapp € 4 Millionen, die Frankfurt bezahlt, gut gebrauchen, um für die nötige Verstärkung in der Offensive zu sorgen. Veli Kavlak, den Ümit letzte Saison aus der Mannschaft spielte, sollte nun aber jedenfalls bei Rapid bleiben - und nicht, wie schon im Vorjahr geplant, zu Hertha BSC nach Berlin wechseln!

Naja, also doch kein Tag der (ausschließlich) guten Nachrichten!

Thursday, 25 September 2008

"Wir haben keinen Zweifel..."

Die Hammers schon: West Ham wird Sportgerichtshof anrufen

Robert Englehart, ein Sportrechtsexperte, Lord Griffiths, ein früherer Cricket-Präsident, und Sir Anthony Colman, früherer Richter am britischen High Court, haben das Zwischenurteil gegen West Ham United, wonach der Klub Sheffield United Schadenersatz wegen dessen Abstieg aus der Premier League 2007 leisten müsse, gesprochen.
Nach Einvernahme unter anderem eines Sportjournalisten meinte das Schiedsgericht:
"On the totality of the evidence, we have no doubt that West Ham would have secured at least three fewer points over the 2006/07 season if Carlos Tevez had not been playing for the club."
Deshalb sei der Einsatz von Carlos Tévez, dessen Transferrechte trotz seiner Anmeldung für West Ham United nicht beim Klub, sondern einer "third party" gelegen waren, eine Ursache für den Abstieg von Sheffield United gewesen. Ergo müsse West Ham den "Blades" Schadenersatz leisten, über dessen Höhe das von der FA bestellte Schiedsgericht erst im fortgesetzten Verfahren beschließen wird.
West Ham wird diesen Schiedsspruch nicht akzeptieren, sondern hat erklärt, den internationalen Sportgerichtshof (CAS) in Lausanne anrufen zu wollen.
Und ich denke, die Hammers haben gute Chancen: Denn eine conditio sine qua non für den Abstieg von Sheffield Utd war der Einsatz von Tévez, für den die Hammers schon mit einer Rekordstrafe von mehr als 8 Mio € belegt wurden, nicht.
Dazu muss man nämlich die gesamte Saison im Auge behalten und da ist zu sagen, dass der Transfer von Tévez und Mascherano am letzten Tag der Sommertransferzeit 2006 West Ham mehr Probleme machte, als den Hammers lieb sein konnte. Manager Alan Pardew wurde wegen der fehlenden Erfolge seines Teams durch Alan Curbishley ersetzt und es dauerte bis weit ins Frühjahr, bevor Tévez überhaupt sein erstes Tor für die Hammers erzielen konnte.
Wäre der Argentinier gar nicht zu West Ham gewechselt, wer weiß? Der Klub hätte vielleicht eine solide Saison ohne all die Aufregungen um den Stürmer gespielt und wäre nie in Abstiegsgefahr gekommen. Und dann gab es ja noch je 38 Spiele von 19 anderen Mannschaften in der Liga.
Ein sicherer Beweis sieht anders aus. "Wir haben keinen Zweifel", meinte das Schiedsgericht. Ich glaube nicht, dass das hält.
Anders könnte es aussehen, wenn man lediglich den Einsatz von Tévez in den letzten paar Spielen der Saison 2006/07 ins Kalkül zieht. Da ist der Beitrag des Argentiniers mit 6 Toren in neun Spielen beachtlich. Doch das einzige Match, in dem Carlitos das spielentscheidende (einzige) Tor für West Ham schoss, war jenes am letzten Spieltag gegen Manchester United (1:0).
Es wurde auch behauptet, dass in dem - nicht veröffentlichten - Schiedsspruch festgestellt werde, West Ham-Geschäftsführer Scott Duxbury habe der FA vor dem drittletzten Saisonspiel 2007 gegen Wigan bestätigt, dass man den unzulässigen "third party ownership"-Vertrag mit Kia Joorabchian aufgekündigt habe, sodass Tévez weiter eingesetzt werden konnte. Tatsächlich soll der nunmehrige CEO der Hammers aber im April 2007 vertraulich erklärt haben, man werde sich weiterhin an diesen Vertrag halten. Das wäre natürlich eine neue Rechtswidrigkeit - Aufkündigung des Vertrages als bloßes Scheingeschäft und unwahre Erklärungen gegenüber der Premier League - und im zeitlichen Zusammenhang mit Tévez' Siegestreffer gegen ManU eine für West Ham doch recht ungünstige Beweislage.
Aber auch hier bleibt die Frage: kann der Einsatz eines Spielers schadenersatzrechtlich eine notwendige Bedingung für den Abstieg eines anderen Klubs nach einer 38 Runden dauernden Meisterschaft sein?
Bei West Ham steht der Klub hinter Duxbury und wird wohl auch darauf verweisen, dass die "Irons" beim Transfer von Tévez zu Manchester United im Sommer 2007 eine signifikante Transfersumme erhalten haben - ein Umstand, der gegen ein aufrechtes "third party ownership" am Ende der Saison spricht.
Das Resultat eines Fußballspiels an einer Person festzumachen und auf dieser Basis bis zu 30 Millionen Pfund - so hoch hat Sheffield seinen Verlust durch den Abstieg beziffert - zuzusprechen, wäre ein bizarrer Schiedsspruch. Und außerdem: auch Sheffield United selbst hat sich 2007 nicht an die Regeln der Premier League gehalten und einen Leihspieler aufgrund einer Vereinbarung mit dessen Klub Manchester United nicht zum Einsatz gebracht; das Match gegen ManU ging natürlich verloren.
Man kann West Ham nur alles Gute wünschen bei seinem rechtlichen Gang in die Schweiz. Beim CAS in Lausanne wird hoffentlich ein vernünftigeres Urteil gefällt.

Friday, 6 July 2007

Tévez zu ManU !?

Kaum ist das Schiedsverfahren in der Carlos Tévez-affair abgeschlossen, gibt es schon wieder Neuigkeiten rund um Carlos Tévez. Die Times und zahlreiche andere Medien - einschließlich österreichischer Zeitungen - melden, dass Manchester United (oben das entscheidende Tor von Tévez beim 1:0 Sieg von West Ham gegen ManU) das Rennen um Tévez gewonnen habe. Der Deal werde in den nächsten 24 Stunden finalisiert werden.
Gleichzeitig stellte aber die Premier League klar, dass ein Wechsel nur mit Zustimmung von West Ham United in Betracht komme, weil Tévez bei den Hammers unter Vertrag stehe und für diesen Verein gemeldet sei.
Um sich für die mögliche Auseinandersetzung um die Transferrechte an Tévez bestmöglich in Stellung zu bringen, hat Tévez' "Eigentümer" Kia Joorabchian nun verlauten lasse, er verfüge über Dokumente, mit denen er Sheffield United bei einer allfälligen High Court-Klage gegen das Schiedsgerichtsurteil helfen könne.
Ob ein solches Rechtsmittel gegen das gegen Sheffield gefällte Schiedsurteil eingebracht wird, soll sich bis Mitte Juli entscheiden. Eine Zivilklage gegen ein Sporturteil ist - wie wir seit der einstweiligen Verfügung des GAK gegen die österreichischen Bundesliga wissen - allerdings eine verdammt heiße Geschichte, die sich wegen möglicher FIFA-Sanktionen auf den gesamten englischen Verband negativ auswirken könnte.
Eine Zusammenfassung der Neuigkeiten von gestern findet man hier, jener von heute hier.
Und was sagt Carlos Tévez selbst?
Vor kurzem äußerte er sich gegenüber der argentinischen Zeitung Clarin so: "As far as I am aware I have not received any official offers. But the fact that Real Madrid, Inter and Manchester United are interested in me makes me feel proud. If I have to stay at West Ham, it would be fine. I am happy there and people love me very much."
Tévez betonte, er werde sich erst nach dem Ende der Copa America entscheiden. Derzeit konzentriere er sich auf dieses Turnier.
Gestern schoss Tévez' Teamkollege Javier Mascherano - er war gemeinsam mit ihm im Vorjahr zu West Ham gekommen war, wurde aber im Februar an Liverpool abgegeben - sein erstes Tor für die argentinische Nationalmannschaft beim 1:0-Sieg gegen Paraguay im letzten Vorrundenspiel der Copa.
Für Argentinien ist die Copa also noch lange nicht zu Ende. Am Sonntag spielt man gegen Peru um den Aufstieg ins Semifinale, wo der Sieger aus der Partie Mexiko - Paraguay warten würde. Das Finale steigt am 15. Juli (Spielplan siehe hier).

Friday, 10 August 2007

Season Review Part VI/1: The Miracle Is On The Way

Am Vorabend der neuen Premier League Saison fehlt immer noch der wesentlichste Teil meines Saisonrückblicks. Nach dem fünften Teil des Saisonrückblicks ("All We Need Is A Miracle" und "Showing The Passion") hier nun der sechste und letzte Teil; alle Spiele bis zum Saisonende und dazu in zwei eigenen Posts die Entwicklung des Tabellenstandes im Video ("The Great Escape") sowie ein Video über die letzten Minuten der Saison 2006/07 ("The Miracle Has Happened").

APRIL und MAI 2007

7.4.2007 ARSENAL (A) 1:0 (1:0) - Es war "Green's Day". Der Hammers-Schlussmann hielt und hielt und hielt. Und Bobby Zamora gelang mit einem herrlichen Heber über Arsenal-Keeper Jens Lehmann kurz vor Ende der ersten Hälfte das Tor zur Führung, die West Ham trotz aller Angriffe, Schüsse und Kopfbälle der Gunners nicht mehr aus der Hand gab.

Es war ein in zweierlei Hinsicht bemerkenswerter Sieg: West Ham war der letzte Klub gewesen, der Arsenal in deren altem "Highbury"-Stadion geschlagen hatte, und nun waren die Hammers der erste Klub, dem dieses Kunststück im neuen "Emirates"-Stadion gelang. Dazu bedeutete dieser Sieg das "Double" über Arsenal: beide Spiele gegen die Gunners in der Saison 06/07 hatte West Ham gewonnen!

Die Aufstellung der Hammers in diesem denkwürdigen Match: Green; Neill, Ferdinand, Collins, McCartney (Spector, 46); Bowyer, Noble, Reo-Coker (c), Etherington; Tevez (Kepa, 81), Zamora (Boa Morte, 66).

14.4.2007 SHEFFIELD UNITED (A) 0:3 (0:1) - Und nun, nach drei Siegen en suite, ging es gegen den ebenfalls gegen den Abstieg kämpfenden Rivalen Sheffield United. Ein sogenannter "Six-pointer", den West Ham keinesfalls verlieren wollte. Aber diesmal lief es gar nicht. Die 0:3-Auswärtsniederlage war ein Dämpfer, aber noch kein endgültiger Absturz. Sheffield lag mit diesem Sieg zwar wieder fünf Punkte vor den Hammers, mit 5 Partien noch zu spielen waren aber die "Blades" ebenso wie die übrigen Abstiegskandidaten Charlton, Sheffield und Wigan durchaus noch nicht außer Reichweite der Hammers.

18.4.2007 CHELSEA (H) 1:4 (1:2) - RAPIDHAMMER im Boleyn gegen Chelsea! "I'm Forever Blowing Bubbles..." Wahnsinns-Stimmung und Wahnsinnstempo in der ersten Hälfte. Die Hammers spielen eine Menge Torchancen heraus, aber gegen den Spielverlauf steht es plötzlich 0:1 (sehr schöne Einzelleistung von Shaun Wright-Philips). Ein toller Schuss des sehr engagierten und beinah auf dem ganzen Platz zu findenden Carlos Tévez bringt den verdienten Ausgleich (35.), aber während wir alle noch jubeln, schießt SWP mit einem Volley schon das 1:2. Auch nach diesem Tor und zu Beginn der zweiten Hälfte haben die Hammers gute Chancen und sind dem Weltklasseteam der Blues ebenbürtig. Erst das 1:3 aus einem Gestocher vor der Torlinie und das 1:4 durch Drogba "killen" das Spiel. Der support der "Upton Park faithful" ist aber weiterhin großartig und "Bubbles" erklingt trotzig bis zum Schluss. Auch wenn alle denken wie der Zollbeamte in London, der mitleidig zu mir meinte, “West Ham are going down!” ... Aufgegeben wird nur ein Brief, nicht aber der Kampf um den Klassenerhalt. "The miracle is still doable!" - Die Leistung gegen Chelsea gibt durchaus Hoffnung, dass es sich trotzdem noch ausgehen kann!

In dieser Aufstellung spielten die Hammers gegen Chelsea: West Ham United: Green; Spector, Neill, Collins, McCartney; Reo-Coker (c) (Mullins, 75), Noble, Benayoun; Boa Morte, Tevez (Kepa, 83), Zamora (C Cole, 73). Subs not used: Carroll, Davenport.

Chelsea: Cech; Diarra (Ferreira, 46), Carvalho, Terry (c), Bridge; Mikel, Essien, Lampard (Ballack, 77), Wright-Phillips; Kalou, Drogba (J Cole, 66). Subs not used: Cudicini, Makelele.

21.4.2007 EVERTON (H) 1:0 (1:0) - Ein "Pflichtsieg" nach den beiden Niederlagen, und wieder einmal ist es Bobby Zamora, der beste Schütze der Irons in dieser Saison, der das entscheidende Tor erzielt. Schon in der 13. Minute stellt er auf 1:0: Ein Fersler von Yossi Benayoun an der Strafraumgrenze und Zamora zieht ab; keine Chance für den Everton-Keeper bei diesem "wonder strike". Bobby Zamora: "'He comes from White Hart Lane, he's better than Jermaine" - er hat es wieder mal unter Beweis gestellt!

Ein schwieriges Match abseits des grünen Rasens findet zwischen dem Everton-Match und dem folgenden Spieltermin gegen Wigan statt: die Verhandlung vor der unabhängigen Disziplinarkommission der Premier League wegen der Regelwidrigkeiten bei der Anmeldung von Tévez und Mascherano im August des Vorjahres. Und West Ham hat auch in diesem Match Erfolg: die Disziplinarkommission zieht den Hammers keine Punkte ab, sondern verhängt "nur" eine Rekordstrafe von 5,5 Millionen Pfund wegen Nichtbeachtung der sogenannten "third party rule" und der unzulässigen Geheimhaltung von Vertragsteilen gegenüber der Premier League (PL) bei der Anmeldung der Spieler.

Im "Nachspiel" zu diesem Disziplinarverfahren war mit der PL auch noch zu klären, ob Tévez im Abstiegsderby gegen Wigan am kommenden Samstag eingesetzt werden durfte. Eggert Magnusson erklärte gegenüber Tévez' "Rechteinhabern" kurzerhand, den unzulässigen Vertrag aufzukündigen. Ein tatsächlicher unzulässiger Einfluss von Kia Joorabchian bzw. seinen Gesellschaften auf den Klub war damit für's erste gebannt, Carlos Tévez durfte in den restlichen drei entscheidenden Partien mit dabei sein.

Aber der Streit war damit noch lange nicht beendet. Wie wir wissen, dauerte die "Carlos Tevez-Saga" bis heute: Erst am 10.8.2007 traf die Bestätigung der Liga ein, dass Tévez rechtmäßig für Manchester United angemeldet werden konnte. West Ham kassierte schließlich noch 2 Millionen Pfund aus dem Transfer.

Von dem, was nach Abzug der zweifellos nicht zu verachtenden Anwaltskosten übrig blieb, hat WHU heute erklärt, £ 500,000 für ein Kommunalprojekt im Heimatbezirk Newham (insbesondere für die Errichtung von Mini-Fußballfeldern) spenden zu wollen.

28.4.2007 WIGAN (A) 3:0 (2:0) - Die Spieler hatten entschieden, den West Ham-Fans die Fahrt zu diesem vorentscheidenden Abstiegsderby im Norden zu bezahlen. Und eine unüberschaubare "Claret and blue army" hatte im JJB Stadion wirklich etwas zu feiern. Luis Boa Morte mit seinem ersten Tor für die Hammers (30.), der schon in den letzten Spielen wiedererstarkte Yossi Benayoun (57.) und Marlon Harewood (82.) sorgten für einen triumphalen Auswärtssieg.

5.5.2007 BOLTON (H) 3:1 (3:o) - Wie schon gegen Wigan zeichnete sich Carlos Tévez auch als Assist-Geber aus: Er legte Mark Noble einen Ball auf, den dieser volley ins Bolton-Goal donnerte (29., einer der Anwärter auf das "Tor des Jahres"!). Vorher hatte es Carlitos aber diesmal wieder selbst besorgt: Das 1:0 (10.) war ein Freistoß von der Strafraumgrenze über die Mauer nach Foul an Tévez selbst und das 2:0 (21.) fiel nach einem schönen Zusammenspiel Noble - Boa Morte - Tévez. In der zweiten Hälfte gelang Bolton das 1:3, aber es blieb bei einem triumphalen Ergebnis, das den Hammers alle Chancen für die letzte Runde offen ließ. Mit einem Sieg gegen Manchester United konnte West Ham nun aus eigener Kraft den Klassenerhalt schaffen - egal wie die anderen Spiele ausgingen!

13.5.2007 MANCHESTER UNITED (A) 1:0 (1:0) - Vor diesem letzten Spieltag waren Watford und Charlton fix abgestiegen, während den dritten Abstiegsplatz Sheffield und Wigan im direkten Aufeinandertreffen sowie West Ham unter einander ausmachen mussten (Tabellenstand siehe hier). Wir wissen alle, wie es ausgegangen ist, und jeder Fan der Hammers wird sich immer an die Freude, die Erleichterung, den Stolz nach diesem 1:0-Auswärtssieg in Old Trafford erinnern:

"West Ham United completed an incredible comeback this afternoon to finish the season staying in the Premiership with a hard-earned 1-0 win against a full-strength Manchester United side. In first-half injury time Tevez fired the Hammers into the lead. After playing a one-two with Zamora, the Argentine forward slotted it past van der Sar. This solitary goal from Carlos Tevez and an outstanding goalkeeping display from Rob Green put a dampner on the Premiership Champions' title party on a rainy afternoon at Old Trafford."

Die Szenen nach dem Schlusspfiff dieses Spiels, mit dem auch - ebenso wie gegen Arsenal - das "Double" gegen ManU gelang - siehe hier: "The Miracle Has Happened!"

Manchester United: van der Sar; O'Shea, Heinze, Brown (c), Evra (Giggs, 58); Rooney,, Fletcher, Carrick (Scholes, 58), Richardson; Solskjaer, Smith (Ronaldo, 58). Subs not used: Vidic, Kusczak.

West Ham United: Green; Neill, Ferdinand, Collins, McCartney (Spector, 29); Benayoun, Noble, Reo-Coker (c) Boa Morte; Tevez (Mullins, 82), Zamora (Harewood, 62). Subs not used: Walker, Davenport.

Thursday, 2 August 2007

Season Review Part III: The Ice Man Comes

Nach dem zweiten Teil des Saisonrückblicks (September) hier der dritte Teil:
OKTOBER / NOVEMBER 2006
Ich war zwar auf Urlaub, aber das kann die einmonatige Pause seit dem zweiten Teil meines Season Review nicht erklären. Viel eher will man an die vielen düsteren Stunden, in denen der Blick ins Internet nichts als Niederlagen, Niederlagen, Niederlagen bescherte, einfach nicht mehr erinnert werden. Dazu kam noch die sich bis Ende November hinziehende "Übernahmeschlacht" zwischen Kia Joorabchian und Eggert Magnússon, wobei der Iraner lange Zeit wie der sichere Sieger aussah.
Der damalige West Ham-Chairman Terence Brown weigerte sich zunächst, mit dem Bieter-Konsortium um den isländischen UEFA-Offiziellen überhaupt zu reden, geschweige denn Unterlagen für die "due diligence" zur Verfügung zu stellen. Kia kriegte aber schließlich die nötigen Geldmittel nicht zusammen, und damit obsiegten Eggert Magnússon und sein - ebenfalls isländischer - Hauptgeldgeber Björgólfur Guðmundsson in diesem Krimi.

Sehr zur Freude der West Ham Fans, denn bei Magnússon (Bild rechts) handelte es sich nicht um einen "shady business man", sondern einen Fußball-Liebhaber, der gestand, seit seiner Kindheit vom Fußball magnetisch angezogen zu werden und auch heute gerne noch selbst zu spielen.

"Egg-Man", wie der am 20. Februar 1947 geborene, glatzköpfige und nicht besonders groß gewachsene Isländer von Englands Yellow Press bald genannt wurde, war neben seiner Funktion im UEFA-Exekutivkommittee auch Präsident des isländischen Fußballbundes. Als Geschäftsmann war er vor allem im Import-Export- und Bäckereigewerbe tätig und ist seit dem Verkauf seines Unternehmens vor fünf Jahren offenbar ein gemachter Mann ("biscuit magnate"). Hauptgeldgeber Guðmundsson ist Vorsitzender der isländischen Landesbank.
Am 21. November meldete schließlich die BBC, dass West Ham der Übernahme des Klubs durch Magnússon & Co offiziell zugestimmt habe. Der dafür bezahlte Betrag wurde mit £ 85 Mio. (ca 126 Millionen Euro) angegeben. Eggert Magnússon übersiedelte nach London, wo er bereits früher eine Wohnung gekauft hatte. "It must have been some guidance from above but I bought an apartment earlier this year - a beautiful place in South Kensington - for investment reasons, but it has come in very handy", sagte Eggert der BBC.
Die Spiele bis zu diesem Schlusspunkt einer schwierigen Phase für den Verein waren vor allem dadurch gekennzeichnet, dass die meisten von ihnen zwar nur knapp verloren wurden, West Ham aber uninspiriert und vor allem im Angriff äußerst stumpf wirkte. "They hardly mustered a shot on goal", konnte man nicht nur einmal im Spielbericht lesen. Von der 0:1-Niederlage im UEFA Cup-Heimspiel gegen Palermo im September bis zum Liga Cup-Aus am 24. Oktober legte West Ham eine in der Vereinsgeschichte beispiellose Niederlagenserie von 8 Pflichtspielen hin.
1.10.2006 gegen Aufsteiger READING (H) 0:1 (0:1)
14.10.2006 PORTSMOUTH (A) 0:2 (0:1)
22.10.2006 TOTTENHAM (A) 0:1 (0:1) - Die markanteste Szene war ein Biss von Tottenhams Jermaine Defoe in Mascheranos Oberarm. Anscheinend fand Defoe, er wurde zu oft gefoult und wollte mit dem Biss auf lustige Art drauf aufmerksam machen. Eine eher peinliche Geschichte…
24.10.2006 CHESTERFIELD (A, Carling Cup) 1:2 (1:0) - Gegen die unterklassige Mannschaft aus der League One (dritte Leistungsstufe) gingen die Hammers zwar mit ihrem ersten Tor nach 7 Spielen in Führung (Marlon Harewood), doch Chesterfield "came from behind", glich in der 2. Hälfte aus, ging in der 86. Minute in Führung und kickte die Hammers aus dem Ligacup. Laut Zeitungsberichten wurde die versammelte Mannschaft der Irons von Chairman Terry Brown in der Kabine als "pub team" beschimpft.
29.10.2006 BLACKBURN ROVERS (H) 2:1 (1:0) - Es brauchte Veteran Teddy Sheringham, damit West Ham endlich seit dem 9. September in einem Meisterschaftsspiel ins Tor traf. Sheringham (geb. 2. April 1966) war mit seinem Kopftor zum 1:0 in der 21. Minute der älteste Spieler, der jemals in der Premier League ein Tor erzielte. Hayden Mullins mit seinem überhaupt ersten Premiership-Goal (nach einem Corner schöner Volley im Strafraum) stellte auf 2:0, Alan Pardew jubelte wieder einmal am Spielfeldrand, als hätte er selbst ins Tor getroffen. Das 1:2 in der Nachspielzeit verhinderte zwar ein Zu-Null-Ergebnis, doch nun dachten alle, es gehe endlich wieder aufwärts. Vom 19. Platz aus ging es ja nun wahrlich nicht mehr viel tiefer...
5.11.2006 ARSENAL (H) 1:0 (0:0) - Und tatsächlich: Gegen Arsenal hielt Robert Green famos, und mit einer schönen Aktion Konchesky - Etherington - Sheringham wurde Marlon Harewood am Fünfer freigespielt und traf in der 89. Minute zum sensationellen 1:0-Sieg. Alan Pardew feierte am Spielfeldrand wieder, als hätte er selbst das Tor erzielt. Das regte Arsenal-Manager Arsène Wenger so sehr auf, dass er mit Pards zu streiten begann und dem West Ham-Manager nach dem Spiel sogar ein Handshake verweigerte.
11.11.2006 MIDDLESBROUGH (A) 0:1 (0:0) - Emanuel Pogatetz war für Boro dabei und Maccarone schoss in der 73. Minute das Siegestor.
18.11.2006 CHELSEA (A) 0:1 (0:1) - Chelsea-Manager Jose Mourinho meinte zwar nach dem Spiel, die Hammers hätten gut gespielt und seien viel besser als ihr Tabellenplatz, aber was soll's: das Spiel ging mit 0:1 verloren (unhaltbarer Freistoß von Geremi in der 20. Minute).
25.11.2006 SHEFFIELD UNITED (H) 1:0 (1:0) - Hayden Mullins' zweites Tor (per Kopf) bedeutete den Sieg in einem mühsamen, nicht schön anzusehenden Spiel gegen den späteren Absteiger. Eggert Magnússon präsentierte sich dem Publikum im Boleyn Ground mit blau-rotem Schal und seinem kleinen Enkel auf dem Spielfeld, und Alan Pardew und Magnússon klopften einander gegenseitig auf die Schulter. Carlos Tévez machte eine weniger gute Figur, als er in der 65. Minute gegen Teddy Sheringham ausgetauscht wurde und daraufhin wutentbrannt das Stadion verließ.
Zur Strafe für diese Disziplinlosigkeit sollte der Argentinier - so entschieden es seine Mannschaftskollegen - eine Woche lang in einem brasilianischen Shirt trainieren. Ob es wirklich dazu gekommen ist, weiß ich nicht - aber die Szene bei seinem Austausch belegt, wie frustriert Carlos Tévez nach seinen ersten zwei Monaten in der Premiership war.
Und sein damaliger Auftritt ist vielleicht auch ein Grund dafür gewesen, dass das neue Präsidium - wie im nun laufenden Prozess beim High Court vorgebracht wurde - den Spieler zunächst nicht länger als bis zum Ende dieser Saison behalten wollte.
Alan Pardew meinte, er werde auch unter der neuen Vereinsführung West Ham-Manager bleiben und die Fans dachten, nun gehe es aber wirklich bergauf.
Wie man sich täuschen kann...

Friday, 3 August 2007

¡Adiós!

Der Telegraph und The Times Online berichten heute, dass der Transferstreit um Carlos Tévez endlich beigelegt ist:
Die Times:
"The most protracted and complex transfer saga in English football history ended last night with Carlos Tévez on the verge of joining Manchester United. The player’s agents agreed to pay West Ham United £2 millon to end the dispute in exchange for the club releasing the registration of the Argentina forward, a compromise that the Premier League is aware of and is expected to ratify today."

Auch wenn es schade ist, dass Carlos Tévez (Bild rechts aus dem Artikel im Telegraph) die Hammers verlässt: es war seit Längerem klar, dass er trotz aller Ambitionen des Klubs nicht in East London zu halten sein würde. Sind wir froh, dass die sich schon viel zu lange hinziehende Causa beendet ist.

Und die Zahlung, die West Ham für die Zustimmung zum Transfer zu Manchester United erhält, entspricht zwar nicht ganz, aber doch in etwa dem Teilbetrag der Disziplinarstrafe, die West Ham für die Einräumung unzulässiger Einflussmöglichkeiten an Dritte aufgebrummt bekam (das waren £ 2,5 Mio.; siehe dazu meine Einschätzung von vorgestern, die offenbar nicht so daneben lag). West Hams Anwälte müssen ganz gut verhandelt haben. Kia Joorabchian wird diesen Betrag im Endeffekt wirtschaftlich zu tragen haben; zahlen müsste ihn wohl Manchester United als Transferentgelt. Damit hat "shady Kia" nun einen anständigen Beitrag zu der Strafzahlung zu leisten, die er durch seine undurchsichtige und unzulässige Vertragsgestaltung verursacht hat. Das ist ein durchaus befriedigendes Resultat nach all dem Hin und Her der letzten Wochen.
Also dann:

Friday, 13 March 2009

Zahlt West Ham an Sheffield United?

"Vergleich knapp vor dem Verhandlungstermin" könnte es heute oder vielleicht auch erst am Wochenende heißen. Denn für Montag, 16.3., haben Lord Griffiths und sein Schiedsgericht West Ham United und Sheffield United zur nächsten Verhandlungsrunde über die Höhe des Schadenersatzanspruches in der Carlos Tévez-Affäre geladen. Und bei West Ham scheint man einer Zahlung an Sheffield nun doch nicht ganz abgeneigt zu sein, zumal das schwebende Verfahren den Verkauf des Klubs behindert, zu dem der isländische West Ham-Eigentürmer Björgolfur Gudmundsson gezwungen ist.
Der Independent und der Telegraph berichten, dass die Vergleichssumme um (oder über) 10 Millionen Pfund liege und nicht auf einmal sondern in fünf Jahresraten zu bezahlen sei. Erheblich weniger als die von Sheffield für den Ligaabstieg ursprünglich verlangten £30m also, die dann auf £60m (für zwei Saisonen in der Championship) erhöht und schließlich wieder auf £45m reduziert wurden.
Trotzdem ein paar Mille zuviel, denn ein sicherer Kausalzusammenhang zwischen Tévez' Einsatz trotz einer verheimlichten "third party clause" in seinem Vertrag und dem Abstieg von Sheffield United lässt sich in Wahrheit nie herstellen. Die "Blades" waren drei Monate vor dem Ende der Meisterschaft '05/06 noch zehn Punkte von den Abstiegsrängen entfernt und hatten neun Wochen vor Meisterschaftsende sogar 11 Punkte Vorsprung auf die damals auf dem letzten Platz liegenden Hammers. Und Carlos Tévez spielte immerhin seit September 2005 für West Ham. Die Möglichkeit einer dritten Person, Tévez während seines laufenden Leihvertrages mit West Ham an einen anderen Klub zu "verkaufen", wurde nie effektuiert und nach der FA-Disziplinarstrafe von £ 5,5 m von den Hammers zudem gekündigt. Auch wenn man über die Wirksamkeit dieser Kündigung ebenso streiten kann wie über die Wirksamkeit der verbotenen "third party clause" selbst, die Anmeldung von Tévez bei der Liga wurde nie für unwirksam erklärt und der Einsatz des Spielers war daher nicht unzulässig. Zudem konnte Tévez in der folgenden Sommerübertrittszeit erst zu Manchester United transferiert werden, nachdem die "red devils" eine Ablösesumme an West Ham bezahlt hatten, was nicht dafür spricht, dass das Management der Hammers den verpönten Vertragsbestandteil (noch) für gültig erachtet hätte.
Dennoch machte das "Lord Griffith penal" in seinem Zwischenurteil vom vergangenen Herbst West Ham für den Abstieg von Sheffield United und die daraus resultierenden finanziellen Schäden verantwortlich.
Über die Höhe der Ersatzsumme sollte bei dem nun bevorstehenden Termin verhandelt werden, nachdem West Hams Versuche, den jenseitigen Schiedsspruch beim High Court und dem Sportgerichtshof CAS inhaltlich anfechten zu können, gescheitert waren.
Selbst wenn man sich nun auf einen Schadenersatz-Vergleich einigt, ausgestanden ist die Affäre für die Hammers damit noch immer nicht. Die FA hat zu Jahresbeginn eine neue Untersuchung über das Verhalten von West Ham nach der ersten Disziplinarstrafe vom April 2006 eingeleitet. Dort soll vor allem die Behauptung eines Rechtsanwaltes geprüft werden, der aussagte, der heutige West Ham-CEO habe mündlich zugesagt, die Rechte von Kia Joorabchian, dessen Gesellschaften Inhaber der Transferrechte an Carlos Tévez sind, trotz Unwirksamkeit bzw. Kündigung der "third party clause" respektieren zu wollen.
Heute wurde auch bekannt, dass das Moratorium für West Ham's Holdinggesellschaft Hansa von einem isländischen Gericht bis zum 8. Juni verlängert wurde. Das gibt dem gegenwärtigen Hammers-Präsidenten mehr Zeit, um West Hams Verkauf möglichst günstig abzuschließen. West Ham-Vizepräsident Asgeir Fridgeirsson meinte, man spreche derzeit mit "fünf bis zehn" Interessenten, bindendes Offert gebe es aber noch keines.
"There is a growing interest”, fügte der Isländer - vielleicht auch im Hinblick auf den Vergleich mit Sheffield United - hinzu.

Tuesday, 12 June 2007

Nobles und Unerfreuliches

Zwei Hinweise für West Ham- und Rechts-Spezialisten:

1. Nochmals setzt sich ein Blogger mit dem Urteil des Schiedsgerichtes in der "Carlos Tévez-Affair" auseinander. Ahmed Bilal meint, West Ham habe die Regel, wonach einer dritten Partei kein Einfluss auf die "performance" des Teams eingeräumt werden dürfe (rule U 18), vielleicht doch nicht gebrochen; jedenfalls sei kein erheblicher Unterschied zwischen dem Vertrag zwischen West Ham und "Tévez-Eigentümer" Kia Joorabchian (Bild) einerseits und den üblichen "Leiheverträgen" zwischen zwei Klubs andererseits festzustellen.
Ich glaube auch, dass jedenfalls nichts in den Vereinbarungen enthalten war, was einen Punkteabzug gerechtfertigt hätte. Und die Strafe für West Ham ist ohnehin brutal hoch ausgefallen (siehe hier!).
Dass dennoch nicht so schnell Gras über die Sache wachsen wird, dafür sorgen schon Sheffield United mit dem anhängigen Schiedsgerichtsverfahren und Fulham-Eigentümer Mohamed Al Fayed (der Vater von Dodi Fayed, der im August vor 10 Jahren mit Princess Diana tödlich verunglückte). Auch Al Fayed hat wieder erklärt, den - ziemlich aussichtslosen! - Kampf um einen West Ham-Punkteabzug fortführen zu wollen. Dabei möchte man gerade Fulham, die von ihren letzten 12 Meisterschaftsspielen gerade eines (gegen eine mit unzähligen Ersatzspielern angetretene Liverpool-Elf) gewonnen und nur deshalb den Abstieg vermieden haben, ein herzhaftes "shut up!" zurufen!


2. Etwas Erfreuliches ist dagegen das noble Interview von Mark Noble (Bild), dem 20-jährigen shooting star des West Ham-Miracles, das er Sky Sports News gegeben hat (siehe unten!).

Noble hat meines Erachtens auch das Tor des Jahres geschossen: einen Wahnsinns-Volley zum 3:0 gegen Bolton nach Flanke von "There's only one!"-Carlos Tévez.


Mark Noble-Interview:
Playing like Real Madrid

"The sky’s the limit for West Ham.
We’ve got a great chairman, a good manager
and some fantastic players. I hope we keep the likes of Tev (Carlos Tevez),
obviously Yossi (Benayoun) has signed a new deal and it’s looking
forward for the club. I can’t wait for next season, and I’ll be going into
the gaffer and telling him I want to play and finish off from last season,
and I’m sure he’ll be happy with me doing that. It was amazing times when I
was there - it seemed like we were playing like Real Madrid. We were passing
it, we had Tevez scoring, Bobby (Zamora) was scoring and obviously we were
on fire - it seemed like we can beat anyone, and it just showed because we
beat Man U away and Arsenal away. We rode our luck a bit at times, but you
need that when you’re in the bottom three. We just deserved to stay up at
the end of it."

Dontcha just love him?

Thursday, 28 February 2008

Sheffield raus aus dem FA Cup, Rechtsstreit gegen West Ham noch lange nicht zu Ende

Posted to 101 Great Goals on February 27, 2008

Während gestern, Mittwoch, Sheffield United durch ein kurioses Eigentor von Tormann Paddy Kenny in der Verlängerung gegen Middlesbrough aus dem FA Cup flog (siehe Video) - was die West Ham Fans mit ziemlicher Schadenfreude erfüllte -, wärmen die englischen Zeitungen die Rechtsstreitigkeiten rund um die Carlos Tévez-Affäre wieder auf.
Auch die Times berichtet heute erneut von der 7,1 Millionen Pfund-Klage des Agenten Kia Joorabchian gegen West Ham United, gegen die der Klub noch diese Woche eine Klagebeantwortung zu erstatten hat, und auch das Schiedsverfahren von Sheffield Utd wegen Schadenersatz infolge des Abstieges der Blades ist noch anhängig.

Saturday, 29 November 2008

Tevez-Affäre: Kommt ein Vergleich?

Nachdem der isländische (Ex-)Banker auf dem Präsidentensessel von West Ham United schon früher zwei unangenehme Rechtsstreitigkeiten im Vergleichsweg bereinigt hat (mit Kia Joorabchian auf einem Nebenschauplatz der Carlos-Tévez-Affäre und mit dem Ex-Präsidenten Terence Brown), wird nun offenbar intensiv über ein "out-of-court-settlement" mit Sheffield United nachgedacht.
Die Daily Mail meldete "exklusiv", dass Sheffield United erwäge, die Causa Tévez mit einer Zahlung von £25 Mio zu den Akten legen zu wollen, nachdem bisher ein Schaden von £30 Mio für den Abstieg und £20 Mio für die mittlerweile laufende zweite Saison in Liga 2 veranschlagt gewesen war.
Die Times meint dagegen, £10 bis £15 Mio plus Ersatz der Vertretungskosten seien wahrscheinlicher, denn die mittlerweile bekannt gewordenen Bilanzen von Sheffield United weisen bloß ein Umsatzminus von £8 Mio für den Fußballbereich und ein Gesamt-Umsatzminus von £12 Mio aus, was im vergangenen Geschäftsjahr einen Verlust von £3,5 Mio zur Folge gehabt habe. Im letzten Jahr in der Premier League habe man dagegen, so Sheffield-Chairman Kevin McCabe, einen Gewinn vor Steuern von £2,7 Mio gemacht.
Betrachte ich diese Zahlen, scheint mir das Sheffield-Vergleichsangebot, das über die Daily Mail ventiliert wurde, um den Faktor 10 zu hoch gegriffen. £2,5 Mio als entgangener Gewinn für eine Saison würden wohl auch reichen - zumal für das zweite Jahr in der 2. Liga Carlos Tévez und West Ham United sicher nichts können. In der Football League Championship beendete Sheffield die Saison 2007/08 auf dem neunten Platz.
Ein Vergleich würde es dem in finanziellen Nöten befindlichen West Ham-Eigentümer Björgólfur Guðmundsson (Bild) ermöglichen, den Klub zu verkaufen - denn solange ein Rechtsstreit dieser Dimension anhängig ist, werden potentielle Investoren zögern, einen fairen Preis für den Klub zu bieten.
Gudmundsson, bis vor Kurzem der zweitreichste Mann in Island, hat West Ham im November 2006 für £85 Mio (knapp 109 Millionen Euro) übernommen, muss aber nach substanziellen privaten Geschäftsverlusten - seine isländische Landsbanki wurde vom isländischen Staat übernommen und aus dem Konkurs des West Ham-Sponsors XL drohen Millionenhaftungen - trachten, sich finanziell wieder zu sanieren.

Links: -> Familie Guðmundsson und die isländische Kreditblase (fm4)
-> Who's who in West Ham (KUMB)
-> Sheffield United: Double Standard for West Ham and Iain Hume (Daily Mirror)